{"id":530,"date":"2009-07-21T04:07:10","date_gmt":"2009-07-21T03:07:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=530"},"modified":"2009-10-05T10:35:06","modified_gmt":"2009-10-05T09:35:06","slug":"alkoholismus-definition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/alkoholismus-definition\/","title":{"rendered":"Ab wann liegt Alkoholismus vor?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/1\/12\/BIER_IM_EG.jpg\/765px-BIER_IM_EG.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"130\" \/>Ab wann hat man nach medizinischen und psychologischem Fachverst\u00e4ndnis eigentlich tats\u00e4chlich ein Alkohol-Problem? Da sowohl von Klienten als auch im <a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-forum\/\" target=\"_blank\">Diskussions-Forum<\/a> meiner Website diese Frage regelm\u00e4\u00dfig aufkommt, hier ein kurzer Abri\u00df der Kriterien, nach denen \u00fcblicherweise &#8220;Alkoholismus&#8221; bzw. Alkohol-Abh\u00e4ngigkeit definiert wird.<\/p>\n<p>&#8220;Alkoholismus&#8221; stellt heute eigentlich keinen genauen wissenschaftlichen Begriff mehr dar. In der Diagnostik wird je nach verwendetem diagnostischem Schema unterschieden zwischen <span style=\"font-style: italic;\">Alkohol-Abh\u00e4ngigkeitssyndrom, sch\u00e4dlichem Gebrauch von Alkohol<\/span> und <span style=\"font-style: italic;\">Mi\u00dfbrauch<\/span>.<\/p>\n<p>Alkohol-Abh\u00e4ngigkeit liegt nach dem internationalen Klassifikationsschema <a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/icd-10\/\" target=\"_blank\">ICD-10<\/a> vor, wenn innerhalb des letzten Jahres mindestens 3 der folgenden Kriterien erf\u00fcllt waren:<\/p>\n<ul>\n<li> starker Wunsch oder eine Art Zwang, Alkohol zu konsumieren<\/li>\n<li> verminderte Kontrollf\u00e4higkeit bez\u00fcglich Beginn, Ende und Menge<\/li>\n<li> Konsum mit dem Ziel, Entzugssymptome zu mildern<\/li>\n<li> k\u00f6rperliche Entzugssymptome<\/li>\n<li> Vorliegen einer Toleranz<\/li>\n<li> eingeengtes Verhaltensmuster im Umgang mit Alkohol<\/li>\n<li> fortschreitende Vernachl\u00e4ssigung anderer Interessen zugunsten A.<\/li>\n<li> anhaltender Konsum trotz Nachweis sch\u00e4dlicher Folgen (k\u00f6rperlicher, psychischer oder sozialer Art)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Alkohol-Abh\u00e4ngigkeit nach dem <a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/psychotherapie_literatur.phtml\" target=\"_blank\">DSM IV<\/a> wird in den meisten Kriterien ganz \u00e4hnlich definiert, der DSM IV hat bei uns aber weniger (diagnostische) Bedeutung.<\/p>\n<p>Sch\u00e4dlicher Gebrauch und\/oder Mi\u00dfbrauch liegen vor, wenn der Alkoholkonsum zu einer Gesundheitssch\u00e4digung (k\u00f6rperlich oder psychisch) f\u00fchrt oder ein unangepa\u00dftes Konsummuster aus mindestens 1 der folgenden Kriterien besteht:<\/p>\n<ul>\n<li> fortgesetzter Gebrauch trotz des Wissens um ein st\u00e4ndiges oder wiederholtes soziales, berufliches,psychisches oder k\u00f6rperliches Problem, das durch den Alkoholkonsum verursacht oder verst\u00e4rkt wird<\/li>\n<li> wiederholter Gebrauch in Situationen, in denen der Gebrauch eine k\u00f6rperliche Gef\u00e4hrdung darstellt<\/li>\n<li> einige der Symptome bestehen seit mindestens einem Monat oder sind \u00fcber eine l\u00e4ngere Zeit hinweg wiederholt aufgetreten<\/li>\n<li> wenn die Kriterien f\u00fcr Abh\u00e4ngigkeit nicht erf\u00fcllt sind<\/li>\n<\/ul>\n<p><!--adsense--><\/p>\n<p>Sch\u00e4dlicher Gebrauch bzw. Mi\u00dfbrauch stellen somit in der Praxis sehr h\u00e4ufig Vorstadien der Alkohol-Abh\u00e4ngigkeit dar. Auch relativ h\u00e4ufig ist das Kriterium, da\u00df bereits gesundheitliche (psychisch und\/oder k\u00f6rperlich) Sch\u00e4den vorliegen, aber noch keine oder nicht alle Kriterien f\u00fcr Alkohol-Abh\u00e4ngigkeit vorliegen.<br \/>\nEs ist zu beachten, da\u00df die Kriterien keine Aussagen hinsichtlich der Menge (z.B. einer bestimmten Promilleanzahl oder einer bestimmten Menge an Bier oder Wein) beinhalten. Theoretisch kann also auch schon Mi\u00dfbrauchs- oder sch\u00e4dliches Gebrauchsverhalten vorliegen, wenn regelm\u00e4\u00dfig eine Flasche Bier konsumiert wird (und eines der o.a. Kriterien erf\u00fcllt wird).<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzend m\u00f6chte ich noch auf den <a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/surveys\/test_alkoholismus.phtml\" target=\"_blank\">Alkoholsucht \/ Alkoholismus-Selbsttest<\/a> auf meiner Website verweisen, der obige und andere Diagnostik-Kriterien abfragt und anschlie\u00dfend eine Einsch\u00e4tzung ausgibt, ob hinsichtlich m\u00f6glicher Alkoholsucht auff\u00e4lliges Verhalten vorliegt.<\/p>\n<p>[<a class=\"document\" href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/alkoholismus\/\" target=\"_blank\">Weitere Blog-Eintr\u00e4ge zum Thema Alkoholismus<\/a>]<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ab wann hat man nach medizinischen und psychologischem Fachverst\u00e4ndnis eigentlich tats\u00e4chlich ein Alkohol-Problem? 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