{"id":566,"date":"2009-08-10T08:13:49","date_gmt":"2009-08-10T07:13:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=566"},"modified":"2017-04-02T13:20:00","modified_gmt":"2017-04-02T12:20:00","slug":"depression-diagnose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/depression-diagnose\/","title":{"rendered":"Ist das bereits eine Depression?"},"content":{"rendered":"<p>Eine der h\u00e4ufigsten in meinem <a href=\"\/pt-forum\/\" target=\"_blank\">Online-Forum<\/a> gestellten Fragen ist die, ob es sich bei den eigenen Stimmungstiefs bereits um eine <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a><\/span> handelt &#8211; oder, und diese Hoffnung schwingt h\u00e4ufig zwischen den Zeilen mit, ob das &#8220;nicht alles wieder einfach vorbeigeht&#8221;.<\/p>\n<p>Und das ist gar nicht untypisch: 33,4 Millionen Europ\u00e4er leiden an einer depressiven Erkrankung &#8211; doch gem\u00e4\u00df einer Studie des Marktforschungsinstituts Harris Interactive, die in 5 L\u00e4ndern (Deutschland, Frankreich, Kanada, Brasilien und Mexiko)\u00a0mit 377 depressiven Patienten und 756 \u00c4rzten im Auftrag der World Federation of Mental Health durchgef\u00fchrt wurde,  vergehen durchschnittlich rund <em>elf Monate<\/em>, bevor Menschen mit einer <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a><\/span> \u00fcberhaupt \u00e4rztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Diese Untersuchung zeigte auch, dass die \u00fcberwiegende Mehrheit der Patienten (72%) mit mittelschwerer und schwerer <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a><\/span> nicht wusste, dass neben den klassischen Depressionssymptomen wie Niedergeschlagenheit, Interessenverlust und Antriebsmangel auch <em>k\u00f6rperliche Beschwerden<\/em> (z.B. chronische Kopf-, Muskel- oder R\u00fcckenschmerzen) h\u00e4ufige Symptome einer klinisch manifesten depressiven Erkrankung sein k\u00f6nnen. Erst wenn solcherart die psychische St\u00f6rung bereits somatisiert ist, suchen 79% der befragten Patienten Hilfe.<\/p>\n<p>Was <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> &#8220;sind&#8221;, l\u00e4\u00dft sich in der einschl\u00e4gigen Fachliteratur, heutzutage nat\u00fcrlich auch im Internet, problemlos nachlesen. Ich m\u00f6chte deshalb im folgenden nur die wichtigsten Punkte kurz erw\u00e4hnen:<\/p>\n<p>Als wesentlichste Symptome gelten:<\/p>\n<ul>\n<li> eine mangelnde F\u00e4higkeit, auf positive Erlebnisse emotional zu reagieren<\/li>\n<li> Verlust von Interessen, allgemeine Freudlosigkeit<\/li>\n<li> gedr\u00fcckte Stimmung<\/li>\n<li> verminderter Antrieb und Energie<\/li>\n<li> vermindertes Selbstwertgef\u00fchl und Selbstvertrauen<\/li>\n<li> verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit<\/li>\n<li> Gef\u00fchle von Schuld und Wertlosigkeit<\/li>\n<li> negative und pessimistische Zukunftsperspektiven<\/li>\n<li> psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit<\/li>\n<li> Zwangshandlungen, Verfolgungsgef\u00fchle<\/li>\n<li> <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/pressespiegel\/schlaflosigkeit\/\" title=\"Schlafst\u00f6rungen\" target=\"_blank\">Schlafst\u00f6rungen<\/a><\/span>, fr\u00fchmorgendliches Erwachen<\/li>\n<li> Morgenpessimum (Anlaufschwierigkeiten oder &#8220;Durchh\u00e4nger&#8221; am Morgen)<\/li>\n<li> verminderter Appetit (fallweise bereits mit Gewichtsverlust als Folge)<\/li>\n<li> Libidoverlust (sexuelle Lustlosigkeit und Antriebsschw\u00e4che)<\/li>\n<li> Suizidgedanken oder -handlungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie sich eine <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a><\/span> aber ansp\u00fcrt, kann man wohl selbst am besten empfinden &#8211; meist wei\u00df man als Betroffener sehr genau, wenn man darunter leidet&#8230;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/lh6.ggpht.com\/youndagultcrisishotline\/SBWwe7IhYoI\/AAAAAAAAAxQ\/dpzyLEg0ttw\/depression_test_thumb%5B1%5D.jpg\" alt=\"\" width=\"157\" height=\"205\" \/>Besonders h\u00e4ufig werden kreative oder auch sehr intelligente und reflektierte Menschen von <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> ereilt, dies ist aber keine Generalregel: <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> k\u00f6nnen sowohl h\u00f6chst rationale und in ihrer Gedankenwelt komplex strukturierte, aber auch sehr &#8220;einfache&#8221; Menschen haben. Ebenso unterschiedlich sind die m\u00f6glichen Ursachen f\u00fcr <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span>: von Unf\u00e4llen \u00fcber Drogenmi\u00dfbrauch, altersbedingten Ver\u00e4nderungen, Trennungen etc. etc. ist der Bogen an denkbaren Ursachen schier unbegrenzt. Die sogenannten &#8220;endogenen&#8221; <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> werden als Sonderform klassifiziert und vor allem mit neurologischen Abweichungen vom &#8220;gesunden&#8221; Normalzustand erkl\u00e4rt. Ebenso wie den neuerdings in der Bedeutung hochgespielten genetischen Erkl\u00e4rungen stehe ich als <a href=\"\/artikel\/systeme\/systemische_therapie.phtml\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">systemischer Therapeut<\/a> diesen Modellen eher &#8216;differenziert&#8217; gegen\u00fcber, denn letztendlich beantworten sie noch nicht die Frage, warum eine <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a><\/span> gerade bei den Betroffenen tats\u00e4chlich ausgel\u00f6st wurde und in welchem Umfeld sie &#8220;gedeihen&#8221; oder sich sogar verst\u00e4rken kann (also in Folge auch, wie sie l\u00f6s- und heilbar sind &#8211; eine pharmakologisch verursachte Aufhellung des Gem\u00fctszustandes werden wohl die wenigsten, nicht mal die tendentiell eher biologisch denkenden Mediziner, als Heilung betrachten).<!--adsense--><\/p>\n<p>Helfen k\u00f6nnen &#8211; jedoch nur bei sehr einfachen und vor\u00fcbergehenden\u00a0 &#8220;Stimmungstiefs&#8221; &#8211; positive Selbstsuggestionen und alles, was mit Selbstkontrolle zu tun hat. Ich habe in einem meiner dzt. auf diesen Seiten aufgelisteten <a href=\"\/artikel\/\" target=\"_blank\">Artikel n \u00fcber Depressionen<\/a> einige M\u00f6glichkeiten daf\u00fcr angef\u00fchrt.<br \/>\nBei l\u00e4nger anhaltenden, wiederkehrenden und vor allem schwerer belastenden Formen von <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a><\/span> sollte in jedem Fall <a href=\"\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\"><em>psychotherapeutische Hilfe<\/em><\/a> gesucht werden, die darauf spezialisiert ist, bei diesem Problemkreis weiterzuhelfen.<br \/>\nDie zus\u00e4tzliche Einnahme von <em><span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/tag\/psychopharmaka\/\" title=\"Psychopharmaka\" target=\"_blank\">Psychopharmaka<\/a><\/span><\/em> wird von einem Psychotherapeuten empfohlen, wenn eine <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a><\/span> so schwer ist, da\u00df andernfalls der Therapieerfolg gef\u00e4hrdet w\u00e4re. Ziel ist, m\u00f6glichst gute Symptomentlastung f\u00fcr die erste Phase der Therapie, bis eine gewisse grundlegende psychische Stabilit\u00e4t erreicht ist, zu erreichen.<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Links:<br \/>\n&#8211; <a class=\"document\" href=\"\/surveys\/test_depressionen.phtml\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Selbsttest auf Depressionen<\/a> auf dieser Website<br \/>\n&#8211; <a class=\"books\" href=\"http:\/\/www.wfmh.org\/PainfulTruthsurvey.htm\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">The painful truth Survey<\/a>, conducted by Harris Interactive, 2006<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine der h\u00e4ufigsten in meinem Online-Forum gestellten Fragen ist die, ob es sich bei den eigenen Stimmungstiefs bereits um eine Depression handelt &#8211; oder, und diese Hoffnung schwingt h\u00e4ufig zwischen den Zeilen mit, ob das &#8220;nicht alles wieder einfach vorbeigeht&#8221;. Und das ist gar nicht untypisch: 33,4 Millionen Europ\u00e4er leiden an einer depressiven Erkrankung &#8211; [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_s2mail":"yes","footnotes":""},"categories":[3],"tags":[73,217,218],"class_list":["post-566","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-therapie","tag-depression","tag-diagnostik","tag-selbsttest"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/566","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=566"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/566\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2303,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/566\/revisions\/2303"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=566"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=566"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=566"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}