{"id":760,"date":"2009-10-19T08:57:18","date_gmt":"2009-10-19T07:57:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=760"},"modified":"2013-12-10T14:11:17","modified_gmt":"2013-12-10T13:11:17","slug":"kaufsucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/kaufsucht\/","title":{"rendered":"Kaufsucht &#8211; eine tiefe psychische St\u00f6rung"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/images.derstandard.at\/t\/12\/2009\/08\/28\/1250717999401.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"88\" \/>Wenn jemand viel mehr Waren erwirbt, als er sich leisten kann, dann ist dieses Verhalten vermutlich die Folge tiefliegender psychischer St\u00f6rungen, wie eine Studie des Uniklinikums Erlangen aufzeigt. Der Anteil der einschl\u00e4gig Suchtgef\u00e4hrdeten zwischen 14 und 24 Jahren ist in den letzten Jahren in Gesamteuropa deutlich gestiegen. Zwei Drittel der Betroffenen sind Frauen. Insgesamt ist fast jeder dritte Mensch in \u00d6sterreich ist zumindest kaufsuchtgef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Studie wurde anhand standardisierter psychologischer Tests die psychische Gesundheit von kaufs\u00fcchtigen Personen mit der von gesunden sowie von essgest\u00f6rten Menschen verglichen. Das Ergebnis: Kaufs\u00fcchtige sind nicht nur stark verschuldet, sondern leiden sehr h\u00e4ufig dar\u00fcber hinaus auch unter <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span>, Angst- und Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rungen. 80% der Kaufs\u00fcchtigen hatten schwere \u00c4ngste, 63% litten an <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span>, 23% an <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/essstoerung\/essstoerungen.phtml\" title=\"Essst\u00f6rungen\" target=\"_blank\">Essst\u00f6rungen<\/a><\/span>. &#8220;Die Ergebnisse verdeutlichen das immense Ausma\u00df psychischer <acronym title=\"ein zus\u00e4tzlich zu einer Grunderkrankung vorliegendes, diagnostisch abgrenzbares Krankheits- oder St\u00f6rungsbild\">Komorbidit\u00e4t<\/acronym> bei Patientinnen mit pathologischem Kaufverhalten&#8221;, so die Wissenschafter. In einer Therapiegruppe der \u00d6sterreichischen Arbeiterkammer war fast die H\u00e4lfte der von Kaufsucht betroffenen Personen auch vom so genannten &#8216;<span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/\" title=\"Verm\u00fcllungs-Syndrom\" target=\"_blank\">Messie-Syndrom<\/a><\/span>&#8217; betroffen. M\u00f6glicherweise ist also Kaufsucht keine eigenst\u00e4ndige St\u00f6rung, sondern vielmehr ein Symptom des Verm\u00fcllungssyndroms.<!--adsense--><\/p>\n<p>&#8220;Ganz offensichtlich handelt es sich zumindest bei der hier untersuchten Stichprobe von kaufs\u00fcchtigen Patientinnen um ein psychisch sehr krankes Kollektiv, so dass diskutiert werden muss, ob <acronym title=\"krankhaftes\">pathologisches<\/acronym> Kaufverhalten nicht besser als eine Begleiterscheinung anderer psychischer Erkrankungen verstanden werden sollte&#8221;, schreibt die Psychologin A. M\u00fcller im Fachblatt &#8220;PPmP &#8211; <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span> Psychosomatik und Medizinische Psychologie&#8221;.<\/p>\n<p>Kaufs\u00fcchtige sp\u00fcren regelm\u00e4\u00dfig einen unwiderstehlichen Impuls zum Erwerb unn\u00f6tiger Waren, die das finanzielle Budget weit \u00fcbersteigen. Die meisten untersuchten Betroffenen sind verschuldet (was gro\u00dfz\u00fcgige \u00dcberziehungskonditionen von Banken und Kreditkartenfirmen h\u00e4ufig verschleiern), durchschnittlich mit rund 45.000 Euro. Studien deuten darauf hin, dass Kaufsucht nicht mit Medikamenten behandelbar ist, sondern eher mit <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span>.<br \/>\nKaufsucht z\u00e4hlt zu den <a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-forum\/viewforum.php?f=10\" target=\"_blank\">nicht substanzbezogenen Abh\u00e4ngigkeitsformen<\/a>. Subtil ist die Definition der Kaufsucht, da sie sonst leicht bagatellisiert werden kann. Folgende Kriterien weisen auf eine tats\u00e4chliche Sucht hin: Der Drang immer wieder zu kaufen, der Verlust der Selbstkontrolle, man kauft h\u00e4ufiger, immer mehr und immer teurere Dinge. Das Einkaufen wird zum Lebensmittelpunkt. Entzugserscheinungen wie Unruhe, Nervosit\u00e4t, Unwohlsein, psychosomatische Erkrankungen, Selbstmordgedanken sind ebenfalls Hinweise auf eine ernsthafte St\u00f6rung. Von M\u00e4nnern werden im Zuge von Kaufsucht besonders h\u00e4ufig Autos sowie elektronische Ger\u00e4te erworben, von Frauen Kleidung, Schmuck und Dekorationsgegenst\u00e4nde.<\/p>\n<p><span style=\"font-size:80%;\">(Quelle: APA 08\/2009. Photo src:DerStandard.at)<\/span><\/p>\n<p>Weitere Artikel auf dieser Website:<\/p>\n<p>Diskussionen im Online-<a class=\"books\" href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-forum\/viewforum.php?f=10\" target=\"_blank\">Forum f\u00fcr Nicht substanzbezogene Abh\u00e4ngigkeiten<\/a><br \/>\nInterview <em><a class=\"document\" href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/messies\/messies.phtml\" target=\"_blank\">Messies &#8211; Das Verm\u00fcllungs-Syndrom<\/a><br \/>\n<a class=\"document\" href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/na.htm\">Das Messie-Syndrom &#8211; Alles in Unordnung?<\/a><\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn jemand viel mehr Waren erwirbt, als er sich leisten kann, dann ist dieses Verhalten vermutlich die Folge tiefliegender psychischer St\u00f6rungen, wie eine Studie des Uniklinikums Erlangen aufzeigt. 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