{"id":773,"date":"2009-11-07T18:33:08","date_gmt":"2009-11-07T17:33:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=773"},"modified":"2013-12-16T16:06:43","modified_gmt":"2013-12-16T15:06:43","slug":"junk-food-sucht-cannabis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/junk-food-sucht-cannabis\/","title":{"rendered":"Alkohol gef\u00e4hrlicher als LSD, Junk Food vergleichbar mit Heroin"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"Cannabis Abh\u00e4ngigkeit\" src=\"https:\/\/www.zamnesia.com\/img\/cms\/Blog\/Cannabis_Sativa.jpg\" width=\"170\" height=\"160\" \/>Der Drogenbeauftragte der britischen Regierung, Professor David Nutt, kritisiert die im letzten Jahr von der damaligen Innenministerin Jacqui Smith getroffene Entscheidung, Cannabis nach dem Drogenmissbrauchsgesetz von 1971 in die Drogenklasse B einzuordnen. Cannabis sei wie auch Ecstasy oder LSD weniger gef\u00e4hrlich als Alkohol und Zigaretten. Ecstasy und LSD geh\u00f6ren in England zur Drogenklasse A, in die auch Heroin, Kokain, Crack, halluzinogene Pilze, Metylamphetamin und zu injizierende Amphetamine eingeordnet werden. F\u00fcr den Handel ist die H\u00f6chststrafe lebensl\u00e4nglich Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>Nutt schreibt in einem Paper als Grundlage eines Vortrags im Centre for Crime and Justice Studies am King&#8217;s College, dass es nicht wirklich nachvollziehbar ist, warum die einen Drogen verboten sind und andere, sehr gef\u00e4hrliche Drogen wie Alkohol oder Zigaretten nicht unter das Drogengesetz fallen, sondern nur wie Lebensmittel und mit einer Altersgrenze reguliert und weigehend unreguliert vertrieben werden w\u00fcrden. Die Unterscheidung etwa zwischen Alkohol oder Nikotin von anderen Drogen, die verboten sind, sei &#8220;k\u00fcnstlich&#8221;.<!--adsense--><\/p>\n<p>Da das Risiko gering sei, dass durch den Konsum eine Psychose ausgel\u00f6st wird, und auch sonst sch\u00e4dliche Folgen eher gering sind, pl\u00e4diert er f\u00fcr die Beibehaltung der Einstufung in die Klasse C. Cannabisraucher h\u00e4tten ein 2,6 Mal so gro\u00dfes Risiko, eine Psychose zu entwickeln wie Nichtraucher. Das aber m\u00fcsse man etwa im Verh\u00e4ltnis zu Zigarettenrauchern sehen, die ein 20 Mal gr\u00f6\u00dferes Risiko haben, an Lungenkrebs zu erkranken.<\/p>\n<p>Man m\u00fcsse alle Drogen nach ihrer Gef\u00e4hrlichkeit einstufen. Dann k\u00e4me Alkohol an f\u00fcnfter Stelle nach Kokain, Heroin, Barbituraten und Methadon und m\u00fcsste in die B-Klasse eingestuft werden. Tabak k\u00e4me an neunter Stelle \u2013 auch in Klasse B &#8211; nach Ketaminen, Benzodiazepine und Amphetaminen. Cannabis bliebe in C an 11. Stelle, vor LSD und Ecstasy. Man m\u00fcsse offen dar\u00fcber diskutieren, meint Nutt, welchen Zweck Drogengesetze haben sollen und ob die bestehenden ihrem Zweck dienen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"\" src=\"https:\/\/thumbs.dreamstime.com\/thumb_97\/1163433918xH5bJJ.jpg\" width=\"200\" height=\"180\" \/>Doch die Diskussion wird von unerwarter Seite sogar noch um eine ganze Palette weiterer, s\u00fcchtigmachender Substanzen erweitert: Neurowissenschaftlern vom Scripps Institute (Florida) zufolge macht auch Junk Food &#8211; also Chips, Hamburger, W\u00fcrstchen oder Kuchen, also alles, was viel Salz, Zucker oder Fett enth\u00e4lt &#8211; <em>k\u00f6rperlich<\/em> abh\u00e4ngig. Und sie ziehen den Vergleich von Junk Food mit Heroin: wenn man sich vor allem von Junk Food ern\u00e4hrt, verliert man die Kontrolle, was zumindest in Versuchen an Ratten nachgewiesen werden konnte. Diese wurden in drei Gruppen aufgeteilt: eine Gruppe erhielt gesundes Fressen, die andere eine begrenzte Menge an Junk Food, und die dritte uneingeschr\u00e4nkte Mengen an Junk Food, also an fetten, s\u00fc\u00dfen und salzigen Nahrungsmitteln.<\/p>\n<p>Bei den ersten beiden Gruppen lie\u00df sich nichts Negatives feststellen, aber bei den Junk-Food-Ratten konnte man beobachten, wie sie fetter und immer gieriger wurden. Die Wissenschaftler stimulierten das Lustzentrum der Ratten und fanden heraus, dass die mit Junk Food verw\u00f6hnten Ratten immer mehr Stimulation ben\u00f6tigten, um die Lust zu versp\u00fcren, die Ratten mit ges\u00fcnderer Ern\u00e4hrung hatten. Die verw\u00f6hnten Ratten a\u00dfen einfach weniger, wenn sie nicht das Richtige erhielten. Und sie fra\u00dfen Junk Food auch dann weiter, wenn sie leichte Elektroschocks erhielten.<\/p>\n<p>Werden, wenn sich diese Ergebnisse auch bei Menschen nachreproduzieren lassen, also Junk-Food-Anbieter bald mit Drogendealern und Hamburger-Hersteller mit Drogenherstellern gleichgesetzt und der Kauf, Besitz und Konsum ihrer Produkte mit Strafandrohung belegt werden?<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">(Vollartikel auf Telepolis [<a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/31\/31413\/1.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">1<\/a>], [<a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/3\/146462\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">2<\/a>], <a href=\"http:\/\/www.scripps.edu\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Scripps Institute<\/a>). Photos: zamnesia, dreamtime<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Drogenbeauftragte der britischen Regierung, Professor David Nutt, kritisiert die im letzten Jahr von der damaligen Innenministerin Jacqui Smith getroffene Entscheidung, Cannabis nach dem Drogenmissbrauchsgesetz von 1971 in die Drogenklasse B einzuordnen. Cannabis sei wie auch Ecstasy oder LSD weniger gef\u00e4hrlich als Alkohol und Zigaretten. Ecstasy und LSD geh\u00f6ren in England zur Drogenklasse A, in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_s2mail":"","footnotes":""},"categories":[16],"tags":[136,188,189,190,221,138,247,246,245],"class_list":["post-773","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-pressespiegel","tag-adipositas","tag-alkohol","tag-alkohol-abusus","tag-alkoholismus","tag-drogenabhangigkeit","tag-essstorungen","tag-junk-food","tag-kohlehydrate","tag-zucker"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/773","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=773"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/773\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":775,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/773\/revisions\/775"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=773"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=773"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=773"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}