{"id":835,"date":"2010-01-20T03:15:09","date_gmt":"2010-01-20T02:15:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=835"},"modified":"2013-12-12T11:46:04","modified_gmt":"2013-12-12T10:46:04","slug":"depressionen-schlaf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/depressionen-schlaf\/","title":{"rendered":"Depressionen und Schlafmangel, Schlafentzug"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/www.thomasschwenke.de\/wp-content\/uploads\/eule.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"160\" \/>Laut einer k\u00fcrzlich publizierten Studie k\u00f6nnte <em>Schlafmangel <\/em>zumindest bei Jugendlichen zu <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> und Suizidgedanken f\u00fchren.   Wissenschafter der Columbia University in New York und Kollegen analysierten Daten von \u00fcber 15.000 Sch\u00fclern der 7.-12. Schulstufe, wonach f\u00fcr Jugendliche, die von ihren Eltern erst nach Mitternacht oder sp\u00e4ter zu Bett geschickt wurden, im Vergleich zu jenen, die vor 10 Uhr abends zu Bett gingen, ein um 24 Prozent h\u00f6heres Depressionsrisiko errechnet werden konnte (OR=1,24; 95% CI 1,04-1,49). Die Rate an Probanden mit Suizidgedanken war bei den Sp\u00e4t-Schlafengehern um 20 Prozent gesteigert (OR=1,20; 95% CI 1,01-1,41).<\/p>\n<p>Schlafmangel bei Jugendlichen stellt demnach offenbar einen Risikofaktor f\u00fcr die Entwicklung von <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> dar. Ausreichend guter Schlaf dagegen k\u00f6nnte als Pr\u00e4ventivma\u00dfnahme oder Therapie-unterst\u00fctzend bei <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> eingesetzt werden.<!--adsense--><\/p>\n<p>Forschungsergebnisse gab es dar\u00fcber hinaus auch zum Thema <em>Schlafentzug<\/em>: offenbar ist es nicht m\u00f6glich, zu wenig Schlaf z.B. am Wochenende nachzuholen. Forscher am Bostoner Brigham and Women&#8217;s Hospital berichteten im Journal &#8216;Science Translational Medicine&#8217;, dass Schlafmangel \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum Konzentration und Leistungsf\u00e4higkeit einschr\u00e4nkt. Das sei ein Hinweis darauf, dass Menschen mit ungew\u00f6hnlichen Arbeitszeiten besonders anf\u00e4llig f\u00fcr Fehler sind, auch wenn sie versuchen, den verlorenen Schlaf zu kompensieren.<\/p>\n<p>Die US-Forscher untersuchten dazu acht Jugendliche ohne <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/pressespiegel\/schlaflosigkeit\/\" title=\"Schlafst\u00f6rungen\" target=\"_blank\">Schlafst\u00f6rungen<\/a><\/span>, die \u00fcber einen Zeitraum von drei Wochen jeweils 30 Stunden ohne Unterbrechung wach blieben und anschlie\u00dfend zehn Stunden schliefen, was in etwa mit den Arbeitszeiten von \u00c4rzten, die nach einer Nacht mit Abrufbereitschaft gelegentlich 33 Stunden wach sind und dann zehn Stunden schlafen, vergleichbar ist. Dann folgten Aufmerksamkeits- und Reaktionstests, deren Ergebnisse mit denen einer Kontrollgruppe mit regelm\u00e4\u00dfigen Schlafrhythmen verglichen wurden. Beide Gruppen schnitten \u00fcber den gesamten Versuchszeitraum gleich ab, wenn der Test zwei Stunden nach dem Aufwachen durchgef\u00fchrt wurde. Je l\u00e4nger der Versuch jedoch andauerte, desto deutlicher verschlechterten sich die Ergebnisse in Tests am Ende der Wachzeit. Lag die Reaktionsdauer in der ersten Woche bei 0,7 Sekunden, betrug sie in der dritten Woche mit 2,0 Sekunden bereits das dreifache. Wegen der geringen Anzahl an Probanden soll der Versuch nun in gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfstab wiederholt werden.<\/p>\n<p>Dass ausbleibender Schlaf gef\u00e4hrliche Wirkungen haben kann, zeigen bereits fr\u00fchere Forschungen. &#8220;Nach 17 Stunden Wachzeit am St\u00fcck reagiert der Mensch so, wie wenn er 0,5 Promille Alkohol im Blut h\u00e4tte, nach 24 Stunden sogar wie bei 1,0 bis 1,2 Promille. Dauert die Wachzeit deutlich l\u00e4nger, beginnen <span class='wp_keywordlink'><a href=\"Wahrnehmung eines Sinnesgebietes, ohne dass eine Reizgrundlage vorliegt\" title=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/icd-10\/\" target=\"_blank\">Halluzinationen<\/a><\/span>&#8221;, erkl\u00e4rt M. Walzl, Neurologe und <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/gute_therapie.phtml#tit\" title=\"Psychiater\" target=\"_blank\">Psychiater<\/a><\/span> der Landesnervenklinik Graz. Chronischer Schlafmangel sei ein Merkmal der heutigen Zeit: &#8220;Seit 100 Jahren schon schlafen wir um zwei Stunden pro Tag zu kurz, derzeit durchschnittlich 6,5 bis 6,8 Stunden&#8221;, extrem sei dies bei Kindern und Jugendlichen zu beoachten: &#8220;Viele \u00fcberbr\u00fccken das Nicht-einschlafen-k\u00f6nnen mit Fernsehen oder Videospielen, haben dann massive Alptr\u00e4ume und zeigen am n\u00e4chsten Tag arge Konzentrationsst\u00f6rungen, Unruhe und Unaufmerksamkeit.&#8221; Im Berufsalltag seien besonders Schichtarbeiter von chronischem Schlafentzug betroffen. &#8220;Medizinisch w\u00e4re die Vorverlegung des Schichtsystems um zwei Stunden sinnvoll, auch sollte man am besten direkt vor der Nachtschicht schlafen&#8221;, r\u00e4t Walzl. Sei es unvermeidbar, eine Nacht durchzuarbeiten, solle man zu Mitternacht ein kurzes Mittagsschl\u00e4fchen machen. &#8220;Zwischen ein und drei Uhr morgen und auch zur selben Zeit nachmittags ist unsere Leistungskurve auf einem absoluten Minimum. 20 Minuten Schlaf zuvor k\u00f6nnen Wunder wirken&#8221;.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">(Quellen: Der Standard, <a href=\"http:\/\/www.medaustria.at\/cgi-bin\/closed\/pan_news1.cgi?a:1262511272\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Sleep; 2010, 33: 97-106<\/a>, &#8220;<a href=\"http:\/\/stm.sciencemag.org\/content\/2\/14\/14ra3.abstract\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Uncovering Residual Effects of Chronic Sleep Loss on Human Performance<\/a>&#8221; in: Science Translational Magazine Vol 2 Issue 14 (13 Jan 2010)<\/span><span style=\"font-size: 80%;\">. Photo src:thomasschwenke.de)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laut einer k\u00fcrzlich publizierten Studie k\u00f6nnte Schlafmangel zumindest bei Jugendlichen zu Depressionen und Suizidgedanken f\u00fchren. Wissenschafter der Columbia University in New York und Kollegen analysierten Daten von \u00fcber 15.000 Sch\u00fclern der 7.-12. Schulstufe, wonach f\u00fcr Jugendliche, die von ihren Eltern erst nach Mitternacht oder sp\u00e4ter zu Bett geschickt wurden, im Vergleich zu jenen, die vor [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_s2mail":"yes","footnotes":""},"categories":[16],"tags":[73,104,106,296,295],"class_list":["post-835","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-pressespiegel","tag-depression","tag-leistung","tag-schlaf","tag-schlafentzug","tag-schlafmangel"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/835","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=835"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/835\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2058,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/835\/revisions\/2058"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=835"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=835"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=835"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}