{"id":842,"date":"2010-01-20T03:50:02","date_gmt":"2010-01-20T02:50:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=842"},"modified":"2013-12-12T11:44:18","modified_gmt":"2013-12-12T10:44:18","slug":"magersucht-hirn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/magersucht-hirn\/","title":{"rendered":"Hirnver\u00e4nderungen bei Magersucht"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"\" src=\"https:\/\/ais.badische-zeitung.de\/piece\/01\/0c\/6c\/18\/17591320.jpg\" width=\"200\" height=\"150\" \/>Frauen mit <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/essstoerung\/essstoerungen.phtml\" title=\"Magersucht\" target=\"_blank\">Magersucht<\/a><\/span> (Anorexia Nervosa) weisen eine deutlich reduzierte Dichte grauer Zellen in bestimmten Bereichen des Gehirns auf, die mit der Verarbeitung von K\u00f6rperbildern zu tun haben.<\/p>\n<p>Dieses Ergebnis brachten Untersuchungen magers\u00fcchtiger und gesunder Frauen, deren Selbsteinsch\u00e4tzungen Forscher der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum mit den Analysen von Kernspintomografen verglichen, zutage. Nicht nur war bei anorektischen Patientinnen das gesamte Volumen des Gehirns verringert, sondern es fielen in zwei Regionen des Gehirns besonders starke Verringerungen der grauen Zellen auf: die eine Region wurde vor einigen Jahren als diejenige identifiziert, die vorrangig f\u00fcr die <acronym title=\"sehbar, sichtbar, das Sehen betreffend\">visuelle<\/acronym> Verarbeitung von menschlichen K\u00f6rpern zust\u00e4ndig ist (Extrastriate Body Area, EBA), die zweite Region mit verminderter Dichte grauer Substanz befand sich im oberen, hinteren Teil des Schl\u00e4fenlappen &#8211; und auch diese Gehirnregion wird mit der Verarbeitung von K\u00f6rperbildern in Verbindung gebracht.<!--adsense--><\/p>\n<p>Nicht sicher sind die Forscher derzeit noch, ob es sich bei den Auff\u00e4lligkeiten des Gehirns um eine <acronym title=\"Anf\u00e4lligkeit\">Pr\u00e4disposition<\/acronym> handelt, die die Entstehung einer <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/essstoerung\/essstoerungen.phtml\" title=\"Essst\u00f6rung\" target=\"_blank\">Essst\u00f6rung<\/a><\/span> beg\u00fcnstigt, oder um Ver\u00e4nderungen, die erst durch die Krankheit auftreten. Die Auff\u00e4lligkeiten im Gehirn k\u00f6nnten jedoch das Zustandekommen der gest\u00f6rten Wahrnehmung des eigenen K\u00f6rpers bei Frauen mit <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/essstoerung\/essstoerungen.phtml\" title=\"Essst\u00f6rungen\" target=\"_blank\">Essst\u00f6rungen<\/a><\/span> erkl\u00e4ren: die Patientinnen nehmen sich selbst als dick wahr, obwohl sie objektiv untergewichtig sind &#8211; ein aufrechterhaltender Faktor f\u00fcr die <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/essstoerung\/essstoerungen.phtml\" title=\"Essst\u00f6rung\" target=\"_blank\">Essst\u00f6rung<\/a><\/span>.<\/p>\n<p>Aus psychotherapeutischer Sicht ist zu sagen, da\u00df eine Einschr\u00e4nkung des wissenschaftlichen Suchfokus auf ein simples &#8220;Entweder &#8211; Oder&#8221; vermutlich nur teilweise sinnvoll nutzbare Ergebnisse zutage f\u00f6rdern d\u00fcrfte. Die Erfolge von <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"Psychotherapie\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a><\/span> in der Behandlung von E\u00dfst\u00f6rungen zeigen ja gerade, da\u00df die betreffenden Hirnver\u00e4nderungen offensichtlich nicht irreversibel sein d\u00fcrften oder zumindest nicht zwangsl\u00e4ufig lebenslang zur <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/essstoerung\/essstoerungen.phtml\" title=\"Magersucht\" target=\"_blank\">Anorexie<\/a><\/span> verurteilen. Forschungen rund um das Ph\u00e4nomen der <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/grundlagen\/neuroplastizitaet\/\" title=\"die Eigenschaft von Synapsen, Nervenzellen oder auch ganzen Hirnarealen, sich in Abh\u00e4ngigkeit von der Verwendung in ihren Eigenschaften zu ver\u00e4ndern\" target=\"_blank\">Neuroplastizit\u00e4t<\/a><\/span> unterst\u00fctzen die Hinweise auf derartige Wechselwirkungen (siehe auch mein <a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" target=\"_blank\">Artikel zur Behandlung der Depression<\/a>).<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">(Quelle: Behavioral Brain Research Vol 206, Issue 1, 5 Jan 2010, pg 63-67 (doi: 10.1016\/j.bbr.2009.08.035). Bild: badische-zeitung.de)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frauen mit Magersucht (Anorexia Nervosa) weisen eine deutlich reduzierte Dichte grauer Zellen in bestimmten Bereichen des Gehirns auf, die mit der Verarbeitung von K\u00f6rperbildern zu tun haben. Dieses Ergebnis brachten Untersuchungen magers\u00fcchtiger und gesunder Frauen, deren Selbsteinsch\u00e4tzungen Forscher der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum mit den Analysen von Kernspintomografen verglichen, zutage. 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