{"id":890,"date":"2010-02-16T06:24:25","date_gmt":"2010-02-16T05:24:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=890"},"modified":"2013-12-16T16:26:13","modified_gmt":"2013-12-16T15:26:13","slug":"prostituierte-depressionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/prostituierte-depressionen\/","title":{"rendered":"Prostituierte leiden h\u00e4ufig an Angstst\u00f6rungen oder Depressionen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"\" src=\"https:\/\/thebackbencher.co.uk\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/http-jux-user-files-prod.s3.amazonaws.com-2012-08-29-13-54-05-285-prostitutes-610x250.jpg\" width=\"220\" height=\"140\" \/>Bisher war kaum bekannt, welchen psychischen Risiken Prostituierte ausgesetzt sind. Eine Forschergruppe der Universit\u00e4t Z\u00fcrich um den <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/gute_therapie.phtml#tit\" title=\"Psychiater\" target=\"_blank\">Psychiater<\/a><\/span> W. R\u00f6ssler hat nun in einer weltweit einmaligen Studie rund 200 Prostituierte in Z\u00fcrich befragt, etwa 5% der in Z\u00fcrich registrierten Prostituierten. &#8220;Um ein m\u00f6glichst repr\u00e4sentatives Bild der Situation von Prostituierten zu erhalten, kontaktierten wir die Frauen unterschiedlicher Nationalit\u00e4ten in Bars, Bordellen, Studios, Begleitdiensten und auf der Strasse&#8221;, erkl\u00e4rte der <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/gute_therapie.phtml#tit\" title=\"Psychiater\" target=\"_blank\">Psychiater<\/a><\/span>. Die Befragten waren zwischen 18 und 63 Jahre alt, die Mehrheit war in der Schweiz geboren, zwei Drittel besassen einen Schweizer Pass.<\/p>\n<p>Die k\u00fcrzlich in der renommierten Wissenschaftszeitschrift &#8220;Acta Psychiatrica Scandinavica&#8221; ver\u00f6ffentlichten Ergebnisse zeigen, dass circa die H\u00e4lfte der Befragten psychische St\u00f6rungen w\u00e4hrend des letzten Jahres aufwiesen. &#8220;30 Prozent erf\u00fcllten die Kriterien f\u00fcr eine <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a><\/span>, 34 Prozent die Kriterien f\u00fcr eine Angstst\u00f6rung&#8221;, fasst R\u00f6ssler die Studie zusammen. In der Gesamtbev\u00f6lkerung hingegen weisen nur 12 Prozent der Frauen psychische St\u00f6rungen w\u00e4hrend eines Jahres auf, davon rund 6 Prozent <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/artikel\/depression\/depression-therapie.phtml\" title=\"Depressionen\" target=\"_blank\">Depressionen<\/a><\/span> und 9 Prozent Angstst\u00f6rungen.<!--adsense--><\/p>\n<p>Besondere Risikofaktoren f\u00fcr psychische St\u00f6rungen sind einerseits <em>Gewalterfahrungen<\/em> im und ausserhalb des Milieus sowie die speziellen <em>Arbeitsbedingungen<\/em> und die <em>Nationalit\u00e4t<\/em>. Schweizer Frauen, die ihre Dienste auf der Strasse anbieten, sind besonders gef\u00e4hrdet; ebenso Frauen aus Asien oder S\u00fcdamerika, die in Bars oder Studios arbeiten. Von diesen wiesen bis zu 90 Prozent psychische St\u00f6rungen auf. &#8220;Es hat sich aber auch gezeigt&#8221;, so R\u00f6ssler, &#8220;dass soziale Unterst\u00fctzung das Risiko f\u00fcr psychische St\u00f6rungen reduziert.&#8221;<\/p>\n<p>Er betont, dass vor allem die Rahmenbedingungen der Sexarbeiterinnen verbessert werden m\u00fcssen: &#8220;Sichere Arbeitsbedingungen sind ebenso wichtig wie soziale Hilfen f\u00fcr diese Frauen, die allein im Raum Z\u00fcrich j\u00e4hrlich bis zu 2,8 Millionen Kontakte mit Freiern haben.&#8221;<br \/>\nAus therapeutischer Sicht m\u00f6chte ich anmerken, da\u00df die soziale Stigmatisierung von Prostituierten sowie die soziale Isolation, in der insbesondere viele sich prostituierende Immigrantinnen erster und zweiter Generation leben, sicherlich ebenfalls einen erheblichen Anteil an der <acronym title=\"Vorherrschen, gro\u00dfe H\u00e4ufigkeit\">Pr\u00e4valenz<\/acronym> psychischer St\u00f6rungen unter Prostituierten haben. W\u00fcrden Prostituierte als Dienstleisterinnen anerkannt, legalisiert und vor allem auch von staatlicher Seite mit &#8220;moralisch einwandfreien&#8221; Berufen gleichberechtigt behandelt (z.B. hinsichtlich Sozialversicherung etc.), w\u00fcrde dies mit Sicherheit nicht ohne positive Auswirkung f\u00fcr die Szene insgesamt, besonders aber f\u00fcr die individuellen Schicksale der Sex-Arbeiterinnen bleiben.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">(Quellen: MedAustria, <a href=\"http:\/\/www3.interscience.wiley.com\/journal\/123261486\/abstract\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Acta Psychiatrica Scandinavica, 2010: 1-10 (doi: 10.1111\/j.1600-0447.2009.01533.x<\/a>; Photo src:thebackbencher.co.uk)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bisher war kaum bekannt, welchen psychischen Risiken Prostituierte ausgesetzt sind. Eine Forschergruppe der Universit\u00e4t Z\u00fcrich um den Psychiater W. 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