{"id":893,"date":"2010-02-17T06:02:37","date_gmt":"2010-02-17T05:02:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=893"},"modified":"2013-12-16T16:17:25","modified_gmt":"2013-12-16T15:17:25","slug":"unterbringungsgesetz-novelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/unterbringungsgesetz-novelle\/","title":{"rendered":"Unterbringungsgesetz wird m\u00f6glicherweise ge\u00e4ndert"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/images.derstandard.at\/t\/12\/2010\/02\/15\/1265866961931.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"139\" \/>Im Jahre 2008 wurden laut dem &#8220;Verein Vertretungsnetz f\u00fcr Sachwalterschaft, Patientenanwaltschaft, Bewohnervertretung&#8221; 20.000 Personen gegen ihren Willen zumindest f\u00fcr kurze Zeit in geschlossene psychiatrische Abteilungen gebracht &#8211; also etwa ein Viertel aller station\u00e4r behandelten psychisch Kranken.<\/p>\n<p>Bisher musste diese Ma\u00dfnahme mit zwei Gutachten gerichtlich beeideter Sachverst\u00e4ndiger (<span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/gute_therapie.phtml#tit\" title=\"Psychiatern\" target=\"_blank\">Psychiatern<\/a><\/span>) begr\u00fcndet werden, das soll nun jedoch anders werden: das Justizministerium plant eine Novelle zum &#8220;Unterbringungs- und Heimaufenthaltsgesetz&#8221;, die nur mehr <em>ein<\/em> psychiatrisches Gutachten als Grundlage f\u00fcr die Einweisung vorsieht &#8211; es sei denn, der Patient, sein Rechtsvertreter oder ein Angeh\u00f6riger verlangen dezidiert ein zweites Gutachten. Die offizielle Begr\u00fcndung f\u00fcr diese Ma\u00dfnahme: Wenn ein Patient &#8220;auf die Psychiatrie&#8221; komme, m\u00fcssten alle Beteiligten schnell handeln. Und dies scheitere oft daran, dass es vor allem am Wochenende, an Feiertagen oder nachts zu wenige <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/gute_therapie.phtml#tit\" title=\"Psychiater\" target=\"_blank\">Psychiater<\/a><\/span> gebe. Aller Voraussicht nach wird der Justizausschuss die Novelle am 17. Februar mit den Stimmen von SP\u00d6 und \u00d6VP beschlie\u00dfen &#8211; trotz der zum Teil massiven Bedenken und Einspr\u00fcche von Experten, die das Vier-Augen-Prinzip bei einer solch drastischen Ma\u00dfnahme f\u00fcr unumg\u00e4nglich halten.<\/p>\n<p>Neben dem Berufsverband der Psychologen haben sich auch die Kinder- und Jugendanwaltschaften, der \u00d6GB sowie diverse Patientenvertretungs-Organisationen gegen den Wegfall der Zweituntersuchung ausgesprochen. Die \u00d6sterreichische Gesellschaft f\u00fcr Kinder- und Jugendpsychiatrie, die Hilfe f\u00fcr Angeh\u00f6rige und Freunde psychisch Erkrankter sowie die Salzburger und die Wiener Landesregierung fordern zus\u00e4tzliche Bestimmungen.<!--adsense--><\/p>\n<p>Diese habe man erf\u00fcllt, argumentiert SP\u00d6-Justizsprecher Hannes Jarolim im Gespr\u00e4ch mit der \u00f6sterr. Zeitung Der Standard: &#8220;Patienten, die das w\u00fcnschen, k\u00f6nnen ja ein zweites Gutachten verlangen.&#8221; Gr\u00fcnen-Justizsprecher Albert Steinhauser h\u00e4lt dies f\u00fcr eine &#8220;maximal theoretische M\u00f6glichkeit&#8221;. Steinhauser: &#8220;Welcher Patient wei\u00df das schon oder ist in einer Ausnahmesituation in der Lage, sein Recht durchzusetzen?&#8221; Die Gr\u00fcnen werden daher im Ausschuss diesen Passus des Gesetzes ablehnen &#8211; die Novelle insgesamt aber bef\u00fcrworten, da sie eine Evaluierung der neuen Regelung durchsetzen konnten. Dies sei deshalb wichtig, &#8220;weil wir nicht wollen, dass wir dahin kommen, dass wieder mehr Menschen, die sich auff\u00e4llig benehmen, auf der Psychiatrie landen&#8221; (Steinhauser).<\/p>\n<p>Hinweis <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"R.L.Fellner\" target=\"_blank\">R.L.Fellner<\/a><\/span>: die Gesetzesnovelle ist aus meiner Sicht bedenklich, auch ich selbst halte das Vier-Augen-Prinzip sowohl f\u00fcr sinnvoll als auch notwendig. Sollte es im Grunde um Einsparungsma\u00dfnahmen gehen, dann w\u00fcrde hier meiner Ansicht nach am falschen Fleck &#8211; n\u00e4mlich bei den B\u00fcrgerrechten &#8211; gespart. Wenn angeblich <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/gute_therapie.phtml#tit\" title=\"Psychiater\" target=\"_blank\">Psychiater<\/a><\/span> nicht erreichbar sind, k\u00f6nnten auch PsychologInnen und PsychotherapeutInnen in die Begutachtung einbezogen werden &#8211; diese sind f\u00fcr derartige Begutachtungen ausreichend qualifiziert und vor allem auch bundesweit in einer deutlich gr\u00f6\u00dferen Anzahl verf\u00fcgbar als Fach\u00e4rzte.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 80%;\">(Quellen: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1265852305293\/Gesetzesnovelle-Der-schnellere-Weg-auf-die-Psychiatrie\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Der Standard<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.ris.bka.gv.at\/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;Gesetzesnummer=10002936\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Unterbringungsgesetz aktuell<\/a>; Foto: Regine Henrich)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahre 2008 wurden laut dem &#8220;Verein Vertretungsnetz f\u00fcr Sachwalterschaft, Patientenanwaltschaft, Bewohnervertretung&#8221; 20.000 Personen gegen ihren Willen zumindest f\u00fcr kurze Zeit in geschlossene psychiatrische Abteilungen gebracht &#8211; also etwa ein Viertel aller station\u00e4r behandelten psychisch Kranken. 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