{"id":939,"date":"2010-03-14T17:51:16","date_gmt":"2010-03-14T16:51:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/?p=939"},"modified":"2013-12-16T16:02:03","modified_gmt":"2013-12-16T15:02:03","slug":"psychische-kriegsverletzungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/psychische-kriegsverletzungen\/","title":{"rendered":"Psychische Kriegsverletzungen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/31\/31959\/31959_1.jpg\" width=\"170\" height=\"113\" \/>F\u00fcr eine Studie zur Auswertung von Kriegsverletzungen wurden die Daten von 34.000 Pentagon-Mitarbeitern ausgewertet, die zwischen 2004 und 2007 aus dem Irak und aus Afghanistan zur Behandlung in das Milit\u00e4rkrankenhaus in Landstuhl gebracht wurden. Normalerweise wird nach zwei Wochen entschieden, ob die Soldaten wieder im Konfliktgebiet eingesetzt oder zur weiteren Behandlung in die USA geschickt werden. Den Studienergebnissen zufolge ver\u00e4ndern sich offenbar die Arten von Kriegsverletzungen, mit denen Soldaten konfrontiert sind &#8211; oder zumindest die <a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\/pt-blog\/pressespiegel\/dsm-icd-neue-version\/\" target=\"_blank\">Klassifikationssystem<\/a> und damit auch die Genauigkeit der Diagnosem\u00f6glichkeiten (<span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"R.L.Fellner\" target=\"_blank\">R.L.Fellner<\/a><\/span>). Im Ersten Weltkrieg standen bei den US-Soldaten noch Infektions- und Atemwegserkrankungen sowie Magen-Darm-St\u00f6rungen an erster Stelle, nun sind es Muskel- und Knochen- sowie R\u00fcckgratverletzungen (24%), die sich die Soldaten allerdings nicht vorwiegend im Kampfeinsatz, sondern im Training oder in der Freizeit zuziehen. Danach kommen mit 14 Prozent erst Verletzungen oder Erkrankungen im Kampfeinsatz: 10 Prozent davon sind neurologische, 9 Prozent psychische St\u00f6rungen und 7 Prozent Schmerzen in der Wirbels\u00e4ule.<\/p>\n<p><!--adsense-->Im Ersten Weltkrieg kamen psychische St\u00f6rungen erst an 11. Stelle, das blieb auch noch im Zweiten Weltkrieg so, in dem aber auf Atemwegs- und Infektionserkrankungen bereits nicht mit dem Kampfeinsatz verbundene Verletzungen folgten. Im Vietnamkrieg lagen letztere schon an erster Stelle, psychische St\u00f6rungen stiegen auf Platz 6. Im ersten Golfkrieg standen bei den Einlieferungen ins Krankenhaus Verletzungen an erster Stelle, psychische St\u00f6rungen lagen an achter Stelle. Die neurologischen (13%) und die psychischen St\u00f6rungen (13%) haben somit die Kampfverletzungen (12%) \u00fcberschritten &#8211; zumindest derer, die in Landstuhl -also nicht vor Ort- behandelt wurden. In aller Regel wurden Soldaten, die wegen psychischen St\u00f6rungen behandelt wurden, nicht mehr in den Einsatz zur\u00fcckgeschickt. W\u00e4hrend sich der Anteil der \u00fcbrigen Verletzungen und Erkrankungen nicht ver\u00e4ndert hat, sind die psychischen St\u00f6rungen 2004\/2005 um 32,4 Prozent, 2005\/2006 um 3 Prozent und 2006\/2007 um 61,9 Prozent gestiegen. In Afghanistan ist die Zahl zun\u00e4chst leicht gesunken, dann aber 2006\/2007 gleich um 225 Prozent angestiegen. Dieser Anstieg sei auch deswegen \u00fcberraschend, weil zur selben Zeit die Zahl der Psychologenteams zur Behandlung von Kampfstress stark angehoben wurde (Anmerkung <span class='wp_keywordlink'><a href=\"http:\/\/www.psychotherapiepraxis.at\" title=\"R.L.Fellner\" target=\"_blank\">R.L.Fellner<\/a><\/span>: m\u00f6glicherweise ist dies aber schlicht dadurch erkl\u00e4rbar, da\u00df <acronym title=\"Posttraumatic Stress Disorder (Posttraumatische Belastungsst\u00f6rung)\">PTSD<\/acronym>&#8217;s von Medizinern h\u00e4ufig nicht diagnostiziert werden, einfach, weil sie zu wenig hinsichtlich psychischer St\u00f6rungsbilder ausgebildet und sensibilisiert sind).\u00a0Posttraumatische Belastungsst\u00f6rungen (<acronym title=\"Posttraumatic Stress Disorder (Posttraumatische Belastungsst\u00f6rung)\">PTSD<\/acronym>) \u00fcberwiegen bei den psychischen St\u00f6rungen. Man geht davon aus, dass 11-17 Prozent aller in Afghanistan und im Irak eingesetzten Soldaten darunter leiden oder gelitten haben. <span style=\"font-size: 80%;\">(Quellen: <a href=\"http:\/\/www.thelancet.com\/journals\/lancet\/article\/PIIS0140-6736(09)61797-9\/abstract\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">The Lancet\u00a0 Vol 375, Issue 9711, Pages 301 &#8211; 309, 23 January 2010<\/a>, tp; Bild: US Air Force)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr eine Studie zur Auswertung von Kriegsverletzungen wurden die Daten von 34.000 Pentagon-Mitarbeitern ausgewertet, die zwischen 2004 und 2007 aus dem Irak und aus Afghanistan zur Behandlung in das Milit\u00e4rkrankenhaus in Landstuhl gebracht wurden. 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