Zwanghafte Atemkontrolle

Fragen und Erfahrungsaustausch zu Phobien, Zwängen, Panikattacken und verwandten Beschwerden.
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12Sunny6
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Re: Zwanghafte Atemkontrolle

Beitrag Do., 01.09.2016, 16:52

Hallo ihr lieben ich bin 26 Jahre alt und bin gerade mitten in der Altenpflegeausbildung. Da ihr hier so ähnliche Symptome habt wie ich hoffe ich das ihr mir helfen könnt. Vorab bin bereits auf der Warteliste eines therapeuten aber das dauert leider leider. Im Februar diesen Jahres habe ich durch ein Eiweißbrot was ich am Tage zuvor gegessen hatte, in der schule einen panickanfall gekriegt. Wir hatten vorher das Thema anaphylaktischer Schock und haben dieses intensiv durchgenommen somit habe ich in meinem Anfall gespürt wie meine Luftröhre sich zuschnürrt und ich keine Luft mehr kriege ich habe angefangen wie verrückt zu zittern hab geweint vor lauter angst usw.... da vor Ort war meine Lehrerin sie ist Ärztin hat die ganze zeit meinen blutdruck kontrolliert usw.... dann bis ich nach hause.... anschließen bin ih über Wochen fast täglich bei Ärzten gewesen da ich gedacht habe es war eine allergische Reaktion auf dieses eiweis Brot ...tausend Ärzte haben nichts gefunden durch meine Panickattacke hatte ich dann aber tatsächlich eine schilddrüsenunterfunktion aber nur für ein bis zwei Wochen danach war sie wieder weg. Bis dahin alles gut ich bin froh das ich nichts weiter habe aber ich habe seid dem ständig angst am meisten vor dem atmen aber auch vor Kleinigkeiten ich erschreke bei kleinigkeiten als wäre ich in einem Horrorfilm. Aber das schlimmste ist meine Atmung ich kontrolliere sie ununterbrochen sowieso einige von euch auch aber dazu kommt das ich so ein druckengegefühl dauerhaft unter meiner brust habe ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll es ist störend. Ich habe das Gefühl ich kann nicht mehr frei atmen sowie es vorher war ich atme gegen dieses druckgefühl und das is schrecklich und macht mir Angst und macht mich wahnsinnig ich hoffe es kann mir einer helfen lg Sandra


Mini82
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Beitrag Sa., 08.10.2016, 13:15

12Sunny6 hat geschrieben:Hallo ihr lieben ich bin 26 Jahre alt und bin gerade mitten in der Altenpflegeausbildung. Da ihr hier so ähnliche Symptome habt wie ich hoffe ich das ihr mir helfen könnt. Vorab bin bereits auf der Warteliste eines therapeuten aber das dauert leider leider. Im Februar diesen Jahres habe ich durch ein Eiweißbrot was ich am Tage zuvor gegessen hatte, in der schule einen panickanfall gekriegt. Wir hatten vorher das Thema anaphylaktischer Schock und haben dieses intensiv durchgenommen somit habe ich in meinem Anfall gespürt wie meine Luftröhre sich zuschnürrt und ich keine Luft mehr kriege ich habe angefangen wie verrückt zu zittern hab geweint vor lauter angst usw.... da vor Ort war meine Lehrerin sie ist Ärztin hat die ganze zeit meinen blutdruck kontrolliert usw.... dann bis ich nach hause.... anschließen bin ih über Wochen fast täglich bei Ärzten gewesen da ich gedacht habe es war eine allergische Reaktion auf dieses eiweis Brot ...tausend Ärzte haben nichts gefunden durch meine Panickattacke hatte ich dann aber tatsächlich eine schilddrüsenunterfunktion aber nur für ein bis zwei Wochen danach war sie wieder weg. Bis dahin alles gut ich bin froh das ich nichts weiter habe aber ich habe seid dem ständig angst am meisten vor dem atmen aber auch vor Kleinigkeiten ich erschreke bei kleinigkeiten als wäre ich in einem Horrorfilm. Aber das schlimmste ist meine Atmung ich kontrolliere sie ununterbrochen sowieso einige von euch auch aber dazu kommt das ich so ein druckengegefühl dauerhaft unter meiner brust habe ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll es ist störend. Ich habe das Gefühl ich kann nicht mehr frei atmen sowie es vorher war ich atme gegen dieses druckgefühl und das is schrecklich und macht mir Angst und macht mich wahnsinnig ich hoffe es kann mir einer helfen lg Sandra

Hi, ich leide leider auch darunter .. Hat dir schon was geholfen nicht mehr daran denken zu müssen? Lg

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ENA
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Beitrag Sa., 08.10.2016, 22:00

Irgendwie ist das komisch hier: Soviele Gespräche finden hier statt. Über nicht wenige Themen wird ganz viel geschrieben, immer wieder. Über das Thema Zwang scheint es hier dagegen recht wenig zu geben und oft gehen diese Threads auch nicht sehr lang. Sind so wenige hier von Zwang betroffen, trauen sie sich nicht, es zu schreiben, wissen sie auch keinen Rat, können es nicht nachvollziehen oder sehen das, was sie beschäftigt, vielleicht gar nicht als einen solch möglichen an?


sine.nomine
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Beitrag So., 09.10.2016, 00:15

Ich bin auch vom Thema hier betroffen. Zwänge sind nicht besonders salonfähig, glaube ich. Vielleicht wird darum so wenig geschrieben im Forum hier.
Ich komme z.bsp ins Hyperventilieren wenn ich längere Zeit im Haus alleine bin oder in Stresssituationen. Das Schlimme ist, ich war irgendwann nicht mehr fähig, einfach die Luft anzuhalten, oder wenn dann nur schwer und sehr selten. Bei mir hat das in einer Stresssituation auf einer früheren Arbeitsstelle begonnen.
Das Einzige das hilft und das ich sehr oft machen muss, ist durchatmen. Doch dadurch komme ich manchmal in eine Art Dämmerzustand und nehme alles eingeschränkt wahr. Was mich aber gar nicht immer stört, ich habe in manchen Situationen gern meine Ruhe. Und es ist, als würde ich dabei "vergessen", wie ich das Durchatmen wieder beenden kann. Ich habe auch in einen anderen Thread(Thema Hyperventilieren oder so ähnlich) was reingeschrieben, dort war das Echo gering.

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Susi29
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Beitrag So., 09.10.2016, 11:03

Hallo zusammen, zum Thema Zwang und Atemkontrolle möchte ich folgendes von mir erzählen:
Ich habe ein grosses Problem damit, wenn ich unter Menschen bin und NICHT höre. Ich habe dann unbedingt das Bedürfnis, zu hören. Zum Beispiel: ich stehe in der Ubahn oder sitze im Zug. Erst ist der Zug leer und ich höre Musik übers Handy. Doch dann steigen Menschen ein, und ich muss die Musik abstellen, da ich dann aus irgendeinem Grund hören MUSS, dass ich nicht zu laut atme. Es geht also darum, dass ich offenbar Angst habe, zu laut zu atmen. Diese Thematik verfolgt mich schon mein ganzes Leben in verschiedenen Bereichen. Ich habe das Gefühl, wenn ich nicht höre, wie ich ruhig atme, dann habe ich die Situation auch nicht unter Kontrolle.

Liebe Grüsse
Susi


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Beitrag So., 09.10.2016, 19:59

Susi29, auch davon bin ich betroffen. Je lauter es wird bzw je deutlicher ich das Laute wahrnehme, desto mehr muss ich atmen. Einer von vielen Zwängen bei mir.

Liebe Grüße

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Susi29
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Beitrag Mo., 10.10.2016, 12:04

Bei mir ist es auch noch so, dass ich, wenn ich anderen Menschen zu nahe komme, das Bedürfnis habe, die Luft anzuhalten. Ich möchte auf keinen Fall den Atem der anderen "einatmen" sozusagen. Ich bin auch geruchsempfindlich und ekle mich schnell, obwohl ich das nicht will. Ich habe dann ein schlechtes Gewissen den anderen gegenüber.

Was bei mir ganz komisch ist, ist das Hände waschen. Ich ekle mich so vor Wasser, dass ich die Hände kaum drunterhalten kann. Duschen ist ok. Auch Regen ist kein Problem. Aber irgendwie klappt das mit dem Hände waschen nicht so ganz.

Was mich noch sehr belastet, ist mein Zwang nach Ordnung. Manchmal geht es nicht mehr und dann gehe ich von Raum zu Raum und räume so auf, dass ich mich wieder wohl fühle. Vorher kann ich oft gar nichts anderes tun. Ich denke, hier ist meine Mutter Schuld. Sie hat mir früher erst Sachen erlaubt (wie Freunde treffen oder Fernsehen) wenn ich das Zimmer aufgeräumt hatte.

Lg Susi


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Beitrag Mo., 10.10.2016, 19:20

Ich denke, jeder hat andere Zwänge und finde es gut, wenn das auch einmal thematisiert wird. Also mit dem Händewaschen selbst habe ich kein Problem. Wenn ich z.bsp an das Gripperisiko im Winter denke, da wasche ich mir alleine deswegen lieber öfter die Hände. Ich habe da eher einen Reinlichkeitszwang. Das heißt, ich achte darauf beim Hände abtrocknen die Stellen des Handtuchs zu berühren die noch trocken und sauber sind. Oder ich wechsle mein Gewand öfter, auf die Klobrille kommt Klopapier drauf bevor ich mich hinsetze, mein Auto wasche ich genauer als normale Leute und die Hand gebe ich nur ungerne. Solche Sachen halt. Aber jeden Tag duschen zahlt sich nicht aus, finde ich.
Wenn aber jemand Türschnallen und -griffe schmutzig oder fettig macht oder aus der Wasserflasche trinkt statt ein Glas zu nehmen habe ich kein Verständnis.
Eine Art Aberglaube und Komplexe spielen bei mir auch eine Rolle, was die kleinen Entscheidungen des Alltags angeht. Oder vielleicht auch das Gefühl, als Entscheidungshilfe. Für mich ist das auch ein wenig verwandt mit Zwängen.

LG

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Alex2021
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Beitrag Mi., 13.01.2021, 21:31

Hi zusammen,

die Beiträge hier sind ja schon etwas älter...

- Konntet Ihr die Kontrolle der Atmung inzwischen wieder sein lassen?
- Habt Ihr Tipps für mich?

Zu mir: Ich muss seit fast 3 Monaten meine Atmung den ganzen Tag steuern. Wenn ich es nicht tue, setzt sie einfach aus. Die automatische Atmung setzt nur ein, sobald mein Angstfokus sich ändert, ich also aus einem anderem Grund ängstlich werde. Ich habe irrationale, unterschiedliche Ängste. Demnach ist das Einschlafen auch sehr problematisch und wenn ich aufwache, schnappe ich direkt tief Luft und habe das Gefühl zu ersticken.

Medikamente nehme ich im Moment keine mehr. Escitalopram und Mirtazapin haben die Symptome nur verschlimmert. Pregabalin war für mich nicht hilfreich. Tavor hat mir zwar geholfen, ist jedoch keine Dauerlösung. Natürliche Mittel wie CBD, Lavendelöl, GABA und 5htp habe ich auch schon durch.

Ich habe keine Depression, sondern einfach diese Angststörung durch eine Überlastung. Bisher war ich noch nie ängstlich in meinem Leben.

Ich bin in einer Verhaltenstherapie, aber ich habe das Gefühl mich versteht niemand. Ich soll bspw. Sport machen, das funktioniert jedoch überhaupt nicht! Sobald mein Puls steigt, ich schwitze und die Atmung automatisiert schneller werden sollte - muss ich immer noch bewusst den Atem kontrollieren und der Atem-Reflex setzt nicht ein.
Natürlich habe ich jegliche Skills gegen Angst an die Hand gekriegt, aber irgendwie bringt mir das alles nichts.

Ich bin froh zu sehen, dass ich nicht alleine damit bin.
Wie habt Ihr es geschafft, damit aufzuhören??

Lieben Dank und schöne Grüße,
Alex

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Leonicula
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Beitrag Mi., 13.01.2021, 21:48

Lieber Alex,
Ich leide leider immer noch unter diesem und ähnlichen Zwängen. Im Englischen heißt das Sensorimotor ocd und ist schon wesentlich besser erforscht als in Deutschland. Amerikanische Therapeuten arbeiten dabei auch mit Expositionstherapie. Das versuche ich momentan auch seit ein paar Monaten. Es ist mühsam und fordernd aber ich bin hoffnungsvoll.
Ich wünsche dir viel Kraft für deinen weiteren Weg.

Leo