Kann Angststörung von alleine weggehen?

Fragen und Erfahrungsaustausch zu Phobien, Zwängen, Panikattacken und verwandten Beschwerden.
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Rosenstrauch
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Kann Angststörung von alleine weggehen?

Beitrag Sa., 06.02.2021, 18:37

Hallo liebe therapeutische Community!

Ich war bisher nie von Ängsten betroffen, weil ich immer mein Urvertrauen gefühlt habe.

Alles was mir zu waghalsig gewesen wäre habe ich tunlichst gemieden. Wenn zum Beispiel Höhenangst aufgetaucht ist - das ist mir mal auf einem Aussichtsturm passiert, wobei ich einfach wieder runter gegangen bin und gut war´s.

Seit ein paar Wochen merke ich aber, wie ich ohne triftigen Grund zittere und Schwindel spüre. Es kommt und geht in Wellen. Da läuft ein kalter Schauer über meinen Rücken und ich habe das Gefühl ich stecke in einem Horrorfilm.

Ich habe dieses Filmgenre immer tunlichst gemieden, war nie meins. Momentan fühlt es sich an, als ob sich etwas Fremdes in mir breit machen will. Eine Unruhe und Ängstlichkeit, die ich so nicht kenne.

Kann es sein, dass es eine vorübergehende Sache ist, oder setzt sich da was fest?

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(Liebe Rosenstrauch, der guten Vollständigkeit halber möchte ich darauf hinweisen, dass die Community im PT-Forum keine "therapeutische" ist, sondern Forums-UserInnen helfen hier Forums-UserInnen. Darauf wird auch in der Forums-Netiquette (Benutzungsregeln) hingewiesen, auf die im Menü oben verlinkt ist. Auf dem Forum liegt auch ein "fachliches" Auge (der Website-Betreiber, siehe Menü oben), aber im Wesentlichen geht es um Selbsthilfe und Tipps, entweder für diverse Leiden selbst oder für den Weg in eine Psychotherapie.)
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chrysokoll
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Beitrag Sa., 06.02.2021, 19:14

Das kann dir so und aus der Ferne niemand beantworten
Mein erster Ansprechpartner wäre der Hausarzt, auch um abzuklären ob es da eine körperliche Ursache gibt (Schilddrüse, Blutdruck...)

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Beitrag Sa., 06.02.2021, 21:08

Rosenstrauch hat geschrieben:
Sa., 06.02.2021, 18:37


Kann es sein, dass es eine vorübergehende Sache ist, oder setzt sich da was fest?
Ja, ich würde dir auch erst mal dringend raten alles körperliche abzuchecken.

Es gibt vieles Körperliche, was solche Symptome auslösen KANN:
Herzprobleme, Schilddrüse, andere hormonelle Probleme etc pp.
Lass dich erstmal gründlich beim Hausarzt durchchecken und danach kann man weiter sehen.
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Kellerkind
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Beitrag Sa., 06.02.2021, 23:36

Hallo Rosenstrauch,

ich stimme meine Vorredner zu. Lass dich körperlich RICHTIG durchchecken, lass dich nicht abweisen.

Wenn du, so wie du beschreibst, bisher absolut wenig mit Ängstlichkeit zu tun hast, kann man in deinem Alter davon ausgehen, dass a) Kindheitstraumata nicht dafür in Frage kommen, die hätten sich früher bemerkbar gemacht und b) deine Persönlichkeitsentwicklung recht abgeschlossen ist und es keine ängstlich-vermeidene Persönlichkeitsstörung ist.

Das Einzige, was noch in Frage käme, aber das wüsstst du, wären TRAUMATA. Sprich, wenn die Ängstlichkeit eine Form von posttraumatischer Belastungsstörung wäre. Gab es da etwas, was in Frage käme? Wenn ja, dann weißt du das sicher.

Nochmals, mit 55 bekommt man nicht "aus dem Nichts" eine Angststörung wenn vorher alles okay war. Das klingt für mich sehr nach körperlichen Ursachen. Leider ist es bisweilen ein ganz schöner Kampf mit der Schulmedizin. Bleib dran.Gibt nicht auf
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Malia
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Beitrag So., 07.02.2021, 13:59

Rosenstrauch hat geschrieben:
Sa., 06.02.2021, 18:37
Hallo liebe therapeutische Community!

Kann es sein, dass es eine vorübergehende Sache ist, oder setzt sich da was fest?

Durch die veränderten Lebensbedingungen (Corona,Pandemie/Lockdown) leiden jetzt mehr Menschen unter Depressionen und Angst.
Wie geht es dir mit der Situation und kannst du dich darüber mit "realen" Menschen austauschen?

Selbst, wenn man denkt, man käme gut klar mit allem, hat keine Angtst u.s.w., kann es doch unbewusst anders sein.
Wir nehmen jetzt, ob wir wollen oder nicht, so viel Bedrohliches wahr.
Und das kann sich in einer vermeintlichen Angststörung zeigen.
„Jede schwierige Situation, die du jetzt meisterst, bleibt dir in der Zukunft erspart.“
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Rosenstrauch
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Beitrag So., 28.02.2021, 19:02

Hallo Ihr Lieben!

Mah, Danke für eure Antworten, entschuldigt bitte, dass ich so lange nicht hier reingeschaut habe. Es war so viel zu tun. Ich habe im Jänner ein komplettes Blutbild machen lassen. Alle Werte sind im Normbereich, trotzdem ich mich so extrem psychisch erschöpft gefühlt habe. Recht kurz nachdem ich euch hier mein Leid geklagt habe, war ich bei einem Spaziergang mit einer Nachbarin unterwegs und sie hat mir Lasea Kapseln empfohlen. Da ist naturreiner Lavendel drin, ich denke sehr konzentriert. Jedenfalls hat sie mir ein paar gegeben zum testen und dann habe ich mir eine Packung besorgt, weil sie sagte, es braucht eine Woche oder so, bis es bei Ängsten einen Effekt hat. Na, da ging es langsam aber sicher bergauf mit mir und meinen Kreisgedanken. Die Einschlafstörungen wurden sehr viel besser.

Ich gebe dir völlig recht Malia, so habe ich das auch empfunden und über die Weihnachtsfeiertage hatte ich das Gefühl, dass ich depressiv werde. was überhaupt nicht meine Natur ist. Ich war immer ein lebensfroher Mensch. Sogar bei der Trennung von meinem Mann, der eine Andere hat, hab ich mich nicht unterkriegen lassen. Was ich jetzt vermeide sind diese ständigen negativen Nachrichten. Ich kann nicht mehr hinhören, ehrlich. Du hast recht, der Austausch mit realen Menschen hat mir sehr gefehlt. Dieses nur telefonieren oder sms schreiben ist nicht meins. Ich bin jedenfalls jetzt entspannter geworden und kann mich über die ersten warmen Sonnenstrahlen freuen. Das nimmt die Tristesse. Ja, ich habe noch Ängste, aber eher vor einer Zukunft mit noch mehr Einschränkungen.

Wie geht es euch damit? ::?
Zuletzt geändert von Pauline am So., 28.02.2021, 20:22, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Bitt keine Fullquoten, danke!
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scacchi
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Beitrag Di., 09.03.2021, 21:55

Nachdem du bereits geschrieben hast, dass bei deinem kompletten Blutbild im Jänner alle Werte in Ordnung waren, gehe ich ebenfalls stark davon aus, dass dir die aktuelle Situation zusetzt. Immerhin befinden wir uns seit Anfang November in einem Lockdown, die Corona-Situation hat sich seit Ende Juni eigentlich kontinuierlich verschlimmert und jetzt sieht es auch aufgrund der Mutationen düster aus. Und leider nehmen nur relativ wenige Leute die Vorgaben der Regierung ernst. Was ich auch gewissermaßen verstehen kann, weil der Vergleich mit dem Hochwasser oder die Aussage "wir haben eine Pandemie in der Pandemie" nicht wirklich professionell waren. Und Weihnachten war so nicht wirklich das Gelbe vom Ei.

Trotzdem habe ich mich für längere Zeit eigentlich im Griff gehabt. Spätestens seit den Problemen mit der südafrikanischen Mutation in Tirol sowie vor allem in Niederösterreich und der Auswirkung der britischen Variante, bin ich immer mehr aufgewühlt und tue mir mit dem Schlafen schwer. Und nachdem sich etliche Leute nur bedingt an den Regeln halten, beruhigen mich die FFP2-Masken und die neuen Abstandsregeln wenig. Ganz im Gegenteil. Daher wollte ich die Gelegenheit am Schopf packen und dich fragen, wie es dir mittlerweile geht.

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Rosenstrauch
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Beitrag Mi., 17.03.2021, 16:02

Kellerkind hat geschrieben:
Sa., 06.02.2021, 23:36
Das Einzige, was noch in Frage käme, aber das wüsstst du, wären TRAUMATA. Sprich, wenn die Ängstlichkeit eine Form von posttraumatischer Belastungsstörung wäre. Gab es da etwas, was in Frage käme? Wenn ja, dann weißt du das sicher.
Ich denke, dass jede(r) auf die eine oder andere Weise traumatisiert ist. Natürlich könnte ich das eine oder andere aufzählen, aber ich bin mit mir und meiner Vergangenheit im Reinen, auch mit meiner Herkunftsfamilie, die mir sehr geschadet hat. Ich arbeite seit der Kindheit an mir, denn ich konnte das was als "normal" akzeptiert wurde, nur als völlig fehlgeleitet betrachten. Inklusive der Schulbildung. Meine feine innere Stimme, die sagt, was rechtens ist und was nicht, habe ich immer deutlich gehört. Weshalb ich Außenstehende war und keine signifikante Karriere gemacht habe.

Hallo @scacchi, Danke der Nachfrage! Ich sehe die Dinge ein wenig anders, aber es stört mich nicht mehr, der Minderheit anzugehören. Für mich ist der Verlust der freien Entscheidung die viel größere Last. Wer einen eingebauten Lügendetektor hat, kann nur noch schweigend und betroffen den Kopf schütteln. Ich habe keine Angst vor dem was aus dem Fernsehgerät erzählt wird (ich schau seit über 30 Jahren nicht mehr hinein, greift bei mir also nicht) Angst macht mir die Grausamkeit und Empathielosigkeit meiner Mitmenschen.

Aber ich will hier keinen Ethik Vortrag halten :->
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scacchi
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Beitrag Mi., 24.03.2021, 16:17

Wenn ich deine Worte und jene in den sozialen Medien korrekt interpretiere, dann zählst du offensichtlich nicht wirklich zur Minderheit. Bezüglich des Verlustes der freien Entscheidung gebe ich dir grundsätzlich recht, aber ich denke diesbezüglich für mich selbst und will mich selbst schützen, daher sind es für mich keine Vorgaben, sondern eine eigene Entscheidung. Aber OK, nachdem es diesbezüglich ohnehin eine Meinungsspaltung gibt, ist es eher kontraproduktiv, wenn wir diesbezüglich weiter diskutieren. Wie geht es dir mittlerweile? Haben dir die zuvor von dir genannten Maßnahmen weitergeholfen?

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Rosenstrauch
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Beitrag Mo., 29.03.2021, 11:53

scacchi hat geschrieben:
Mi., 24.03.2021, 16:17
Wie geht es dir mittlerweile? Haben dir die zuvor von dir genannten Maßnahmen weitergeholfen?
Hallo!

Danke der Nachfrage! Was das Angstthema betrifft, geht es mir deutlich besser. Ich habe mich ja vor ein paar Wochen entschieden, es mit Lasea zu versuchen. Das Mittel hilft mir tatsächlich sehr gut dabei, mit den diffusen oder plötzlich auftauchenden Ängsten klarzukommen und ausreichend Momente der Ruhe zu finden. Ich achte auch besser auf meine Ernährung und gehe viel spazieren. Viel Austausch mit Menschen habe ich nicht. Offenbar ist das der Lauf der Dinge. Abends mache ich mir vor dem Schlafengehen ein entspannendes Fußbad. Das hat schon meine Großmutter gemacht. Ansonsten gibt es immer was im Haushalt zu tun, das lenkt mich ab :)
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scacchi
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Beitrag Fr., 02.04.2021, 22:03

Vielen Dank für deine Rückmeldung und für deinen Erfahrungsbericht! Dann werde ich mir das Produkt nach Ostern besorgen. Die Apotheken sind ja Gott sei Dank auch in einem Lockdown geöffnet. Darf ich dich fragen, wie es mit der Dosierung aussieht? Und was hast du an deiner Ernährung geändert bzw. auf welche Lebensmittel verzichtest du und was hilft dir weiter? Mit Fußbädern habe ich keine Erfahrung, wie gehe ich das richtig an?

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Rosenstrauch
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Beitrag Mo., 12.04.2021, 12:51

Hallo @scacchi, schön, dass du dich interessierst. Das ist ja gar nicht so selbstverständlich.

Du kannst dir Lasea aber auch online bestellen. Ich kaufe momentan viel über online Shops, weil ich mir schwer tue mit dem Reden unter der Maske in der Apotheke. Die Dosierung ist angegeben mit 1 mal pro Tag. Ich nehme eine Kapsel am Abend vor dem Schlafengehen. Das hilft mir. Ich esse dazu noch einen Bissen oder nehme ein Schlückchen Brühe, damit ich gut durch schlafe.

Was die Ernährung betrifft, probiere ich zur Zeit aus, in der Früh auf nüchternen Magen warmes Meersalzwasser zu trinken. Dann warte ich mal eine Stunde etwa auf den Weg aufs Klo ;) Und ansonsten lasse ich so gut es geht Zucher weg, also keine Kohlehydrate. No Carb quasi.Das mit den Fußbädern ist so ein altes Hausmittel. Man sagt, es wird über die Füße entgiftet. Mich beruhigt es, wenn ich Kamillenblüten kurz überbrühe und da nehme ich den Absud ins Badewasser. Dann ein paar Minuten die Füße drinlassen, abtrocknen und schnell ins Bett ...
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scacchi
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Beitrag Mo., 26.04.2021, 21:53

Du hast recht, das ist nicht selbstverständlich. Für mich ist das jedoch normal und ich bedanke mich wiederum für die Tipps. 

Stellen die Kapseln, die Brühe und der Imbiss gleichzeitig dein Abendessen, oder ist das noch ein weiteres Ritual? Das mit dem Meersalzwasser in der Frühe werde ich ebenfalls wie Fußbäder ausprobieren. 

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Beitrag Di., 04.05.2021, 10:49

Bei mir ist es so, dass ich wegen Reizmagen sehr aufpassen muss wegen Magendrücken und Sodbrennen, die bei mir ganz leicht auftauchen. Deshalb nehme ich die Lasea Kapsel zusammen mit entweder Kraftbrühe oder was ich eben zu hause habe. Nichts weiter.

Was ich eher als Mentaltraining mache, ist danach wenn ich schon im Bett liege alles aufzuzählen wofür ich dankbar bin. Das ist vielleicht eher so als Routine zu verstehen. Ich muss zugeben, das fällt mir nicht immer leicht.
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