Paruresis u. Parcopresis (Kloprobleme)

Fragen und Erfahrungsaustausch zu Phobien, Zwängen, Panikattacken und verwandten Beschwerden.

Candykills
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
männlich/male, 80
Beiträge: 3878
Wohnort: home
Status: Offline

Re: Paruresis u. Parcopresis (Kloprobleme)

Beitrag Mi., 17.08.2016, 09:12

Ist es euch peinlich, dass ihr nicht könnt?
"...that love, unlike matter or energy, was in endless supply in the universe. A germ which grows from nothingness, which cannot be eradicated even from the darkest of hearts..." (x-Files, Milagro)


Eremit
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
anderes/other, 80
Beiträge: 9171
Wohnort:     
Status: Offline

Beitrag Mi., 17.08.2016, 10:15

nopo hat geschrieben:Nö. Ich mach das seit Jahren so. Klar, Stress. Aber das sind zwei Stunden Aufwand. […]
Aber der Stress im Hotel, schließlich könnte jederzeit eine Putzfrau zur Tür reinkommen …
nopo hat geschrieben:[…] Und ehrlich, soll man komplett aufhören zu leben wegen dem Mist? […]
Man hört ja nicht auf zu leben, nur, weil man nicht mehr auf Urlaub fährt bzw. fahren kann. Die meisten Menschen können sich einen solchen gar nicht leisten, die fallen deswegen auch nicht gleich tot um.
nopo hat geschrieben:Hast Du eine Ahnung, was bei Dir der Auslöser war?
Weitere Ausführungen diesbezüglich per PM.
nopo hat geschrieben:Weiß jemand von Deinem Problem? Familie?
Zu meiner Familie habe ich keinen Kontakt. Aufgrund vorangehender Erfahrungen bin ich froh, dass sich da keiner (mehr) für den anderen interessiert. Freunde und andere freiwillige Bekannte wissen es zum Teil, von diesen Personen macht sich niemand darüber lustig, ganz im Gegenteil.
Candykills hat geschrieben:Ist es euch peinlich, dass ihr nicht könnt?
Früher war es das durchaus, mittlerweile kann ich dazu stehen.


Candykills
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
männlich/male, 80
Beiträge: 3878
Wohnort: home
Status: Offline

Beitrag Mi., 17.08.2016, 10:19

Ich hab falsch formuliert. Ich meine, ist es euch peinlich und das bedingt, dass ihr nicht auf die öffentliche Toilette könnt?
"...that love, unlike matter or energy, was in endless supply in the universe. A germ which grows from nothingness, which cannot be eradicated even from the darkest of hearts..." (x-Files, Milagro)

Benutzeravatar

luftikus
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
männlich/male, 50
Beiträge: 1924
Wohnort: Bayern
Status: Offline

Beitrag Mi., 17.08.2016, 10:48

Candykills hat geschrieben:Ich hab falsch formuliert. Ich meine, ist es euch peinlich und das bedingt, dass ihr nicht auf die öffentliche Toilette könnt?
Nein, peinlich ist es mir nicht, es ist einfach eine lästige Einschränkung, aber es ist mir nicht peinlich. Einem guten Freund habe ich es beispielsweise erzählt, damit er sich nicht wundert, wenn ich mich da manchmal seltsam verhalte. Allerdings vergisst er es immer wieder, was ich erzählt habe...

Die Situation mit dem Krankenhaus hatte ich übrigens auch schon. Ich musste wegen einer Not-OP ins Krankenhaus und hatt auch Bedenken wegen des Toilettenbesuchs, aber ich hatte Glück. Zu Beginn hatte man mir sowieso einen Katheter verpasst, und später war ich anfangs allein in meinem Zweierzimmer (wegen Unterbelegung). Später kam dann ein junger Mann hinzu, der aber sehr ruhig war. Da hatte ich auch keine Schwierigkeiten.


Eremit
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
anderes/other, 80
Beiträge: 9171
Wohnort:     
Status: Offline

Beitrag Mi., 17.08.2016, 11:02

Ich kann unter bestimmten Umständen, wie bereits geschildert, sehr wohl öffentliche Toiletten benutzen. Es darf sich nur keine fremde Person im Raum bzw. in der Nähe befinden. Pissoirs gehen gar nicht.

Benutzeravatar

luftikus
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
männlich/male, 50
Beiträge: 1924
Wohnort: Bayern
Status: Offline

Beitrag Mi., 17.08.2016, 12:00

Eremit hat geschrieben:Ich kann unter bestimmten Umständen, wie bereits geschildert, sehr wohl öffentliche Toiletten benutzen. Es darf sich nur keine fremde Person im Raum bzw. in der Nähe befinden. Pissoirs gehen gar nicht.
Bei mir so ähnlich. Pissoirs gehen dann, wenn weit und breit niemand ist, und wenn auch keine "Gefahr" besteht, dass jemand kommen könnte (beispielsweise in einem fast leeren Gebäudetrakt).

Öffentliche Toilettenkabinen kann ich dann benutzen, wenn diese halbwegs gut voneinander abgetrennt sind. Ideal sind gemauerte Kabinen, schwieriger wird es bei Kabinen mit nur dünner Trennwand. Dazu kommt, ob in der Nebenkabine jemand ist. Wenn die Nebenkabine leer ist, dann habe ich in der Regel keine Probleme.

Benutzeravatar

nopo
sporadischer Gast
sporadischer Gast
anderes/other, 40 via
Beiträge: 8
Wohnort: Germany
Status: Offline

Beitrag Mi., 17.08.2016, 12:28

Eremit hat geschrieben:Aber der Stress im Hotel, schließlich könnte jederzeit eine Putzfrau zur Tür reinkommen
Wozu gibt's bitte nicht stören Schilder? Klappt super. Da kommt niemand rein.
Und die Putzfrau ist immer zur selben Zeit unterwegs. Das kann man planen. Wie gesagt, Schild raus, fertig.
Eremit hat geschrieben:Man hört ja nicht auf zu leben, nur, weil man nicht mehr auf Urlaub fährt bzw. fahren kann. Die meisten Menschen können sich einen solchen gar nicht leisten, die fallen deswegen auch nicht gleich tot um.
Nun, ich würde sowieso gerne auswandern. Da mir das Geld fehlt, muss der Urlaub einmal mindestens. Aber da sieht man, jeder hat seine Prioritäten.
Candykills hat geschrieben:Ist es euch peinlich, dass ihr nicht könnt?
Ich hab unten gelesen was Du meinst. Hm, peinlich vielleicht, weil ich extrem lange brauche. Einmal hatte ich ganz fies Durchfall (das geht, das kann ich nicht halten). Ich saß lange, weil es nicht aufgehört hat. Irgendwann klopften ganz Schlaue an die Türe, die beobachtet hatten, wie lange ich da schon drin war. Seit dem ist es noch schlimmer, ich habe das Gefühl JEDER beobachtet mich, wenn ich aufs Klo gehe und stoppt quasi die Zeit.

Manche denken, ich nehme mich zu wichtig, wer interessiert sich schon dafür wie lange ich am Klo bin. Im Kino während einer Spätvorstellung mußte ich auch und dachte, es geht, weil ja alle in den Kinos waren. Dumm nur, dass ausgerechnet da ein übereifriger Hausmeister wirklich alle zwei Minuten die Türe aufgemacht hat und fragte, ob alles okay sei.

Mir ist es auch schon mehrfach passiert, kein Witz, dass Kinder unter der Türe durch sind zu mir in die Kabine. Einer stieg oben drüber.

Und oft erwische ich Toiletten, wo die Türschlösser defekt sind.

Auch war ich schon mal auf Toiletten, wo es nur Vorhänge gibt.

Und wenn ich an das Klo in irgendeiner Stadt denke, das von innen nach außen durchsichtig ist und man denkt, jeder kann einen sehen, obwohl es nur in eine Richtung geht, wird mir ganz übel!

Bei einem Schulausflug haben die so lange an der Türe zum Etagenklo gefummelt, bis sie aufging und die ganze Klasse schallend lachend davorstand.

Sonst ist es mir nicht peinlich. Aber die Erinnerung an den Tupper Abend hat mich wohl geprägt. Keine Menschenwürde! Und die anderen Ereignisse prägten auch. Es wurde auch schlimmer im Laufe der Jahre.

Benutzeravatar

luftikus
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
männlich/male, 50
Beiträge: 1924
Wohnort: Bayern
Status: Offline

Beitrag Mi., 17.08.2016, 13:02

nopo hat geschrieben: Nun, ich würde sowieso gerne auswandern. Da mir das Geld fehlt, muss der Urlaub einmal mindestens. Aber da sieht man, jeder hat seine Prioritäten.
.
Wobei man bedenken muss, dass jedes Ausland zum Inland wird, wenn man dorthin ausgewandert ist und erstmal eine Zeitlang dort gelebt hat. Dazu kommt, dass in vielen Ländern die Toilettensituation eher schwieriger ist als bei uns (Kabinentüren ohne Schlösser, kaputte oder gar nicht vorhandene Türen, dünne oder niedrige Trennwände, und so weiter).

Benutzeravatar

nopo
sporadischer Gast
sporadischer Gast
anderes/other, 40 via
Beiträge: 8
Wohnort: Germany
Status: Offline

Beitrag Mi., 17.08.2016, 13:16

luftikus hat geschrieben:Wobei man bedenken muss, dass jedes Ausland zum Inland wird, wenn man dorthin ausgewandert ist und erstmal eine Zeitlang dort gelebt hat.
Ja, aber es geht mir nicht um Urlaub oder auswandern... mein Problem ist ein ganz anderes.
Das Thema war nur angeschnitten.

Dafür sollte doch eher ein neuer Thread eröffnet werden

Benutzeravatar

luftikus
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
männlich/male, 50
Beiträge: 1924
Wohnort: Bayern
Status: Offline

Beitrag Mi., 17.08.2016, 13:42

nopo hat geschrieben: Ja, aber es geht mir nicht um Urlaub oder auswandern... mein Problem ist ein ganz anderes.
Das Thema war nur angeschnitten.
Ja, aber wenn du ein anderes Thema anschneidest, ist es doch nicht weiter unüblich, in ein paar Sätzen drauf einzugehen, oder? Abgesehen davon ist es doch durchaus ein threadbezogenes Thema, die Toilettenproblematik auch vor dem Hintergrund der Situation in anderen Ländern zu diskutieren. Zumindest, wer gern reist, hat hier möglicherweise auch Informationsbedarf.
nopo hat geschrieben: Dafür sollte doch eher ein neuer Thread eröffnet werden
Ich vermute, dass es nicht nötig ist, für jedes kurz angeschnittene Thema gleich einen eigenen Thread zu eröffnen.

Benutzeravatar

nopo
sporadischer Gast
sporadischer Gast
anderes/other, 40 via
Beiträge: 8
Wohnort: Germany
Status: Offline

Beitrag Mi., 17.08.2016, 14:13

Hm.

Aber mit der Antwort, dass Reisen nicht alles ist und viele sich das ohnehin nicht leisten können, hatte sich das für mich erledigt.

Dann gehen wir darauf ein.
Ich sehe keinen Unterschied zwischen öffentlichen Toiletten hier oder im Ausland. Es sei denn, man befindet sich evtl auf Safari oder in einem Entwicklungsland.

Leider fehlen mir da die Erfahrungswerte. Wir reisen primär immer ans selbe Ziel und das seit zwanzig Jahren. Dort habe ich nicht mehr oder weniger Probleme als hier. Sonst kenne ich noch Italien, Spanien und die Türkei. Auch dort war es kaum anders als hier.

Und auch bei uns gibt es viele unterschiedliche Toiletten-Situationen. Wie schon erwähnt wurde, gemauert, mit Spalt unten, nur eine Türe, die gerade mal das Nötigste bedeckt... Für mich persönlich macht das alles wenig Unterschied, öffentlich ist öffentlich. Da geht nichts.

Und im Urlaub mache ich es nicht anders als zu Hause. Ich gehe erst, wenn ich im Hotel bin und ungestört.

In der Arbeit kann ich genausowenig. Erst, wenn alle weg sind und ich sicher bin, dass niemand zurückkommt.

Aber Paruresis ist natürlich noch viel hinderlicher.

Ich könnte mir denken, dass bei diesem Problem der eine oder andere wenig oder nichts trinkt, nur um möglichst wenig zur Toilette zu müssen, oder?

Benutzeravatar

luftikus
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
männlich/male, 50
Beiträge: 1924
Wohnort: Bayern
Status: Offline

Beitrag Mi., 17.08.2016, 14:28

nopo hat geschrieben:Für mich persönlich macht das alles wenig Unterschied, öffentlich ist öffentlich. Da geht nichts.

?
Für mich wiederum sind genau diese Unterschiede ziemlich entscheidend. Je nach Art und Gestaltung der Toilette habe ich große, mittlere oder fast gar keine Probleme. Deswegen sehe ich die Situation in verschiedenen Ländern tatsächlich recht unterschiedlich: in Nordamerika gibt es beispielsweise häufig Kabinen mit nur klapprig dünnen Trennwänden, die unten fast kniehohe Lücken aufweisen - das macht es mir schwer. Vor meiner China-Reise hatte ich auch Bedenken, aber glücklicherweise war es dort weniger schlimm als befürchtet, und an den Lärm, der häufig in der Toilette herrschte, konnte ich mich gut gewöhnen. Eigentlich finde ich es in einer lärmigen Toilette fast einfacher als in einer Toilette, in der es mucksmäuschenstill ist und man jedes Geräusch hören kann.
nopo hat geschrieben: Ich könnte mir denken, dass bei diesem Problem der eine oder andere wenig oder nichts trinkt, nur um möglichst wenig zur Toilette zu müssen, oder?
Je nach Situation kann es schon sein, dass ich tagsüber wenig trinke, um einen längeren Zeitraum ohne Toilettenbesuch überstehen zu können. Inzwischen klappt es aber in den meisten Städten ganz gut in der öffentlichen Toilette.

Benutzeravatar

nopo
sporadischer Gast
sporadischer Gast
anderes/other, 40 via
Beiträge: 8
Wohnort: Germany
Status: Offline

Beitrag Mi., 17.08.2016, 17:34

Genau, das kenne ich. Lärm ist positiv. Wenn laute Musik gespielt wird, entspanne ich mehr.

Aber ich kann dennoch nicht gehen.

Ich verstehe absolut, dass es für manche Menschen einen großen Unterschied macht, wie die Beschaffenheit der Toilette ist.

Wenn nur ein Vorhang da ist, habe auch ich Probleme beim Urinieren. Aber ich kriege es hin.

Bei mir sind das Problem leider andere Menschen. Und das ist ein Teufelskreis. Denn ich bin durchaus gesellig. Nur durch das shy bowel muss ich stets ein Einzelzimmer nehmen, mich immer ausschließen. Ich war mal auf einer Convention und hatte die anderen Leute vorher im Internet kennengelernt. Die haben immer zu zweit Zimmer gebucht. Ich war die einzige mit Einzelzimmer. Da wird einem schon mal Arroganz vorgeworfen, und man wird nie so integriert wie andere.

Manchmal verfluche ich diesen Mist. Manchen Leuten habe ich mich anvertraut. Es gab durchaus nette Reaktionen, aber auch viel Gelächter und Unverständnis. Auch öffentliche Demütigungen.

Aber all das muss man in Kauf nehmen. Sarkasmus ist inzwischen ein guter Freund geworden. Und eine gehörige Portion Selbstironie. Damit klappt es immer besser. Darauf sind die Leute kaum vorbereitet, wenn sie einen kränken wollen.

Und Lachen ist gesund

Benutzeravatar

sifiran
neu an Bo(a)rd!
neu an Bo(a)rd!
männlich/male, 37
Beiträge: 3
Wohnort: wien
Status: Offline

Beitrag So., 03.12.2017, 13:07

hallo alle, ist da jemand "männlich und in Wien" der Interesse hat dass wir gemeinsam unsere Ängste überwinden?

Ich leide unter diesem Problem seit langem und es reicht mir, ich halte es nicht mehr aus. ich glaube wenn Ich einen Partner finde der das selbe Problem hat und wir versuchen das Problem gemeinsam zu lösen, ist es viel einfacher und effizienter als wenn jeder alleine den Kopf damit zerbricht.


Eremit
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
anderes/other, 80
Beiträge: 9171
Wohnort:     
Status: Offline

Beitrag So., 03.12.2017, 14:12

Mit Verlaub, aber bitte suche woanders nach einem Partner, um Deinen Fetisch auszuleben, nichts für ungut.