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Trichotillomanie

Fragen und Erfahrungsaustausch zu Phobien, Zwängen, Panikattacken und verwandten Beschwerden.
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azaalen
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Trichotillomanie

Beitrag Fr., 04.04.2008, 10:45

Hallo,

da ich von Kind an Haare ausreiße, zwar mit ausreißfreien Phasen dazwischen, und es seit 3 Jahren sehr akut ist, ziehe ich einen Aufenthalt in einer auf Trichotillomanie spezialisierten Klinik in Deutschland in Betracht.
Die kahlen Stellen und das Tragen eines Kopftuches wirken sich auch auf mein Wesen und die sozialen Kontakte aus.
Meine bisher 3-jährige Therapie hat in der Hinsicht nicht viel Erfolg gebracht, an meinen Eigenversuchen davon los zu kommen, bin ich bisher gescheitert.

Meine Frage hier im Forum richtet sich an Leute, die vielleicht

- Erfahrung mit der Bewilligung und dem ganzen Krankenkassen/Job-Prozess, der sich daraus ergibt, haben (va da ja Ausland und nicht Österreich)
- event. auch Erfahrung mit einer Klinik in Deutschland haben

Bin für alle Infos dankbar!!

LG
Azaalen

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R.L.Fellner
Psychotherapeut
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Beitrag Fr., 04.04.2008, 12:50

Liebe azaalen,

Trichotillomantie kann mit einer Kombination von Systemischer Therapie und Hypnotherapie meiner Erfahrung nach sehr gut behandelt werden. Das sind wohlgemerkt keine reinen "Hypnose-Sitzungen", sondern auch Gespräche, sodass auch die zugrundeliegenden Problemursachen gut bearbeitet werden können. Ich bin sicher, Sie finden zumindest in Graz einen Therapeuten/in, der/die mit dieser Methodenkombination arbeitet.

Ein Klinikaufenthalt sollte wegen diesem Problem nicht erforderlich sein, T. kann auch ambulant gut behandelt werden - und letztlich geht es ja auch darum, dass das "nicht-trillomantische" Verhalten auch im Alltag gut klappt!

Zu den Rahmenbedingungen von Psychotherapien finden Sie auf meinen Seiten (Links ganz oben) sowie im Forumsbereich "Fragen zur Psychotherapie" zahlreiche Informationen, die sicherlich alle Ihre Fragen beantworten.

Freundlichen Gruß und alles Gute,
Richard L. Fellner

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Trich
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Beitrag So., 04.05.2008, 12:53

Hallo!!!

Ich leide an dem selben Problem wie du. Seit über 15 Jahren werde ich von der Impulsstörung Trichotillomanie beherrscht!

Ich habe einmal eine Gesprächsterapie begonnen aber nach einigen Sitzungen wieder abgebrochen, weil die Therapeutin nichts von dieser Störung gewusst hat, und diebezüglich auch keine passende Methode anwenden konnte.

Ich suche nun verzweifelt nach einem/er Therapeutin, die sich mit dem Thema auskennt, in Linz!
Wäre toll wenn mir jemand weiterhelfen könnte.

Alles gute.....
und viel Kraft.....
LG,
Trich

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Leamausi
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Beitrag Mi., 13.05.2009, 23:22

Hey!

ich weiß gar nicht so recht, wie ich es beschreiben soll... ich mache es mal auf die krasse Art, da es das ersten mal in meinem Leben ist, dass ich es tatsächlich erzähle...

seid Kindheit an (ich kann mich an den ersten Tag erinnern) zupfe ich mir die Wimpern aus... oben und unten, bis keine mehr da sind... sind keine mehr da mache ich mit den Augenbrauen weiter, dass gibt mir aber nicht so "das" Gefühl... also fehlt da nur ein Teil

also... mache ich mit den Schamhaaren weiter ... ich zupfe und zupfe wo ich kann... das geht jeden Tag mehrere male... ich stehe nachts sogar auf nur um zu zupfen...

Hinterher liebe ich es die Wurzeln mit meinen Lippen zu berühren oder sie abzubeißen oder sie einfach alle auf ein weißes Blatt Papier zu legen und sie dann wegzuwerfen... oder ich schaue zu, wie nach und nach immer mehr Haare in der Toilette rumschwimmen...

Gestern kam eine Doku und erst da ist mir bewusst geworden... das ist nicht nur eine doofe Angewohnheit...

Ich bin im Moment noch etwas unter einer Art Schockzustand... weiß gar nicht wie ich das finden soll, dass es mehrere Menschen gibt...

Was mache ich denn nun... oder muss ich überhaupt was machen? Bitte versteht das nicht falsch... ich habe das nur so krass ausgedrückt um mir es einmal von der Seele zu schreiben... denn es weiß keiner außer euch... wirklich keiner...

Allen den auffällt das ich keine wimpern habe, sage ich das ist wegen Heuschnupfen... ich schubber halt wenn es juckt und nun wachsen sie nicht mehr, im Schambereich wirkt es dann irgendwann wie rasiert und Augenbrauen fällt kaum auf, da ich eh helle Haut habe...

ich bin ratlos...

LG

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nellyy
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Beitrag Sa., 30.05.2009, 01:51

Ich bin 23 Jahre alt und habe Trichotillomanie schon seit ich 9 bin. Ich war bei vielen Therapeuten aber das hat alles nichts gebracht. Am Anfang habe ich nur die Haare ausgezupft und am Boden geschmissen aber später habe ich damit angefangen die mit den weissen grossen Wurzeln auszusuchen und dann die Wuzel abgebissen und zerkaut. Ich kann mich erinnern an den ersten Tag an dem ich mir die Haare ausgerissen habe ... ich habe stundenlang das gemacht und in der früh lagen ein grosser Haufen Haare am Boden. Ca. 3 Jahre habe ich aufgehört und habe dazwischen geheiratet ein Kind bekommen und geschieden ... und dann habe ich wieder sehr stark angefangen... ich weis nicht warum ich das mache ich habe jetzt eine Tochter ... sie ist 4 Jahre und erwischt mich manchmal dabei .... es ist mir soooooo peinlich weil ich habe schon offene Stellen und ich hatte sie schon so schön lang wieder aber jetzt habe ich wieder einen Rückfall bekommen... ich habe mein Handy ausgeschalten weil meine Freunde wollen sich treffen aber wie soll ich gehen mit deisen Haaren es schaut schrecklich aus sogar ich erschrecke mich vor meinen Spiegel

Naja ich hoffe ich höre bald wieder auf weil ich habe bald eine ganze Glatze

ihr könnt mir auch per PN eine Info schicken
Zuletzt geändert von Tante Käthe am So., 02.12.2012, 23:11, insgesamt 1-mal geändert.
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metropolis
[nicht mehr wegzudenken]
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Beitrag Do., 11.06.2009, 10:43

Hallo ihr,

ich leide ebenfalls unter dieser Impulsstörung. Es hat bei mir vor zehn Jahren angefangen.
Eine Therapie habe ich gegen TTM zwar noch nicht gemacht, aber ich habe mich schon mal ein wenig darüber informiert.
Am besten soll wohl eine Verhaltenstherapie helfen und ich würde mir auf jeden Fall einen Therapeuten suchen, der mit diesem Zwang bereits Erfahrung hat. Zum Glück gibt es in meiner Stadt einen, auf den das zutrifft.
Ich bin mir relativ sicher, dass eine entsprechende Therapie von der Krankenkasse übernommen wird.

Wenn ihr mal auf die Seite www.trichotillomanie.de schaut, werdet ihr viele hilfreiche Informationen und sogar ein Forum finden. Was ich auf dieser Seite sehr hilfreich fand, war die Liste von Therapeuten, die eine Therapie gegen TTM anbieten und eine Liste mit Friseuren, bei denen Betroffene gute Erfahtungen gemacht haben.

LG

metropolis
"Ja und dann? Weißt du nicht mehr? Wenn ich und du nicht gekommen wären und den kleinen Häwelmann in unser Boot genommen hätten, so hätte er doch leicht ertrinken können!"

Theodor Storm

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rotherzi007
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Beitrag Do., 06.08.2009, 12:56

hallo,
über 12 jahre hatte ich mir keine haare mehr ausgerissen, damals hatte ich mir den ganzen kopf kahlgerzupft.jetzt habe ich einen herben rückfall erlitten. ich nehme schon ein antidepressiva (fluroxetin 40 mg, 1x täg. ), doch es hilft nicht, ich schaffe es einfach nicht diesen impuls zu unterdrücken. ich versuche so zu zupfen, dass es nicht auffällt. manchmal schaffe ich es auch 1 woche gar nicht zu zupfen, aber dann geht es wieder von vorne los. meine frage wäre, welches medikament wirksam diesen impuls unterdrückt???? gibt es eins? wenn ja teilt mir bitte mit wie es heißt, dann kann ich mit meiner ärztin drüber sprechen und es mir verschreiben lassen. ich fange auch bald eine psychotherapie an, vielleicht wäre ein wirksames medikament eine gute hilfe.
bitte helft mir, damit ich endlich meinen seelenfrieden wiederhabe.
lg rotherzi007


fiona85
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Beitrag Mi., 25.04.2012, 17:07

Hallo ihr lieben,
ich leide seit der Volksschule an Trichotillomanie.
Habe schon 5 Therapeuten besucht und es gab immer wieder höhen und tiefen.
Ich habe die Therapie aufgehört und bin trotzdem mit mir im Einklang. Irgendwann hab ich mir gedacht ich höre jetzt auf mich darüber zu verkopfen, dem zuviel Beachtung zu schenken, mich für krank zu erklären, mein Leben dadurch einzuschränken.
Ich wollte immer Visagistin werden. Aber eine Visagistin ohne Wimpern und Augenbrauen??
Ich habs trotzdem gemacht, weil irgendwann bin ich draufgekommen, falsche Wimpern halten auch ohne ein einziges Haar und wenn man nachgezogene Augenbrauen hat, fragt einen sowieso eh schon niemand mehr danach, weil das so viele haben. Ich lebe jetzt damit, mir jeden Tag künstliche Wimpern aufzusetzen und mich zu schminken und keinem fällt es auf. Und ich sage euch, seit ich das mache, kann ich voll offen über meine "Schwäche" reden und es ist dann auch irgendeine Therapie. Auch wenn ich viel Kleber in die Augen bekommen habe, nun habe ich alles so, dass es selbst Tränen, Sauna, schwimmen gehen,... alles hält. Keine Einschränkung mehr...und es fühlt sich toll an.
Ich habe zwar die Ursache meines Problemes nicht geheilt, aber ich habe meinen Seelenfrieden.
Und ich möchte, das auch andere das haben, deshalb habe ich jetzt eine Kampagne gestartet die genau solchen Leuten hilft. Ich war auch in allen Onkologischen Krankenhausabteilungen um das zu kommunizieren. Die haben indirekt ja das selbe Problem.
Und falls es jemand von euch interessiert, kann ich euch auch gerne helfen.
Einfach schreiben...

Ich wünsche euch nur das Beste und verkopft euch nicht mehr soviel darum!
Es ist viel zu schade um die Zeit und die Nerven!

Herzliche Grüße
Fiona aus Wien


Spyro2611
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Beitrag Fr., 01.06.2012, 06:57

Hallo liebe Fiona
Ich selber leide auch seit der Volksschule unter dieser krankheit ich hab mir schon oft versucht wimpern aufzusetzten aber irgendwie hat es nicht so geklappt es wäre super wenn du mir ein paar tips geben könntest du sagst sie halten beim schwimmen sauna ect... das wäre ein traum wenn ich das auch könnte

Liebe grüße
Sandra aus Wien


devolli
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Beitrag Mo., 16.07.2012, 12:12

hallo!

Tricho hat bei mir mit 11 Jahren angefangen. Das ist jetzt nun 20 Jahr her und ich habe immer noch Tricho, mittlerweile aber immer abgeschwächter.
Es hat sich in den Jahren viel für mich geändert.Ich habe eine sehr gute Therapie gemacht, die mich zwar nicht vom Drang zu Zupfen vollständig geheilt hat, die mir aber in sehr vieln Bereichen weitergeholfen hat und mir gezeigt hat daß es möglich sein kann auch ohne Tricho zu leben.Das es leicht ist, wäre gelogen. Es ist harte Arbeit und erfordert viel Geduld und ständiges Beachten der eigenen Bedürfnisse.Vorallem, da das Zupfen ja so angenehm ist, ist es schwer nach jahrelangem Zupfen darauf zu verzichten, trotz Konsequenzen von kahlen Stellen.Das Erarbeiten von Alltagsritualen und HRT (habit reversal training) haben mich sehr unterstütz.(z.B Igelball beim Fernsehen oder Lesen)
Für mich ist Tricho zu einem wichtiger Barometer geworden, der mir aufzeigt wann ich vielleicht wieder mal über meine Bedürfnisse drüber gefahren bin. Je mehr ich lerne meine Bedürfnisse zu beachten und zu leben, desto besser geht es mir auch mit der Tricho. Dazu kommt auch daß man Tricho nicht zum Mittelpunkt des Lebens machen sollte, da gebe ich Fiona recht: Man entlastet sich selbst indem man eine Portion Leichtigkeit und Offenheit in sein Leben läßt. Seitdem ich mich getraut habe vor ein paar Jahren offen mit Freunden und auch Partner darüber zu sprechen, hat sich viel geändert.Was ich auch jedem empfehlen kann: Psychoedukation! Ich dachte jahrelang daß ich unter einem eindeutigen Zwang leide. Nun dem ist nicht ganz so. Trichotillomanie fällt zwar in die Kategorie der Zwänge, ist aber um genau zu sein eine Impulskontrollstörung. Allein zu wissen was Tricho genau ist, daß es eine anerkannte Krankheit ist und keine "dumme" Angewohnheit, welche Forschungen es auf diesem Gebiet gibt, etc..kann unheimlich entlastend sein. Man fühlt sich nicht mehr "abnormal", sondern hat Verständnis für sich selbst und kann anderen Menschen viel selbstbewußter entgegen treten. Vielleicht kennt ihr diese Bücher ja schon. Ich poste sie trotzdem mal hier. Für mich waren diese Bücher auf meinem bisherigen Weg sehr wichtig:
"Trichotillomanie- Fragen und Antworten zum zwanghaften Haareausreißen" geschrieben von Antonia Peters, die selbst jahrelang unter Tricho gelitten hat. Das zweite Buch ist eher wissenschaftlich aufgebaut, dennoch sehr interessant: "Trichotillomanie- Fortschritte der Psychotherapie" von Antje Bohne.
Fiona, ich finde es toll daß du diese Leichtigkeit im Umgang mit Tricho hast und du akzeptiert hast damit zu leben.

Ich weiß wie es sich anfühlt, längere Zeit Trichofrei zu sein und mein persönliches Ziel ist es nach wie vor möglichst Tricho-frei leben zu können, weiter an diesem Ziel zu arbeiten und am Weg dorthin Tricho mit einer Portion Leichtigkeit und auch Humor zu sehen.

Ich würde es sehr spannend finden mal andere Trichobetroffene persönlich zu treffen.
Ich habe mir auch überlegt eventuell eine Selbsthilfegruppe in Wien ins Leben zu rufen. Ich denke es gibt genug Leute die interessiert wären.
Meldet euch doch bei Interesse!

Freu mich von Euch zu hören
Mit lieben Grüßen und Kopf hoch!!
Olivia aus Wien


Hope81
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Beitrag Fr., 07.09.2012, 23:56

Liebe Tricho's!

Seid willkommen in dieser geselligen Runde! Wie ihr seht: Ihr seid nicht alleine sondern in guter Gesellschaft! Auch in Wien bzw. Österreich.

Ich selbst habe ca. seit meinem 13. Lebensjahr Trichotillomanie und ebenfalls einen seither anhaltenden, stets erträglich werdenden "Leidensweg" hinter mir. V.a. in der Pubertät und Jugend regnete es förmlich Spott und peinliche Fragen. Damit verbundenen war natürlich viel Vertuschen, Verstecken und Ausreden erfinden.

2001 kam für mich die große Erkenntnis. Eine TV-Reportage lehrte mich, dass ich nicht alleine bin und dass "das Kind" einen Namen hat. TRICHOTILLOMANIE. Schock. Entsetzen. Heulen. Hilfe ich bin krank. Erleichterung. Es fühlte sich so erleichternd an, wie als hätte ich mir mit einem "Impuls" sämtliche unliebsamen Haare auf einmal ausgerissen.

Unmittelbar darauf entdeckte ich Permanent Make-Up für mich. DIE Lösung für meine seit Jahren gänzlich fehlenden Augenbrauen. Endlich ein Oberteil anziehen können ohne den Kayalstrich zu verwischen. Endlich morgens aufwachen können mit "Farbe" im Gesicht und nicht wie ein ausdrucksloser Morgengeist. Permanent Makeup fällt anderen nicht einmal so krass auf. Klar sagen viele natürliche Augenbrauen wären hübscher als so merkwürdige Striche.

Mittlerweile hat es sich bei mir schon fast als mein Markenzeichen etabliert. Seit einem Jahr habe ich es einigermaßen unter Kontrolle. Ich habe so etwas wie Augenbrauen, auch wenn sie oft zerzaust wirken, da ich doch ab und an Zupfschübe habe. Immerhin bleibt noch etwas stehen.

Zum Thema "normal sein"
Andere kauen Nägel, rauchen Zigaretten, futtern², sporteln² und werden dennoch als normal angesehen.

Ab wann ist eine Verhaltensstörung nicht mehr gesellschaftsfähig? Ab wann ist man normal? Ist man normal wenn es genügend machen? Wenn viele ohne Augenbrauen herumlaufen, oder sonst wo kahlgezupfte Stellen haben ect? Mit Trich ist man zwar nicht alleine aber der "Hype" ist es zum Glück auch nicht. Ergo wird man als nicht normal angesehen und schämt sich dafür zu Tode. Warum eigentlich? sch*** doch drauf! Sei doch dein "ORIGINAL". Sei du selbst. Spüre dich so wie du bist und steh dazu. Rede darüber. "Schadenslimitierung" hilft.

Ich würde mich auch gerne mit LeidensgenossInnen aus Österreich treffen. Bitte melde teuch wenn Interesse besteht.

Bis bald Hope91 aus Wien - Österreich

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kulli
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Beitrag Sa., 01.12.2012, 13:41

Hallo! Ich bin neu hier. Habe gerade diese Seite entdeckt.

bei mir hat trich mit 8 Jahren angefangen und mittlerweile bin ich 30 Jahre und es ist noch nicht besser geworden. Ich habe es auch schon mit psychotherapien versucht, vergebens. Ich bin aus Südtirol und hier scheint diese Krankeit nicht zu existieren.
Es kennt niemand diese Krankheit und will auch niemand etws davon wisse. Mir kommt halt so vor.
Ich brauche dringend Hilfe, denn ich weiß nicht wie lange ich das noch aushalte.
Lg Ulli

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Dream Theater
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Beitrag Sa., 01.12.2012, 16:25

kulli hat geschrieben:Hallo! Ich bin neu hier. Habe gerade diese Seite entdeckt.
Ich brauche dringend Hilfe, denn ich weiß nicht wie lange ich das noch aushalte.
Lg Ulli
Willkommen hier im Forum, Kulli!
Hast du denn z.B. Psychotheapeuten etc. in deiner Umgebung gefragt und die kannten dieses Problem nicht? Wäre es dir denn möglich, auch weiter weg zu einer Therapie zu fahren? Leider kenne ich mich im Südtirol überhaupt nicht aus und kann dir hierfür keinen guten Rat geben. Kann mir aber gut vorstellen dass du dich gerade in ländlichen Gegenden völlig alleine fühlst mit der Tricho... geht mir in der Stadt jedoch auch nicht viel anders, aber ich habe die Tricho leider immer für mich behalten und als Haarausfall begründet, selbst vor Leuten die mir sehr nahe stehen. Nicht die beste, aber für mich bisher leider die einzige Lösung. Ich habe meine Trichtillomanie seit ca 7. Jahren, aber seit einem Jahr konnte ich sie etwas unter Kontrolle bringen, wohl auch weil ich mir einen Kurzhaarschnitt zugelegt habe. Zumal es bei mit hauptsächlich den Kopfbereich betrifft funktioniert das recht gut. Ich sehe diese "Krankheit" oder Impulsstörung bei mir ganz klar als Zeichen meiner inneren Anspannung sich auf diese blöde Art entlädt, ich kaue auch seit ich klein bin Nägel. Habe aber bisher nie mit einer Therapie versucht. Mit ganz viel Körperbeherrschung und Umleiten des Impulses auf eine andere Bewegung wie z.B. Hände zum Nacken leiten, einfach nur durch die Haare fahren etc. oder dann hald auch Fingernägelkauen gelingt es mir momentan recht gut, aber ich befürchte, das ist nur wegen dem Kurzhaarschnitt. Auch Kopfbedeckungen waren mir schon eine Hilfe damit der Auszupf- Impuls nicht atomatisch geschieht.
Aber eben, ich weiss nicht wie es wird, wenn die Haare wieder länger sind. Ich hoffe, ich schaffe es diesmal, weiss aber, dass die Ursache bei mir absolut in der inneren Nervosität angelegt ist. Um die abzulegen ist es noch ein weiter Weg.
Wie du siehst kann ich dir leider auch nicht wirklich mit gutem Rat helfen. Wissen denn bei dir deine Angehörigen von deiner Tricho? Ist sie bei dir immer und jeden Tag da, auch wenn du nicht angespannt bist?
An nichts muß man mehr zweifeln als an Sätzen, die zur Mode geworden sind

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kulli
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Beitrag Sa., 01.12.2012, 17:13

Hallo! Sehr nett, daß du geantwortet hast. Meine ausrede ist auch immer Haarausfall.
so was blödes. Es tut schon mal gut zu wissen, daß man nicht alleine ist.!!!
Bei mir ist es mal mehr, mal weniger.

Aber jeden Tag....
Mit Kopfbedeckungen hab ich auch schon versucht, dann geht es besser. Aber sobald ich mir das tuch abnehme, gehts wieder los.
Ich war bei zwei psochtherapeuten, aber die kannten trich nicht. und da es nicht so angenehm ist, darüber zu sprechen hab ich auch nicht weitergesucht.
Ich habe 2 kinder,8 jahre und 4 monate. und wenn ich beim stillen bin ist es am schlimmsten.oder fernseh schauen, vorn computer, telefonieren, auto fahren.....
Bei mir hat es in der kindheit angefangen,mein vater ist alkoholiker.....
wie alt bist du?
lg

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Beitrag Sa., 01.12.2012, 20:06

Ist gerne geschehen! Da die Tricho wohl ja nur Ausdruck von etwas anderem ist, wäre es sicher gut, es trotzdem wieder mit einer Therapie zu versuchen. Ich könnte mir auch vorstellen, es wäre sinnvoll zunächst einen Therapeuten zu fragen, ob er die Krankheit kennt, und wenn nicht, dann wären ihm sicher auch diese zwei Formulare nützlich (vielleicht kannst du sie einem Therapeuten per Mail schicken, dann musst du dich nicht erklären):

http://www.sprechzimmer.ch/include_php/ ... le_id=2282
http://www.trichotillomanie.de/Dateien/ ... ethode.pdf

Gerade die ausführliche Beschreibung der Entkoppelungsmethode war für mich auch ohne Therapeut eine Hilfe. Aber überwunden hab ich die Tricho noch lange nicht. Bin bald 27 Jahre alt und hatte eigentlich eine sehr schöne Kindheit. Aber immer viele Ängste.
Eigentlich finde ich die Tricho an sich wäre nichts sooo schlimmes, unruhige Menschen haben oft irgend ein Ventil... also gewissermassen gleichzusetzen mit Nägelkauen oder anderen Ticks. Was es dann aber doch viel schlimmer macht ist die Scham, wenn wieder mal kahle Stellen sichtbar werden. Diese Scham habe ich auch nie überwinden können. Bei mir waren diese Stellen nie extrem auffällig, ich hatte immer irgendwie noch knapp die Kontrolle darüber und wenn es zu extrem wurde, kam eben die Kopfbedeckung oder so zum Zuge. Aber ich wurde schon auch drauf angesprochen.
Im Moment sieht man praktisch nichts mehr und ich wünsche mir so, dass dies so bleibt. Ja, auch ich mache das hauptsächlich vor dem Computer, TV, oder beim Lernen, da ist es am Schlimmsten. Vor dem PC und TV weil ich mich vielleicht stresse, dass ich ja eigentlich nicht vor diesen Kisten sitzen sollte, beim Lernen weil ich mich unter Druck setze. Bei mir hat es meist mit "Druck" zu tun.
An nichts muß man mehr zweifeln als an Sätzen, die zur Mode geworden sind