Panik und Schwindel bei Autobahnfahrten

Fragen und Erfahrungsaustausch zu Phobien, Zwängen, Panikattacken und verwandten Beschwerden.

Thread-EröffnerIn
Scorpio
neu an Bo(a)rd!
neu an Bo(a)rd!
männlich/male, 54
Beiträge: 1
Wohnort: 49733
Status: Offline

Panik und Schwindel bei Autobahnfahrten

Beitrag Mi., 08.01.2020, 07:17

Guten Morgen zusammen,
ich habe mich hier angemeldet, weil meine Therapeuten und ich mit unserem Latein am Ende sind.
Zu mir, bin 54 Jahre alt und habe bestimmt schon über 1,5 Millionen Kilometer abgespult.
Bis vor 4 Jahren auch immer problemlos, ich wurde dann arbeitslos und sollte eine Umschulung auf Busfahrer machen.
Kein Problem habe ich mir gedacht, 6 Fahrstunden durch die City, kein Problem. Theorie bestanden, dann Autobahnfahrt, eigentlich freie Bahn dann bekam ich Schweißausbrüche, der Nacken wurde steif und die Arme Taub. Ein komischer Schwindel, kein Drehschwindel, überkam mich auch, sowie Kurzatmigkeit welches dann in einer Panikattacke endete.
Hab dann den Warnblinker eingeschaltet und bin auf den Standstreifen gefahren und hab dem Fahrlehrer die Probleme geschildert.
Am nächsten Tag das Selbe in etwas abgeschwächter Version. Ich habe dann gesagt ich mache hier mal einen Haken hinter und kläre erst einmal meine Probleme ab, welche nun auch bei Fahrten mit meinem Pkw auftraten. Allerdings nur auf Autobahnen oder auch auf gut ausgebauten langen Geraden.
Ich war und bin mit der Situation total überfordert, zumal ich früher eigentlich immer eine Wildsau am Steuer war. Komischer Weise kann ich in der Stadt, je enger umso besser oder kurvigen Landstraßen, ohne Probleme fahren.
Ich bin dann zum Hausarzt und wurde von Kopf bis Fuß durchleuchtet, ohne Befund.
Hatte auch zwischenzeitlich weitere Panikattacken die nichts mit dem Autofahren zu tun hatten, zum Teil bis zur Bewusstlosigkeit.
Ich bin dann aus eigenem Antrieb zu einem Professor der sich auf Schwindel spezialisiert hat, Befund keine Auffälligkeiten, aber er sagte ich solle mich doch einmal in Therapie begeben. Rums, das saß. Ich bekam dann eine Überweisung für eine psychosomatische Therapie in einer stationären Einrichtung, dies nahm 8 Wochen in Anspruch, leider ohne Erfolg. Da auch mein Rücken nicht mehr der Beste ist habe ich dann die Erwerbsminderungsrente durchbekommen. Bin dann weitere 1 1/2 Jahre zur ambulanten Therapie gegangen und bin nun austherapiert.
Es gibt Tage da kann ich auch mal problemlos 100 km fahren, dann allerdings wiederum gibt es Tage da läuft es sehr schlecht und ich rechne stets damit niemals anzukommen.
Ich hoffe hier gibt es jemanden der ähnliche Probleme hat und diese in den Griff bekommen hat, ansonsten war ich auch schon bereit meinen Führerschein freiwillig abzugeben um nicht für andere oder mich und meine Familie eine Gefahr darzustellen.

Beste Grüße


Candykills
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
männlich/male, 80
Beiträge: 3617
Wohnort: home
Status: Offline

Beitrag Mi., 08.01.2020, 20:04

Ich kenne das, was du beschreibst nicht. Aber ich frage mich, ob ihr in der Psychotherapeut denn auf den Grund gekommen seid, der diese Panikattacken auslöst?
Es ist ja eher unwahrscheinlich, dass das direkt mit der Autobahn und dem Autofahren zu tun hat. Eher ist es so, dass es sich halt dabei äußert, aber der Grund irgendwo ganz anders liegt.
Und insofern ihr das nicht rausbekommen habt, bist du in meinen Augen auch nicht austherapiert.
Was für ein Verfahren war denn die Therapie?
Das Paradies ist eher ein Zustand, als ein Ort. (frei nach Kupke/Neuert)


Thread-EröffnerIn
Scorpio
neu an Bo(a)rd!
neu an Bo(a)rd!
männlich/male, 54
Beiträge: 1
Wohnort: 49733
Status: Offline

Beitrag Do., 09.01.2020, 05:44

Angefangen habe ich bei der stationären Aufnahme mit Tiefenpsychologie, dies hat mir bei manchen Symptomen etwas geholfen, hat allerdings eine Zeit gedauert mich darauf einzulassen und zu erkennen das es so etwas wie Psychosomatik überhaupt gibt.
Im Ambulanten Bereich gab es leider in meiner Umgebung nur Verhaltenstherapeuten, dies habe ich dann 1 1/2 Jahre gemacht, wobei wir keins meiner Symptome abschwächen konnten.
Austherapiert heißt ja nicht zwangsläufig geheilt, er sagte mir nur, dass er mir nicht weiterhelfen könne und ich das Rüstzeug habe um mit meinen Ängsten umzugehen.