Hab ich Bulimie?

Bulimie, Anorexie, Adipositas, EDNOS (mehr zur Unterscheidung finden Sie in meinen themenbezogenen Artikeln im Archiv, darüber hinaus finden Sie auf der Website auch Selbsttests zum Thema)
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_svenja_
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Hab ich Bulimie?

Beitrag Di., 11.03.2008, 21:16

Huhu,

ich habe seit gut einem jahr eine essstörung, die ich mir erst nicht eingestehen wollte, aber jetzt immer schlimmer wird....ich weiß nicht, ob ich es bulimie nennen soll oder was auch immer, auf jeden fall fühl ich mich nur noch schlecht und hab mich kaum noch unter kontrolle...
angefangen hat das wohl alles damit, dass ich vor einer zeit mal 20 kg abgenommen habe (hab es dann auch irgendwann so weit getrieben, dass man es durchaus als magersucht bezeichnen konnte...) und nach einer zeit kamen dann vereinzelte hungerattacken, die sich dann aber auch wieder normalisiert hatten. eine zeit lang ging alles gut, ich hatte mein wunschgewicht mit 55kg bei 1.70 - also kein untergewicht - und war glücklich. doch dann fing es wieder an mit den essattacken, erst nur selten und mit vergleichsweise geringen nahrungsmengen, dann aber immer öfter und stärker...ich war jedes mal total am boden und hab den nächsten tag nichts gegessen, aber die fressanfälle kamen immer öfter...ich habe an diesen tagen so viel in mich hineingefressen, dass ich anfing meine nahrung wieder hochzuwürgen (ich habe mir NIE den finger in den hals gesteckt - es kam immer von alleine wieder hoch) -und ich war erleichtert es zumindest zum teil wieder loszuwerden....mittlerweile ist es so schlimm geworden, dass ich teilweise sogar 2 wochen lang jeden tag diese FAs habe und dann wieder eine zeitlang kaum etwas esse und sport treibe um die kilos wieder runterzubekommen. die folgen sind extreme gewichtsschwankungen (bis zu 7kg in 2 wochen!), gestörtes hungergefühl, ein geschwächtes immunsystem (bekomme ständig herpes)und ständiges automatisches hochwürgen der nahrung - sogar ohne es zu wollen. ich nehme mir täglich vor damit aufzuhören, doch selbst wenn ich mir sicher bin, nie wieder einen FA zu bekommen, hab ich ihn doch...keiner weiß von meiner essstörung und ich streube mich immer noch professionelle hilfe zu holen...meint ihr ich bekomme das auch alleine wieder hin? hat es jemand geschafft von einer ähnlichen essstörung loszukommen und kann mir tips geben? ich verstehe einfach nicht, warum ich das mache...hunger habe ich noch nicht mal und esse dinge, die mir noch nicht mal schmecken...es ist zum verzweifeln...

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indecisive
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Beitrag Fr., 14.03.2008, 05:21

Hallo Svenja,

ich denke, da kann man schon sicher von Bulimie sprechen! Ich hatte über 8 Jahre immer wieder Phasen, wo ich Freßattacken hatte, die kamen so 1x im Monat und ich hab mir nichts Großartiges dabei gedacht ... aber dann, nach einer sehr schwierigen Trennung ging es plötzlich richtig los und ich habe mich wochenlang, jeden Tag mehrere Male übergeben, ob mit Hilfe von Finger oder ohne ... meine gesundheitliche und seelische Situation wurde so schlimm, dass ich Hilfe gesucht habe. Bin zu einer Erstberatung bei einer Organisation für Essstörungen gegangen (entsinne mich leider nicht mehr, wie die hieß), die haben mich SOFORT an eine Psychotherapeutin vermittelt, wo ich dann über 1 Jahr jede Woche hin bin, um gesund zu werden. Sogar heute, Jahre danach, spüre ich noch den Drang, etwas in mich hineinzustopfen, wenn ich mit Menschen zusammenbin, die mich in irgendeiner Art und Weise unter Druck setzen (sogar bei Freunden kommt das vor!) - es ist so, wenn ich kein wirkliches Verständnis und keine Herzlichkeit spüre, möchte ich mich sofort ausklinken und essen, um mich "wohlzufühlen". Du solltest unbedingt was machen, lass dich bitte beraten! Ich habe meine Gesundheit, meine Zähne total ruiniert durch die ständige Kotzerei und bin durch die Hölle gegangen! Allein schaffst du es vielleicht, zeitweise aufzuhören, aber du tust das ja aus einem bestimmten Grund, und bevor du den nicht verstehst, bist du immer gefährdet. Ich habe damals ein fantastisches Buch gefunden, das mir sehr geholfen hat, es heißt "Die Frau, die im Mondlicht aß", weiß leider nicht mehr von wem geschrieben, schau einfach bei amazon. Um mit einer Essstörung fertig zu werden dauert so lang, so lange du diese hattest! Also warte nicht länger und zögere nicht, JETZT was für dich zu tun!

alles Gute, Martina

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MoonChild
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Beitrag Di., 08.04.2008, 18:56

Hallo ihr!

Also ich würde ja auch raten, Svenja, dass du dir Hilfe suchst, ich hoffe, es gelingt dir! Ich habe das leider nicht geschafft ... aber da spielen wohl auch noch andere Dinge eine Rolle ... wollte das ja hier erzählen, aber hab es wieder gelöscht, ist ja nicht mein Thread hier.

Alles Liebe,
MoonChild

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megryan
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Beitrag Di., 22.04.2008, 10:34

Liebe Svenja,

auch ich würde dir raten, dass du dir Hilfe holst! Denn zuvor sind die Probleme da, nicht die Essstörung und dann die Probleme! Auch wenn sich die Probleme durch das Essen verschlimmern können!

Auch ich habe seit ein paar Jahren Probleme mit dem Essen! Allerdings sind die nicht so richtig zu definieren! Vor ein paar Jehren fing alles ganz normal an! Ich war in der Pubertät und wollte eine schöne, schlanke junge Frau sein und den Körper zudem noch ein Stück kontrollieren können! Von jetzt auf gleich fing ich an meine Hungergefühl total zu ignorieren, dann aß ich wieder und wenn der Bauch dann ein bißchen zuviel schien fing ich wieder an mit hungern! Mittlerweile bestimmt mein Körper nur noch über mich! D.h. wenn alles auf "Hunger" eingestellt ist, muss ich dem Gefühl sofort nachgeben, ansonsten bekomme ich Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Kreislaufstörungen, Übelkeit, schwacher Atem, Körperbeben und das schon nach wenigen Minuten! Mehrmals am Tag bin ich unterzuckert...!!! Keine Ahnung wie man diese Art von Essstörung bezeichnet! Wenn eine längere Esspause vor mir liegt, dann will´s mit dem Essen überhaupt nicht mehr funktionieren! Übelkeit, Magenkrämpfe, ständig kommt´s mir hoch...! Ich wäre fast schon gestorben...! Wird das denn immer so bleiben oder normalisiert sich mein Körper irgendwann wieder?

Liebe Svenja, bitte hole dir Hilfe bevor es noch schlimmer wird! Lass es nicht soweit kommen!

Viele liebe Grüße, Megryan

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Lemongrass
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Beitrag Do., 08.05.2008, 13:43

megryan hat geschrieben:Liebe Svenja,

auch ich würde dir raten, dass du dir Hilfe holst! Denn zuvor sind die Probleme da, nicht die Essstörung und dann die Probleme! Auch wenn sich die Probleme durch das Essen verschlimmern können!

Auch ich habe seit ein paar Jahren Probleme mit dem Essen! Allerdings sind die nicht so richtig zu definieren! Vor ein paar Jehren fing alles ganz normal an! Ich war in der Pubertät und wollte eine schöne, schlanke junge Frau sein und den Körper zudem noch ein Stück kontrollieren können! Von jetzt auf gleich fing ich an meine Hungergefühl total zu ignorieren, dann aß ich wieder und wenn der Bauch dann ein bißchen zuviel schien fing ich wieder an mit hungern! Mittlerweile bestimmt mein Körper nur noch über mich! D.h. wenn alles auf "Hunger" eingestellt ist, muss ich dem Gefühl sofort nachgeben, ansonsten bekomme ich Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Kreislaufstörungen, Übelkeit, schwacher Atem, Körperbeben und das schon nach wenigen Minuten! Mehrmals am Tag bin ich unterzuckert...!!! Keine Ahnung wie man diese Art von Essstörung bezeichnet! Wenn eine längere Esspause vor mir liegt, dann will´s mit dem Essen überhaupt nicht mehr funktionieren! Übelkeit, Magenkrämpfe, ständig kommt´s mir hoch...! Ich wäre fast schon gestorben...! Wird das denn immer so bleiben oder normalisiert sich mein Körper irgendwann wieder?

Liebe Svenja, bitte hole dir Hilfe bevor es noch schlimmer wird! Lass es nicht soweit kommen!

Viele liebe Grüße, Megryan


Hallo

Was für Gewicht und Größe hast du denn?
Bei mir war es auch so, und ich hab es geschafft zuzunehmen. Es hat sich zum glück alles wieder normalisiert, aber erst als ich wieder im Normalgewichtsbereich war.
Lg

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megryan
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Beitrag Di., 13.05.2008, 15:26

hallo Lemongrass,

also mittlerweile dürfte ich eher ein bißchen zu viel wiegen als zu wenig! Ich stand schon seit längerem nicht mehr auf der Waage, aber inzwischen sag ich mir, dass ich lieber ein bißchen zu viel habe, als essgestört zu sein (obwohl ich das ja irgednwo noch bin)!
Meine Frage war einfach nur, ob das wieder aufhört, dass mein Körper so stark die Kontrolle über mich hat! Und das nichts mehr mir freiem Willen ist! Feste Essenzeiten kann ich nicht einhalten!

Doch zu meinen Höchstzeiten hab ich 60 Kilo gewogen bei einer Größe von 1,75! Das klingt vielleicht viel, doch das fatale war aber das ich von jetzt auf gleich von 80 Kilo innerhalb weniger Wöchelchen mich runtergehungert habe!

Wie war das bei dir, Lemongrass? Hattest du Magersucht? Ich kannte eine, die das hatte! Sie tat mir so leid...! Es sind Bilder die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen!
Musstest du denn an die Sonde? Oder hast du es so wieder geschafft?

Viele liebe Grüße, megryan


elli15
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Beitrag So., 09.02.2020, 16:37

Hallo,
Ich bin 15 und könnte mir vorstellen unter einer Art Vorstufe von Bulimie zu leiden.
Ich habe seid etwa einem Monat ca zwei bis. drei mal wöchentlich (ist schwer einzuschätzen) ein plötzliches Bedürfnis mich zu übergeben und die Vorstellung erscheint mir nicht als ekelerregend sondern eher als reiz. Dieses Gefühl überfliegt mich zudem meistens wenn ich traurig oder enttäuscht bin oder ab und zu auch wenn ich aus Lust etwas wie zum Beispiel Gummibärchen gegessen habe und mich danach irgendwie schlecht bzw falsch fühle. Bisher konnte ich diese Reize jedoch meist unterdrücken und nur zwei mal konnte ich es nicht mehr verhindern und bin dann auf Toilette gegangen um mir selber die Finger in den Holz zu stecken und zu würgen. Jedoch habe ich trotz Bemühungen nie Erbrechen können, da ich vermutlich nicht genug zuvor gegessen hatte.
Ist dieses Verhalten also schon als (Ess-) Störung einzuordnen oder ist das noch im "Normalen"?
Zudem weiß von dieser Sache bisher nur mein Freund mit dem ich seid fast 2 Jahren zusammen bin, er ist diesbezüglich auch immer für mich da, jedoch wollte ich mich trotzdem noch anderswo erkundigen..
Über antworten und Hilfen würde ich mich freuen :->

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Coriolan
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Beitrag So., 09.02.2020, 18:41

Hallo.

Die Grenzen zwischen "normal" und "gestört" sind ja letztendlich fließend.

Warum fühlst du dich denn schlecht, wenn du Gummibärchen gegessen hast? Hast du Angst, zuzunehmen?

Dass man sich schlecht fühlt, weil man (zu viel) genascht hat, kennen ja viele. Aber sich deswegen aktiv den Finger in den Hals zu stecken, machen dann (zum Glück) nicht alle davon. Wenn man mit "normal" das meint, was die meisten Menschen machen oder nicht, würde ich sagen: Finger in Hals stecken fällt in die Kategorie: Nicht normal.

Es kann dir niemand sagen, ob das in einer Essstörung endet oder nicht. Manches "verwächst" sich auch wieder. Es schadet aber sicher nicht, das im Auge zu behalten und auch zu lernen, mit Enttäuschungen und Trauer anders umzugehen. Letztendlich probiert man gerade in deinem Alter ja auch viel aus und vielleicht stellst du (früher oder später) fest, dass dir auch ein Erbrechen (falls es dazu käme) eh nicht das gibt, was du dir erhofft hast.

Ich denke, es ist schwierig, einen Mittelweg zu finden. Der eine ist so in eine handfeste Essstörung gerutscht, der andere hat das auch mal ausprobiert, es für "nicht hilfreich" befunden und gleich wieder aufgegeben.
Oh Herr! Lass Hirn oder Backsteine regnen. Egal. Hauptsache, du triffst!

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Scars
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Beitrag Mo., 10.02.2020, 18:03

Hallöchen Elli.

Wenn du dir selbst schon Gedanken darüber machst, ob das noch normal ist oder nicht, finde ich, ist das ein klares Indiz, dass du in irgendeiner Form unter irgendetwas leidest. Dass muss nicht direkt mit den Gummibärchen zusammenhängen, kann aber natürlich. Deswegen fände ich es schon ratsam, wenn du dich mal jemandem anvertraust, mit deinen Gefühlen insgesamt, was dich gerade so beschäftigt und was nicht, was so geht and so on... In deinem Alter ist ja normalerweise eh viel los. Manche Dinge muss man übrigens echt nicht intensiver ausprobieren... ,-) Es gibt für Jugendliche auch diverse Online-Angebote, falls dir danach mehr wäre. LG
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elli15
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Beitrag Mo., 10.02.2020, 22:11

Vielen lieben Dank für eure antworten, ich kann mit diesem Gefühl jetzt auf jeden fall schonmal mehr anfangen und es auch besser einschätzen. Ich denke ich werde das ganze die nächste Zeit erstmal beobachten, denn es kommt insgesamt auch nicht ganz so häufig vor also hoffe ich dass es sich wie gesagt verwächst. Sollte es anders laufen werde ich mich dann aber vermutlich aber doch nach Hilfe umsehen.
Naja aber vielen dank für eure Antworten:)