Wollen Therapeuten keine Essstörungspatienten?

Bulimie, Anorexie, Adipositas, EDNOS (mehr zur Unterscheidung finden Sie in meinen themenbezogenen Artikeln im Archiv, darüber hinaus finden Sie auf der Website auch Selbsttests zum Thema)
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fanatikati
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Re: Wollen Therapeuten keine Essstörungspatienten?

Beitrag Sa., 27.06.2020, 10:45

Also ich habe das Thema relativ lange in der Thera ausgelassen aus den gleichen Gründen wie du (kannst dir ja mal mein aktuelles Thema durchlesen). Allerdings ist es dennoch nicht besser geworden, auch wenn ich gerade dabei bin die anderen Themen durchzuarbeiten.

Bist du denn bei privaten Therapeuten? In Österreich ist es ja schwer an einen Kassenfinanzierten Platz zu kommen, aber bei den privaten sollte man doch eigentlich nicht so schwer einen Platz finden?

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Scars
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Beitrag Sa., 27.06.2020, 11:26

Vielleicht könntest du auch mal nach einer anderen Therapieform schauen? Du scheinst ja einfach sehr ambivalent und ängstlich zu sein, vielleicht wäre ein weniger progressiver Ansatz auch eine Variante, dass du dich überhaupt erstmal drauf einlassen kannst.

Ich war - oder bin - da ganz ähnlich und habe auch einfach keinen Therapeuten gefunden, in der Zeit wirklich unzählige Erstgespräche geführt. Immer mit dem Ergebnis stationär oder gar nix. Bin dann in einer Gruppe gelandet, wo die ersten 1-2 Jahre im Grunde reines Konservieren meiner Selbst gewesen sind. In einer Verhaltenstherapie wäre ich über alle Berge gewesen bevor überhaupt angefangen. Gibt's vielleicht auch sowas wie eine Selbsthilfegruppe bei dir in der Nähe? Gruppenangebote für junge Erwachsene?
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bakerygirl
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Beitrag Sa., 27.06.2020, 12:38

Ich habe ja die 5 jeweils aus verschiedenen Richtungen genommen. Von Verhaltens bis Gestaltstherapie.

Freut mich, dass du dann schlussendlich eine Gruppe gefunden hast.
Ich habe auch schon nach Gruppen gesucht aber leider keine gefunden.

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Sinarellas
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Beitrag Sa., 27.06.2020, 15:03

Sprich mit deiner Betreuerin der KK, sie sollen dir auch ein paar Möglichkeiten aufzeigen.
ESS ist auch "nur" ein Symptom von etwas anderem.
Vll brauchst du auch ein klinisches umfeld oder so?

Ich hab mal für dich gegoogelt und schon der erste Eintrag war ein Treffer:
https://aivilo.at/selbsthilfegruppe-leb ... g-in-wien/

!?
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bakerygirl
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Beitrag Sa., 27.06.2020, 15:26

Das geht in Österreich nicht so, die Krankenkasse hat da keinen direkten Einfluss auf die Therapie.

Das ist leider zu weit weg für mich.

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sgtmax1
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Beitrag Sa., 27.06.2020, 21:30

@bakerygirl:

Ich würde so schwer es auch ist weitersuchen.

Du musst gewisse Themen ja nicht beim ersten mal gleich ansprechen, jedoch ist es wichtig irgendwann davon dann zu erzählen.

Ich weiß nicht ob du jene kennst, oder ob dir das zu weit weg ist, aber es wäre halbwegs günstig und ich habe eigentlich nur gute Erfahrungen damit gemacht. Ist für junge Erwachsene.

http://www.pantarhei-verein.at/angebot/psychotherapie/

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Marlena
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Beitrag So., 28.06.2020, 17:54

Ich komme auch aus Österreich und finde es sehr heftig dass dich 5 abgelehnt haben. Schade... In welchem Bundesland wohnst du denn! In meinem Bundesland gibt es eine Seite für Kassenplätze aber leider haben da auch kaum welche was frei aber versuchen kannst du es ja. Mich würde an deiner Stelle brennend interessieren was da los war, denn ich glaube eher nicht, dass das aufgrund der Essstörung war. Es haben soooo viele Menschen welche..

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münchnerkindl
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Beitrag So., 28.06.2020, 18:10

Ich würde bei Beratungseinrichtungen oder stationären Behandlungseinrichtungen für Essstörungen nachfragen, ob sie einen Pool von Psychotherapeuten haben die ES behandeln und an die sie weiterverweisen.

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bakerygirl
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Beitrag Mo., 29.06.2020, 07:12

Marlena, ich komme aus Wien. Es geht mir nichtmal darum einen Kassenplatz zu finden, ich suche ja hauptsächlich nach Privaten. Ja ich weiß nicht ob ich anrufen soll oder nicht. Ich meine die Essstörung spielt generell schon eine große Rolle aber wie gesagt ich bin nicht akut gefährdet.

münchnerkindl, danke wäre ein guter Tipp.

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Lady Nightmare
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Beitrag Mo., 29.06.2020, 16:04

Hallo Bakerygirl,

ich finde es eher abwegig, wenn dir hier teilweise geraten wurde im Rahmen von Therapie erst peu à peu gegenüber einem potenziellen Therapeuten/in mit der Essstörung herauszurücken. Es dürfte ja wohl nicht verkehrt sein, wenn du mit jemandem arbeitest, der in dem Bereich über Erfahrungen verfügt. Ich finde den Tipp von münchnerkindl auch sehr gut.

Vor gefühlten 100 Jahren hatte ich selbst eine Essstörung. Ich hab sie erfolgreich im Chiemsee ertränkt (Klinik Roseneck). Die durchaus lange Wartezeit auf den Klinikplatz habe ich durch die Teilnnahme an einer Selbsthilfegruppe überbrückt. In der Gruppe bin ich auf Frauen getroffen, die schon Erfahrungen mit unterschiedlichen Klinikaufenthalten hatten. Mir hat das bei der Entscheidungsfindung, welche Klinik es denn werden sollte, geholfen.

Viele psychische Störungen gehen leider mit einem geringen Selbstwertgefühl einher. Die Esssucht, in welcher Form sie auch daherkommt, trägt sicher nicht zur Steigerung des Selbstwertgefühls bei. Es ist ein Teufelskreis, daher würde ich niemals sagen: "Es ist nur ein Symptom." Mit der Betonung auf "nur". Es ist eine echte Sucht, die dein Selbstwertgefühl auch untergräbt, und dir das Leben nachhaltig versauen kann. Grund genug, sie loswerden zu wollen.

Die Erfahrung von Therapeutinnen abgelehnt zu werden, habe ich auch machen müssen. Allerdings war das Jahre später und es ging nicht mehr um die Essstörung, sondern um Depressionen und Panikattacken. Ich möchte dich ermutigen, weiter zu suchen. In meinem Fall hat dann nach 5 Ablehnungen eben Nr. 6 zugesagt mit mir arbeiten zu wollen.

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chrysokoll
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Beitrag Di., 30.06.2020, 12:04

das sehe ich genauso, ich finde nicht dass man zu Therapiebeginn irgendwas gravierendes verschweigen sollte.
Wie soll die Therapie denn dann gelingen?

Und ja, Therapeutensuche ist immer schwierig.
Auch ich wurde abgelehnt, habe mehrfach Therapeuten abgelehnt weil ich auf mein Gefühl gehört habe.
Da wo ich mich nicht wohl fühle mag ich nicht hin. Das dürfen und sollten Therapeuten umgekehrt auch.

Es hat sich aber gelohnt nicht aufzugeben. Und ja, ich weiss, das ist schwer!

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Beitrag Di., 30.06.2020, 20:43

Ja das habe ich mir eben auch gedacht, es hieß ja immer man soll in einer Therapie alles erzählen können und dann komm ich mir vor, als ob ich meine Probleme verstecken müsste.

Ich habe eine der Theras die mich so schnell abgewimmelt haben heute am frühen Abend auf den AB gesprochen und um Rückruf gebeten (habe allerdings auch meinen Schirm dort vergessen, werde also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und nachfragen)

Vorerst mache ich mich mal nicht mehr auf die Suche nach einem neuen Therapeuten, vielleicht im August dann

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chrysokoll
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Beitrag Di., 30.06.2020, 21:01

es ist natürlich deine Entscheidung - aber warum dann im August?

Klar, wenn du eine Pause brauchst, dann ist das so.
Aber jedes Verzögern zögert doch auch die Hilfe hinaus.
Zumal im August echt viele Therapeuten Urlaub haben, da wirst du nicht weit kommen


Candykills
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Beitrag Di., 30.06.2020, 21:05

Ich würde sagen, dass du einfach Pech hattest bisher. Das klingt zwar unglaublich bei 5 Absagen, aber anders kann ich es mir nicht erklären. Trotzdem würde ich dir auch raten anzurufen und zu erfragen, warum du jeweils abgelehnt wurdest. Eine Essstörung ist nicht schwieriger zu behandeln als viele andere Störungen. Vielleicht hat es 5 Mal einfach nicht gepasst. Kommt selten vor, aber kann vorkommen. Nur ein Telefonat mit den jeweiligen Therapeuten kann aufklären, was letztendlich zur Absage führte.
Und ganz ehrlich - ein guter Therapeut, der seinen Job ernst nimmt, wird dich nicht wegen einer "gewissen" Störung ablehnen. Höchstens, weil's von der Sympathie her nicht passt. Ich denke also, du hast nicht viel verpasst, wenn du bei diesen Therapeuten "nicht gelandet bist".
"...that love, unlike matter or energy, was in endless supply in the universe. A germ which grows from nothingness, which cannot be eradicated even from the darkest of hearts..." (x-Files, Milagro)

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Beitrag Mi., 01.07.2020, 08:01

@chrysokoll ich denk weil ich mal eine Pause brauche von der Sucherei.
Mich trifft eine Zurückweisung immer sehr (viel zu sehr) und ich habe einfach Angst dass es noch ein paar mal passiert

@Candyskills aber bei 5 Therapeuten bin ich nicht sympathisch? Das wäre ja ein noch schlimmerer Gedanke