Fühle mich nirgends wirklich wohl

Alle Themen, die in keines der obigen Foren zum Thema "Psychische Leiden und Beschwerden" passen.
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no-one
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Fühle mich nirgends wirklich wohl

Beitrag So., 15.11.2020, 10:42

Hallo. Ich fühle mich nirgends wirklich wohl. War schon in vielen Einrichtungen unterwegs angefangen von betreuten Wohnen bis hin zu Obdachlosenheimen - nirgends scheint mein Platz wirklich zu sein. War früher relativ charmant und witzig wovon so gut wie nichts mehr übrig ist. Ich weiß ich schreib hier ordentlich was rein - was vielleicht viele Fragen aufwirft - aber ich weiß auch nicht weiter. Ich dachte ich probiers mal hier im Forum, was hab ich schon zu verlieren. Ich bräuchte zumindest eine Person, die mich "spiegelt", sprich, die mich ergänzt in meinen Überzeugungen und Ansichten. Bin arbeitslos schon lange und über 30. Bitte um Rat. Oder auch nicht. Weiß nicht was ich schreiben soll - so lass ich es mal bleibe. Danke und Liebe Grüße,

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Malia
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Beitrag So., 15.11.2020, 11:12

Ja, man nimmt sich selbst immer mit, egal, wo man die Lösung für seine Probleme sucht.
Ich bin in meinem Leben mehr als 50 mal umgezogen, war auch wohnungs- und arbeitslos (zum Glück nicht ohne Obdach) zwischendurch.
Schwieriger als das Herumziehen war das Bleiben.
Das kann ich jetzt, nachdem ich zum ersten Mal sei 11 Jahren eine feste Bleibe habe, sehen.
Noch immer mach ich mein Unwohlsein gern am "Außen" fest, weiß aber, dass die Gründe dafür an meinen Einstellungen zu mir und zum Leben liegen.
Das macht es möglich, zu bleiben und tatsächlich auch Phasen des Friedens zu akzeptieren (und nicht sofort wieder komplett zu zerstören).

Auch über 30 kann man sein Leben noch ändern, kann Arbeit finden und eine Wohnung und sich eine Basis fürs Wohlbefinden schaffen.
Dafür muss man auch nicht
relativ charmant und witzig
sein.
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Beitrag So., 15.11.2020, 13:12

Malia hat geschrieben:
So., 15.11.2020, 11:12
Ja, man nimmt sich selbst immer mit, egal, wo man die Lösung für seine Probleme sucht.
Ich denke, man kann seine Probleme teils am "Außen" festmachen, uns bleibt aber nichts anderes übrig, als sich "anzupassen".

Dass du 50x umgezogen bist, ist schon heftig. Bei mir ist es auch hoch, aber nicht so hoch. Oft waren es nur kleinere "Umstände", die mich zum Umziehen wieder bewogen haben, weil sie auf mich sehr groß wirkten. Und wenn ich mich mal wo unwohl fühle, lässt sich dieses Gefühl nur schwer wieder rückgängig machen. So komme ich schon gut auf über 10 Umzüge. Am längsten habe ich es alleine tatsächlich ausgehalten, waren's immerhin zwei Jahre, bis mir die Nachbarn ober mir auf den Nerv gingen, oft ständiges Getrampel. Vielleicht muss ich wieder alleine wohnen, in einer sehr ruhigen Wohnung, jedoch kommt dann der Umstand erschwerend hinzu, dass ich mich in vielen Gegenden in Wien nicht mehr wohl fühle, da ich schon an so vielen Orten war, wo ich leider oft schlechte Erinnerungen hinterlassen habe (also für mich). Och Gott, ich weiß gar nicht, wo hin mit mir mehr. Das ist schade. Danke fürs Antworten liebe Malia Beste Grüße,

No-One xD
Zuletzt geändert von Pauline am Mo., 16.11.2020, 20:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Malia
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Beitrag So., 15.11.2020, 13:19

Och Gott, ich weiß gar nicht, wo hin mit mir mehr. Das ist schade.
Wie gut ich das kenne!
Es geht um eine Richtungsänderung des Denkens.
Hilfreich kann sein, dabei Untersützung zu haben.

Hast du Familie, Freunde?
Ich vermute mal: nicht.

Wie sieht es mit Psychotherapie aus oder einer Beratungsstelle?
Schon mal versucht?
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Beitrag So., 15.11.2020, 13:49

Malia hat geschrieben:
So., 15.11.2020, 13:19
Och Gott, ich weiß gar nicht, wo hin mit mir mehr. Das ist schade.
Wie gut ich das kenne!

Wie sieht es mit Psychotherapie aus oder einer Beratungsstelle?
Schon mal versucht?
Freut mich, so schnell wieder was von dir zu lesen. Ja, habe Familie, aber irgendwie passt es nicht. Wohne derzeit wieder daheim, auch wenn der Draht zur Familie nicht wirklich zu passen scheint, so weiß ich nicht weiter. Wir streiten nicht, aber ich habe halt auch keine wirkliche "Attraktion" zur Familie. So wie die leben, so wollte ich nie wirklich leben. Ich wollte immer "mehr". Und muss mich jetzt mit nichts zufriedengeben. Oder auch nicht. Ist ja so ein klassisches Beispiel von man will immer "mehr", bekommt aber am Ende nichts. Trotzdem habe ich mich noch nicht ganz aufgegeben. Es gab schon Leute, die sich mal wieder bei mir meldeten von früher her, aber ich wollte mit denen nichts mehr zu tun haben, da ich dachte, sowie auch das Gefühl hatte, die würden mich ohnehin nicht mehr verstehen. Ich war schon mal in Psychotherapien, ja in vielen Stellen war ich schon, ohne Erfolg. Irgendwie dreht sich für mich in einer Therapie wie ich sie bisher (meist) hatte alles nur im Kreis. Es geht dabei meist nur um mich, zu viel um mich, ohne dass sich "am großen Ganzen" was ändert. Vielleicht durchschaust du mich jetzt schon, in welche Richtung in driffte.. vielleicht denkst du dir, der will die Welt verändert. Ich will im Grunde nur das verändern, was veränderbar ist, ohne in klassische Modelle einer Familienführung von heute abzurutschen. Weiß nicht, ob du mir noch folgen kannst. Ich glaubte immer, der Mensch ist zu viel mehr fähig, als er heute schon zustande bringt. Zu außergewöhnlichen Dingen, die den Verstand von heute womöglich übersteigen. Ist das überhaupt deutsch was ich schreibe?? Ich muss lachen. :DD naja.. Danke fürs Lesen. Liebe Grüße, Sigi
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Malia
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Beitrag Mo., 16.11.2020, 17:53

Wie sieht es aus: hast du zusätzlich zu allem anderen eventuell ein Suchtproblem ?
Diese Frage tauchte auf beim Lesen deines letzten Eintrags.
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Airo
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Beitrag Di., 17.11.2020, 00:20

Hey no-one

Ich kenne das Gefühl gut, nirgends wohl zu sein, nirgendwo hinzugehören.
Sehr belastend und traurig. Auch der Wunsch nach Spiegelung ist mir vertraut.

Ich denke, der Ursprung liegt in der Herkunftsfamilie. Man hatte auch da keinen Platz.

Vielkeicht versuchst du es nochmal mit der Psychotherapie? Denn es belastet dich ja.

Alles Gute!. Airo

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Beitrag Sa., 21.11.2020, 20:44

Malia hat geschrieben:
Mo., 16.11.2020, 17:53
Wie sieht es aus: hast du zusätzlich zu allem anderen eventuell ein Suchtproblem ?
Diese Frage tauchte auf beim Lesen deines letzten Eintrags.
Hallo Malia. Tut mir leid dass ich dir spät antworte, war jetzt länger nicht mehr auf der Seite. Dachte dass ich mich meinen letzten Posting etwas übers Ziel hinausgeschossen habe und die Leute hier etwas "abgeschreckt" habe. Mein Gefühl sagte eigentlich ich solle nichts mehr schreiben und es belassen, weil sichs nichts bringt, hab mich dann doch zu diesem "verrückten" Posting letztens durchgerungen.
Habe jetzt zufällig über meine Email erfahren dass mir wieder jemand geantwortet hat, also du und jetzt neulich auch jemand anders. wollt hier eigentlich nichts mehr posten, weil ich auch etwas beschämt war. Habe über Löschung des Threads nachgedacht usw.. Ehrlich gesagt habe ich nicht damit gerechnet dass du mir nochmals was postest. Naja.. ich habe kein Suchtproblem, bis auf Zigaretten. Hatte ich auch nie. habe auch keinen "Hänger" auf irgendetwas.. bis vielleicht auf dieses Thema, welches mich schon lange beschäftigt; und wo ich das Gefühl habe, dass es niemand vielleicht verstehen wird.
Zuletzt geändert von no-one am Sa., 21.11.2020, 21:16, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitrag Sa., 21.11.2020, 20:47

und es heißt: "dass ich mit meinem letzten Posting".. finds irrsinnig blöd dass man hier nicht editieren kann.

Edit: Habe grade gemerkt dass das Editieren bei mir schon freigeschaltet wurde. Gut

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Beitrag So., 22.11.2020, 16:37

Sorry dass ich jetzt 3 fach Post mache, wollte eigentlich über meinen letzten Post weiterschreiben, leider scheint die Edit-Funktion nur kurz zur Verfügung zu stehen. Hoffe das geht in Ordnung.
Airo hat geschrieben:
Di., 17.11.2020, 00:20
Hey no-one

Ich kenne das Gefühl gut, nirgends wohl zu sein, nirgendwo hinzugehören.
Sehr belastend und traurig. Auch der Wunsch nach Spiegelung ist mir vertraut.
Schön, dass du das kennst. "Spiegelung" ist find ich sehr wichtig.
Airo hat geschrieben:
Di., 17.11.2020, 00:20
Ich denke, der Ursprung liegt in der Herkunftsfamilie. Man hatte auch da keinen Platz.
Meine Eltern haben sehr viel gestritten früher, mein Vater wollte kein drittes Kind (das ich war) war aber im Grunde sehr fair zu mir. Dass ich daheim nie einen Platz hatte, das Gefühl habe ich nie bekommen. Weder von meiner Mutter, noch von meinem Vater. Es gab auch nie Schläge (so gut wie nie) oder sowas. Mein Vater hat mit mir sehr viel unternommen. Fuhr ins Disneyland und anderen Vergnügungsparks wo meine Geschwister auch schon älter waren. Mein Vater ist sehr gewissenhaft und hat sich oft für Fehler bei mir entschuldigt. Ich war auch sehr gewissenhaft. Habe meinen Vater immer davon erzählt wenn ich Mist gebaut hatte. Er war und ist ein relativ verständnisvoller Vater. Eigentlich sollte alles passen. Aber leider gab es dann doch einen Einschnitt bei mir im Leben der mich "Sensibelchen" aus der Bahn warf. Weiß sogar noch das Datum. vor knap 10 Jahren. Egal. Will jetzt nicht hier meine ganze Lebensgeschichte aufschreiben. Danke auf jeden Fall fürs Antworten und liebe Grüße, Sigi.