Schlafprobleme

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seelenversteher21
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Schlafprobleme

Beitrag Di., 12.01.2021, 11:28

Hallo zusammen,
ich habe leider keinen aktuellen Thread mehr gefunden, der sich mit diesem Thema auseinandersetzt. Falls es doch einen geben sollte...bitte einfach verschieben.
Ich habe seit ewig langer Zeit Schlafprobleme. Entweder ich schlafe gar nicht erst ein oder ich wache auch regelmäßig wieder auf und dann geht das ganze Theater wieder von vorne los.
Das kann doch nicht gesund sein. Ich habe gefühlt immer wieder etwas anderes ausprobiert.
Wie es wohl jeder so macht, habe ich schon frühzeitig auch angefangen online zu schauen nach Tipps Tricks etc.
Allerdings finde ich auch schwierig da etwas zu finden, das mir hilft.
Ich habe mal einen Artikel über das gesunde Schlafen gelesen, welches sich unter anderem mit Schlaftipps auseinandersetzt (https://www.schlafbook.de/gesunder-schlaf/)

Was habt ihre denn für Erfahrungen gemacht oder welche Tricks haben euch geholfen euren Kopf mal auszuschalten und hin und wieder "normal" zu schlafen.

Vielen dank schonmal für eure Meinungen
Verstehen kann man das Leben rückwärts; leben muss man es aber vorwärts.
(Søren Kierkegaard)


Bluemoon123
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Beitrag Di., 12.01.2021, 13:03

Also ich kenne das Problem gut und hab wirklich Jahrelang bzw. Jahrzehntelang schlecht bis kaum geschlafen. Ich hab auch alle möglichen Schlafhygienetipps erfolglos ausprobiert.

Wirklich geholfen hat mir tatsächlich erst ein Gespräch mit meinem Therapeuten darüber. Er hat mir - neben den "normalen" Schlafhygienetipps - erstmal gesagt, dass ich überhaupt nicht schlafen muss. Als ich ihn verständnislos angeschaut habe, hat er das konkretisiert in dem er sagte, "Nein. Sie müssen nicht schlafen. Es reicht auch, wenn Sie sich nur ausruhen. Gönnen Sie einfach Ihrem Körper seine Ruhepause." und "Wenn Sie am nächsten Tag ausgeruht sind, dann ist alles gut. Und wenn ihr Körper am nächsten Tag nicht ausgeruht ist, dann holt er sich die Ruhe, die er braucht in der nächsten Nacht." Auch das hat mich noch nicht wirklich überzeugt, bis ich das selbst ausprobiert habe.
Als ich in der nächsten Nacht nicht schlafen konnte, hab ich mich hingelegt und mir gesagt, "Gut. Dann liege ich halt einfach nur da und Ruhe mich aus" und das habe ich dann getan. Irgendwann bin ich wohl von selbst eingeschlafen. Schon am nächsten Morgen hab ich den Unterschied gemerkt. Ich war seit langem mal wieder nicht "gerädert" sondern relativ ausgeruht. In der Nacht danach ging das schon besser und dann folgten sogar Nächte in denen ich endlich mal wieder durchgeschlafen habe.
Natürlich ist das jetzt nicht das Allerheil-Wundermittel schlechthin und es gibt immer noch Phasen in denen ich schlechter schlafe. Aber im Allgemeinen hat sich mein Schlaf dadurch wirklich verbessert. Und wenn ich wieder Schlecht-Schlaf-Phasen habe, dann hole ich mir bewusst den "ich muss nicht"-Gedanken zurück und das hilft dann meist (wenn auch nicht immer!).

Noch dazu habe ich inzwischen tatsächlich ganz rigoros alle Uhren aus meinem nächtlichen Blickfeld entfernt. Auch das war ein Tipp meines Therapeuten. Der meinte auch "es gibt überhaupt keinen Grund nachts auf die Uhr zu schauen. Üblicherweise hat man Nachts keine Termine. Fürs rechtzeitige Aufwachen gibt es einen Wecker, der einen zuverlässig am nächsten Morgen zu der eingestellten Uhrzeit weckt" und "es ist auch egal, wieviel Stunden man dann geschlafen hat, oder wieviel Stunden noch bis zum geplanten Aufstehen übrig sind" (das waren immer meine Gedanken in schlaflosen Nächten "Mist, jetzt ist es schon 5.00 Uhr und ich muss um 6.30 Uhr aufstehen, da hab ich ja nur noch 1,5 Stunden in denen ich schlafen kann. Jetzt schlaf endlich ein.") das macht nur völlig unnötigen "Terminstress", der Nachts nicht angebracht ist.

Im Grunde ist beides zusammen für mein "Hirn" ein guter Trick um den Druck aus dem "nicht-schlafen-können" raus zu nehmen. Nachts muss ich nichts! Ich muss nicht schlafen, ich muss nicht auf die Uhr sehen. Ich darf mich einfach nur ausruhen. Und es ist egal ob es jetzt 1.00 Uhr, 3.00 Uhr oder 5.00 Uhr ist. Nachts ist nachts und der Körper darf seine notwendige Ruhepause haben. Und es ist völlig egal, wieviel davon ich wirklich effektiv geschlafen und wieviel "nur" geruht habe. Ich kann auch überhaupt nicht sagen, wieviel bzw. wie lange ich derzeit schlafe. Ich weiß nur, dass ich generell ausgeruhter bin und somit ist es wohl genug.

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saffiatou
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Beitrag Di., 12.01.2021, 14:35

diese dummen Sprüche! ich habe die so satt. "sie müssen nur schalfen wollen, oder auf ihre SChlafhygiene achten...."

Das sind so hilflose, dumme Äußerungen mit wenig bis kein Verständnis für die echte Qual, was es heißt nicht schalfen zu können, und zwar nicht mal eine Nacht, sondern immer und immer wieder.

Ich leide seit über zehn Jahren unter echter Insomnie und schlafe manchmal, wenn ich Glück habe drei Stunden, und die auch die mit Unterbrechungen. Ich schlafe selten mehr als eine Stunde am Stück-

Schlaflabor, will wie ich erkennen musste nur ein Gerät gegen eine SChlafapnoe verkaufen, wenn die nicht vorliegt, dann können sie nicht weiter helfen.
Bluemoon123 hat geschrieben:
Di., 12.01.2021, 13:03
Er hat mir - neben den "normalen" Schlafhygienetipps - erstmal gesagt, dass ich überhaupt nicht schlafen muss. Als ich ihn verständnislos angeschaut habe, hat er das konkretisiert in dem er sagte, "Nein. Sie müssen nicht schlafen. Es reicht auch, wenn Sie sich nur ausruhen. Gönnen Sie einfach Ihrem Körper seine Ruhepause." und "Wenn Sie am nächsten Tag ausgeruht sind, dann ist alles gut. Und wenn ihr Körper am nächsten Tag nicht ausgeruht ist, dann holt er sich die Ruhe, die er braucht in der nächsten Nacht." Auch das hat mich noch nicht wirklich überzeugt, bis ich das selbst ausprobiert habe.
... noch so ein dummer Spruch! In den neusten Forschungen haben sie Menschen in drei Gruppen geteilt, eine durfte schalfen, eine nicht schlafen und eine nur ruhen und auch die Gruppe die nur ruhte schloss bei den Kognitiven Tests schlchter ab, als die, die geschlafen hat.

Es hat einen Grund, warum Menschen und ander Lebenswesen schlafen müssen! Meine heftigen Reaktionen auf UNsinn in dieser Richtung zeigt das auch an, ich reagiere anders, als wenn ich durch Schlaf ausgeruht wäre.
Bluemoon123 hat geschrieben:
Di., 12.01.2021, 13:03
Als ich in der nächsten Nacht nicht schlafen konnte,
es ist auch etwas vollkommen anderes, wenn du mal oder nie schalfen kannst. Dann ist es tatsächlich ok, nur zu ruhen, weil Du weisst Du bekommst in der nächsten Nacht Schlaf.

Ich habe bisher so viele Ärzte oder Therapeuten aufgesucht, manche machen es sich eben leicht und schieben den Grund auf mich, was so falsch nicht ist, denn ich schlafe ja nicht aber zu sagen ich muss es einfach nur wollen.... ist ignorant.

Ich hoffe mit der jetzigen Therapie da tiefer zu gehen und irgendwann (man wird schon genügsam) Hilfe zu bekommen.

Ich beobachte mich, wann schlafe ich besser, was macht mich unruhig
Ab und zu mache ich ein Schlafprotokoll (nicht zu oft, weil alleine die Beschäftigung mich verrückt und unruhig macht)
Ich schlafe besser, wenn ich nicht alleine in der Wohung bin
Wenn ich mich nicht mit dem Thema beschäftige
wenn ich mich nicht zu sehr mit dem Trauma beschäftige....
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Sadako
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Beitrag Di., 12.01.2021, 14:59

@ saffia
Wenn man nur ausruht, ist man nicht so fit, wie wenn man schläft, das ist klar.
Man kann das aber in Richtung radikale Akzeptanz verstehen. Wenn man nicht schlafen kann ist das so. Wenn man sich unter Druck setzt, indem man über die Konsequenzen nachdenkt, verstärkt man das Problem eher.
Diese Taktik mich auszuruhen mache ich manchmal auch, das führt bei mir nicht zum Einschlafen aber ich bin im günstigsten Fall in einem Trancezustand in dem die Zeit auch schneller vergeht.


Bluemoon123
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Beitrag Di., 12.01.2021, 15:05

Saffiatou ich behaupte keineswegs, dass das was ich geschrieben habe für alle Menschen funktionieren muss und ich will Schlafprobleme auch überhaupt nicht klein reden. Ich kenne den Leidensdruck schon auch (ich hab nicht nur eine Nacht schlecht geschlafen, sondern jahrezehntelang jede Nacht) und ich weiß auch, dass oft nur Medikament helfen. Aber die Frage, die gestellt war, war ja, was hat Euch geholfen, vielleicht gibt es Tipps, die man ausprobieren kann. Deshalb hab ich berichtet, was MIR im Moment geholfen hat. Nicht mehr und nicht weniger. Ganz ohne Absolutheitsanspruch!
saffiatou hat geschrieben:
Di., 12.01.2021, 14:35
... noch so ein dummer Spruch! In den neusten Forschungen haben sie Menschen in drei Gruppen geteilt, eine durfte schalfen, eine nicht schlafen und eine nur ruhen und auch die Gruppe die nur ruhte schloss bei den Kognitiven Tests schlchter ab, als die, die geschlafen hat.
Da hast Du mich grad ein bisschen falsch verstanden. Der Effekt, den ich berichtet habe ist, wie ich mein Hirn quasi "ausgetrickst" habe, mit diesem "ich darf auch nur ruhen". Im Endeffekt schlafe ich irgendwann beim Ruhen ein. Aber ich merke es nicht. Dass ich mir einrede, dass ich nicht schlafen muss, heißt ja im Umkehrschluss nicht, dass ich nicht schlafen darf! Natürlich darf man schlafen! Was mir geholfen hat, ist den Druck raus zu nehmen, und das habe ich mit den oben angegebenen Tricks geschafft.

Und nochmals. Ich weiß, dass das kein Allerheilmittel für alle ist. Aber solange es bei meinem Hirn klappt und es sich so austricksen lässt, ist es für mich kein Bullshit. ,-)

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Chiana
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Beitrag Di., 12.01.2021, 16:49

Den Druck rauszunehmen hat mir auch schon manchmal geholfen. Gerade auch mir zu sagen, dass der Körper sich die Ruhe/den Schlaf holt, den er braucht und ich mir keine Sorgen machen muss. Leider hilft es nicht immer, aber es ist schon richtig: kaum etwas hindert effektiver am Einschlafen als der Gedanke "ich muss jetzt einschlafen", "ich muss jetzt - verdammt nochmal! - einschlafen!!" oder "Hilfe, ich kann nicht einschlafen*Panik*" "Ich kann IMMER NOCH nicht einschlafen!" usw.

Man kann's nur manchmal nicht verhindern, wenn man am nächsten Tag aufstehen muss und fit sein sollte, gerade dann klappt es oft am wenigsten.

Ist echte Insomnie etwas anderes als dieses normale Nicht-Einschlafen-Können wegen innerer Unruhe, Aufgekratzt sein o.ä.? Gibt es organische Ursachen?

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saffiatou
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Beitrag Di., 12.01.2021, 17:01

Insomnie ist etwas anderes, als ab und zu mal nicht einschlafen oder nicht durchschlafen. Ich habe Zeiten da bin ich drei Tage und zwei Nächte ohne Schlaf, erst danach kann ich dann. Wenn die Erschöpfung groß genug ist, ein wenig schlafen, aber nie mehr als vier Stunden. Danach bin ich wieder 50 bis 70 h wach. Und so weiter... dann kann e Saal eine Phase relativ viel Schlaf, geben (das heißt 3 h pro Nacht) ( bei mir)

Bei mir ist sie durch Traumatisierung entstanden. Es gibt bei anderen eventuell somatische Ursachen, das kann ich nicht sagen.
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Sadako
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Beitrag Di., 12.01.2021, 18:24

Ich habe nicht so eine gravierende Schlafstörung wie du Saffia, allerdings schlafe ich auch nicht mehr als 4 bis 5 Stunden an guten Tagen und die nicht durchgehend. Ich habe wenig Hoffnung, dass das noch besser wird und versuche damit umzugehen.