Wenn Validierung zur Emotionskontrolle führt, warum...

Alle Themen, die in keines der obigen Foren zum Thema "Psychische Leiden und Beschwerden" passen.

Thread-EröffnerIn
ztu
neu an Bo(a)rd!
neu an Bo(a)rd!
anderes/other, 18
Beiträge: 1
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Wenn Validierung zur Emotionskontrolle führt, warum...

Beitrag Sa., 04.09.2021, 08:27

Wenn emotionale Validierung in der Theorie zur Emotionskontrolle führt, warum sind Amerikaner dann so emotional?

Wenn man sich englische Foren oder Gespräche anschaut, dann kommen als Antworten meistens sofort Validierungen. Das bezieht sich nicht nur auf Therapieforen, es gibt auch Physiker, bei denen fast jede Antwort für den Gesprächspartner validierend ist.

Während in Deutschland niemand außerhalb von DBT den Begriff überhaupt kennt. Abgesehen von psychisch Kranken würde ich uns schon als emotional kontrollierter sehen und das ganz ohne emotionale Validierungen. Auch in seinem Bekanntenskreis bekommt man bei Problemen keine Validierungen zu hören, eher Invalidierungen. Selbst Therapeuten sind bei uns nicht 100% validierend, da ist immer Invalidierung dabei.

Ich verstehe das nicht.

Benutzeravatar

wind of change
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 47
Beiträge: 1662
Wohnort: Norddeutschland
Status: Offline

Beitrag Sa., 04.09.2021, 10:14

Ich versteh es auch nicht - was du schreibst ;-) ne sorry, Spass bei Seite, ich hab jetzt ein bisschen über Validierung und Emotionskontrolle gegoogelt.

Ich versteh so, wenn mir meine Gefühle "abgesprochen' werden oder versucht wird auszureden, besonders wenn es um die "negativen Gefühle" geht, werde ich verschlossen und "emotional kontrolliert", aber nur nach aussen hin, innen ist ein Gefühl von nicht-verstanden-werden, wachsende Verzweiflung u.ä.

Wenn jemand erwidern würde "ich kann das verstehen" (ehrlich gemelnt), besonders in Bezug auf die "negativen Gefühle" ist das erstmal eine große Erleichterung und dann, habe ich auch bei anderen beobachtet, erfolgt oft so ein "Widerspruch" "ich kann ja auch die andere Sichtweise (des Gegenübers/"Gegners") verstehen".
Ich glaube auch, im Grunde genommen haben das auch die meisten Menschen im Hinterkopf, und wenn die "inakzeptablen Gefühle", die aber auch ihre Ursachen und Gründe haben, akzeptiert werden, ist es leichter für den, der / die akzeptiert wurde, auch "das andere" an sich ranzulassen ohne sich nicht selber fertig zu machen.

Das würde ich dann so deuten, dass "emotionale Validierung" zu "Emotionskontrolle" führt und kann es insofern auch nachvollziehen.
Wobei ich das Wort "Emotionskontrolle" jetzt aber auch nicht ganz passend finde, höchstens oder eher dass man seine eigenen Gefühle eher akzeptieren und annehmen kann und letztlich in Folge auch "das andere".

Vielleicht meinst du aber auch was ganz anderes. Ich sehe nie amerikanische Talkshows .... es wird ja manchmal gesagt, Amerikaner seien offen und herzlich (aber oberflächlich), deutsche "so und so" (zB auch "reserviert und kalt"). Weiss ich nicht. Ich habe etwas Schwierigkeiten damit.
Mir kommt jetzt der Gedanke, dass was du als "stärkere Emotionskontrolle" in Deutschland beschreibst, nicht wirklich "Emotionskontrolle" wie es vom "PrInzip der Validierung und infolgedessen Emotionskontrolle" gemeint ist, sondern eher ein Verdecken der eigenen Emotionen nach aussen. Und das "emotionale der Amerikaner" insofern "Emotionskontrolle von diesem Prinzip her" sein könnte, dass sie ihre Emotionen eher akzeptieren können und insofern auch "freier" sein können, die Emotionen zu zeigen.

Vielleicht ist das jetzt aber auch "daneben" oder am Thema vorbei, was du eigentlich ansprechen willst oder unverständlich wie ich es meine. Und eigentlich sind es ja auch Begriffe aus der DBT (wo ich jetzt auch nicht soo informiert bin) und "Emotionskontrolle" meint etwas ganz anderes oder du meinst was anderes.
Ich habe aber auch allgemein geantwortet wegen dem (allgemeinen) Beispiel der Amerikaner/Deutschen.

Was bewegt dich zu der Frage? Ist "Emotionskontrolle" eher etwas für dich was erstrebenswert ist oder nicht?
Oder was genau ist für dich "Emotionskontrolle"?

Benutzeravatar

Sydney-b
Forums-Gruftie
Forums-Gruftie
anderes/other, 50
Beiträge: 504
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Beitrag Sa., 04.09.2021, 11:36

Ich hätte es schön gefunden, wenn du ein paar konkrete Beispiele genannt hättest.
So hatte ich beim Lesen den Eindruck, dass Wort Validieren hat es dir irgendwie angetan, so oft hast du es in deinem Text verwendet.

Du bekommst also in deinem Bekanntenkreis nur Abwertungen zu hören, wenn du über Probleme sprichst?
Auch vom Therapeuten wirst du manchmal abgewertet?
Und Amerikaner sind für dich emotionaler?

Stimmt, man bekommt öfters von fast fremden Amerikanern Komplimente.
Auf der einen Seite macht es dies leichter, ins Gespräch zu kommen.
Auf der einen Seite hat mich das öfters irritiert, weil ich zum Teil spürte, dass diese Höflichkeit nur aufgesetzt ist.
Einmal sagte jemand zu mir: I just looove your shoes!

So übertrieben, es hat mich irritiert, weil ich abgetretene Sneakers anhatte.

Wobei ich feststelle, dass diese Art unter den jungen Leuten auch immer mehr Anklang findet.

Was verstehst du nun genau nicht?

Benutzeravatar

chrysokoll
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 45
Beiträge: 1719
Wohnort: Bayern
Status: Offline

Beitrag Sa., 04.09.2021, 12:44

Sydney-b hat geschrieben: Sa., 04.09.2021, 11:36
Stimmt, man bekommt öfters von fast fremden Amerikanern Komplimente.
Auf der einen Seite macht es dies leichter, ins Gespräch zu kommen.
Auf der einen Seite hat mich das öfters irritiert, weil ich zum Teil spürte, dass diese Höflichkeit nur aufgesetzt ist.
Einmal sagte jemand zu mir: I just looove your shoes!
DAS ist aber einfach ein kultureller Unterschied.
Das hat ja nichts mit anderer Emotionalität zu tun.
"I love your shoes" ist ein gängiges Kompliment, das unter Amis als nicht übergriffig gilt, anders als etwa Kleidung.

Mit Emotionen hat das nichts zu tun.

Ansonsten verstehe ich aber das Anliegen hier auch nicht ganz

Benutzeravatar

Sydney-b
Forums-Gruftie
Forums-Gruftie
anderes/other, 50
Beiträge: 504
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Beitrag Sa., 04.09.2021, 20:48

Chrysokoll, mir ist das alles absolut klar!
Ich habe in dem Land lange gelebt.


io0
neu an Bo(a)rd!
neu an Bo(a)rd!
anderes/other, 18
Beiträge: 1
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Beitrag So., 05.09.2021, 17:40

Guten Abend,

Ich entschuldige jetzt schon mal das Chaos.

Wie reagiert man, wenn die Thera Advocatus Diaboli (DBT) spielen bzw. auf deutsch immer Argumente für die Gegenseite hervorbringen.

Mir ist ziemlich spät klar geworden, dass ich dann immer diskutiere, weil ich mich dadurch invalidiert und verletzt fühle.

"Jeder hat andere Grenzen. Er kannte deine Grenzen nicht und hat sie aus Unwissenheit überschritten." (Ohne dass ich ihr sagte, was er gemacht hat.)

"Sie verhält sich aus Fürsorge überkontrollierend, grenzüberschreitend und rufschädigend."

"So wie er sich verhält, hatte er eine/n schlechte/n Kindheit/Tag/Woche oder etwas ist seiner Familie passiert" (Ja und? Ich hatte auch eine schlechte Kindheit. Und Ted Bundy hatte bestimmt auch schlechte Tage.)

"Ich habe schon Schlimmeres bei anderen Patienten gesehen. Ich komme damit klar." (War bestimmt beruhigend gemeint.)

"Deine Ängste vor dem Beruflichen sind irrational (und deshalb müssen wir sie nicht besprechen.)"

"Das ist eine Lappalie."

Ich fühle mich davon einfach nur noch verletzt und erschöpft. Und bin auch seit Jahren im Gerichtsprozess mit einem Elternteil, da reichen mir die Gegenseite und die falschen verletzenden Behauptungen über mich aus.

Und dieses Elternteil verhält sich laut ihr jetzt "aus Schuldgefühlen wegen der Trennung, allein gelassen vor 10 Jahren" so.. und nicht, weil es mir einfach kein Geld zahlen möchte.

Und wenn ich bei Problemen die Gegenseite hören und invalidiert werden möchte, dann geh ich zu meinem anderen Elternteil.

Und als ich letztens aufgrund meiner Erkenntnis nicht mehr auf ihre Diskussion eingegangen bin, es so stehen gelassen und mich nicht mehr gewehrt habe, hat sie das angemerkt und als Fortschritt verbucht. Dass ich nicht mehr diskutiere.

Ich bin zu lange bei ihr als dass ich ihr jetzt diesen Fortschritt verwehren möchte.

Und es kann ja gut möglich sein, dass sie mich ab und zu auch validiert und ich das nicht merke.

Sie KANN andere validieren, wenn sie kurz als Beispiel von der schlechten Erfahrung einer anderen Patientin erzählt und andere Patienten, also mich, vorwarnt. Obwohl die Erfahrung der anderen meiner Meinung nach wirklich eine Lappalie war und mir durch meine Erfahrungen viele invalidierende Gegenargumente einfallen, was ich aber nicht sagte.

Irgendwie befürchte ich auch, dass ich immer noch nicht weiß, was man in einer Therapie macht, und mich deshalb über andere beschwere.

1. Worüber spricht man in einer Therapie KVT, DBT, wenn nicht über das, was andere getan haben? Wie man sich dabei fühlt, ist auch kein großer Unterschied zum Meckern. Ist das Therapie?
2. Wie reagiert man auf die Gegenargumente, wenn nicht mit diskutieren? Schweigen oder zustimmen?
Wenn ihr eine SMS von mir nicht passt, reagiert sie mit Ignorieren (Extinktion). Das wäre eine Möglichkeit.
3. Warum machen sie und andere das nur bei mir, aber bei anderen Patienten nicht? Warum hat diese Patientin eine richtige Wahrnehmung, sofern dass nicht auch Advocatus Diaboli und spontan ausgedacht von ihr war?

Ideen:
- sie denkt, dass ich meine Meinungen nicht genug durchdacht habe, weil ich nicht von der Sichtweise der anderen Personen rede, sondern von meiner
- ich zeige zu wenig Emotionen
- sie möchte mich provozieren
- sie denkt, dass ist die einzig verbleibende Lösung, die bei mir wirkt. DBT ist für schwierige Patienten.
- sie möchte, dass ich ihre Sichtweise übernehme und meine Erfahrungen tatsächlich selbst verharmlose? Soll ich das machen?
- sie möchte, dass ich mich mit Selbstvalidierungen dagegen schütze - was ist der Unterschied zu meinem Diskutieren?

Es hat nichts mit ihr zu tun, da auch andere Pädagogen und Psychologen (eigentlich 2 am gleichen Ort) meine Wahrnehmung kleinreden oder gleich gaslighten, die mich vorher noch nie gesehen haben.

__
(Hinweis Admin: ich habe die Betreffzeile Ihres Threads von "Wie reagiert man am besten darauf?" auf obige etwas präzisiert und hoffe, das passt so für Sie.)

Benutzeravatar

münchnerkindl
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 38
Beiträge: 7738
Status: Offline

Beitrag So., 05.09.2021, 18:06

Ich würde mir einen anderen Therapeuten suchen.

Solche Sprüche wo alles verharmlost wird was dich verletzt hat kannst du dir auch von den Tätern in deinem Leben kostenlos holen. Das hat nicth nur keinen therapeutischen Wert, das macht deine Probleme schlimmer.

Der Therapeut kann ausserdem schlicht und ergreifend nicht wissen welche Motivation diese ihm nicht bekannten Personen haben. Oder hast du an deinem Therapeuten irgenwelche telepathischen oder hellsichtigen Fähigkeiten festgestellt. Er schwurbelt sich da einfach was zusammen um dich zu verletzen und zu verunsichern.

Dass andere Pädagogen und Psychologen deine Probleme und Erfahrungen ebenfalls invalidieren ist kein Zeichen, dass dieser Therapeut jetzt Recht hätte. Es gibt einfach wahnsinnig viele arschige Leute da draussen, und die Quote an solchen ist im Psycho-Gesundheitssystem nicht geringer als überall sonst so. Von daher verhält sich ein nicht-geringer Anteil von Therapeuten ebenfalls mehr oder weniger assozial und die Chance solche anzutreffen wenn man Hilfe sucht ist nicht gerade klein.

Benutzeravatar

Takli
Helferlein
Helferlein
weiblich/female, 50
Beiträge: 82
Wohnort: Germany
Status: Offline

Beitrag So., 05.09.2021, 18:36

Mir ging es mal ähnlich, weiß aber nicht, ob es bei dir den gleichen Grund hat. Wenn man über dritte negativ spricht in Form von Vorwürfen oder Abwertung, dann provoziert man diese invalidierende Reaktion. Besser ist es über eigene Gefühle zu sprechen und bei sich zu bleiben. Also anstatt
"er verhält sich überkontrollierend, grenzüberschreitend und rufschädigend"
"Ich fühle mich eingeengt, verletzt und bloßgestellt"
Verstehst du wie ich das meine?


No Twist
Forums-Gruftie
Forums-Gruftie
weiblich/female, 33
Beiträge: 542
Wohnort: Utopia
Status: Offline

Beitrag So., 05.09.2021, 19:10

Takli, solche Verhaltenweisen kann aber ein/e Therapeut/in auch mit dir trainieren... ein/e Therapeut/in sollte nicht agieren.

Er oder sie muss nicht seine Kristalkugel rausholen und irgendwelche Vermutungen zum besten geben und dich damit in die Ecke drängen, dass du das Problem bist, zu überempfindlich etc. Aber gut, es geht ja manchmal auch darum, dass jemand lernt, dass andere Menschen eben nicht so funktionieren, wie man sich das vorstellt und den Horizont zu erweitern, warum sie sich womöglich anders verhalten als erhofft. Ich find es trotzdem blöd, weil Menschen mit psychischen Problemen nach meiner Erfahrung oft Abwertungen ihrer Probleme erfahren haben und wenn man dann noch sagt, sie wären sozusagen zu überempfindlich, würden Dinge nicht richtig sehen, müssten sich mal in den anderen hineinversetzen, ist das aus meiner Sicht nicht so günstig. Günstiger wäre eben, mal zu fragen, warum Patient xy so darauf reagiert, was das Verhalten auslöst und ihm dann aufzuzeigen, dass er doch nicht weiß, was da von der anderen Seite aus los war und ihm anschließend verschiedene Perspektiven zu ermöglichen, um damit eine Erleichterung zu verschaffen und auch Probleme irgendwie kleiner zu machen.

Ich würde darüber mal mit der Therapeutin reden, wenn du das überhaupt noch möchtest, io0. Ansonsten finde ich das persönlich auch nicht so richtig angebracht und würde, wenn die Therapeutin dir dann - was ja durchaus passieren kann, bei ihrer Sicht auf die Dinge und Vorgehensweise - sagt, es liegt mal wieder an dir, das Weite suchen. Ich würde erhoffen, dass sie dir ihr Vorgehen erklärt, sagt, was sie damit erreichen möchte und dir dennoch das Gefühl gibt, dass du kein Problem bist.

Das was du hier schilderst ist für sich genonmmen kein hilfreiches Vorgehen - vielleicht pickst du aber auch Situationen heraus? Wie oben gesagt, man kann jemanden durchaus ermuntern, nicht darüber zu reden, dass der andere ein A-loch ist, sondern eben, was sein Verhalten in einem bewirkt und dabei trotzdem versuchen, einen Blick über den eigenen Tellerrand zu ermöglichen - aber dafür braucht man eine entsprechend gute Beziehung, die hier vielleicht gar nicht vorhanden ist? Aber man muss sich als Therapeutin nicht - wie du das empfindest - auf die Seite des Gegenübers schlagen. Du scheinst dich sehr unverstanden zu fühlen - und das heißt, die Beziehung zur Therapeutin funktioniert nicht. Deshalb würde ich das in jedem Fall in der Therapie ansprechen und ggf. sogar meine Konsequenzen ziehen - denn soweit ich das weiß, soll gerade die gute therapeutische Beziehung ein wichtiger Wirkfaktor sein.
Ich hab an Gestern nicht gedacht und nicht an Morgen
Es ist Nacht, ich steh am Fenster
Und für einen Augenblick leb ich im Jetzt

von: Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen

Benutzeravatar

chrysokoll
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 45
Beiträge: 1719
Wohnort: Bayern
Status: Offline

Beitrag So., 05.09.2021, 19:38

io0 hat geschrieben: So., 05.09.2021, 17:40
Ich bin zu lange bei ihr als dass ich ihr jetzt diesen Fortschritt verwehren möchte.
es geht aber doch nicht um SIE, die Therapeutin. Sondern um dich!

Wahrscheinlich machen alle Patienten in der Therapie auch mal Dinge um dem Therapeuten zu gefallen.
Aber im Mittelpunkt solltest DU stehen.

Warum machst du diese Therapie und warum hast du genau diese Therapieform gewählt?

Gibt es Ziele die du in der Therapie erreichen wolltest, kommst du denen näher, fühlst du dich da gut aufgehoben?
Es klingt jedenfalls nicht danach.

Ich würde versuchen mit der Therapeutin genau darüber zu reden.
Vielleicht auch ihr zu schreiben, du hast das hier doch sehr klar formuliert, das kannst du auch ihr schicken.
Und dann sehen wie sie reagiert, was sie daraus macht. Davon würde ich abhängig machen ob ich da noch weiter hin gehen will.


Waldschratin
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 56
Beiträge: 4249
Wohnort: Daheim
Status: Offline

Beitrag So., 05.09.2021, 19:40

Hallo ioO, ist dieses Thema hier auch von dir?
viewtopic.php?f=21&t=44994

Wenn ja, lies mal die Nettiquette bzgl. Doppelaccounts hier im Forum.


Zu deiner Frage:
ioO hat geschrieben:1. Worüber spricht man in einer Therapie KVT, DBT, wenn nicht über das, was andere getan haben? Wie man sich dabei fühlt, ist auch kein großer Unterschied zum Meckern. Ist das Therapie?
Seh ich schon einen grundsätzlichen Unterschied zum Meckern.
Man spricht ja v.a. davon, wie es einem mit dem jetzt ergeht, was einem angetan wurde. Wie man damit umgeht und was einem dran Probleme macht. Und wie man das verändert bekommt, so dass man damit klarkommen kann in Zukunft.

Es geht meiner Erfahrung nach darum, bei sich selber zu bleiben, seine Gefühle und Reaktionen dazu nicht nur auszudrücken, sondern v.a. sie selber mal "wirklich" wahrzunehmen, sie dann teilen und mit dem Gegenüber lernen, sie auch selber gemanagt zu bekommen und nicht nur sich "abzureagieren" und vom Gegenüber wieder stabilisiert und aufgebaut zu werden.

Dass man da auch mal mit dem/der Thera diskutiert, ist klar.
Aber seh ich nicht als Hauptbestandteil einer Therapie. Geht ja nicht um rechthaben und rechtbekommen.

Dass deine Thera dann auch mal gar nicht auf deine SMSen reagiert, könnte vielleicht dran liegen, dass sie keine Chance grad sieht, dass du auch mal sie und Ihres tatsächlich wahrnehmen und in dir bewegen kannst, anstatt gleich in Argumente zu gehen. Zumal auf schriftlichen Weg Missverstehen noch weitaus wahrscheinlicher ist als sich gegenüberzusitzen und sich zu sehen dabei.

Du schreibst, dass es dir nicht nur mit deiner Thera so ergeht, sondern auch mit "anderen".
Auch im privaten Umfeld oder schulisch/beruflich?
Das würde mich an deiner Stelle dann schon ins Nachdenken bringen, ob du denn auch wirklich das mitbekommst, was dir entgegengebracht wird. Oder ob du (noch) aus deiner Verletztheit raus gleich "umempfindest" aus Schutz vor erneuten Verletzungen?

Hast du denn deiner Thera schon mal gesagt, wie dich ihre Sätze verletzen, was das in dir anrichtet und wie du das erlebst?
Oder argumentierst du da auch eher, "erklärst" und wünschst dir ihre "Einsicht"?
Jede Liebe, die von einer Sache abhängig ist, hört auf, wenn die Sache aufhört; die aber, die von keiner Sache abhängig ist, hört niemals auf.
Talmud

Ich scheue mich nicht zu sagen, es ist die Wissenschaft für uns Religion geworden
Rudolf Virchow

Benutzeravatar

Shukria
Forums-Gruftie
Forums-Gruftie
anderes/other, 42
Beiträge: 532
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Beitrag Mo., 06.09.2021, 06:31

Worüber spricht man in einer Therapie KVT, DBT, wenn nicht über das, was andere getan haben?
Ich find die Antwort von waldschratin hierzu sehr differenziert.

Zb: Klar zahlt der Erzeuger faktisch nicht und trotzdem geht es darum das du nachvollziehen kannst was beim anderen emotional passiert wie das Schuldgefühle eine Rolle spielen könnten und dich da einfühlst. Ziel ist es ja nicht das Verhalten zu entschuldigen oder die Ursache zu klären sondern das du innerlich flexibler wirst negatives Verhalten anderer zu verstehen und dafür mehreren Gründe/Ursachen in Betracht ziehen lernst.
Gerade weil du nicht weißt was wirklich dahinter steht brauchst du mehrere "innere Arbeitshypothesen" die dir selber gegenüber wohlwollend sind. So kannst du deinem Ärger /Wut (kein Geld bekommen) ablegen und für dich nach vorne schauen wie du jetzt mit der Situation anders umgehst.

Schuldgefühle zeugen ja zb davon das du dem anderen nicht egal bist und das sein Verhalten wenig bis nichts mit dir zu tun hat...

Ich hab auch den Eindruck das die Beziehung nicht passt zwischen dir und der Therapeutin.
Besprich deine Enttäuschung und Erwartung mit ihr. Und was ist eigentlich der Grund das du DBT machst?

Benutzeravatar

Happy2020
neu an Bo(a)rd!
neu an Bo(a)rd!
weiblich/female, 30
Beiträge: 4
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Beitrag So., 12.09.2021, 10:55

Hi

Mir ging das mal ganz ähnlich und hatte es dann als es mir irgendwann gereicht hat angesprochen und sie gefragt warum sie das macht und mitgeteilt dass ich bestimmte Themen nicht mehr ansprechen möchte weil ich da Gefühl habe den „anderen“ wird Empathie entgegengebracht aber mir selbst nicht.
Sie meinte dann sie fände es gut dass ich es anspreche denn so richtig hat sie es selbst gar nicht gemerkt. Kam dann auch nicht wieder vor, zumindest nicht in dem Maße und fühl mich besser verstanden weil die Therapeutin reflektiert reagiert hat.
Also mein Rat wäre auch es gezielt anzusprechen..

Vlg

Benutzeravatar

Pauline
ModeratorIn
weiblich/female, 34
Beiträge: 280
Status: Offline

Beitrag So., 12.09.2021, 13:01

Doppelaccount gesperrt, Themen zusammengeführt.
Danke fürs Melden