Unsicherheit und Verletzlichkeit in Bezug auf Frauen

Fragen und Tipps zum Thema "Wie finde ich eine Freundin?" bzw. "Wie finde ich einen Freund?"
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Eisblau
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Unsicherheit und Verletzlichkeit in Bezug auf Frauen

Beitrag Di., 24.03.2020, 17:47

Hallo liebes Forum,

ich würde kurz meine Geschichte schlidern, dann was ich schon versucht habe und zum Schluss die Frage stellen - ich freue mich über jede Anregung/ Hilfestellung.

Zur Geschichte: als ich in der Unterstufe war, war ich ziemlich in ein Mädchen aus der Schule verknallt. Wir haben einige Monate geschrieben und es gab klare Aussagen, dass dieses Interesse auf Gegenseitigkeit beruht. Ich war damals Schüchtern, hatte Angst und habe es nicht geschafft, die Beziehung zu beginnen. Als ich dann endlich meinen Mut zusammengenommen habe und mich überwunden hatte, war es zu spät. Ihre Antwort war aus meiner Sicht vernichtend: sie schrieb, dass sie nie wirklich in mich verliebt war, sie wusste damals einfach nicht, was sie wollte, das war also nicht nur ein Korb für den Moment, sondern für die ganze Zeit rückwirkend. Sie hat sich einen Tag später entschuldigt und meinte, dass das zu hart gewesen sei.
Meine zweite große Verliebtheit endete damit, dass "ein Freund", mit dem ich darüber geredet hatte, mir aus dem nichts beim Fußballspielen mitgeteilt hat, dass das Mädchen, für dass ich Gefühle hatte, kein Interesse an mir hatte - er hatte mir gesprochen. Ein paar Wochen später war er mit ihr zusammen.
Beides hat mich sehr verletzt und danach war erstmal Pause was Frauen angeht. Es gab vielleicht zwei halbherzige Versuche Frauen anzusprechen, die auch gescheitert sind, aber im Grunde hatte ich eine große Angst entwickelt, von Frauen abgewiesen zu werden und ich lag oft im Bett und hatte Schmerzen, wenn ich daran gedacht habe. Gleichzeitig wollte ich gerne eine Beziehung und hatte das mit 20 noch nicht geschafft. Ich dachte damals, wenn ich es schaffen würde, eine Freundin zu finden, könnte ich damit abschließen und diesen Schmerz und diese Unsicherheit hinter mir lassen.
Das war leider nicht der Fall: Zu Beginn des Studiums habe ich eine Frau kennengelernt, die über meine nicht vorhandenen Flirtkenntnisse und Unsicherheit in der Kennenlernphase hinweggesehen hat und wir kamen zusammen. Tatsächlich habe ich festgestellt, dass ich dadurch nicht "geheilt" war, wie ich mir das vorgestellt hatte, so hatte ich zu Beginn der Beziehung mehrere Wochen diverse psychosomatische Probleme wie Schlafstörungen und auch sexuelle Probleme, Sorgen nicht gut genug zu sein. Das gab sich aber wieder und wir blieben ca. 3 Jahre zusammen.
Aktuell bin ich 25 und nun wieder seit 2 Jahren Single. Ich habe mich in der Zeit zwei Mal überwunden und konnte Frauen ansprechen und Handynummern bekommen sowie erste Treffen ausmachen. Beides ist in Körben geendet.

Mein Problem: ich bin unsicher und verletzlich in Bezug auf Frauen, an denen ich romatisch interessiert bin. Wenn ich verliebt bin/Interesse merke, meldet sich automatisch auch die Angst, abgewiesen und verletzt zu werden. Wenn ich an meine Geschichte bezüglich des Kennenlernens von Frauen denke, erlebe ich einen Mix aus verschiedenen negativen Gefühlen: Ich fühle mich erbärmlich, es ist mir peinlich und tut weh, dass ich von den paar Erfahrungen so runterziehen lassen habe und so lange in meinem Leben meinen Wunsch nach einer Beziehung nicht erfüllen konnte. Ich habe manchmal das Gefühl nicht gut genug zu sein und unattraktiv zu sein, obwohl das "objektiv" nicht stimmt. Oder kurz zusammengefasst: Mein Selbstwert in Bezug auf Frauen ist im Eimer. Beim letzten Korb lag ich den ganzen Tag im Bett und habe geweint. Ich glaube, dass Frauen das auch merken, ich das vielleicht unbewusst auch ausstrahle und dass das zu Körben beiträgt. Es ist eine Art Teufelskreis.

Mein Selbstwert in anderen Bereichen ist in Ordnung und ich habe auch nicht generell ein Problem mit Frauen, bin mit vielen befreundet. Nur wenn es um Romanzen geht, kommen meine Probleme und ich scheitere. Was ich bisher versucht habe, ist meine Erfahrungen aufzuschreiben und mein Handeln fair zu bewerten. Ansonsten habe ich versucht, mir die Situationen nochmal ganz detailliert vorzustellen und die Gefühle nochmal zu durchleben. Ich habe auch mit einem Freund alles besprochen. Diese Aktionen taten mir gut, aber haben das Problem nicht gelöst, ich trage diesen beschädigten Selbstwert immer noch mit mir rum.

Meine Frage an euch wäre nun, ob ihr Ideen habt, wie ich meinen Selbstwert aufbessern kann und diese negativen Gefühle, die damit verbunben sind, loswerden kann? Auch wäre ich dankbar für die Tipps, wie man Körbe besser wegstecken kann. Ich freue mich über jeden Tipp!

Liebe Grüße :)

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Fairness
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Beitrag Di., 24.03.2020, 19:41

Hallo Eisblau, auf deine alle Fragen habe ich keine Antworten, was mir aber auffällt ist, dass deine Beziehungsversuche öfters erstmal aus Distanz begonnen haben. Mit dem ersten Mädchen, in welches du verliebt warst, hast du lange geschrieben. Das zweite Mädchen hast du nicht angesprochen, sondern dein Bekannter. Das ist solche verträumte Liebe, mit welcher du der Frau fern bleibst und vielleicht Vorstellungen über sie hast, welche möglicherweise mit der Realität eher weniger zu tun haben.

Das könntest du lösen, indem du nächstes Mal riskierst und die Frau, welche dir aufgrund der ersten Eindrücke sehr gefällt, früher selbst ansprichst und sie kennenlernst. Und wenn du Korb bekommst, ist es objektiv nicht schlimm - es hat zum einen Teil damit zu tun, wie du bist, aber nichts mit deinem Wert. Es sind viele Faktoren, welche sich an der Entstehung und Erhaltung der Liebe beteiligen und nicht alle hat man selbst in der Hand. Das gilt für jeden Menschen so. Behalte dein Herz offen und gib nicht auf, dann glaube ich, du wirst deine Liebe finden.

Ich wünsche dir viel Glück. :)
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Beitrag Di., 24.03.2020, 20:51

Hey Fairness,

deine Einschätzung teile ich, das war früher tatsächlich eine verträumte Liebe, vielleicht auch wirklich in eine Vorstellung, aber subjektiv dennoch sehr bedeutsam. Ich habe zumindest aus dem Punkt gerlernt und bei meinen letzten beiden Versuchen persönlich nach der Handynummer gefragt und auch nicht zu lange geschrieben.

Denke auch, dass ich das Risko noch öfter eingehen muss und habe das auch vor, nur ich weiß nicht, ob ich durch weitere Körbe emotional gefestigter oder eher labiler werden würde, da mach ich mir schon Sorgen muss ich sagen :/

Danke für deine Antwort und deine lieben Worte :)

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Fairness
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Beitrag Mi., 25.03.2020, 16:21

Eisblau hat geschrieben:
Di., 24.03.2020, 20:51
nur ich weiß nicht, ob ich durch weitere Körbe emotional gefestigter oder eher labiler werden würde, da mach ich mir schon Sorgen muss ich sagen
Es ist enttäuschend, wenn es sich zeigt, dass eine Chance für eine Beziehung, welche man aus dem Herzen wünscht, nicht entstehen wird. Es ist auch eine Hoffnung, welche sich relativ früh nicht erfüllt.

Aber, probiere vielleicht, das so zu sehen, dass jede diese Frau und die Erfahrung zwischen euch, welche du machst, sich gerade an ihre konkrete Person knüpft. Und wenn das vier Frauen sind, dann sind das genau die, und nicht Frauen im Allgemeinen. Auch wenn sie zehn werden, welche kein Interesse hätten, sind es gerade diese zehn. Ich denke, es ist wichtig, dass du dir das bewusst machst. Denn Liebe ist kompliziert, ob zwei Menschen zusammenpassen hat ganz viele Variablen. Und wenn du so ein Zusammenkommen zum Kennenlernen wie eine Möglichkeit siehst und anfangs offen betrachtest, wirst du vielleicht auch weniger emotional betroffen.

Eventuell könntest du Coaching oder Therapie besuchen, um dein Leid zu beschreiben und dich in den Bereichen zu stärken, welche dir jetzt deiner Einschätzung nach etwas schwer fallen.

Wenn ich fragen darf, warum habt du und deine Freundin euch damals nach drei Jahren getrennt?

Liebe Grüße.
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Beitrag Mi., 25.03.2020, 23:42

Diese Sichtweise ist denke ich sehr gesund und auch realistisch, wahrscheinlich sollte ich mir das noch mehr in die Birne prügeln, gerade in solchen Situationen. Das offen zu sehen ist auch eine gute Idee und das würde ich mir auch wünschen, aber bisher hat das nie funktioniert, ich bin in der Regel relativ schnell emotional dabei, auch wenn ich versuche mich davon zu distanzieren oder davon genervt bin, das ändert nichts dran, dass mein Herz interessiert ist.
Das macht das Ganze nicht einfacher, weil es dann gefühlt schnell um was geht.

Ich muss auch sagen, dass ich mich selbst in dem Bereich nicht wirklich verstehe. Deine Anmerkung, dass es nur 4 sind oder selbst 10 nicht alle Frauen sind, ist ja absolut richtig, zudem hatte ich ja eine Freundin. Aber dennoch klammere ich mich irgendwie so stark an diese Erfahrungen bzw. schaffe es nicht, sie loszulassen und ich verstehe nicht, welchen Sinn das erfüllt. Ich habe Mal gedacht, dass ich das tue, um mir weitere Enttäuschungen zu ersparen. Wenn ich mich selbst für nicht gut genug halte, versuche ich es erst gar nicht und kann dann auch nicht verletzt werden. Nur.. nachdem ich das gesehen habe und dann wie beschrieben mich überwunden habe, ist diese Sichtweise, dass ich nicht gut genug bin und mich schlecht fühle, nicht verschwunden. Mir da Hilfe zu suchen ist so eine Sache, einen Coach oder Therapeuten privat zu zahlen ist sehr teuer für mich und für eine Überweisung fehlt mir denke ich eine klare Indikation. Offensichtlich habe ich in dem Bereich einen Knacks, bin beim Scheitern emotional stark belastet und wenn ich daran denke, geht es mir schlecht. Allerdings bin ich auch nicht ständig wieder neu verliebt und denke nicht jeden Tag daran. Insofern zeige ich die meiste Zeit keine Symptome einer Depression oder anderen psychischen Störung. Dann geht das nicht, oder?

Warum wir uns getrennt haben... mit der Zeit sind Differenzen (in Werten, Wünschen...) stärker geworden oder stärker sichtbar. Ein Beispiel dafür und auch wichtiger Grund war die Tatsache, dass wir beide nach der Unizeit in vollkommen andere, weit entfernte Städte wollten, jeweils verbunden mit der eigenen Familie.

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Beitrag Do., 26.03.2020, 17:04

Eisblau hat geschrieben:
Mi., 25.03.2020, 23:42
ich bin in der Regel relativ schnell emotional dabei, auch wenn ich versuche mich davon zu distanzieren oder davon genervt bin, das ändert nichts dran, dass mein Herz interessiert ist. Das macht das Ganze nicht einfacher, weil es dann gefühlt schnell um was geht.
Ja, es geht doch auch um etwas.. Du wünschst dir eine Partnerin an deiner Seite. Dass du solches Bedürfnis hast, das verstehe ich gut..

Eisblau hat geschrieben:
Mi., 25.03.2020, 23:42
Mir da Hilfe zu suchen ist so eine Sache, einen Coach oder Therapeuten privat zu zahlen ist sehr teuer für mich und für eine Überweisung fehlt mir denke ich eine klare Indikation.
In Deutschland kann die Psychotherapie auch ohne Überweisung aufgesucht werden. Falls du dich irgendwann so entscheiden solltest, würdest du die Möglichkeit haben, dir direkt selbst einen Therapieplatz zu suchen.

Eisblau hat geschrieben:
Mi., 25.03.2020, 23:42
Offensichtlich habe ich in dem Bereich einen Knacks, bin beim Scheitern emotional stark belastet und wenn ich daran denke, geht es mir schlecht. Allerdings bin ich auch nicht ständig wieder neu verliebt und denke nicht jeden Tag daran. Insofern zeige ich die meiste Zeit keine Symptome einer Depression oder anderen psychischen Störung. Dann geht das nicht, oder?
Ich denke, gehen würde das schon.. Leid hat verschiedene Gesichter, bei einem Menschen ist es permanent, bei anderem Menschen wiederholend, mit Pausen dazwischen, bei jemandem einmalig, jemand erlebt es schwächer, jemand stärker, antriebslos, oder dramatisch..

Ich würde dir jetzt aus meiner Erfahrung schreiben. Bevor ich vor Jahren in die Therapie ging, war mein Erleben so: ungefähr drei bis vier Wochen litt ich und das hat mich viel Achtsamkeit gekostet, danach hatte ich auch acht Monate lange asymptomatische Zeiten. Bei dritter "Wiederholung" bin ich es eingegangen und der damalige Therapeut meinte, ich hätte bereits beim ersten Mal in die Behandlung kommen sollen. Weil er glaubte, dass die problematische Bereiche so früh wie möglich behandelt werden sollten, dass der Patient sie dann gut ablegen kann.. und sein Leben dann nach Möglichkeit früher etwas zufriedener fortsetzen kann. Das glaube ich ein bisschen auch..

Gleichzeitig finde ich aber auch, dass du nur selbst wissen kannst, ob du das willst, dass es abzuwägen ist, wieviel Leidensdruck vorhanden ist und wie groß dein Wunsch ist, an etwas zu arbeiten, weil Psychotherapie außer den Aussichten auf mögliche Erfolge auch mögliche Risiken und Nebenwirkungen haben kann.

Liebe Grüße. 🌷
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No Twist
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Beitrag Do., 26.03.2020, 18:39

Du hast doch schon eine Beziehung geführt, die aufgrund verschiedener Lebensentwürfe (wenn ich das richtig verstanden habe) geendet ist... Kannst du nicht das nehmen und dir daran anschließend sagen, dass es das für dich auch gibt? Das du schon gute Erfahrungen machen konntest? Und so die alten, blöden Erfahrungen etwas in den Hintergrund drängen?

Jeder (bzw. viele) hat Angst vor Verletzungen- und gerade wenn man sich verliebt, ist man enorm verletzbar. Ich finde das weniger problematisch als sympathisch, dass du da keine Ausnahme bist... Wie wärst du denn gerne?

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Beitrag Fr., 27.03.2020, 20:46

@Fairness

danke für deine persönliche Erfahrung und die Infos zur Therapie. Denke, dass es in jedem Fall gut gewesen wäre, früher darüber zu reden. Ich werde darüber nachdenken. Liebe Grüße :)

No Twist hat geschrieben:
Do., 26.03.2020, 18:39
Du hast doch schon eine Beziehung geführt, die aufgrund verschiedener Lebensentwürfe (wenn ich das richtig verstanden habe) geendet ist... Kannst du nicht das nehmen und dir daran anschließend sagen, dass es das für dich auch gibt? Das du schon gute Erfahrungen machen konntest? Und so die alten, blöden Erfahrungen etwas in den Hintergrund drängen?

Jeder (bzw. viele) hat Angst vor Verletzungen- und gerade wenn man sich verliebt, ist man enorm verletzbar. Ich finde das weniger problematisch als sympathisch, dass du da keine Ausnahme bist... Wie wärst du denn gerne?

Hallo No Twist,

Danke für deine Antwort. Möglicherweise muss ich mir diese Zeit aktiv mehr vor Augen führen, das ist glaub ich eine gute Idee. Aber wie gesagt, hat das nicht gereicht, um mich zu "heilen", wie ich das erwartet hatte. Davor warens 6 - 7 Jahre, in denen überhaupt nichts lief mit Frauen, in dem Lebensbereich habe ich es nicht geschafft, meine Bedrüfnisse/Wünsche zu erfüllen und einige Erfahrungen verpasst, aber daran ist ja nichts mehr zu ändern. Jetzt ist es seit 2 Jahren ähnlich, ich denke, ich werde so einfach mehr an die Zeit früher erinnert, als an die Zeit mit meiner Ex-Freundin.

Stimmt... ich habe zwar Verletzlichkeit in den Titel geschrieben und explizit danach gefragt, wie man Körbe besser wegstecken kann, aber wenn ich so drüber nachdenke, ist das ja vielleicht normal/ nicht so änderbar. Ich wünsche mir nicht, ein emotionaler Eisblock zu sein. Das andere Problem, mein Selbstwert bzw. das, was ich denke, was Frauen von mir halten, ist entscheidend.
Also wie ich gerne wäre... ich würde gerne tief im Inneren daran glauben, dass ich für manche Frauen interessant, liebenswert und attraktiv bin. Ich kann mich zwar von außen betrachten und feststellen, dass ich in Ordnung bin, aber ich fühle es einfach nicht, wie ich in anderen Bereichen einen gesunden Selbstwert fühle. Jeder Korb ist mit solchen Annahmen natürlich wie Öl ins Feuer. Und natürlich wünsche ich mir auch, dass meine Gefühle beim nächsten Mal erwidert werden und ich nicht Jahre lang unfreiwillig Single bin, aber das sind wahrscheinlich zwei unterschiedliche Probleme und es wird nicht klappen, mit einer weiteren Beziehung alles in Ordnung zu bringen. Ich muss es selbst schaffen, meine festgefahrenen Ansichten über mich zu verändern, aber ich weiß gerade nicht so richtig wie.

Hat es schon mal jemand geschafft, eine festgefahrene Überzeugung über sich zu verändern? Ein Tipp, wie das ging, wäre super.

LG

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Beitrag So., 29.03.2020, 10:03

Eisblau hat geschrieben:
Fr., 27.03.2020, 20:46
Hat es schon mal jemand geschafft, eine festgefahrene Überzeugung über sich zu verändern? Ein Tipp, wie das ging, wäre super.
Lieber Eisblau, ich habe ein paar festgefahrenen Überzeugungen abgelegt.. ich brauchte dafür vier Jahre andauernden therapeutischen Prozess und das zusammen bestand aus viel Erinnern, Konfrontation mit meinen Ängsten im Rahmen der Therapie aber vor allem in meinem Leben außer Therapie, und Begreifen der Vergangenheit und Gegenwart in verschiedenen Kontexten und deren Dynamiken, welche ich früher nicht so bemerkt habe.

Ich denke, solche Überzeugungen sind etwas Individuelle und auch wenn manches bei uns Menschen ähnlich scheint, sind unsere Leben und Gründe, warum wir bestimmte Überzeugungen haben und wie wir zu ihnen gekommen sind, aus verschiedenen Kombinationen an Beziehungen, Ereignissen und (nicht) vorhandenen verinnerlichten Werten gestrickt.. und so, was einem hilft, kann bei anderem anders sein.

Welchen anderen wirksamen Weg es noch für mich gäbe, weiß ich nicht, ich habe allein diesen erfahren.

Alles Liebe.
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