Seminar hat Retraumatisierung ausgelöst

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wind of change
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Re: Seminar hat Retraumatisierung ausgelöst

Beitrag Fr., 14.02.2020, 10:25

catharina hat geschrieben:
Fr., 14.02.2020, 09:52
ich dachte lange, er hat überhaupt keine Verantwortung....das liegt alles nur bei mir...er ist in den letzten Jahren habe ich immer mehr das Gefühl...das stimmt wahrscheinlich nicht... er hat auch einen Anteil, er hat auch Verantwortung...und ich möchte, dass er sie übernimmt...
Nun, nach dem was du schreibst übernimmt er sie ja jetzt durch eure Gespräche/Therapie. Somit dürfte alles paletti sein für dich, oder (platt ausgedrückt)? Oder nicht??? Ich frage mich gerade, was deine aktuelle Frage ist (die in deinem Eingangspost wurden dir ja beantwortet) oder inwieweit du hier diskutieren möchtest? Oder hast du doch Zweifel an dem, dass oder wie eure Gespräche/Therapie laufen?
Ist das dein aktuelles Thema???
LG

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Coriolan
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Beitrag Fr., 14.02.2020, 10:37

catharina hat geschrieben:
Do., 13.02.2020, 23:17

Das ist so meine Hoffnung für den Thread, dass daraus etwas Gutes, Positives entsteht, wo sich jeder etwas mitnehmen kann...
Das einzige, was ich bisher aus deinem Thread mitnehme, ist eine gewisse Irritation, weil du fast alle Fragen, die zu einem besseren Verständnis führen würden, konsequent ignorierst. Damit meine ich sicher nicht die Traumainhalte - hier muss sich sicher niemand nackt machen und Seelenstriptease betreiben, aber ein konstruktiver Austausch ist das hier so (für mich) nicht wirklich.

Wie viele Gespräche hattet ihr denn bisher?
Sind weitere geplant?
Hast du bekommen, was du dir erhofft hast?
Warum wollte er dich eigentlich rauswerfen?
Wer hat deine Retraumatisierung festgestellt? (Ich persönlich halte nicht viel von Selbstdiagnosen)
catharina hat geschrieben:...und es ist sehr tragisch, wenn Menschen durch ein Seminar, einen Kurs für Jahre aus der Bahn geworfen werden...und dann möchte ich ergründen...was sind die Risikofaktoren...wie kann man Menschen schützen...vielleicht erlaubt er es mir, das mit ihm zu ergründen...
Na, da hast du dir ja einiges vorgenommen aber so bedauerlich für dich das Ganze persönlich ist - ernsthafte und wissenschaftliche Forschung schaut anders aus. Einzelne Schicksale sind jetzt nicht unbedingt repräsentativ. Ich befürchte, da überschätzt du dich, dein Erlebnis und auch den Seminarleiter.

Wahrscheinlich mangelt's mir einfach an Vorstellungsvermögen wie's sein kann, dass der Leiter eines Wochenendseminars es schafft, dich für Jahre so aus der Bahn zu werfen, du aber trotzdem jahrelang den Kontakt zu ihm suchst (statt dir woanders adäquate Hilfe zu suchen?). Trotz deiner schlechten Erfahrungen mit diesem Seminar hast du weitere Seminare aufgesucht (sogar bei ihm!). Versteh' ich wirklich nicht.

Ich find's - wie gesagt - bedauerlich, dass dich da was so sehr belastet, aber auf mich wirkt es so, als wäre der Seminarleiter "schuld" (obwohl [mir] nicht klar ist, was oder ob er überhaupt was falsch gemacht hat) und deswegen solle er sich auch darum kümmern.

Meiner Meinung nach interpretierst du in eure Beziehung, seine Person und dieses Seminar viel, viel mehr rein als da ist. Auch was er als Seminarleiter mit 20 (ihm unbekannten) Teilnehmern alles wissen und ahnen hätte sollen, finde ich äußerst unrealistisch. Vor allem, wenn du es selbst nicht einmal wusstest, was da in dir schlummert. Du hast dich da irgendwie auf ihn eingeschossen und verlangst von ihm viel, viel mehr als das, was du als Seminarleiter von ihm (meiner Meinung nach) erwarten könntest.
GuterGeist2019 hat geschrieben:Dennoch bin ich der Meinung, WENN dann offensichtlich die Zeit ist und dann ja sogar recht lange Antworten verfasst werden, dann sollte schon auch auf die Antworten eingegangen werden - sonst brauche ich hier ja nicht zu schreiben und nach Meinungen zu fragen...
So sehe ich das auch.
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Anna-Luisa
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Beitrag Fr., 14.02.2020, 11:20

catharina hat geschrieben:
Fr., 14.02.2020, 09:52
... er hat auch einen Anteil, er hat auch Verantwortung...und ich möchte, dass er sie übernimmt...
Er hat keinerlei Verantwortung dir gegenüber. Ich finde es gruselig zu lesen, wie du bei ihm nicht lockerlässt. Er ist ganz sicher nicht für dein Wohlergehen verantwortlich - und schon gar nicht 3 Jahre (!) nach dem Seminar.

Mein Eindruck ist, dass du dich in den Seminarleiter verguckt hast und jetzt die Möglichkeit siehst ihm näher zu kommen. Du mutmaßt, dass er durch seine eigene Demo mit dir an ein eigenes Trauma erinnert wurde - und er dir auswich, da er dies nicht wollte.

Du siehst Gemeinsamkeiten wo keine sind. Und auch wenn es sicher richtig ist sich mit Fachlektüre zu befassen: Zu meinen, dass man mit einem kürzlich angelesenen Fachbegriff eine Verdachtsdiagnose bei einem Seminarleiter stellen kann, halte ich für absurd.
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stern
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Beitrag Fr., 14.02.2020, 12:41

Ich finde, dass der Thread im falschen Bereich ist.

Wenn ein PT ein Seminar veranstaltet, läuft das noch lange nicht unter Psychotherapie (mit allem drum und dran). Das Seminar richtete sich sogar u.a. an angehende PT. Klingt vielleicht nun recht hart, aber hier muss man doch selbst abwägen, ob das für einen passt. Emotionale Stabilität war als Voraussetzung genannt... hier hast du dich verschätzt (ich meine das nicht diagnostiscb). Dafür kann der Seminarleiter aucht nichts. Er wird das auch nicht prüfen müssen - wie auch. Wie gesagt: Ich sehe nicht, dass es hierbei um eine PT geht, wo sich manches anders gestaltet (und wo meine Antwort dementsprechend auch anders ausgefallen wäre).

Das Potential zur Retraumatisierung liegt in einem selbst (oder man hat es eben nicht)... kann also auch passieren, wenn man ein Buch zur Arbeit mit dem inneren Kind kauft. Auch dort finden sich auch oft Hinweise, dass Stabilität vorausgesetzt wird. Wenn es Nebenwirkungen hat, kann man den Autor auch kaum in Verantwortung nehmen.

Dass (egal ob PT oder nicht) unerwünschte Effekte auftreten können, steht außer Frage... aber hier ging es ja um die Frage, wie hätte der Seminarleiter damit umgehen müssen. Für ein Seminar, das schon 3 Jahre her ist finde ich das nicht unangemessen.
Liebe Grüsse
stern
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candle.
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Beitrag Fr., 14.02.2020, 13:02

Wobei die Frage schon längst hinfällig ist, wenn man dort in Therapie ist.

candle
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Joa
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Beitrag Fr., 14.02.2020, 13:53

Hey Catharina,

ich frage mich gerade, wie es gekommen wäre, wäre diese "Retraumatisierung" damals nicht passiert? Wärst du dann einfach deiner Wege gegangen oder hättest du versucht, auf andere Art in Kontakt zu kommen? Du warst ja schon vorher beeindruckt von ihm bzw. dem, was du gelesen hast.

Meine Vermutung ist nämlich, dass du andernfalls auch "energisch" Kontakt gesucht hättest. Korrigiere mich bitte, falls ich falsch liege.

LG

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Tristezza
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Beitrag Fr., 14.02.2020, 18:34

Zwei reine Unterstellungen enthaltende Beiträge entfernt.

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catharina
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Beitrag Fr., 14.02.2020, 21:13

Hallo ihr Lieben,

danke für eure Beiträge!! Ich weiss noch nicht genau, wie ich das jetzt alles ordnen soll. :ertrink:
Im Augenblick fühle ich mich wie mit einem Wollknäuel, wo ich wahllos irgendwelche Fäden, sprich Fragen, herausziehe und der vielen thematischen Fäden noch nicht Herr werde. :augenreib: Aber ich versuch einfach, jeden Tag am Ball, sprich am Wollknäuel zu bleiben, soviel ich schaffe! :freude:

Wind of change hat gefragt, was meine aktuelles Anliegen eigentlich ist:
wind of change hat geschrieben:
Fr., 14.02.2020, 10:25
Ich frage mich gerade, was deine aktuelle Frage ist [...] oder inwieweit du hier diskutieren möchtest?
Anhand der Antworten habe ich gemerkt, dass alles, was zu stark ins Inhaltliche des Traumas geht, ganz schwierig für mich ist.
Ich kann die Beiträge dazu fast nicht lesen kann bzw wird dann alles ganz nebelig und ich vergesse, was ich gerade gelesen hab, und zwar einerseits bei Vermutungen, wo ich denke, da könntet ihr recht haben, als auch bei Beiträgen wo ich das Gefühle habe, das trifft überhaupt nicht, aber ich hab nicht die Kapazität, das richtig zu stellen, weil ich in beiden Fällen ins Trauma hineinmuss. Ich hab einfach gemerkt, ich kann mich mit Fragen dazu hier nicht auseinandersetzen.
Wenn ich also auf manche Beiträge überhaupt nicht eingehe, hat das vielleicht darin seinen Grund und ich bitte gleichmal um Nachsicht, die Verfasser dieser Beiträge können sich dann ihren Teil dazu denken. Es hat mich auch sehr entlastet, dass Jenny Doe, Guter Geist2019, Corolian, Candle und andere sofort geschrieben haben, ich müsste hier auch nicht alles blosslegen. Vielen Dank dafür!

Was ich aber gerne fragen möchte und mein Anliegen ist, wie euch die "Rahmenhandlung" vorkommt.
Meine anfängliche Frage war ja auch, was ihr euch erwartet hättet vom Seminarleiter, wenn euch sowas passiert wäre.
Da haben eigentlich ganz viele gesagt, dass sie schon erwartet hätten, dass der Seminarleiter sich in irgendeiner Weise mit der Sache auseinandersetzt, sein Bedauern ausdrückt - in welchem Umfang, das ist noch eine andere Frage, aber das zu lesen, hat mir schon viel Klarheit gebracht.

Und weitergehend, welche Verantwortung so ein Seminarleiter hat, wenn er ein Seminar hält. Wie man damit umgehen kann, wenn dann doch was passiert. Ich häng da irgendwie noch, wie ich das alles einstufen, einschätzen soll.. Dazu sind jetzt auch schon viele Beiträge mit verschiedenen Ansichten gekommen, die mich aktuell beschäftigen..

Was ich jetzt tun kann, ist, noch mehr Fakten zum Seminar zu liefern:
Es haben viele gefragt, war das jetzt nur für psychisch "gesunde", welche Art von Angebot war das:

Also, das Seminar hat sich explizit auch an Privatpersonen gerichtet, die überhaupt keine psychologischen Vorkenntnisse haben mussten. Folglich auch nicht fachlich einschätzen können mussten, wie sie innerlich emotional konfiguriert sind. Selbsteinschätzung reichte. Es konnte sich für dieses Seminar wirklich jeder anmelden, der wollte, also auch jeder hier aus diesem Forum hätte sich anmelden können. Bei den Teilnehmern, die Fachpersonen waren und durch das Seminar herausfinden wollten, ob sie die mehrjährige Psychotherapie-Ausbildung machen möchten, hat die Seminarleitung das Seminar auch genutzt um zu beobachten, ob sie die Teilnehmer für psychisch geeignet für eine spätere Psychotherapie-Ausbildung halten. Das heisst, die Seminarleitung hat klar damit gerechnet (es war der Seminarleiter und eine Kollegin als Assistenz) dass da Menschen kommen, die eigene Themen, Verletzungen, emotional schwierige Erfahrungen oder Kindheitserfahrungen haben.

Damit ihr euch was vorstellen könnt: Ein Teilnehmer in dem Seminar hat beide Eltern als kleines Kind bei einem Autounfall verloren, es war eine Patientin dabei, die erzählt hat, dass sie ihre ganze Jugend dissoziiert war, eine Frau, die eine Fehlgeburt hatte und während des Seminars berührt durch ein Thema in Tränen ausgebrochen ist, bei einem späteren Seminar der gleichen Art hat der Seminarleiter eine Demositzung mit einer Frau gemacht, die Missbrauchserfahrungen hatte, ein anderes Mal mit einer Therapeutin, die vor ein paar Monaten ihren Mann durch Suizid verloren hat. Also ein weites Spektrum...

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Anna-Luisa
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Beitrag Fr., 14.02.2020, 22:32

catharina hat geschrieben:
Fr., 14.02.2020, 21:13
Folglich auch nicht fachlich einschätzen können mussten, wie sie innerlich emotional konfiguriert sind. Selbsteinschätzung reichte. Es konnte sich für dieses Seminar wirklich jeder anmelden, der wollte, also auch jeder hier aus diesem Forum hätte sich anmelden können. Bei den Teilnehmern, die Fachpersonen waren und durch das Seminar herausfinden wollten, ob sie die mehrjährige Psychotherapie-Ausbildung machen möchten, hat die Seminarleitung das Seminar auch genutzt um zu beobachten, ob sie die Teilnehmer für psychisch geeignet für eine spätere Psychotherapie-Ausbildung halten. Das heisst, die Seminarleitung hat klar damit gerechnet (es war der Seminarleiter und eine Kollegin als Assistenz) dass da Menschen kommen, die eigene Themen, Verletzungen, emotional schwierige Erfahrungen oder Kindheitserfahrungen haben.
Ich finde es richtig, dass mündige Bürger selber entscheiden, ob und welche Seminare sie besuchen wollen.

Selbstverständlich wusste die Seminarleitung, dass dort Menschen anzutreffen sein werden, die eigene Themen, Verletzungen und/oder emotional schwierige Erfahrungen gemacht haben. Sie sind ÜBERALL anzutreffen.

Haben dich die beobachteten Fachpersonen darüber informiert, dass sie quasi einer "Eignungsprüfung" unterzogen wurden?

Oder hat der Seminarleiter die Privatpersonen ohne psychologische Vorkenntnisse darüber informiert, dass die "Fachpersonen" unter Beobachtung stehen?

Ich finde deinen Bericht so, ehrlich gesagt, eher unglaubwürdig. Immer wenn nachgefragt wird, bzw. Reaktionen anders auszufallen scheinen, als du es dir wünschst, legst du nach.

Erst jetzt kommen eine Assistentin und schlimme Schilderungen anderer Teilnehmer ins Spiel.....
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Beitrag Fr., 14.02.2020, 22:50

Was wünscht Du Dir denn jetzt catharina?
Also, wie möchtest Du das es weitergeht für Dich?
Hast Du eine konkrete Vorstellung?
Oder weißt Du es (noch) nicht?

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catharina
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Beitrag Fr., 14.02.2020, 22:53

Liebe Anna-Luisa, es tut mir leid, wenn du das so empfindest, aber ich bemühe mich nach Kräften, das Geschehen zu beschreiben, sodass es nachvollziehbar wird. Ich merk ja teilweise erst durch eure Fragen achso, das könnt ihr ja nicht wissen, wenn ihr nicht dabei wart, das muss ich näher erläutern, wie das war. Allein das Wort "Seminar" oder "Demositzung" haben ganz unterschiedliche Assoziationen geweckt, was man sich darunter vorstellen zu hat. Ist aber natürlich nötig, da Erklärungen zu liefern, weil man sonst das Geschehen ja nicht wirklich einschätzen kann. Ich kann das aber halt nur nach und nach bzw hintereinander. Ich hab das in anderen Threads aber auch so erlebt, dass man sich erst mit der Zeit ein Bild machen kann.

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catharina
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Beitrag Fr., 14.02.2020, 23:37

Ich antworte auf wind of changes Fragen, in der Hoffnung, dass ich einige Fragen anderer gleich mitbeantworten kann...
wind of change hat geschrieben:
Do., 13.02.2020, 10:52
Du hast also drei Jahre gewartet ( und bist ihm nicht drei Jahre hinterherlaufen, wie andere schreiben, oder??)
Genau.
wind of change hat geschrieben:
Do., 13.02.2020, 10:52
Gewartet weil du selber überrascht und überfordert warst, auch verunsichert ob deine Gefühle "richtig" sind (...) stimmt das so ungefähr?
Ja, ich hab ihm ja in den Tagen nach dem Seminar eine erste Mail geschrieben und um Hilfe gefragt. Er hat daraufhin nein gesagt und ich hab das akzeptiert. Wir haben in dem Seminar soviel über Grenzen gelernt und für mich war das etwas ganz Neues und Wichtiges, die Grenzen anderer Menschen und meine eigenen wahrzunehmen. Von dem her war ich extrem bestrebt, nicht ausgerechnet die Grenzen des Seminarleiters zu überschreiten. Zudem war ich ja auch anfangs ganz unsicher, was da mit mir passiert, ich konnte das nicht einschätzen und dachte manchmal auch, vielleicht steigere ich mich da hinein und das beruhigt sich alles wieder....

Ja, und nach 3 Jahren hat er dann wieder ein Seminar gehalten, das war ein bisschen der Anlass, mir mein erstes Email an ihn wieder durchzulesen. Und das Erschrecken war gross, als ich mit dem Abstand von 3 Jahren erkannte: Ich hab mich da überhaupt nicht verständlich machen können!! Es klang total allgemein, man konnte überhaupt nicht erkennen, dass das Seminar soviel ausgelöst hatte. Da war der Schmerz gross, als ich feststellen musste: Er hat mich überhaupt nicht verstanden, nicht verstehen können, ich habe meine Not überhaupt nicht verbalisieren können...
Und insofern habe ich ihm dann einen langen Brief geschrieben was alles passiert ist, in der Hoffnung, dass ich das diesmal besser schaffe und er mir irgendwie hilft, mit dem Ganzen umzugehen.
wind of change hat geschrieben:
Do., 13.02.2020, 10:52
Ich könnte mir vorstellen, dass du Hier geschrieben hast um dir indirekt nochmal Bestätigung zu holen dass deine Wutgefühle oder sich-ungerecht-behandelt-fühlen "stimmen oder richtig sind" oder verständlich.
Ich war die ersten Jahre ausschliesslich wütend auf mich selbst. Dass ich mit dem Ganzen nicht hatte besser umgehen können. Dass ICH das nicht geschafft hatte.
wind of change hat geschrieben:
Do., 13.02.2020, 10:52
Ich stehe gerade in einigen Dingen an einem ähnlichen Punkt. Ich habe auch vieles geschluckt, mich selber und meine Gefühle immer wieder in Frage gestellt. Jetzt bin ich empört über einige Dinge und ich finde auch zurecht
Ja, das kann ich nachvollziehen, der Verdacht, dass da vielleicht von ihm aus manches auch nicht okay gelaufen ist, kam auch bei mir erst viel später. Ich dachte zum Beispiel ganz lange, dass ich mich auch in dem Brief nach 3 Jahren wieder nicht verständlich hatte machen können und er deshalb auf den Brief nicht reagiert hat. Und jetzt erkenne ich: Ich hab das gut beschrieben. Oder es ist mindest klar erkenntlich, dass das Seminar ganz viel ausgelöst hat und er musste mit seiner fachlichen Erfahrung doch erkennen, dass da was ganz furchtbar schief gelaufen ist, eine Komplikation passiert ist. Und dass er da nicht ein Gespräch mit mir gemacht hat, mir erklärt hat, was mit mir los ist, mir sein Bedauern ausgedrückt hat, das ist für mich immer noch unverständlich, macht mich fassungslos. Und auch einfach traurig. Ich hätte mir soviel erspart, hätte er mich orientiert darüber, in was ich da reingeraten bin. (Wiedererleben alte Geschichte)
wind of change hat geschrieben:
Do., 13.02.2020, 10:52
Ich finde es gut, dass du (...) den Seminarleiter darauf aufmerksam gemacht hattest dass da etwas schiefgelaufen ist. 1) für dich selber und 2) auch für mögliche spätere "Kunden" und in ihm ein Bewusstsein zu wecken dass auch ein Seminar so einiges auslösen kann und er da natürlich auch eine gewisse Verantwortung hat. Aber damit hätte ich es dann auch glaube ich, belassen und versucht
Dort bin ich noch gar nicht. Denn ich habe noch keine Antwort von ihm, warum er auf meinen Brief nicht reagiert hat....warum er so lange jegliche Bitte nach einem klärenden Gespräch abgewiesen hat...und dass er Verantwortung übernimmt, das Gefühl habe ich auch noch nicht...

Ich hoffe aber, dass du deinen Brief noch abschicken kannst und deine Sache gut bereinigen kannst und damit auch deinen Frieden und dein Glück finden kannst. Und danke danke für deine einfühlsame Art, Fragen zu stellen und Dinge zu versuchen, nachzuvollziehen...

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FloBro
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Beitrag Fr., 14.02.2020, 23:53

Dein Thread wirkt wie eine ausgedachte Geschichte. Du schreibst sehr sachlich, rationalisiert und vage. Wie der Storyteller in einem Drama. Wir wissen nach 12 Seiten immer noch nicht, was eigentlich Sache ist. Worum geht es hier eigentlich?
Du gibst deinen nach mehr dürstenden Lesern immer mal wieder ein paar Tropfen mehr, um sie bei der Stange zu halten. Damit sie nach mehr betteln. Mehr geht ja nicht, weil du nicht kannst. Was auch immer das wieder bedeuten mag erfahren wir auch nicht.

Bis jetzt könnte man das auf jeden Fall so verfilmen, in genau der Reihenfolge. Die verwirrte und traumatisierte Catharina und immer mal ein paar vage Flashbacks.

Falls das hier ernst gemeint ist: ich meine das absolut nicht böse! Aber so wirkt dein Thread auf mich. Das löst er in mir aus. Das sagt nichts über dich als Person aus. Ich will damit auch nicht sagen, dass du lügst oder eine Geschichte erzählst. So wirkt es nur.

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catharina
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Beitrag Sa., 15.02.2020, 00:25

wow. cool. und was soll ich jetzt machen?
Ich muss sagen, dass mich diese ständige "du machst es nicht richtig", "du antwortest auf dies nicht, du antwortest auf das nicht" und wenn ich dann antworte und etwas ausführlicher erkläre, dann heisst es "jetzt auf einmal erklärst du das" , "oder jetzt stellt es sich anders dar" und wirkt "unglaubwürdig" oder "ausgedacht" langsam fertig macht.
Dieses ständige Rumkritisieren, dieses ständige Ungehaltensein, dieses ständige Fordern, dieses ständige Erwarten, wie ich zu schreiben habe...dieses Hinzudichten von Fakten die nicht in dem Thread stehen, denn ich habe zum Beispiel keine Flashbacks, darauf habe ich explizit hingewiesen, dieses ständige Reininterpretieren von Gefühlen, von Absichten, die ich nicht habe wie zB. "um sie bei der Stange zu halten" Ich muss überhaupt niemanden bei der Stange halten. Mir reichts langsam.
Ich würde vorschlagen, dass alle, denen die "Qualität" in diesem Thread zu "schlecht" ist, nicht mehr mitlesen und BITTE hier nicht mehr schreiben. Gibt genug andere Threads. Dann schreiben hier vielleicht nur noch 10% und das ist dann eine überschaubare Anzahl mit der ich zurecht komme und mit denen ein sinnvoller Austausch möglich ist.

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Coriolan
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Beitrag Sa., 15.02.2020, 00:34

Du widersprichst dir grad selbst: Einerseits bemängelst du, dass er sich jahrelang nicht auf ein Gespräch mit dir eingelassen hat und dann korrigierst du hier dahingehend, dass seit dieser Mail von damals kein Kontakt mehr bestand bis du erneut ein Seminar bei ihm aufgesucht hast? Wie soll das zusammen gehen? Um zu wissen, dass er die Gespräche ablehnt, musst du ja in der Zeit dazwischen irgendwie mit ihm in Kontakt getreten sein...
Denn ich habe noch keine Antwort von ihm, warum er auf meinen Brief nicht reagiert hat....warum er so lange jegliche Bitte nach einem klärenden Gespräch abgewiesen hat...und dass er Verantwortung übernimmt, das Gefühl habe ich auch noch nicht...
Warum hast du ihn das in den Gesprächen, die ihr mittlerweile hattet, nicht einfach gefragt?

Letztendlich hast du ja deinen Willen durchgesetzt, so, wie ich das verstanden habe: Du hast/hattest jetzt mehrere Gespräche mit ihm (die wohl auch unter "Therapie" laufen) - er wollte dich zwar auch schon rauswerfen, aber trotzdem wirkst du unzufrieden, weil er sich anscheinend weigert, deine (ob berechtigt, oder nicht) Erwartungen zu erfüllen.

Dann kann ich dir nur viel Glück bei dieser mehr oder minder erzwungenen Therapie wünschen. Viel mehr schlechtere Voraussetzungen für eine Therapie gibt's wohl nimmer.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass (selbst, wenn du dich damals klarer ausgedrückt hättest) er sich deswegen auch nicht auf ein Gespräch eingelassen hat, weil eine derartig massive Problematik sich nicht in einem Gespräch "klären" lassen würde. Das zeigt sich ja jetzt nach mehreren Gesprächen recht deutlich - du bist immer noch nicht zufrieden, mit dem, was er dir bieten kann/will obwohl das weit über das hinausgeht, was er als Seminarleiter (meiner Meinung nach) leisten müsste.
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