Heilpraktiker für Psychotherapie = Psychotherapeut? (D)

Hier können Sie Fragen zu Begriffen, Diagnosen und sonstigen Fachworten stellen, die einem gelegentlich im Zusammenhang mit Psychologie und Psychotherapie begegnen oder die Bedeutung von Begriffen diskutieren.
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sandrin
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Re: Heilpraktiker für Psychotherapie = Psychotherapeut? (D)

Beitrag Mi., 25.01.2017, 15:10

Grenzen zu wahren, wäre angebracht. Wenn man von einigen Usern aber fast schon explizit liest, die Grenzen anderer seien ihnen egal, ihre Maxime sei die eigene Freiheit, dann sagt das in meinen Augen schon viel aus.

Ich finde auch, dass man es sich - gerade in Krisen - oft gut überlegen sollte, hier zu schreiben. Dafür braucht man meist schon eine gehörige Portion an psychischer Gesundheit.

Und ja, Erfahrungsaustausch hätte ich mir auch oft gewünscht. Stattdessen trifft man immer wieder auf selbst ernannte Experten oder Therapiephilosophen.

Mit einem Selbsthilfeforum hat das oft nichts mehr zu tun.

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Schneerose
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Beitrag Mi., 25.01.2017, 15:15

ENA hat geschrieben:Ich glaube, dazu gehört ein bisschen Feingefühl und Grenzen wahren: Wieviel möchte der User? Ist das, was und wie ich etwas dem Ratsuchenden erzähle, wirklich mehr für ihn gedacht oder eigentlich eher für mich (als Antwortenden) mit meiner eigenen Geschichte? ...und wie gut kann ich eine Antwort so formulieren, dass sie als Angebot, als Möglichkeit sichtbar wird (und auch so gemeint wird), ohne etwas Drängendes oder gar etwas Anschuldigendes zu haben, wenn man nicht so reagiert, wie User X?
Die Leute, die schlechte Erfahrungen mit etwas gemacht haben, bei denen mögen vielleicht beim Thema Y alle Warnglocken anschlagen und man ganz vehement versuchen, den TE davon abzubringen oder zu etwas zu überzeugen. Für diese Person gibt es vermutlich gar nicht die Möglichkeit, dass es auch anders sein kann, wie sie es erlebt hat. ...und selbst wenn es für sie möglich ist, dass es anders sein kann, ihr das Risiko aber zu groß scheint: Es macht einen Unterschied, wie man etwas formuliert: Als Erfahrung, Erlebnisbericht, mit Überlegungen mit reinbringen, worauf man achten sollte...oder eben drängend, anklagend, wenn der TE sich nicht so verhält, wie man ihm doch geraten hat.
An dem Punkt denke ich, kann Forenkommunikation frei gelingen, es ein Austausch werden, in dem jeder die Möglichkeit hat, etwas für sich zu Positiven rauszunehmen. Bei dem Drängenden sehe ich eher die Gefahr, dass es unter den Drängenden zum Rechthaben-Wollen kommen kann, sie in ihre eigenen Themen einsinken und dem TE auch nicht geholfen ist, weil er sich mitunter nicht mehr frei fühlt, wenn an einer Stelle so auf eine Meinung, ein Verhalten gedrängt wird.

Nachtrag: Ich wollte mich aus dem Thema raushalten... . Neuer Versuch.
Danke! Sehr konstruktiver Beitrag! (hoffe du hast meinen Schreibfehler vorhin nicht gelesen , wenn nicht, kennst dich eh nicht aus was ich meine )
Zuletzt geändert von Schneerose am Mi., 25.01.2017, 15:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Schneerose
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Beitrag Mi., 25.01.2017, 15:24

ich geh mal wieder an meinem Buch weiter arbeiten Ciao!
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Jenny Doe
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Beitrag Do., 24.08.2017, 19:26

Ein Text zur aktuellen Entwicklung "Heilpraktiker Psychotherapie":

Bundespsychothe­rapeutenkammer will heilpraktischen Psychotherapeuten abschaffen
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... abschaffen
Die beschränkte Heilpraktikererlaubnis für den Bereich Psychotherapie sollte nach Ansicht der Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK) abgeschafft werden. Bereits mit dem Psychotherapeutengesetz aus dem Jahr 1999 sei diese „Hilfskonstruktion“ hinfällig geworden. „Das Qualitätsproblem bei den Heilpraktikern kann weder durch Regelungen im Psychotherapeutengesetz noch in der Bundesärzteordnung gelöst werden“, betonte BPtK-Präsident Dietrich Munz heute auf Nachfrage des Deutschen Ärzteblatts.
(...)

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Viking
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Beitrag Fr., 25.08.2017, 09:49

Diese Entwicklung empfinde ich nicht als schlecht.

Persönlich habe ich noch keine Erfahrungen mit Heilpraktikern gesammelt. Eine Freundin von mir geht allerdings regelmäßig zu einem. Dort bespricht sie auch die Dinge, die sie belastet, was von Prinzip her nicht schlecht ist. Wenn ich allerdings höre, dass sie nun Glaubenssätze wie "Ich bin nur die Kleine." oder "Ich bin nur das Kind." hat und diese verinnerlicht, bin ich mir nicht so sicher, ob das gut ist. Immerhin ist sie eine erwachsene Person und kein Kind mehr. Da gibt es, meiner Meinung nach bessere Möglichkeiten, sich gegenüber den Eltern abzugrenzen.

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ENA
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Beitrag Fr., 25.08.2017, 09:56

Mit Glaubenssätzen arbeiten nicht gezielt Heilpraktiker, sondern es ist eine Methode, die sich auch anderer bedienen.

...und wegen den (bösen) Heilpraktikern: Es kommt immer noch auf die Methode an, die jemand gelernt hat.

Wenn es statt Heilpraktikern genügend psychologische Psychotherapeuten auf Kasse gibt, die methodentechnisch in soweit über den Tellerrand gucken können, als dass sie die Methoden raussuchen können, die für ihre Patienten gut sind (auch jenseits der drei KK-Richtungen in Deutschland), dann kann es von mir aus auch nur noch psychologische Psychotherapeuten geben (ich kann nur für Deutschland sprechen, da die Regelungen in Ö, in der Ch und anderswo auch anders sind).

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lisbeth
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Beitrag Fr., 25.08.2017, 10:32

Fakt ist: Es wird unter dem Label "Psychotherapie nach HPG" viel Müll angeboten.

Genauso gibt es aber auch unzählige Behandler/innen, die seriöse, ernstzunehmende Therapieausbildungen absolviert haben, die aber nicht unter das Psychotherapeutengesetz fallen. Dort werden nur VT, TfP und PA anerkannt, also nur wer diese Ausbildungen hat, bekommt eine offizielle Approbation.

Wer z.B. eine systemische Ausbildung gemacht hat, umfassende Kunst/Gestaltungstherapie-Ausbildung, Körpertherapie oder ähnliches, kann momentan nach HPG Psychotherapie anbieten. Das würde mit einer Reform, wie sie die Bundespsychotherapeutenkammer vorschlägt, wegfallen. Ob das wirklich ein Gewinn ist, bezweifle ich. Es gibt Scharlatane und Gurus, keine Frage. Aber ich glaube auch, dass es meine Eigenverantwortung als Patient ist, genau nachzufragen, was Behandlungsansatz, Ausbildung, Ausbildungsdauer, Fortbildung/Supervision usw. angeht. Ich kenne einige HPG-Psychotherapeuten, da könnte sich manch ein approbierter und zugelassener Kassen-Therapeut eine dicke Scheibe von abschneiden...

Das Qualitätsargument der Bundespsychotherapeutenkammer kann ich nicht ernst nehmen, denn auch unter approbierten Ärzten und Psychotherapeuten finden sich viele, die schlecht behandeln, die sich seit ihrer Ausbildung nicht mehr weitergebildet haben usw. Und wie man hier im Forum ja auch oft genug hören/lesen muss, unternimmt die Psychotherapeutenkammer in konkreten Beschwerdefällen wenig bis gar nix. Ich glaube, es geht hier viel mehr um Berufspolitik, Lobbying und Verteilungskämpfe.
In dem Maß wie wir anfangen, Fragen anders zu stellen, werden wir auch neue Antworten finden.

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Noenergetik
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Beitrag Fr., 25.08.2017, 12:55

Genauso sehe ich das auch, muss leider auch sagen das einige meiner Bekannten/Freunde extremst schlechte Erfahrungen mit kassenzugelassenen psychologischen Psychotherapeuten gemacht haben.


Maskerade
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Beitrag Fr., 25.08.2017, 16:39

psychologischen Psychotherapeuten sind aber nicht = Heilpraktiker für Psychotherapie. ;-)
Liebe Grüße, Maskerade

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Noenergetik
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Beitrag Fr., 25.08.2017, 17:32

Ja, eben!!!

Damit wollte ich ja sagen das man schlechte Erfahrungen ebenso auch mit psychologischen Psychotherapeuten machen kann.

Und umgekehrt sicher auch sehr gute mit HP's.


Maskerade
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Beitrag Fr., 25.08.2017, 19:53

Ah, ok, jetzt habe ich Dich verstanden, sorry. Das stimmt natürlich.
Liebe Grüße, Maskerade

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Anna-Luisa
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Beitrag Mi., 18.09.2019, 15:19

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... abschaffen

Weiß jemand, wie es weitergegangen ist?
Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir Ärger erspart bleiben.
(Konfuzius)