Als Schulassistentin überfordert

Das Leben ist wesentlich durch unsere Arbeit geprägt. Der Job kann jedoch auch Quelle von Ärger und Frustration sein, oder persönliche Probleme geradezu auf die Spitze treiben...

Coriolan
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Re: Als Schulassistentin überfordert

Beitrag Mo., 06.04.2020, 20:55

Hast du denn die Möglichkeit, Praktika zu absolvieren und/oder mit jemandem von der Arbeitsagentur (weiß nicht, wie das in Ö heißt) zu sprechen? Es gibt medizinisch-berufliche Maßnahmen, die speziell auf die Bedürfnisse von Psychisch Kranken zugeschnitten sind. Eventuell kann man dir auch in einer psychosozialen Beratungsstelle weiterhelfen - v. a. wenn man das Pech hat, dass man den Berater von der Arbeitsagentur mit der Pfeife rauchen kann.

Wenn du einen Behindertenausweis hast (gibt's bestimmt auch in Ö) stehen dir u. U. auch mehr Hilfsmöglichkeiten von Seiten des Staates zu in finanzieller und beruflicher Hinsicht.

Das wichtigste ist erstmal, dass du gesundheitlich so gut wie's geht auf die Beine kommst und dann eben guckst, was beruflich geht und was nicht.

Ob das mit dem Au Pair eine gute Idee ist, kann dir hier wahrscheinlich keiner im Voraus sagen - wir sind keine Hellseher und kennen dich nicht. ;-) Bis Herbst geht ja auch noch etwas Zeit den Bach runter. Ich persönlich wäre für so einen Schritt viel zu ängstlich - die Sorge, alleine und psychotisch in einem fremden Land zu sein, wo meine Sprachkenntnisse vielleicht auch nicht die besten sind und ich auch das Gesundheitssystem nicht kenne, wäre MIR zu groß. Aber meine Ängstlichkeit ist sicher kein Maßstab, ob du dir das zutrauen (und das dann auch bewältigen) kannst oder nicht.

Man wächst ja (wirklich!) auch ein Stück weit mit seinen Aufgaben.
Behinderung/Erkrankung ist eine Erklärung für Vieles, aber keine Entschuldigung für Alles.

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merrypoppins
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Beitrag Di., 07.04.2020, 16:49

Danke Coriolan für deine Antwort!

Ich habe jetzt mit meiner Arbeitsbetreuerin gesprochen und sie wird mir weiterhelfen und mich informieren welche Möglichen ich habe. Eventuell kann ich in einem Arbeitstrainingszentrum arbeiten. Dort würde der Druck der "echten" Arbeitswelt wegfallen und ich könnte mich ausprobieren.

Das mit dem Behindertenausweis habe ich mir auch schon einmal überlegt, bestimmt weiß meine Betreuerin da mehr.


Darksheep
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Beitrag Sa., 16.05.2020, 14:32

Hallo :)
Dein Text könnte fast von mir sein.
Ich bin ausgebildete Erzieherin und habe eine Persönlichkeitsstörung die es mir leider zumindest für ein paar Jahre (oder immer ?) Nicht möglich macht in meinem Beruf zu arbeiten.
Also wurde auch ich direkt nach meiner bestandenen Ausbildung schulassistentin.
Ich muss aber sagen, für mich das beste was hätte passieren können.

Auch ich habe Probleme mich im groß Gruppen Chaos zurecht zu finden und con mich viel besser um ein einzelnes Kind kümmern.

Als Tipp könnte ich dir geben, sich ein anderes Kind zu suchen. Ich bin zum Beispiel an einer Förderschule wo die Klassen aus nur 8 ! Kindern besteht. Wenig Trubel ist, die Lautstärke ist in der Klasse angenehmer.
In Regelschulen sind die Klassen ja leider oft riesig.

LG dark
Und dann wird man erwachsen, um festzustellen, dass Gerechtigkeit genauso real ist wie Feen ,Einhörner und Zwerge

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merrypoppins
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Beitrag So., 17.05.2020, 10:41

Hallo Darksheep!
Danke für deine Antwort!
schön zu hören, dass es nicht nur mir so geht! Ja ich habe über einen Schulwechsel nachgedacht. Auch aus dem Grund, weil meine Kollegin von mir erwartet, dass ich mich zusätzlich zu meinem Förderkind, auch noch um die anderen umschaue. Das ist mir ganz klar zu viel weil mich die große Gruppe von 19 Kindern überfordert. Zum Glück startet die Schule nächste Woche mit kleineren Gruppen, worauf ich schon sehr gespannt bin. Hoffentlich wird das eine Entlastung für mich.

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Anna-Luisa
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Beitrag So., 17.05.2020, 11:16

merrypoppins hat geschrieben:
So., 17.05.2020, 10:41
schön zu hören, dass es nicht nur mir so geht! Ja ich habe über einen Schulwechsel nachgedacht. Auch aus dem Grund, weil meine Kollegin von mir erwartet, dass ich mich zusätzlich zu meinem Förderkind, auch noch um die anderen umschaue.
Das wird hier von allen Schulassistenten erwartet, da dass Kind ja in die Gruppe integriert werden soll. Da wäre es nicht ausreichend, sich auf das Kind mit dem Förderstatus zu konzentrieren - es sollte auch ein guter Gruppenüberblick vorhanden sein. Alles andere würde den Sinn der Begleitung verfehlen.
Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir Ärger erspart bleiben.
(Konfuzius)


Darksheep
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Beitrag So., 17.05.2020, 13:36

Nein es ist eben NICHT! die Aufgabe sich um ALLE zu kümmern!
Klare Sache! Die Schulassistenz ist für für EIN Kind genehmigt und nicht für alle. Wir haben die Aufgabe das eine Kind in die Gemeinschaft zu integrieren!
Also zusammen mit dem Kind Brücken zu schaffen, zusammen sich anderen Kindern annähern. Aber nicht generell für alle verantwortlich zu sein.

Sorry aber genau sowas finde ich immer unmöglich! Dieses,, du bist für alle Zuständig'' nein!
Und natürlich heißt das nicht man soll sich mit seinem Kind abkapseln! Man soll es integrieren, in die Gemeinschaft einbringen und ZUSAMMEN mit einem anderen Kindern den Alltag meistern.

Die Lehrer machen es sich meiner Erfahrung nach sehr sehr einfach. Und denken schnell : oh eine schulassistenz, toll! Jetzt habe ich eine Hilfe für die ganze Klasse!
Das ist frech und unverschämt! Dann können die Lehrer uns gerne auch für die ganze Klasse bezahlen! Wir bekommen nur den kleinen Mindestlohn für EIN Kind bezahlt!

Das ist übrigens ein Grund warum ich vor einiger Zeit gewechselt hab, weil diese Grenze überschritten wurde und ich,, für alle '' generell da sein sollte. Natürlich hilft man auch mal gerne zwischendurch anderen Kindern spielt auch mal ihnen oder oder oder. Aber dennoch besteht Einzelbetreuungsauftrag! Und kein Auftrag für die gesamte Klasse.
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Beitrag So., 17.05.2020, 13:43

merrypoppins hat geschrieben:
So., 17.05.2020, 10:41
Auch aus dem Grund, weil meine Kollegin von mir erwartet, dass ich mich zusätzlich zu meinem Förderkind, auch noch um die anderen umschaue.
Ja typisches verhalten! Wende dich immer an deine vorgesetzte und besprech sowas!
Da müssen klare grenzen hin!
Ich finde das grenzt oft an Ausbeute. Wir bekommen kaum Lohn, den mini Lohn für eben nur ein Kind!

Aus Lehrer Sicht ist es auch schön bequem eine Hilfe zu haben, von der man erwartet das sie das Hausmädchen für alles ist.

Wie schon oben geschrieben, man soll natülich nicht nur ganz allein mit dem Kind sein! Klare Sache. Aber zu sagen du wärst auch für alle zuständig ist eine frechheit.

Als allererstes gucke ich immer was braucht das Kind gerade? Wie kann ich ihm helfen? Und nur daran orientiere ich mich und nicht was brauchen grade die anderen Kinder
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Anna-Luisa
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Beitrag So., 17.05.2020, 14:20

Darksheep hat geschrieben:
So., 17.05.2020, 13:36
Klare Sache! Die Schulassistenz ist für für EIN Kind genehmigt und nicht für alle.

Die Lehrer machen es sich meiner Erfahrung nach sehr sehr einfach. Und denken schnell : oh eine schulassistenz, toll! Jetzt habe ich eine Hilfe für die ganze Klasse!
Es soll ja auch eine Hilfe für die ganze Klasse sein und den Lehrer sein, dass das Kind eine Integrationshilfe hat. Sie ist zum Beispiel dafür mit verantwortlich, dass die anderen Schüler Verständnis für den Umgang mit dem (bspw. autistischen) Schüler gewinnen.

Im Sinne der Inklusion sind viele Verträge so geregelt, dass natürlich das Hauptaugenmerk auf den Schüler mit Förderbedarf zu legen ist - aber nicht nur. Um den Bedürfnissen des Kindes gerecht zu werden ist es unabdingbar auch den Rest der Klasse (Gruppe) im Blick zu haben.

Deine Erfahrung, dass Lehrer es sich hier einfach machen, kann ich nicht bestätigen. Leider gibt es (das unterstelle ich hier niemanden) Inklusionshelfer die aufs Handy starren, sobald ihr (!) Schüler beschäftigt ist.

Ich weiß nicht, warum "ihr" den Mindestlohn bekommt. Es wird zwischen fachlichen und regulären Kräften unterschieden. Diejenigen, die fachlich sind (und das sind Personen die auf Lehramt studiert haben) sind besser eingestuft.
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Beitrag So., 17.05.2020, 14:33

Wie schon gesagt, es ist NICHT Aufgabe für alle da zu sein, sondern immer ein Augenmerk für das Kind zu haben das man betreut und immer in erster Linie zu gucken was das Kind braucht.
Und ja die Lehrer nutzen es gerne aus und sowas darf nicht sein Punkt! Es besteht nunmal kein Klassenauftrag. Ist nunmal so auch wenn es vielen nicht passt. (besonders Lehrern die sich ja dann schön zurück lehnen können )

Und aufs Handy gucke ich nicht, sondern mache meinen job gewissenhaft

Und nein in Hessen bekommt in diesem job JEDER den mini Mindestlohn egal was du von Beruf bist
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Anna-Luisa
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Beitrag So., 17.05.2020, 15:06

Darksheep hat geschrieben:
So., 17.05.2020, 14:33
Und nein in Hessen bekommt in diesem job JEDER den mini Mindestlohn egal was du von Beruf bist
Stimmt nicht. Eine Bekannte von mir ist dort Koordinatorin - und die stellen sogar Sozialpädagogen ein. Für das typische Gehalt von Sozialpädagogin. Allerdings werden überwiegend ErzieherInnen gesucht. Und eben auch - für deutlich weniger Gehalt - Ungelernte.

Wobei mir nicht einmal klar ist, was ein "Mini Mindestlohn" sein soll. - Mindestlohn ist doch Mindestlohn.

Dass du deinen Job nicht gut machst, hat dir keiner unterstellt, oder?

Ich stimme dir vollkommen darin zu, dass es nicht Aufgabe der Integrationsassistenz ist sich um alle Kinder zu kümmern.

Und um das Kind mit dem Förderschwerpunkt optimal zu unterstützen, ist es wichtig auch den Rest der Klasse/Gruppe im Blick zu haben.
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Beitrag Di., 19.05.2020, 17:29

Anna-Luisa hat geschrieben:
So., 17.05.2020, 14:20

Ich weiß nicht, warum "ihr" den Mindestlohn bekommt. Es wird zwischen fachlichen und regulären Kräften unterschieden. Diejenigen, die fachlich sind (und das sind Personen die auf Lehramt studiert haben) sind besser eingestuft.
Das stimmt leider nicht, dass Leute, die Lehramt studiert haben besser eingestuft werden. Zumindest in Österreich (bei mir) nicht. Ich habe mein Lehramt Studium abgeschlossen und verdiene nur den Mindestlohn.


kaja
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Beitrag Di., 19.05.2020, 17:41

Reden wir da über den Mindestlohn nach Kollektivvertrag oder um einen branchenspezifischen Mindestlohn?
After all this time ? Always.

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münchnerkindl
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Beitrag Mi., 24.06.2020, 09:37

Könntest du nicht über Rehabilitation eine Umschulung machen und was ganz anderes machen? Irgendwas das du von den mentalen/stressbedingten Anforderung her tatsächlich leisten kannst? Du hast ja wahrscheinlich einen Behindertenstatus.

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merrypoppins
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Beitrag Mi., 08.07.2020, 06:04

Hallo müncherkindl,
Ja ich habe schon meinen Antrag auf einen berufliche Reha eingereicht, jetzt hoffe ich nur noch dass die auch wirklich bewilligt wird. Berhindertenstatus habe ich keinen, hast du denn einen ? bzw was bringt der dir?
LG, merrypoppins