Aufgaben delegieren

Nicht jedem fällt es leicht, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, "einfach" mal jemanden kennenzulernen oder sich in Gruppen selbstsicher zu verhalten. Hier können Sie Erfahrungen dazu (sowie auch allgemein zum Thema "Selbstsicherheit") austauschen.
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gelbeBlume
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Aufgaben delegieren

Beitrag So., 05.01.2020, 18:43

Halli Hallo ,

ich würde gerne eure Sichtweisen hören um eventuell meine zu erweitern.
Ich denke jeder von uns kennt sie, diese Menschen die sehr gut Delegieren. Früher gehörte ich auch zu den Menschen die Arbeiten angenommen haben worauf kein anderer Lust hatte. Mittlerweile kann ich das ganz gut... Also das nein sagen 😁
Mich beschäftigt es aber trotzdem.
Im Arbeitsalltag sehe ich es oft, es wird ans Schwächste Glied Delegiert. Und es freuen sich immer die selben sich Freizeit geschafft zu haben. Auch wenn ich nicht mehr so stark in den Fokus des Delegieren rutsche wühlt mich das immer wieder auf und macht mich wütend. Jede Zeit ist Kostbar... Ist denn heute die Zeit des anderen weniger Wert wie meine eigene? Am Ende verletzt es mich noch genauso obwohl ich nicht mehr so stark betroffen bin.
Vielleicht sollte ich auch lernen mehr Aufgaben an andere ab zu geben? Aber wenn ich es Problemlos schaffe warum?
Am Ende bleibt es bei denen hängen die eh schon alles aufgebürdet bekommen... Versteht ihr wie ich das meine?
Ich weiß jeder selbst hat die Chance nein zu sagen, aber gerade in Berufen wo die Hierarchie groß geschrieben wird gibt es immer Berufsgruppen die kaum Delegieren können... Sollten wir nicht alle etwas auf uns und unser gegenüber achten?

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Nico
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Beitrag So., 05.01.2020, 18:46

Beißt sich ein bisserl, du kannst entweder auf dich o d e r auf dein gegenüber achten.
Beides zu gleich ist kompliziert ;-)
Wenn ich alt bin, möchte ich nicht jung aussehen, sondern glücklich!

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Anna-Luisa
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Beitrag So., 05.01.2020, 18:53

Ich finde das Delegieren an sich nicht negativ behaftet. In vielen Institutionen hat zunächst der Träger die Verantwortung. Dieser delegiert z.B. an die Leitung der Institution - und diese wiederum an die einzelnen Mitarbeiter.

Ich ärgere mich nicht darüber, dass manche Personen nicht "Nein" sagen mögen. Schließlich ist das ihr eigenes Problem.

Ich würde nicht delegieren, wenn das Arbeitspensum gut zu schaffen ist. Es wäre mir sonst auch zu langweilig.
Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir Ärger erspart bleiben.
(Konfuzius)

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gelbeBlume
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Beitrag So., 05.01.2020, 19:14

Nico hat geschrieben:
So., 05.01.2020, 18:46
Beißt sich ein bisserl, du kannst entweder auf dich o d e r auf dein gegenüber achten.
Beides zu gleich ist kompliziert ;-)
Jetzt war mein Text weg... Komisch... Also nochmal

So ganz beißt sich das nicht für mich. Am Ende sind es immer die selben die Aufgaben Delegieren und die selben die es dann ausführen...
Mir schmerzt es dann immer weil ich genau weiß wie doof sich das anfühlt, es nicht zu schaffen Nein zu sagen und würde gerne helfen...
Weiß aber das ich das an sich gar nicht kann...

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Beitrag So., 05.01.2020, 19:20

@Anna-Luisa

Ja das stimmt, aber wie gesagt fühle ich dann immer so mit weil ich weiß wie es sich anfühlt, bei. sagen zu wollen aber nicht zu können...
Bsp. Jemand schreibt einen Ellen langen Zettel für eine Aufgabe die in 1 min erledigt wäre... Sowas meine ich... Eigentliche total Idiotie

Und dann ärgere ich mich das ich mich ärgere weil's mich ansich nichts angeht. Und trotzdem kann ich das Mitfühlen nicht abstellen... Und dann dreht sich der Kreis

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Fairness
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Beitrag So., 05.01.2020, 19:20

Hallo gelbeBlume, ich denke, wenn du etwas verändern möchtest, könnte es am wirksamsten sein, in eine berufliche Rolle zu kommen, von welcher aus du das probieren könntest (z.B. Führungsposition oder auch Betriebsratmitglied). Dort könntest du vielleicht die Energie der Wut an manchen Stellen in etwas Produktives umwandeln, und dank einer neuen Erfahrung auch weitere Sicht darauf bekommen, warum an manchen anderen Stellen die Dinge so laufen (können), wie sie es tun. Alles Liebe.
Wenn ich mir etwas wünschen könnte, wäre das die Offenheit.. gerade, wenn es bekannt zu sein scheint.
Liebe vereinigt nicht.. sie grenzt auch nicht aus.. sie ist einfach nur.

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gelbeBlume
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Beitrag So., 05.01.2020, 19:24

Hmm... Das stimmt das wäre eine gute Idee, in die Handlung kommen anstatt alles gegebene aussitzen zu müssen.

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Anna-Luisa
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Beitrag So., 05.01.2020, 19:25

gelbeBlume hat geschrieben:
So., 05.01.2020, 19:20
Und dann ärgere ich mich das ich mich ärgere weil's mich ansich nichts angeht. Und trotzdem kann ich das Mitfühlen nicht abstellen... Und dann dreht sich der Kreis
Ich denke, dass viele gar nicht Nein sagen wollen. Weil es ihnen das Gefühl von Unersetzlichkeit vermittelt, wenn ständig ihre Hilfe benötigt wird.

Ich finde es auch erstaunlich, wie viele Menschen zu Hause, unbezahlt und freiwillig, weiterarbeiten...
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Beitrag So., 05.01.2020, 19:33

@Anna-Luisa

So hab ich das noch gar nicht gesehen...
Aber es stimmt...

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gelbeBlume
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Beitrag So., 05.01.2020, 21:34

Danke für eure Antworten bisher 😊

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Hiob
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Beitrag Sa., 11.01.2020, 12:11

Wie viel man sich aufbürden lässt, hängt auch davon ab, ob man sich ausgenutzt fühlt. Da du dich manchmal ausgenutzt fühlst, wird es an dieser Stelle besser sein mal nein zu sagen. Nein sagen muss man üben, man muss erstmal lernen, mit den Reaktionen beim anderen und der darauf folgenden eigenen Reaktion zurecht zu kommen. Also beides auszuhalten und z.B. nur zu betrachten. Das kann man nicht theoretisch erdenken.


Wieviel man sich selber aufträgt, hängt davon ab, wie man sein Pensum bereits verkraftet, ob es einem noch Freude macht oder ob man selber schon roboterhafte Züge annimmt...ob man andere Sachen lieber tun würde oder ob man seine eigene Einsatzbereitschaft an einer anderen Stelle effizienter aufgehoben sieht. Wenn ich in meiner Firma lange Weile hab, kehre ich freitag Mittag auch mal den Hof, da bricht mir kein Zacken aus der Krone...wenn ich das in einer fremden tun sollte, säe das möglicherweise anders aus. Wenn man soeine Doofiearbeit jemandem aufträgt, kann man auch mal auf den Ton achten, in dem man das sagt.

In wie weit man sich in andere hineinversetzt, um auch deren Befindlichkeiten wahr und ernst zu nehmen, hängt zunächst davon ab, ob du diese Fähigkeiten hast und ob du selber grad in der Verfassung bist, darauf Rücksicht nehmen zu können. Gehts dir selber schlecht, wird das ein frommer Wunsch bleiben, anders herum kann es auch auf dich positiv zurückwirken, wenn du es trotzem tust. Man kann sich also auch mal bei jemandem bedanken, dafür dass er eine Doofiearbeit macht, ganz aus Egoismus heraus. Dann wiederum fühlt sich der andere nicht garso schlecht. Mal etwas abzugeben, würde ich an deiner Stelle schon auch üben, allerdings so, dass du die Verantwortung mit abgibst. Wenn du etwas abgibst und dann deine Aufmerksamkeit totzdem noch hinterher kontrolliert, machst du inzwischen was anderes, deine Geanken bleiben aber gleichzeitig bei dem abgegebenen. Und das bringt nichts.

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gelbeBlume
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Beitrag So., 12.01.2020, 00:57

Hallo Hiob,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Die verschiedenen Ebenen waren sehr angenehm und einfach zu lesen und erweitern meine Sichtweisen.
Dein letzter Satz spricht mich in eigener Sache sehr an. Ja da habe ich noch deutlich Entwicklungschancen. Aufgaben abgeben mit deren Verantwortung, ist ein sehr guter Ansatz.