Mich nervt das 'Menschsein' mittlerweile

Was Sie in Bezug auf Ihre eigene Zukunft, oder auch die gegenwärtige Entwicklung der Gesellschaft beschäftigt oder nachdenklich macht.
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Mich nervt das "Menschsein" mittlerweile

Beitrag Di., 13.10.2020, 06:34

Hallo liebe Leute,

ich bin derzeit oft sehr frustriert von Menschen. Überhaupt oft von meinem Leben.

Ich hab das Gefühl oft, wie man ist, passt es einigen Menschen nicht.
Ich hab aber mittlerweile keine Probleme mehr damit, gsd. Aber ich bin oft sehr enttäuscht von Menschen.

Ich glaube es hat bestimmt mit meiner Erziehung zum Teil zu tun und oft merke ich, dass ich oft genauso reagiere wie meine frustrierte, überforderte Mutter damals.

Ich will oft nicht so sein und ich hasse das, aber oft ist es wie ein Fluch.

All die negativen Seiten an meiner Mutter kommen oft in mir hoch. Nicht umsonst sagt man oft, dass man einiges an seine Kinder weiter gibt. Im guten wie im Schlechten. Leider war bei mir eher mehr schlecht als recht oft.

Na gut. Das einzige was mir immer sehr viel Kraft gegeben hat war mein Tatendrang und meine Unternehmungslust etwas zu machen. Das Leben zu genießen.
Aber dazu braucht man halt auch oft Menschen.

Ich bekomm oder hab oft schon in meinem Leben so oft Absagen bekommen, bzw ich glaube das liegt daran, dass ich keine so fixen langjährigen Freundschaften habe wie viell andere.

Die greifen halt dann oft eher auf diese zurück oder sich auf ihre Familienmitglieder, Bruder Schwester etc..

Das frustriert mich oft sehr, da ich das nicht habe, und oftmals das Gefühl habe, ich hab einen wesentlichen Teil in meinem Leben verabsäumt.
Ich will mich jetzt aber nicht als Opfer sehen, weil ich weiß dass ich dafür andere Stärken entwickelt habe.

Trotzdem frustet es mich oft zu sehen, was andere haben, zb gute Beziehungen zu Geschwistern Eltern etc.

Ich hab einen behinderten Bruder, der früher jegliche positive Stimmung kaputt gemacht hatte (Autist) und was das betrifft eher Nachteile als Vorteile in meinem Leben. Meine Mutter daher immer auf ihn fokussiert und sehr verzweifelt, frustriert und feindselig. Mein Vater ist schon relativ früh gestorben.

Ich fühl mich oft vom Leben vera***. Echt.
Es ist unfair.
Ich bin oft sehr positiv und auch freundlich zu Menschen und oft bekomme ich nur Hass zurück. Nicht sooo oft aber es verletzt mich dann immer, obwohl ich weiß es hat nichts mit mir persönlich zu tun wenn manche Menschen einfach auch frustriert sind und leider so charakterschwach sind, das an anderen auszulassen. Nur der Punkt ist, ich lasse meinen Frust nicht an anderen aus.

Ich bin halt mittlerweile schon sehr empfindlich wenn mich Menschen anpöbeln, ich hab niemanden wirklich zum ausreden oder als Unterstützung.

Es ist extrem anstrengend immer alles mit sich selbst auszumachen.
Oft hab ich schon so eine aggressive Abwehrhaltung gegenüber Menschen weil ich schon viel miterlebt habe.

Ich denke wenn man schwer Rückhalt wo hat ist alles schwieriger.

Eine ex Freundin, mit der ich zb 2 Jahre sehr gut befreundet war, hat letzens ohne irgendwas auch plötzlich ihren Frust auf mich ausgelassen.

Ich hatte mir schon zuvor einige Sticheleien von ihr anhören müsen, aber dank der Freundschaft hab ich bis jetzt das halt eher lockerer genommen. Dann hat sie einen Freund bekommen und dann war ihr meine Nähe warscheinlich zu viel und sie wollt sich irgendwie Distanz verschaffen in dem sie mich angegriffen hatte.
So was toleriert ich gar nicht mehr.

Mir ist aufgefallen, dass ich in Freundschaften, irgendwann angefangen habe nur um "geliebt" zu werden sich einiges gefallen zu lassen. Ja, warscheinlich ein Kindheitsmuster. Gsd ist das jetzt nicht mehr so und ich bin lieber allein bzw renn auch niemandem mehr hinterher der sich nicht auch bemüht.

Ich bin froh darüber diese Stärke entwickelt zu haben.

Trotzdem fühl ich mich oft vom Leben betrogen, weil ich auch sehr einzelgängerisch geworden bin bzw mir gar nichts anderes übrig geblieben ist. Und ich mich oft damit selber fertig mache.

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Beitrag Di., 13.10.2020, 06:39

Mir ist schon oft passiert, besonders in manchen Freundschaften, wenn ich mich öffne und verwundbar zeige wird es oftmals nur ausgenutzt oder gegen einen verwendet.

Deswegen hab ich oftmals schon einen regelrechten Hass entwickelt als Selbstschutz.

Leider schützt mich das oft tatsächlich vor Angriffen. Traurig aber wahr.

Wenn man zu sensibel ist wird man aber auch angegriffen.
Auch wieder sowas von der Kindheit. Meine Mutter ist oft über meine Grenzen drüber gefahren und jetzt passiert das ab und zu leider wieder.
Ich finde es anstrengend und mühsam sich oft seinen Respekt erst verschaffen zu müssen. Zumindest bei manchen Menschen.

Ich hasse es, dass man sich alles im Leben erkämpfen muss.
Ich denke ausser Tiere sind kaum Menschen fähig andere so zu akzeptieren wie sie sind.

Ich flüchte mich oft in kreative Sachen nur leider gelingt es mir oft immer weniger.

Am liebsten würde ich mit Menschen so wenig wie möglich mehr zu tun haben. Doch in den meisten Jobs braucht man Menschen.

Überhaupt hasse ich es manchmal Mensch zu sein. Irgendwie macht doch jeder das gleiche. Arbeiten, Kinder kriegen. Die meisten sind ohnehin gefrustet wenn man mal genauer hinsieht.

Es fadisiert mich so anstrengende Sachen zu sehen, die meistens ja schon im Vorhinein nichts als Ärger irgendwann mit sich bringen.
Ich war immer ein Harmonienensch, aber seit ich die Menschen besser kenne, weiß ich, dass es leider mit Harmonie nicht allein getan ist.
Das Leben ist oftmals ein "sich durchkämpfen müssen".
Wenn ich könnte würd ich am liebsten nur in meiner Traumwelt leben bis ich sterbe ;)

Ich empfinde das mit Menschen immer als äußerst unsicher, mangelhaft, mir fehlt immer was.
Bestimmt wieder so ein großes und erfülltes Bedürfnis von der Kindheit.

Ach ja jetzt kommt bestimmt du musst es dir selbst geben :D.. Haha. Ja bitte verschont mich mit sowas sonst werd ich noch mehr zum zurückgezogen Einsiedler als ich mich eh schon oft fühle.

Wie gesagt, was mich stört ist einerseits dieser Mangel, immer das Gefühl zu haben, bzw es verletzt mich zu sehen bei anderen was ich nie hatte. Und andererseits, dass ich das Gefühl habe ich kann einfach keinen Menschen mehr wirklich vertrauen.
Oft kommt dieser Mangel von der Kindheit in zwischenmenschlichen Beziehungen zum Vorschein und ich versuch es zu verdrängen.
Weil ich oft damit entweder ohnehin verstoßen werde oder manche das für ihre Vorteile ausnutzen würden wenn ich es zu lassen würde.

Ich fühle mich oft benachteiligt bzw will ich oft gar keine Menschen mehr um mich. Und mal wieder wird bestätigt wie wichtig der Grundbaustein einer stabilen Kindheit ist. Die ich nie hatte.

Ich brauch Ruhe damit ich mich zumindest wieder so gut es geht mit mir wohlfühlen. Doch in der Stadt und in einem Wohnhaus mit nur unerzogenen Kindern die man von jeder Wohnung raushört ist nur möglich wenn alles schläft.
Seit 4 Jahren muss ich mir schon diesen unerträglichen kinderlärm geben.

Für nen Umzug hab ich kein Geld.
Ich fühl mich manchmal wie im falschen Leben
Ich versteh nicht wie sich mein Leben in den letzen Jahren verändert hat, obwohl ich immer so positiv war und an das Gute im Menschen geglaubt habe.
Übrigens bin ich mittlerweile der Meinung es ist besser als Pessimist den Menschen entgegenzutreten und positiv überrascht zu werden als umgekehrt ;)

Manchmal überleg ich mir nen Hund oder ne Katze zu nehmen, der ich wenigstens vertrauen kann. Aber das ist zumindest bei nem Hund auch mit sehr viel Arbeit verbunden und ich weiß gar nicht ob ich soviel ständige Anwesenheit von einem Lebewesen überhaupt auf Dauer ohne Rückzug ertragen kann. Ich lebe ja schon lange allein.

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Pianolullaby
[nicht mehr wegzudenken]
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Beitrag Di., 13.10.2020, 20:08

Du wirst es nie allen recht machen, geht nicht. Es wird immer welche geben, die dich damit aufziehen.
Die Nummer 1 für jemanden zu sein, ist bei max 2-3 Personen in Deinem Umfeld. Allen anderen bist Du nicht wichtiger, als alle seine anderen Freunde
Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum