Hallo aus Raum Wiener Neustadt

Wer sich zwecks besserem Austausch über das User-Profil hinausgehend noch ein wenig ausführlicher vorstellen (wer bin ich und was tue ich?, Hobbies, Interessen etc.) möchte, kann dies hier tun. Bitte keine identifizierbaren Personenangaben!
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Hallo aus Raum Wiener Neustadt

Beitrag Mi., 18.03.2020, 16:19

Hi,

ich werde meine Geschichte kurz zusammenfassen damit andere Leute ungefähr wissen wer ich bin. Meine Depression hat ca. mit 17 angefangen, in der HTL. Ich hab mich sozial zurückgezogen, habe mir schwer getan so freudig wie früher zu sein. Ich war unfassbar neidisch auf meinen besten Freund da er eine Beziehung hatte. Ich war sehr zurückhaltend ihm gegenüber.

Nach der HTL, war der Zivildienst wo es mir eigentlich äußerst gut ging. Nette Leute, jeden Tag was zu tun.

Nach dem Zivildienst ein Studium auf der TU Wien. Also das Pendeln war schon extrem. Darum hab ich versucht so wenig wie möglich reinzufahren. Nach kurzer Zeit hatte ich große Ängste dass es mir alles zu viel wird. Dass ich mich zu einsam fühle. Das war eine Phase wo ich spontan weinen musste, meisstens am Abend im Bett. Ein Studienkollege hat für mich einen Termin beim Psychiater gemacht. Ich bin auch dort hingegangen. Resultat chronische Depression.
Daraufhin bekam ich Mutan als Anti-Depressiva. Nach scheinbar 6 Wochen mit 20MG ging es mir selber nicht besser, auf 40MG gestiegen und dann fühlte ich mich wohl.

Ich war nun motivierter, bin ins Fitnessstudio gegangen mit einem Freund. Hab eine Frau auf websingles gesucht. Ich fand sogar eine. Bin zu schnell nach 2-3 Monaten mit ihr zusammen gezogen. Und dann hab ich selber die Mutan abgesetzt ohne ärztliche Absprache, weil ich dachte es geht eh [bzw. meine Eltern waren wehement dagegen dass ich "gestört" sei und gar keine Medis brauchen würde, ich war ein schwacher Junge der sich viel einreden lässt]. Dann gings bergab, aber schleichend. Ich hab mich bei meiner Freundin zurückgezogen, wollte keinen Sex weil ich angst und stress hatte. Ich wiege 138KG und fühle mich hässlich. Ich konnte keine Gefühle mehr für sie aufbauen. Nach 5 Jahren habe ich die Beziehung beendet [aber auf bitte meiner Eltern ...] dass wir nicht gut zusammen passen aber die Freundschaft viel besser funktionierte.

So 2-3 Jahre wohnen wir als Freunde zusammen. Jetzt kommt der Wendepunkt. Sie trifft einen Mann im Internet, sie verlieben sich nach gut einer Woche, er ist jeden Tag hier. Deren Befriedigung auf emotionale und sexuelle Weise ist viel mehr als was ihr in 5 Jahren bieten konnte. Nun hat es bei mir klick gemacht, dass ich die letzten 8 Jahre auf autopilot gefahren bin, dass ich mein eigenes Leben weggedrängt habe nur um die Wünsche aller anderen zu befriedigen, nur nicht meine eigenen.

Was ich gelesen hab, könnte ich emotional abhängig von ihr gewesen sein.
Darum weine ich nun jeden Tag, mit den verschiedenen Gedanken:
Als erstes, Schamgefühl, weil ich ihr diese Befriedigung niemals geben konnte.
Neid, dass möchte ich eigentlich auch, nur weiß ich es jetzt erst.
Selbthass, weil ich die letzten 8 Jahre meinen Körper und Wünsche vernachlässigt habe und verzweifel dass es noch lange zeit brauchen wird bis ich abnehm und mich wohl fühlen werde.

Ich bin selbstständig zum selben Psychiater gegangen, er gab mir wieder Mutan 20MG, dass ist erst zwei Tage her. Den Zustand den ich jetzt habe, kommt mir vor als wäre ich jetzt erst "wach" und diese ganzen Gefühle und Emotionen überrumpeln mich. Ich möchte aktuell alles besser machen. Ich habe mich ins Fitness Studio eingetragen, gehe nun spazieren, möchte viel mehr mit Menschen machen. Dank dem Coronavirus bin ich aber leider gezwungen alles zurück zu schrauben.

Ich bin jetzt 32 Jahre und hab angst mein leben vergeudet zu haben.

Vielen Dank für jeden der den Text wirklich durchgelesen hat.

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Blume1973
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Beitrag Mi., 18.03.2020, 17:56

Hallo und willkommen!

Dann alles Gute, dass es jetzt wieder bergauf geht 👍

Lg Blume
Die einzigen wirklichen Feinde des Menschen, sind seine negativen Gedanken.

Albert Einstein

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Beitrag Mi., 18.03.2020, 18:31

Danke Blume,

besser ja, aber es tut sehr weh und ich verzweifel wie lange alles dauern wird. Und die Einsamkeit ist grad hart.

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Beitrag Fr., 20.03.2020, 14:41

Ich hab mich zu früh gefreut.
Diese Wachheit ist jetzt schlagartig verschwunden.
Ich weiß dass ich traurig bin aber ich fühle nichts.
Keine Freude, keine Trauer.
Ich will das nicht, ich möchte so fühlen wie in dieser einen Woche.
Auch mit Medikamenten wird das noch so verdammt lange dauern.
Ich hab schiss mit 32 Jahren mein Leben verpasst zu haben.

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Blume1973
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Beitrag Fr., 20.03.2020, 16:16

Hallo nochmal!

Naja mit 3 Wochen solltest du schon rechnen, dass dein Medikament gut wirkt. Und vielleicht musst du auch wieder auf die 40mg rauf, dass es dir dann wirklich besser geht.

Mach dir keine Sorgen wegen deines Alters. Glaub mir, dein Alter ist noch super jung und da stehst du noch mitten drin. Keine Sorge. Gib der Wirkung noch eine Chance und hab noch etwas Geduld 👍.

Lg Blume
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