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Manchen Menschen fällt es leichter, über ihre Gefühle und Gedanken zu schreiben oder zu malen, als sie auszusprechen. Hier ist Platz dafür: Bilder, Gedichte, Erfahrungsberichte und andere Texte (bitte nur eigene).
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Beitrag Sa., 24.11.2018, 09:38

Hallo Leute, ich bin neu hier. habe eine sehr schwere Depression hinter mir, bin noch immer nicht vollkommen stabil und möchte hier im Forum, meinen Leidensweg in Form einiger Gedichte beschreiben. Diese Gedichte hab ich alle selbst gedichtet und die meisten habe ich geschrieben, als es mir sehr schlecht ging. Vielleicht findet sich der ein oder andere in diesen Gedichten wieder. Ich möchte aber keinen Menschen beleidigen oder wehtun damit, sondern nur die Gefühlswelt beschreiben, in der ich sehr lange gefangen war. Also ich möchte anderen Menschen nur helfen damit, die in einer ähnlichen Gefühlswelt brennen. Ich lese diese Gedichte auch jetzt noch gerne, vor allem dann, wenn es mir wieder schlecht geht. Ähnlichkeiten zu anderen Gedichten sind rein zufällig und nicht gewollt. Zuerst mal ein kleiner Teil davon. Alle Rechte auf diese Gedichte liegen bei mir. Es geht los.

Auf dieser beschwerlichen Reise,
kann ich vielleicht in depressiver Weise,
erzählen ganz leise,
meine Gedanken ziehenden Kreise.

Mein Herz hat geblutet,
als würde es überflutet,
meine Seele hat geweint,
als ob die Sonne nicht mehr scheint.

Diese grausame Macht,
in dunkler Nacht,
hätte mir fast den Hauch des Todes gebracht,
Diese Leere, diese Stille,
mir ging verloren fast mein ganzer Wille.

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Beitrag Sa., 24.11.2018, 13:57

Mein Herz war voller Schmerz,
ich verstand nicht mal mehr einen Scherz.
Meine Seele hat schwer gelitten,
mein Leben wäre mir fast aus den Händen geglitten.
Wäre ich umgefallen und nicht mehr aufgewacht,
hätte ich endlich schlafen können wie die Nacht.
Ich war in dieser Zeit in einer anderen Welt,
wie von Bomben übersätes Feld.

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Beitrag Sa., 24.11.2018, 14:00

Ich konnte Gott nur anflehen,
meinen Zustand zu erhellen.
Die Spuren der Vergangenheit,
erwecken in mir keine Fröhlichkeit.

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Beitrag Sa., 24.11.2018, 14:07

Dieses endlose Karussell von bösen Gedanken,
konnte ich nicht weisen in seine Schranken,
ich war viel zu schwach,
und Tag und Nacht wach.
Habe ich so eine schwere Krankheit wirklich verdient,
ich hab geglaubt meine letzte Stunde beginnt.
Ich wurde so zerbrechlich,
es war für mich so schrecklich.
Ich musste sehr viel weinen,
sah die Sonne in meinem Herzen nicht mehr scheinen.
Es gab viele Stunden, wo ich keinen Ausweg mehr sah,
doch du hast mir geholfen und warst mir nah.

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Beitrag Sa., 24.11.2018, 14:10

Ich wurde laufend zerbrechlicher,
mein Zustand wurde immer schrecklicher,
mein Kopf ständig vergesslicher,
und mein Körper unaufhaltsam schwächlicher.

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Beitrag Sa., 24.11.2018, 14:15

Was soll ich in dieser bösen Welt,
ich verzichte auf all das Geld,
es ist noch ein sehr weiter Weg,
auf diesem sehr schmalen Steg.

Meine Reise ist noch nicht zu Ende,
ich falte so oft meine Hände,
hoffentlich geschieht bald eine Wende,
mein ganzes Leben spricht Bände.

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Beitrag Sa., 24.11.2018, 14:30

Ich war so ausgeliefert, diesem Vortor zur Hölle,
voller Qual und Pein, wie in einem Steingerölle,
ich konnte mich nicht mehr freuen und lachen,
große Menschenmengen nur mehr scheuen und mich davonmachen

Mich können andere Menschen nicht verstehen,
da sie nur mein Antlitz ansehen,
sogar meine Stimme ich verlor,
ich konnte sie nicht mehr heben empor.

Meine Reise ist noch weit,
das wird sagen mir die Zeit,
mir hat es fast die Kehle zugeschnürt,
und auch auf Ämter wurde man vorgeführt.

Und sogar in diesen schweren Zeiten,
wechselten sogenannte Freunde die Seiten,
in meiner Seele wurde etwas zerstört,
ich war eine lange Zeit so verstört.

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Beitrag Sa., 24.11.2018, 14:37

Meine Seele war übersät von Ohnmacht,
wie besetzt von einer fremden Streitmacht,
Manchmal das Gefühl wie auf einer Hetzjagd,
immer in einem schnelleren Takt.

Mir wurde oft gesagt, es gibt viel was schlimmeres,
aber für mich gab es in dieser Zeit nichts bedrohlicheres,
ich bin noch nicht stabil,
vielmehr, sehr oft labil.

Mir fehlte so oft der Mut,
bekam sogar große Wut,
aber meine Lieben sagten, es wird alles wieder gut.

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Beitrag Sa., 24.11.2018, 14:42

Ich habe ständig abgenommen,
habs teilweise gar nicht mitbekommen,
wieder weniger auf der Waage,
ich führte immer wieder diese Klage.

Ich hatte keinen Hunger mehr,
setzte mich beim Essen immer zur Wehr,
da es fiel mir so unsagbar schwer,
und ich klebte in meinen vier Wänden, wie auf Teer,
weil meine Seele war so leer.

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Beitrag Sa., 24.11.2018, 14:53

Diese Krankheit wollte mich vernichten,
konnte meinen Alltag nicht mehr verrichten,
hab den ernst der Lage lange nicht erkannt,
sondern voll und ganz verkannt.

War viel zu lange in diesem Loch,
musste tragen dieses schwere Joch,
wartete so lange auf Hilfe,
in diesem grauenhaften Gebilde,
diese schlimme Krankheit hat mich sehr verändert,
mein Leben hat sich vollkommen verändert.

Dieses endlos weite Elend,
versuchte ich zu überstehen lebend,
manchmal war ich richtig übersät von diesen schlimmen Gedanken,
ich musste durch Berg und Tal schwanken,
hatte das Gefühl immer mehr zu erkranken,
habe meiner Familie so viel zu verdanken.

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Beitrag Sa., 24.11.2018, 15:02

Aber manchmal sah ich ein Licht am Horizont,
in dieser kriegerischen Front,
dachte ich, die Hoffnung kommt,
aber es war oft nur ein Schimmer,
und es folgte wieder das Gewimmer.

Ich bin überhaupt nicht mehr belastbar,
mein Hier und Jetzt nicht mehr unantastbar,
aber das Leben ist sehr, sehr kostbar,
und meine Lieben wunderbar.

Hier auf der Reha bin ich so gut aufgehoben,
seh in meinem Herzen manchmal einen bunten Regenbogen,
der dann wird ein heller Lichterbogen,
das meine ich jetzt ganz ehrlich und nicht überzogen,
diese Krankheit hat mich zwar tief hineingezogen,
habe aber auch manch hohen Gipfel überflogen.

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Beitrag Sa., 24.11.2018, 15:13

Am Anfang war ich ratlos,
und zudem noch so machtlos,
doch du hast mich ermutigt,
und immer so bekräftigt.

Das Leben kann sein so schön,
wenn auch begleitet von stürmischen Böen,
ich auch manchmal darunter stöhn,
mit der Sonne meine Stimmung erhöhen,
mich von anderen lasse verwöhn,
und mit der Gesellschaft versöhn.

Ich wünsche hier all den Menschen,
dass sie um ihr Leben kämpfen,
auch wenn der Alltag sie wird dämpfen,
und womöglich begleitet von vielen Krämpfen.

Ich fühle mich hier so geborgen,
trotz all dieser vielen Sorgen,
hab das Gefühl ich werde beschützt,
und von allen so untestützt.

Und eines kann ich euch sagen,
ich werde es weiterhin wagen,
meine Gedichte zu reimen,
um vielleicht ein zierliches Pflänzchen zu keimen.

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Beitrag Sa., 24.11.2018, 15:23

Es war eine Talfahrt von Gefühlen,
in diesen zermalmenden Mühlen,
war in Sicht kein Ende,
und auch keine baldige Wende.

Mein Zustand ist teilweise besser,
und meine Psyche etwas fester,
aber ich bleibe sehr bescheiden,
und werde Jubelgesänge vermeiden.

In der grössten Krise in meinem Leben,
die gekommen ist wie ein Beben,
hast du mir Kraft und Halt gegeben,
du musstest keine Sekunde überlegen.
das war stets dein Bestreben.

Ich werde noch eine Weile brauchen,
bis die Wolken der Finsternis verrauchen,
und ich hoffe Gott wird mir wieder Seelenheil einhauchen,
um aus dem tiefen, dunklen Ozean aufzutauchen.

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Beitrag Sa., 24.11.2018, 15:32

Was wird die Zukunft wohl bringen,
so an geheimnisvollen Dingen,
vielleicht werde ich öfter mal singen,
oder muss öfter mal darum ringen,
aber ich lasse mich zu nichts mehr zwingen,
und ich werde über Mauern und Hügeln springen,
das wird mir sicher gelingen.

Ich fiel ja so tief so tief,
wobei ich nicht mehr schlief,
meine Familie mir immer zurief,
aber aufgegeben wird nur ein Brief.

Ich war ein Häufchen Elend,
meine ganze Gefühlswelt erbebend,
fühlte mich wie eine Blume verwelkend.

Das Tal dass ich durchschreiten musste war nebelig,
den Weg den ich durchqueren musste hügelig,
bin ich zu sehr feinfühlig.

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Beitrag Sa., 24.11.2018, 15:37

Ich fühlte keine Wärme,
schaute nicht mehr in die Ferne,
und sah auch keine Sterne,
was ich früher machte so gerne.

Ich wurde sehr sensibel,
bin überhaupt nicht mehr flexibel,
war ich früher zu penibel?

Ich sah so lange kein Licht am Ende des Tunnels,
hab mich verirrt in diesem dichten Dschungel,
und hatte auch keine Lust auf großen Rummel.