Sollte ich den Mißbrauch nicht schon bewältigt haben?

Körperliche und seelische Gewalt ebenso wie die verschiedenen Formen von Gewalt (wie etwa der Gewalt gegen sich selbst (SvV) oder Missbrauchserfahrungen) sind in diesem Forumsbereich das Thema.
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Philosophia
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Re: Sollte ich den Mißbrauch nicht schon bewältigt haben?

Beitrag Di., 01.12.2020, 14:20

Ja, danke für deine Ausführungen! Ich hätte sagen sollen, dass der Satz sehr freundlich von der Kindergärtnerin gesagt wurde, so dass rüberkam, dass die anderen Kinder und ich alles Mögliche schaffen können, wenn wir nur wollen.
"Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen." - Albert Schweitzer

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Beitrag Di., 01.12.2020, 19:47

Natürlich mache ich die Dinge nicht für die Thera. Sie dachte halt, dass ich schon weiter bin. Ich ehrlich gesagt auch.
Wie gesagt Kontaktabbruch klappt noch nicht, aber weniger anrufen geht schon recht gut- glaub.
Wieso unterstellt ihr mir immer, dass ich nicht will- ich verstehe das nicht. Ich versuche doch was ich kann. Bin halt fasenweise sehr unterschiedlich drauf. Heute so und morgen anders und ich weiß dann nicht wie das so war wenn das anders grad da ist. Sorry, TU mir schwer zu erklären was ich meine. Thera begleitet mich schon lange, ja, doch es ist kein gemütliches Nest sitzen, da bin ich mir sicher. Jede Sitzung ist sehr anstrengend . Ich denke schon noch, dass es hilfreich ist, kann aber nicht erklären was oder wie genau. Sorry


Candykills
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Beitrag Di., 01.12.2020, 20:55

Was soll dich denn aus diesem Sumpf sonst herausbringen, außer dein eigener Wille.
Loslösung ist ein Prozess. Du könntest damit anfangen, in dem du deine Mutter nicht immer wie ein kleines Kind hier Mama nennst. Das schlug ich dir schon vor 5 Jahren vor, aber sowas prallt an dir ab. Das sind kleine Schritte die irgendwann einen großen Schritt ergeben.
Es ist einfach ein Unterschied, ob ich schreibe "Mama sagt" oder "meine Mutter sagt". Bei zweiterem stelle ich eine gewisse Distanz her. Nur wenn du nie damit anfängst dich loszulösen, wird sich für dich auch nichts ändern.

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Beitrag So., 06.12.2020, 15:14

Mh, danke Candykills für die Anregungen. Werde versuchen drauf zu achten. Wird sich vermutlich komisch anfühlen, doch ich will es mal versuchen.
Momentan beschäftigt mich eine Polizei Akte vom zweiten Täter( Bruder meiner Mutter) sehr. Ich hatte sie nochmal angefordert, da das Orginal anscheinend mal verloren ging in einem KH. Und ich wollte die wieder haben, als Beweis, also dass man mir glauben muss, weil es ja schriftlich dargelegt wird.
Ich weiß nicht warum ich immer so Angst habe, dass man mir nicht glaubt, wenn ich was sage. Deshalb brauche ich irgendwie immer die Beweise. Also ich glaube rasch Anderen, doch denke ich immer, dass man mir nie glaubt. Dabei ist das was ich sage stets richtig. Abgesehen von der Essstörung, da kommt flunkern manchmal doch vor.
Ich vertraue ja nicht mal mir selber, weil ich alles am Tag so unterschiedlich denke, meine. Das ist verwirrend. Zumindest für mich, wenn dann z.b. die Kids sagen, du hast das und dies gesagt und ich erinnere mich nicht mehr daran. Voll frustrierend. Bin froh, dass ich vor vielen Jahren die Essstörung Tagebücher begonnen hatte, denn sonst glaubt mir keiner, weil, bin ja fett. Ach egal, jedenfalls, die Akte hab ich wieder und es ist harter Tobak.
Fühle mich nur grad ziemlich alleine damit. Thera erst Do und naja, nicht mal sicher ob das ist.

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Beitrag So., 27.12.2020, 17:38

Mh, also die WEihnachtszeit gut hinter mich gebracht. WAr sogar recht nett mit meiner eigenen Familie. Meine Mutter rief mich am 23. an, da konnte ich grad nicht. Also rief ich meine Mutter später zurück. Zum Glück war sie nur sehr kurz angebunden. Wünschte ein schönes Fest und das wars dann auch schon wieder. Gut so.
Eine Frage hab ich an euch:
Vor kurzem machte ich eine Danes challenge in FB. Da sagte ich jeden TAg etwas wofür ich dankbar war. Ich schrieb an einem Tag rein, dass ich dankbar für meine Sis bin, weil sie die Einzige in der Ursprungsfamilie ist, die voll hinter mir steht.
Meine Tochter rügte mich heute dafür. Sie sagte, dass man sowas nicht rein schreibt, da das meine Brüder und Andere lesen können.
Jetzt weiß ich nicht mehr was richtig ist. Meine Brüder und meine Mutter sehen mcih eher als depri Loser an und verstehen nicht, dass man mit der Vergh. so lange herumtut. Gebe ja zu, vrstehe es irgendwei ja selber nicht, doch ich kann es einfach nicht ändern. Vergh. verfolgt mich, wie eben viele von uns hier die Vergh. verfolgt.

DAher meine Frage: Hab ich da was falsch gemacht?

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chrysokoll
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Beitrag So., 27.12.2020, 20:28

warum solltest du etwas falsch gemacht haben?
Du hast das geschrieben weil es für DICH richtig ist !
Warum fängst du sofort an zu zweifeln wenn jemand sich da einmischt.
Es ist für dich richtig, das kann kein anderer beurteilen, das hat kein anderer zu beurteilen.

Ja, vielleicht liest das dann dein Bruder. Und?

Ein kleiner Schritt wäre klar vor deiner Tochter zu sagen dass du das entscheidest, du das richtig findest und es ihr nicht zusteht das zu beurteilen

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Beitrag Mo., 28.12.2020, 07:11

Wirkliche Dankbarkeit ist eben da oder nicht. Und da gibts zwei Möglichkeiten: Sie ehrlich auszusprechen oder sie zu heucheln, "weil man das so macht". Es wird nie gelingen, es allen recht zu machen und das ist auch nicht Sinn und Zweck des Lebens, zumindest nicht, wenn es das eigene Leben sein soll.
Deine Tochter hat das womöglich so gesagt, weil sie sich selbst von anderen abhängig macht, Familie für das oberste Gebot hält oder so - das ist schade.
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Beitrag Fr., 01.01.2021, 21:15

Es ist schon komisch: Ich weiß, dass so viele Jahre mir manche Leute hier im Forum und auch außen gesagt haben, dass ich meine Eltern nicht Mama oder Papa nennen soll. Ich hab das nie begriffen oder es drang nie durch mich durch. Seit paar Tagen kann ich es plötzlich sehen, also annehmen, das sich eben Mutter oder Vater sage. Warum hat das so lange gedauert, bis da irgendwas in mir angekommen ist? Es ist nur irgendwie grad ziemlich doof, weil die Vergh. mal wieder mehr weh tut. Naja, immerhin kommt mal etwas bei mir innen an.
Danke für eure Geduld mit mir bisher
Tupsy


Candykills
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Beitrag Di., 05.01.2021, 20:11

Es freut mich zu lesen, dass du DIESEN SCHRITT jetzt gehen konntest und emotional dadurch auch gewiss ein Stück Abstand herstellen kannst zu ihnen. Manche Schritten brauchen halt viel Zeit. Aber es ist besser in kleinen Schritten zu denken, die man auch schaffen kann, als sich Hürden zu bauen, die eigentlich erstmal unüberwindbar sind.

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Beitrag Do., 07.01.2021, 19:16

danke candykillls. Ich vertehe ja selber nicht, warum ich so ewig lange brauche um was zu verinnerlichen oder zu kapieren. Ich bin mir noch nicht ganz hundertpro sicher bei der Sache, doch zumindest verstehe ich es jetzt.
Heute hab ich echt ein guten Tag. Keine Ahnung warum, aber es fühlte sich einfch gut an. Mh, wenn ich so richtig in mich rein horche, dann ist es , weil ich heute diese Schwermütigkeit nicht so stark spüre und das ist richtig angenehm. Solche Tage kommen leider viel zu selten. Aber wenigstens kommen sie manchmal. SChön. Zudem hatte ich heute Therapie per PC und das war auch gut für mich.
Naja, wie gesagt, ich tapse langsam voran, aber wenigstens voran. HOffe das bleibt so, also dass ich voran komme.
Wünsche noch einen angenehmen Abend
Tupsy