Tipp: ein Avatar-Bild in Ihrem Profil und neben Ihren Beiträgen läßt diese persönlicher wirken. Öffnen Sie dazu die Avatar-Einstellungen in den Forums-Optionen.

komplexe PTBS und Panik vor OP

Körperliche und seelische Gewalt ebenso wie die verschiedenen Formen von Gewalt (wie etwa der Gewalt gegen sich selbst (SvV) oder Missbrauchserfahrungen) sind in diesem Forumsbereich das Thema.
Benutzeravatar

Marilen
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 43
Beiträge: 1340
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Re: komplexe PTBS und Panik vor OP

Beitrag Di., 23.02.2021, 17:49

Klinik, noch dazu Uniklinik ist einfach ein Betrieb.
Menschen verschwinden zu einem großen Teil hinter ihren Diagnosen.
Bis auf ganz ganz wenige Ausnahmen.
Es ist schwer.
Diese Aufenthalte sind schwer.
Wenn ich gehen muss
versuche ich mich innerlich zu fokusieren,
dass mir geholfen wird.
Fachlich sind sie in der Uniklinik oft sehr gut, auf neuestem Stand.
Mein Vorteil ist: ich schalte ab bestimmten Punkten einfach ab.
Und habe dann im Nachhinein zu tun
aber dann bin ich nicht mehr alleine
und in einem geschützten Bereich: daheim.

Ich würde dir gerne etwas anderes schreiben
etwas, das mehr Mut macht
aber es wäre vorbei an dem
was du selbst
jetzt schon im Ansatz erlebt hast.

Eine Lösung habe ich nicht
außer: Augen zu und durch und nie vergessen: es geht vorbei
und das Wenigste was dort geschieht hat mit dir zu tun.

Alles Liebe für dich
vor allem Gesundheit

Marilen
Nicht du trägst die Wurzel
sondern die Wurzel trägt dich

Benutzeravatar

Pianolullaby
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 38
Beiträge: 2179
Wohnort: Schweiz
Status: Offline

Beitrag Di., 23.02.2021, 18:54

Dann hole Dir eine 2. Meinung an einem anderen Krankenhaus, das ist Dein Recht, so würde ich keine OP machen. Auch wenn es relativ dringend wäre, da würde ich mich nicht hinbegeben
Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum

Benutzeravatar

Thread-EröffnerIn
Jannerl
sporadischer Gast
sporadischer Gast
weiblich/female, 43
Beiträge: 13
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Beitrag Mi., 24.02.2021, 20:13

Das Problem ist, dass den Eingriff eine Klinik machen muss, die damit Erfahrung hat, weil das keine so häufige OP ist, und das ist in unserer Gegend leider nur diese Uniklinik. Deshalb habe ich leider keine Alternative. :neutral:

Benutzeravatar

Unecht
Forums-Insider
Forums-Insider
weiblich/female, 27
Beiträge: 167
Wohnort: Tierhausen
Status: Offline

Beitrag Mo., 01.03.2021, 21:57

Marilen hat geschrieben:
So., 21.02.2021, 17:18
Hallo,

erst einmal wünsche ich dir alles, alles Gute für deine Gesundheit, dass der Eingriff als solcher gut verläuft und das Ergebnis ein Gutes ist!

Ich habe eine sehr gute Erfahrung bei einer Spontanentbindung gemacht.

Arzt und Hebamme hielten sich sehr im Hintergrund.
Es wurde nicht vaginal untersucht um zu sehen, wie weit der Muttermund auf ist.
Keine Schmerzmittel, kein Wehentropf, die Kontrolle über die Geburt lag bei mir.
Ich hatte die ganze Zeit einen Bettbezug als Decke über mir, die auch nicht weggenommen wurde
als das Kind geboren wurde.
Keine verbale Gewalt.


Bei mir ist es in der Regel so,
ich spüre nichts mehr wenn ich mit Ärzten in Kontakt bin.
Mit mir kann man ohne Probleme sämtliche Untersuchungen und Eingriffe machen
ich bin woanders, ich funktioniere
aber hinterher, wenn es vorbei ist,
kommt alles raus aus mir.

Es ist gut, wenn dann jemand da ist.

LG

So eine Geburt hätte ich mir auch gewünscht..
Als das Kind (vom Vergewaltiger) geboren wurde, haben die unten geschaut, ich hab aber um mich getreten. Und da wurde mir gedroht, wenn die nicht nachmessen dürfen, wie weit der MM schon offen ist, dann wird es eben ein Kaiserschnitt!

Und bei der letzten Geburt hat die Hebamme so stark und doll da drin rumgewühlt, dass ich irgendwann nur noch geschrien hab, dass sie damit sofort aufhören muss.

Nun ja.. Egal.
Alle draußen und "nichts passiert".
"Dieses Leben scheint unerträglich, ein anderes unerreichbar." (Franz Kafka)

Kinder und Tiere sind Gottes Entschuldigung.

Benutzeravatar

Lady Nightmare
Helferlein
Helferlein
weiblich/female, 80
Beiträge: 71
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Beitrag Di., 02.03.2021, 20:34

Hallo Jannerl,

ich denke, in medizinischen Belangen ist es einfach sinnvoll, sich von Vernunftgründen leiten zu lassen. Du willst doch den Tumor raushaben und auch wissen, ob er auch wirklich gutartig ist. Am besten lässt sich das immer beurteilen, wenn das Ding draußen ist.

Ok, der Operateur war dir nicht sympathisch und hat sich im Patientengespräch wenig empathisch gezeigt, aber wesentlich ist doch, dass er in seinem Bereich etwas "drauf hat".

Ich hatte in den letzten fünf Jahren zwei OPs und bei der ersten war ich wirklich in einem absoluten psychischen Ausnahmezustand, trotzdem war es richtig, sich dem Eingriff zu unterziehen. Da hier schon einige Horrorgeschichten hinterlassen wurden, möchte ich dir eine positive Anekdote dalassen:

Während ich zur Anästhesievorbereitung so dalag, betrat die Anästhesistin wie Rotkäppchen den Raum, einen roten Reisenthel-Einkaufskorb unter dem Arm, wechselte mit einer Kollegin ein paar Worte über den zurückliegenden Skiurlaub mit ihren Kindern, beugte sich zu mir runter und fragte mich, ob ich Angst habe. Ich bejahte das. Sie fragte mich, ob ich das Konzept des sicheren Ortes kenne, einen solchen sollte ich mir jetzt vorstellen und dort hingehen und sie verspräche mir, sie hole mich danach auch wieder dort ab. Und zack kurz darauf war ich weg. Nun ja, sie hat ihr Versprechen eingehalten, sonst könnte ich nicht hier schreiben und ich finde, sie hat das sehr liebevoll gemacht.

Also mag sein, dass der Operateur ein Klotz ist, aber gut möglich, dass dir im KH andere Fachkräfte begegnen, die nicht so sind.

Du schaffst das!

Benutzeravatar

Thread-EröffnerIn
Jannerl
sporadischer Gast
sporadischer Gast
weiblich/female, 43
Beiträge: 13
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Beitrag Di., 02.03.2021, 21:12

Hallo ihr Lieben,
ich möchte noch einmal danke sagen für's Mut zusprechen! Ihr seid toll! Das tröstet mich und macht mir auch Hoffnung, das irgendwie zu schaffen. Auch das Wissen, dass in einer Uniklinik fachlich wirklich gutes Personal arbeitet, hilft mir. Momentan pendle ich noch hin und her zwischen "hineinsteigern", wenn ich detailliert an das denke, was auf mich zukommt, und "radikaler Akzeptanz". Ich hoffe, ich bekomme es auch mit einer so tollen Anästhesistin zu tun wie du, Lady Nightmare! Das würde vieles etwas erleichtern! Am 23.03. ist die OP, ich werde danach berichten, wie es war!

Liebe Grüße
Jannerl

Benutzeravatar

Scars
Forums-Gruftie
Forums-Gruftie
anderes/other, 24
Beiträge: 594
Wohnort: somewhere
Status: Offline

Beitrag Mi., 03.03.2021, 13:37

Liebe Jannerl! Ich wünsche dir auch Alles Gute!
Remember to leave pawprints on hearts.

Benutzeravatar

Marilen
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 43
Beiträge: 1340
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Beitrag Do., 04.03.2021, 13:37

Ich wünsche dir auch alles, alles Gute.

Bin ein Tag vor dir dran.
Wir schaffen das!!!!

LG Marilen
Nicht du trägst die Wurzel
sondern die Wurzel trägt dich

Benutzeravatar

Thread-EröffnerIn
Jannerl
sporadischer Gast
sporadischer Gast
weiblich/female, 43
Beiträge: 13
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Beitrag Sa., 06.03.2021, 21:05

Vielen lieben Dank! Und dir, Marilen, drücke ich auch ganz feste die Daumen!!