Sollte ich den Mißbrauch nicht schon bewältigt haben?

Körperliche und seelische Gewalt ebenso wie die verschiedenen Formen von Gewalt (wie etwa der Gewalt gegen sich selbst (SvV) oder Missbrauchserfahrungen) sind in diesem Forumsbereich das Thema.
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Tupsy71
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Re: Sollte ich den Mißbrauch nicht schon bewältigt haben?

Beitrag So., 18.04.2021, 17:13

Kirchenmaus. Meine Sis ist im MOment sehr labil und es geht ihr nicht gut. Und die Tante , die eigentlcih Bescheid weiß von unserer Vergh. schrieb sowas wie eben "man muss was dazu tun und an sich arbeiten und jeder ist für seine Freude udn Glück selber verantwortlich.
Ich weiß die genauen Wortlaute jetzt nimmer, doch im Zuge, dass die Tante sich noch nie bei mir meldete und dann sowas sagt ist schwer. Meine Sis antwortete ihr, dass ich shcon viel an mir gearbeitet hätte und dass ich meine Kids beschützt hätte was ich nciht wurde. Aber egal. Sache ist dass ich mir jetzt sorgen um sie mache.
Denn wie gesagt, es geht ihr nicht so gut.
Habe aber jetzt gesehen, dass sie zumindest mal gelesen hatte. also lebt sie noch. Bin beruhigter.

Mich haben nämlich solche Nachrichten früher extrem umgehauen und es arbeitet auch in mir jetzt sehr stark, doch wie gesagt, ich funktioniere und bin gefühlstot(glaub ich zumindest) Sorge und GEdanken sind im KOpf aber gefühlsmäßig ist da ziemlich tot. Glaub ich zumindest. Bin mir aber jetzt nimmer sicher, weil naja es arbeitet in mir immer mehr.
Sorry, sehr verrückt. Kann nicht erklären. Sorry

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chrysokoll
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Beitrag So., 18.04.2021, 18:42

Tupsy, ich denke es wäre gut wenn du dich aus diesen sozialen Medien ganz raus hältst oder aber die ganze Verwandtschaft wirklich blockst und da jeden Kommentar, jede Kontaktaufnahme unterbindest.
Du siehst doch selber, das tut dir überhaupt nicht gut.

Und doch, das geht, das kann man machen, man kann Leute blocken, auf ignore setzen etc.
Und das muss man auch nicht begründen oder rechtfertigen.
Du kannst das aktiv entscheiden

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Pianolullaby
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Beitrag So., 18.04.2021, 19:36

Darf ich mal ganz kurz etwas anmerken, deine Abkürzung für Vergangenheit triggert mich extrem an, weil es sich mit Verg...litung sehr ähnelt, vllt magst du dazu was denken
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Beitrag Mo., 19.04.2021, 09:27

Hallo Piano, sorry, das will ich natürlich nicht. Werde versuchen in Zukunft das Wort zu umschreiben, wenn es für dich o.k. ist?
Chrysokoll, ja du hast recht, das sollte ich machen. Ich hatte ja ganz vergessen dass die Tante vor Monaten eine Freundschaftsanfrage gesendet hatte und ich freute mich sehr darüber. Kam dann aber nie irgendwas. Bis eben diese Bemerkung plötzlich da stand. Das war voll schräg.
Zum Glück telefonierten meine Sis und ich gestern noch. Daher bin ich mal auf sie bezogen beruhigt.
Was die Tante betrifft: naja ich hatte wohl die Hoffnung, dass sie ehrliche Freundschaft wollte. Naja, keine Ahnung was ich falsch mache

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Pianolullaby
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Beitrag Mo., 19.04.2021, 19:34

Ganz herzlichen Dank, aber nur wenn das für dich ok ist, ich kann auch versuchen darüber hinweg zu lesen

Gut dass Du Deine Sis erreicht hast
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Beitrag Di., 27.04.2021, 19:46

Hi, eine Frage:
Ich bemerkte seit einiger Zeit, dass ich voll zu bin. Ich fühle mich wie ein Roboter der außen zwar irgendwie funktioniert doch alles prallt an mir ab. Gleichzeitig ist Selbsthass und Altlasten jeden Tag vorhanden. Wiederum gleichzeitig dringt aber nichts durch mich durch( falls mal nette Sachen kommen). Es lässt mich kalt. Dies bedeutet auch, dass ich eine riesen Mauer um mich hab und jetzt, wo Therapieabstände größer werden, ist diese Mauer auch Thera gegenüber voll da. Ist das gut so? Ich funktioniere aber, sprich alle Verpflichtungen versuche ich zu erfüllen. Trotzdem fühle ich die Altlasten stark, obwohl ich nichts fühle!
Sorry,kann es nicht besser erklären. Doch kennt ihr das? Und ist das gesund sein?

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Hasenmaus123
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Beitrag Di., 27.04.2021, 20:09

Ich kenne das von meinen Zeiten in der Dissoziation. Da war ich wie weg und mir war alles egal, sogar meine Thera kann schwer Zugang finden. Einmal bin ich wieder nachhause nach ein paar Minuten und ein anderer Mal musste sie alle Tricks anwenden, damit ich die D. verlasse.

Ist Dissoziation bei dir ein Thema ?

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Beitrag Di., 27.04.2021, 20:13

Ja ist es.

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Beitrag Mo., 03.05.2021, 22:33

Hallo, sorry, hab da mal eine Frage an euch:
Seit paar Tagen tun die Altlasten . wieder mal sehr weh und ich fühle den Schmerz und die Erinnerungen sind sehr vorne. Voll verrückt wenn man bedenkt, dass ich vor kurzem noch voll zu war und tot innen. Komischerweise ist beim Tot sein die Essstörung viel schlimmer. Verstehe ich nicht so ganz. Jedenfalls, Essstörung jetzt in Pause, dafür aber SChmerz und Altslasten sehr stark im Vordergrund.
Meine Frage ist jetzt folgende: Immer wenn ich besonders stark alles Spüre und die Altlasten besonders vorne sind, dann drängte es mich umso mehr Berichte über Mb anzusehen oder zu lesen. Ich verstehe das voll nicht. Wieso zieht es mich da dann noch mehr dorthin, wo es doch eh shcon so weh tut??? wieso ticke ich so komisch?
Kennt ihr das und wenn ja, warum ist das dann so?
Tupsy

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Kreativus50
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Beitrag Di., 04.05.2021, 08:53

Ich schildere Dir mal, wie ich das für mich interpretiere. Diese Phänomene erlebe ich in ähnlicher Form auch phasenweise.

Meine Überlegungen/ Erfahrungen dazu: Das alles ist Ausdruck dafür, dass der Körper leben will, all den alten Mist - und das sind viele Schmerzen, viel Trauer - will er aus-leben, ans Licht bringen, ausdrücken.
Wenn dann der Kopf mit Dissoziation quasi gegenarbeitet und das versucht zurückzudrängen - dann wählt der Körper einen anderen Ausdruck, indem er Symptome "produziert" - in Deinem Falle vmtl. die Essstörung. Bei mir eben anderes.
Ich sehe Symptome inzwischen "nur" als Fingerzeige meines Körpers a la 'He, mir geht's nicht gut, da ist was, wo Du hinschauen musst' .

Die andere Seite - das Hingezogensein z.B. zu Beiträgen über Missbrauch - bei mir sind es thematische Lieder - könnte ein Fortschritt sein. Bei mir stelle ich fest, dass ich damit die Gefühle etwas mehr zulasse und durchlebe. Und es damit leichter wird. Wichtig nur: darin nicht völlig absaufen. Also es zeitlich begrenzen können.
Manchmal vorgebrachte Tipps - auch von Therapeuten - z.B. was Aufmunterndes zu hören, wenn die Schmerzen und all das akut da sind; mich hat das so unfassbar wütend gemacht. Das hat für mich überhaupt nicht zusammengepasst - ein künstliches Positivdenken, ein gewaltsamer Unterdrücken. Also geh ich punktuell mit den Liedern voll rein in das Gefühl.
Wenn "genug" gefühlt ist, komme ich inzwischen gut wieder raus. Und dann kann ich danach auch besser Freude an anderen Dingen empfinden.

So ist es bei mir, ob das bei Dir auch so ist, kannst nur Du rausfinden.

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Pianolullaby
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Beitrag Di., 04.05.2021, 16:56

Bei mir ist es so, dass ich mich damit selber triggere, DAMIT ICH Fühle
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Tupsy71
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Beitrag Di., 04.05.2021, 21:08

Danke Krativus50 für deine Gedanken. Ich fühle komischerweise immer entweder gar nichts , also innen voll tot oder Altlasten Schmerz und manchmal schmerzt auch die innere KLeine. Freude empfinden funktioniert so gut wie gar nicht. Leider. Ich hoffe dass ich das irgendwann mal fühlen kann, also auf normale Art und WEise. Ich weiß einmal war ich voll überdreht, weil ich mich auf eine Reise gefreut habe, bei der ich eingeladen wurde. Doch die Freude war nicht auszuhalten, weil so stark, dass ich mich dann svv musste um wieder auf den Boden zu kommen bzw. eben zu funktionieren.
Wenn ich mir Berichte von Anderen ansehe welche GEwalt und Altlasten erlebt haben, dann beginne ich höchstens manchmal zum Vergleichen oder wie man das nennt.
Die letzten Tage sind sehr arbeitsintesiv. Lenkt zwar ab, auch wenn ich den SChmerz und die Altlast spüre, doch in den Träumen dünkt es mich, dass es mir sagt, dass das Ganze zu viel ist. Heute Nacht war ich mal wieder in einer Psychiatrie und war mega erschöpft dabei, so dass ich im Traum schon meine Augen nicht aufmachen konnte. Sowas kommt oft vor und träume ich auch oft. Entweder das, oder ich versuche KInder aus gefährlichen Situationen zu retten(Überschwemmungen usw.). Ich bin generell auch im Realen sehr erschöpft. Also ich meine damit, dass ich niemals erholt aufwache in der Früh. Aber das ist ja nix neues.
Naja jetzt geh ich mal in die Falle, morgen geht arbeitsam weiter hier.
Danke für eure GEdanken
Tupsy

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Kreativus50
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Beitrag Mi., 05.05.2021, 21:56

Hast Du denn inzwischen mal im realen Leben Deine Belastungen reduziert, wenn alles nur funktionieren für die anderen ist?
Zumindest hattest Du davon ja mehrfach hier geschrieben. Hast Du da was verändert, ganz konkret?
Du schreibst ja, dass Du irgendwie schon weißt, dass Du über Deiner Belastungsgrenze bist.

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Tupsy71
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Beitrag Do., 06.05.2021, 21:31

Hallo Kreativus50, im Moment kann ich nicht reduzieren. Haben Baustelle hier und wollen einen Wohnraum renovieren. Da muss ich nun mal anpacken. Ist o.k. so, denn das muss einfach sein.
Und naja, ja, ich weiß dass ich immer müde bin, und ich merke es halt in den Träumen dass es zu viel ist. Doch ich schaffe es auch nicht nein zu sagen, wenn Verpflichtungen eben anstehen. Manchmal denke ich, dass mein ausgeprägtes Pflichtbewusstsein mir selber ur im Weg ist.
Und ich komme dagegen nicht an.

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chrysokoll
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Beitrag Do., 06.05.2021, 22:12

Tupsy, das hatten wir hier ja schon ganz oft
Solange du dir selber sagst (zugestehst !!) "ich kann nicht" wird das nie was werden.

Der allererste Schritt wäre sich selber zu sagen: Ich kann. Ich will. Ich werde.

"ach ich kann ja nicht..." ist sehr oft auch eine Ausrede nichts zu ändern.

Und natürlich kann kein Mensch sofort alles ändern, das ist auch nicht nötig.
Aber man kann sehr wohl kleine Bausteine angehen. Einmal nein sagen, bei einer Kleinigkeit.
Die Renovierung jetzt nicht angehen. Sich Zeit nehmen etc.