Sollte ich den Mißbrauch nicht schon bewältigt haben?

Körperliche und seelische Gewalt ebenso wie die verschiedenen Formen von Gewalt (wie etwa der Gewalt gegen sich selbst (SvV) oder Missbrauchserfahrungen) sind in diesem Forumsbereich das Thema.
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Tupsy71
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Sollte ich den Mißbrauch nicht schon bewältigt haben?

Beitrag Do., 12.05.2016, 21:55

Hallo, wusste nicht wohin mit meiner Frage, daher mal hier gepostet.
Also wie Titel schon sagt, meinte meine Medi-Ärztin vor kurzem, dass sie es interessant fände, dass ich jetzt schon älter wäre, als die Dauer des ganzen mb. Muss dazu sagen, dass es mir seit dem Muttertag zur Zeit voll mies geht, da viele Erinnerungen zu diesem Tag grad voll da sind. Mich hat diese Aussage voll irritiert, denn , naja, ich suche mir das ja nicht aus. Ich verstehe selber nicht, warum mich der alte Mist immer noch so belastet. Aber wie kann man das denn beeinflussen? Es tut einfach ur weh. Ich schaffe es einfach nicht im Hier und Jetzt zu Leben, da das Alte sich so rein presst.
Was hat nur die Ärztin damit gemeint( kann erst in zwei Wochen nachfragen). Bin ich denn wirklich so eine Versagerin?? Wie schafft ihr das, los zu lassen usw.?
Tupsy

(Hinweis Admin: Betreffzeile von "Hat Medi-Thera/Ärztin recht?" auf obige präzisiert. Bitte zukünftig - siehe Netiquette! - möglichst aussagekräftige Betreffzeilen wählen! Danke.)

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Hiob
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Beitrag Fr., 13.05.2016, 11:55

"...Also wie Titel schon sagt, meinte meine Medi-Ärztin vor kurzem, dass sie es interessant fände, dass ich jetzt schon älter wäre, als die Dauer des ganzen mb...."

Ich versteh den Satz nicht. Was ist denn eine Medi-Ärztin, was ist mb und was soll das bedeuten, sie "fände es interessant, wenn du schon älter wärst"? Und wie kommst du aus diesem Satz darauf, dass du eine Versagerin seiest? Sie fände es interessant? Ich fände es interessant, wenn ein Schokoladenweihnachtsmann von 3 Metern Größe mit Knuspernüssen vom Himmel fiele.

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lamedia
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Beitrag Fr., 13.05.2016, 12:24

Medi-Ärztin: Wahrscheinlich Psychiaterin im Ggs. zu Psychotherpeutin? MB: Mißbrauch. Älter als der MB heißt auf jeden Fall: Überlebt, überstanden. Ich sehe das eher als Ermutigung, darauf zu schauen, dass das Leben trotz allem weiterging.

Das Alte loslassen, das ist nicht leicht, vor allem, wenn man immer wieder darauf gestoßen wird. Physiologisch-neurologisch helfen eigentlich nur neue, bessere Erfahrungen, alte Erfahrungen zu "überschreiben" - und die bewußte Konzentration auf das, was gelungen ist. Das ist harte Arbeit, weil das Gehirn lieber im "Hab-Acht-Modus"-Ist und sich dummerweise leichter an negative als an positive Erfahrungen erinnert. Trotzdem kann man das trainieren, die Aufmerksamkeit vom Negativen abzuziehen, immer wieder, vor allem, wenn es nicht dazu beiträgt, das Leben zu vereinfachen.

Versagen - das ist damit nicht gemeint. Das wäre ja wieder etwas Negatives, das dich in der Katastrophe festhält...


Eremit
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Beitrag Fr., 13.05.2016, 12:25

Hiob hat geschrieben:[…] Was ist denn eine Medi-Ärztin […]
Wahrscheinlich ist damit jene Ärztin gemeint, von der Tupsy71 ihre Medikamente (Psychopharmaka, nehme ich an) bezieht. Dabei kann es sich um eine Allgemeinmedizinerin oder eine Psychiaterin handeln.
[…] was ist mb […]
Ist eine Abkürzung für Missbrauch.

Bezüglich Eingangsbeitrag:
Tupsy71 hat geschrieben:[…] meinte meine Medi-Ärztin vor kurzem, dass sie es interessant fände, dass ich jetzt schon älter wäre, als die Dauer des ganzen mb. […]
Damit meint sie wohl, dass Du bereits aus mehr "Nicht-missbrauchtem Menschen" "bestehst" als aus "Missbrauchtem Menschen", und, dass Du diese Tatsache als Anlaß nehmen könntest, Bilanz zu ziehen, um nach vorn schauen zu können. Damit will sie ausdrücken, dass Du heute faktisch mehr bist als Dein Trauma. Das warst Du allerdings, wenn man es ganz genau nimmt, schon damals, als Du missbraucht wurdest.

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Tupsy71
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Beitrag Fr., 13.05.2016, 17:23

Danke für eure Aufklärung bzgl mb und Medi- Thera. Habt ihr richtig verstanden- die Medi- Thera ist die Psychiaterin die mir die Medis verschreibt. Und ja, ich bin jetzt 44 und mb hat 17 Jahre gedauert. Das heißt ich bin älter , schon drüber als es andauerte. Das heißt,es müsste jetzt doch mal alles gut sein!!!!! Doch es belastet noch immer, Erinnerungen schmeißen mich immer noch aus der Bahn und das nervt mich voll!!! Es macht mich zornig auf mich, weil es noch nicht gut ist. Warum Ärztin das als interessant bezeichnet weiß ich eben nicht. Werd sie in zwei Wochen wohl drauf ansprechen müssen- seufz- . Danke fürs Antworten.

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Bumpam
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Beitrag Sa., 14.05.2016, 05:52

Tupsy71 hat geschrieben:Ich verstehe selber nicht, warum mich der alte Mist immer noch so belastet. Aber wie kann man das denn beeinflussen? Es tut einfach ur weh. Ich schaffe es einfach nicht im Hier und Jetzt zu Leben, da das Alte sich so rein presst.
Was hat nur die Ärztin damit gemeint( kann erst in zwei Wochen nachfragen). Bin ich denn wirklich so eine Versagerin?? Wie schafft ihr das, los zu lassen usw.?
Tupsy
Hallo Tupsy,
ich bin mir auch nicht ganz sicher ob ich das jetzt richtig verstanden habe - also ich habe es jetzt so interpretiert, dass Du verstanden hast, Du hättest ja jetzt schon so viel Leben ohne MB, da müsste es Dir doch schon ganz anders damit gehen, und Du müsstest es ganz anders verarbeitet haben.
Ich find ganz prinzipiell - obwohl ich darin Großmeisterin bin - die Disziplin "ich müsste, ich sollte" ziemlich blöd, und wenig hilfreich. Wenn möglich kübeln, aus meiner Sicht.
Und was die anderen Fragen anbelangt: ICH für mich kann mit dem Bild des Loslassens nichts anfangen. Für mich geht es eher ums Gegenteil. Das was passiert ist ins Leben und die Lebensgeschichte zu integrieren. Aushalten zu können, dass es echt passiert ist. Mir passiert ist.
Und bei den Dingen wo mir das gelungen ist (also klingt jetzt etwas pompös, tatsächlich ist das nur ein sehr sehr kleiner Teil von allem – aber immerhin), kann ich jetzt draufschauen, und sagen: das war schrecklich. Und meine Leben jetzt, und auch immer wieder mal mein Leben in dieser Zeit ist und war AUCH schön. Und diese paar Dinge drängen sich auch nicht mehr in mein Leben einfach so rein. Weil ich sie ja an ihrem tatsächlichen Platz sehen kann.
Konkret am Muttertag bin ich aber auch voll überfordert. Weil sich ja das Alte auch mit Neuem vermischt. Miene Mutter hat ja nicht mit dem Ende der Kindheit aufgehört, problematisch zu sein.
Aber da hilft mir weiter, darauf zu fokussieren, dass es – so wie es als Kind war – tatsächlich vorbei ist und nicht mehr wiederkommen kann. Ich bin nicht mehr abhängig von ihr, ich habe mein eigenes Leben, und ich kann es auch meistern. Und das kann mir auch keiner wegnehmen.
Ich denk mir – Du lebst ja im Hier und Jetzt. Und gleichzeitig macht Dir das Alte zu schaffen. Aber das Leben jetzt, das hast Du ja. Das findet ja statt. Mit schönen und weniger schönen Erlebnissen, und Herausforderungen, und allem anderen. Oder erlebst Du es so, dass das gar nicht real ist, sondern nur das was in der Vergangenheit liegt? Dass es kein Gewicht hat, weil das früher passiert ist? Würde Dein Leben erst beginnen, wenn Dich das alte Zeug nicht mehr belastet?
Weiss nicht ob irgendwas davon hilfreich war. Aber ich wünsch Dir sehr, dass Du einfach mit allem was da war und jetzt immer noch Einfluss nimmt Freude empfinden kannst im Leben.
Liebe Grüße, Bumpam

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Tupsy71
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Beitrag Sa., 14.05.2016, 20:47

Hallo Bumpam, ja, ich hab das Gefühl, dass ich , durch das, das das Alte immer noch so präsent ist, ein bewusstes im Hier und Jetzt sein nicht hinbekomme. Ich glaub, ich lebe nur wenn ich Vollspielen kann, oder sonst eben was mit Ball machen kann und das kommt eben selten vor. Ich würde am Liebsten jeden Tag Volleyball spielen um mich lebendig zu fühlen!? Ich zu mir schwer, Freude zu empfinden. Ich erfreue mich an anderen, wenn sie sich freuen, doch für mich selbst kann ich es nicht empfinden. Ich beschenke Andere gerne um ihnen eine Freude zu machen,meist, wenns mir gar nicht gut geht. Mit anderen Worten - Ich hasse mich noch immer sehr stark und ehrlich gesagt finde ich mich langsam damit ab- bin eh nur ich. Aber dass die Vergh. mich noch immer so beeinträchtigt, macht mir schon zu schaffen. Besonders diese penetrante Müdigkeit. Naja mal sehen.

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Bumpam
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Beitrag So., 15.05.2016, 05:19

Hallo Tupsy,
danke für die Erklärung.
Wäre es dann vielleicht eine Idee mit dem Selbsthass im Hier und Jetzt zu arbeiten? Zu schauen was da jetzt und für jetzt hilft?
Dass es ETWAS gibt, das Dir Freude macht, finde ich schon mal sehr gut - könnte es Sinn machen, ausgehend von dem Gefühl und dieser Energie zu schauen wie Du das in den Alltag transferieren kannst?
Und kann das auch etwas sein was Teil Deiner Identität sein kann?
Tupsy die Volleyballspielerin?
Für mich ist es ganz zentral mich über die Vergangenheit NICHT zu definieren.
Ich hab in mir drin so ein "dann hätten die (Täter) endgültig gewonnen". Und das gönn ich ihnen sicher nicht.
Ich weiss nicht welche Therapierichtung Du machst (machst Du derzeit Therapie?) - aber mir hat der schlichte verhaltenstherapeutische Ansatz geholfen: ich habe mir einfach die Aufgabe gestellt dass ich jeden Tag etwas für mich tun MUSS. Ob ich das jetzt für angebracht halte oder nicht. Die Gefühle die das aufgewirbelt hat, waren zwar heftig - aber natürlich hat mich genau das auch weitergebracht.
Liebe GRüße, bumpam

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blackpower
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Beitrag So., 15.05.2016, 07:11

Hallo Tupsy,
das Loslassen der Vergangenheit ist ein Prozess in mehreren Schritten.
Ich sage mir immer wieder, meine Vergangenheit ist ein Teil von mir und ich kann diese nicht ändern oder gar rückgänigig machen, nur annehmen und akzeptieren, was war. Vorallem aber die Vergangenheit macht mich nicht aus, denn da ist soviel mehr in meinem Leben. Ich lebe im Hier und Jetzt und heisse Willkommen, was so positives in mein Leben tritt und bin bereit es anzunehmen.

Liest sich vielleicht ein bisschen kitschig. Ich habe lange gebraucht aber ich glaube ich bin soweit jetzt ::::: - L-O-S-Z-U-L-A-S-S-E-N.

Leben ist so viel mehr, es geht um die kleinen Dinge im Leben, den Moment, den Augenblick. Alles was schön ist, positiv.
Nur Mut.

Alles Liebe.
blackpower
"Aufgeben bedeutet nicht immer, daß man schwach ist. Oft bedeutet es einfach daß man stark genug ist, etwas loszulassen, was man nicht ändern kann."

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Tupsy71
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Beitrag Mo., 16.05.2016, 12:26

bumpam, also ja, ich bin schon viele Jahre in Therapie. Ist eine Mischform von Trauma, Gespräch und Verhaltenstherapie. Ich weiß, dass Thera gut ist( schon von sehr vielen gehört), doch stehe ich mir selber voll im Weg. Manchmal kommt mir vor, als ob so ne Mauer da ist, die nur Stationär zu bröckeln beginnt, doch sobald wieder draußen, wieder zu geht. Daher komme ich an mich nicht richtig dran- denk. Selbsthass ist ein sehr starker Anteil in mir und naja, der boykottiert einfach alles. Wie so viele- ich kämpfe mich durch- seufz.

blackpower, ich freue mich sehr für dich, dass du langsam los lassen kannst. Super!!!
Wünsche dir weiterhin viel Erfolg dabei!

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Bumpam
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Beitrag Mo., 16.05.2016, 14:45

Hallo Tupsy,

mir erscheint es so, nachdem was ich hier lese, als würdest Du
ziemlich viel für ziemlich unabänderlich halten.
Ist natürlich nur so ein Eindruck von mir, nach dem wenigen was ich hier lese - und ich kann insgesamt ja auch völlig falsch liegen!
Aber zum Beispiel der Satz:
Tupsy71 hat geschrieben: Selbsthass ist ein sehr starker Anteil in mir und naja, der boykottiert einfach alles.
lässt für mich wenig Optionen offen.
Ich kenn Dich ja, wie gesagt, nicht, und bestimmt gibt es genug Gründe, warum Du es so erlebst. Und es ist immer schwierig mit Vergleichen.
Ich schreib es jetzt trotzdem mal so hin. Ich habe auch einen Anteil, der für Selbsthass zuständig ist. Und ich kenn das auch, dass ich das völlig unaushaltbar finde (also ich höre es dann als Stimmen in meinem Kopf, das kann den ganzen Tag so dahin gehen). Aber die Macht "einfach alles" zu boykottieren, die gebe ich ihm nicht.
Das ist etwas das ich entscheiden kann. Ich mag damit sicher nicht zum Ausdruck bringen, dass das bei Dir auch so sein sollte müsste oder sonstwas. Aber nur für den Fall, dass es für Dich vielleicht ein klein bisschen hilfreich und mutmachend wäre, dass es prinzipiell machbar sein KANN, habe ich es aufgeschrieben.
Was und warum und wann für Dich geht, kann ich nicht beurteilen. Das kann wohl niemand ausser Dir.
Es hat für mich einfach so hoffnungslos geklungen, was Du geschrieben hast.
Verzeih, wenn das was ich schreibe Blödsinn ist und Dir nicht weiterhilft.
Liebe grüße, Bumpam


Eremit
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Beitrag Mo., 16.05.2016, 16:04

Wofür lebst Du, Tupsy71?

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blackpower
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Beitrag Mo., 16.05.2016, 17:18

Liebe Tupsy,

Du freust Dich, wenn Du andere erfreuen kannst. Okay, das kenne ich von mir aber wichtiger wäre, wenn Du zu Dir finden und auch bei Dir zu bleiben könntest und erkennen könntest woran Du Freude, welche Wünsche und Bedürfnisse Du hast. Volleyball ist doch schon ein Anfang aber da gibt es sicher noch mehr zu entdecken oder neue Talente zu fördern.

Ich muss Eremit Recht geben, wofür lebst Du...? Wo willst Du noch hin..?

Wenn ich mit mir im Reinen bin, weiß was ich will, meine Wünsche und Bedürfnisse kenne und sie mir auch erfüllen mag, ich mein Leben lebe, dann strahle ich das nach Aussen aus und vieles klärt sich da wie von allein, ohne das ich daran was tun muss. Es kann sein, das sich Türen schliessen, vermeintliche Freunde, Bekanntschaften sich abkehren aber davon sollte man sich nicht beirren lassen, denn es tun sich neue Türen auf und es werden auch andere Menschen in Dein Leben treten, wenn Du es möchtest und zulassen kannst. Nur zu, es gibt nichts besseres als es herauszufinden. Habe den Mut zu Deinem Leben und Deinem Weg.

Alles Liebe Dir.
blackpower
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Tupsy71
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Beitrag Mo., 16.05.2016, 20:23

Mist- so viel geschrieben und erklärt und alles futsch. Kurz: Eremit ich lebe, weil ich Verpflichtungen habe( Mann und Kids) und ich ein extrem ausgeprägtes Pflichtgefühl habe- denk. Ich lebe nur für die Anderen. Schon als Kind wollte ich immer bei Gott sein, vermute mal, dass das irgendwie in mir ist. Dieser kindliche Wunsch ist in mir sehr ausgeprägt - noch immer.

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Tupsy71
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Beitrag Mo., 16.05.2016, 20:32

Verseht mich nicht falsch, ich erfreue mich an Blumen usw., im Kopf, doch fühle ich die Freude nicht- schäm. Ich hab meine mittlerweile erwachsenen Kids lieb, doch es kommt sehr selten vor, dass ich es fühlen kann. Das Gleiche ist mit meinem Mann. Vielleicht ist das ja normal, keine Ahnung. Ich weiß nur dass ich mich abgrundtief hasse und dies fühle ich sehr ausgeprägt. Und um die Frage zu beantworten - ja, für mich fühlt sich der SH wie eine eigene Persönlichkeit in mir an, der, wenn ganz vorne, sogar gefährlich zu mir sein kam. Ich musste mir z.b. zuschauen wie er einen Suizidversuch machte. Mittlerweile bin ich aber soweit, dass ich erkennen kann, wenn es zu gefährlich wird, ich in die Klinik gehe, weil das nicht nochmal passieren darf. Nicht um meinetwillen sondern um Mann und Kids wollen.
Eremit- ich lebe, für die Andern