Partnerin kommt mit neuer Situation nicht zurecht

Liebeskummer und Liebessorgen aller Art, sowie Eifersucht und Trennungen sind die zentralen Themen in diesem Forumsbereich (Beitrags-Haltedauer: 6 Monate).
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Partnerin kommt mit neuer Situation nicht zurecht

Beitrag Di., 14.01.2020, 12:45

Ich habe folgendes Problem: meine Lebensgefährtin und ich sind seit 12 Jahren zusammen. Vor 10 Jahren wurde bei mir eine schwere larvierte Depression diagnostiziert. Ob sie im Zusammenhang mit einer Bipolaren Störung oder aber ADHS (Träumerversion) in Zusammenhang steht, darüber streiten sich die Ärzte seit Ewigkeiten. Auf jeden Fall wurde ich nach langem hin und her als dauerhaft EU eingestuft. Für eine EU-Rente fehlten mir 2 Monate Anwartschaft. Meine Lebensgefährtin möchte nicht, daß wir zusammen ziehen, weil sie Angst vor Nachteilen hat. Ich wäre ein teures Hobby...
Mit der EU-Feststellung ging die Zwergelei in meinem gesaten Umfeld los. Ich solle doch mal was machen, ich könne doch Ehrenamt machen, ich könne mich doch auf eigene Verantwortung gesund schreiben lassen. Das wäre alles so ungerecht, alle müssten zur Arbeit, obwohl sie ihre Arbeit hassen. Man müsse doch "Leistung" bringen.
Ich habe mich dann ehrenamtlich engagiert und bin dort auch sehr gut vorangekommen, zumal ich etwas aus meinem Berufsfeld mache. Inzwischen geht das Theater von einer anderen Seite los: warum bekäme ich Anerkennung und Leute, die seit 30 Jahren im Beruf wären nicht. Das wäre so ungerecht, unerträglich. Es erinnert mich irgendwie daran, wie mein Umfeld seinerzeit auf mein bestandenes einser Uni-Diplom reagiert hat: man hat sich nicht gefreut, war nicht stolz, es gab Wutanfälle und Geheul.
Mein Therapeut hat mir geraten, zu überlegen, mich weniger zu engagieren und mal zu überlegen, ob das private Umfeld das Richtige, ob das wäre. Ich habe aber das Gefühl, es ist egal, was ich mache, es ist verkehrt. Und ich weiß, ich muss meine finanzielle Situation verändern. Also irgendwas machen, womit ich mit 3 Stunden Arbeit am Tag so viel verdiene, dass ich nicht von irgendwem abhängig bin.,
Im Moment weiß ich in der Sache gar nicht weiter, ich brauche irgendwie Anstöße von außen.


Candykills
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Beitrag Di., 14.01.2020, 12:55

Ich finde auch, dass dein Umfeld komisch ist. Du hast ja nicht aus Spaß Rente. Natürlich ist es für dich sicher auch gut, wenn du noch etwas machst und nicht nur zu Hause rumhängst. Das ist auf Dauer auch ungesund. Aber ob die anderen ihre Arbeit hassen und ob du in Rente bist, hat miteinander genau gar nichts zu tun. Dann sollen sich diese Personen halt einen anderen Job suchen.
Es ist nicht deine Aufgabe für deren Wohlergehen zu sorgen.
Es gibt sicher viele Möglichkeiten um etwas Geld zu verdienen und nur 3 Stunden zu arbeiten.
Aber all das würde ich völlig unabhängig davon machen, was dein Umfeld sagt. Wenn du das willst und es für dich passt, dann mach es. Ansonsten würde ich mir wohl eher auch ein anderes Umfeld suchen.
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Beitrag Di., 14.01.2020, 13:47

Candykills hat geschrieben:
Di., 14.01.2020, 12:55
Ich finde auch, dass dein Umfeld komisch ist. Du hast ja nicht aus Spaß Rente. Natürlich ist es für dich sicher auch gut, wenn du noch etwas machst und nicht nur zu Hause rumhängst. Das ist auf Dauer auch ungesund. Aber ob die anderen ihre Arbeit hassen und ob du in Rente bist, hat miteinander genau gar nichts zu tun. Dann sollen sich diese Personen halt einen anderen Job suchen.
Das sage ich mir ja auch und bin da mit Dir und auch meinem Therapeuten einer Meinung. Das Problem ist aber, dass das ganze wie eine Gehirnwäsche wirkt. Es wird immer und immer wieder wiederholt. Es werden Sacher hervorgeholt, die uralt sind.

Ansonsten würde ich mir wohl eher auch ein anderes Umfeld suchen.
Genau darüber denke ich nach. Ich habe schon seit langem den Kontakt zu meinen Geschwister abbrechen lassen. Ich konnte das Geheul und Gejammer von gesunden Leuten nicht mehr hören. Es tut mir nicht gut. Lieber gar keine Kontakte, als schlechte Kontakte.

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peppermint patty
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Beitrag Di., 14.01.2020, 14:08

Für mich liest sich dein Anliegen eher so, als gäbe es mehrere Probleme, die du miteinander verstrickst. Ich würde sie auseinander nehmen.

1. Das eine Problem ist das kritisierende Umfeld, von dem du annimmst, es denen nicht recht machen zu können. Es scheint nicht sonderlich wohlwollend mit dir umzugehen. Da könnte man schauen, ob das die richtigen Menschen für dich sind. Oder dich im Zweifelsfall besser abgrenzen zu können/müssen.

2. Dann deine Freundin, die (bist du sicher?) in dir bzw bei einem Zusammenzug mit Dir nur ein teures Hobby sieht? Da gibt es sicher Klärungsbedarf.
So eine Haltung trägt sicher nicht zum Gefühl von geliebt werden und Akzeptanz bei und ist zudem schädlich für das Selbstwertgefühl.

3. Deine ehrenamtlichen Aktivitäten. Magst du diese? Hast du mit denen das Gefühl deine Zeit sinn- und freudvoll zu verbringen? Denn das sollten sie, du bekommst ja schließlich keine finanzielle Gegenleistung als Ausgleich.

4. Deine finanzielle Situation. Wieso bist du in dem Bereich abhängig? Du bekommst doch EU-Rente, oder? Oder Grundsicherung? Das wäre dann natürlich nicht viel, aber dein eigenes Geld. Und du kannst natürlich hinzuverdienen, um mehr Spielraum zu haben. Dieser Punkt lässt sich sicher mit Punkt drei vereinbaren (sinn- und freudvoll), sollte mMn aber unabhängig von deinem Umfeld nur von dir entschieden werden.

Ich würde einzeln über diese Punkte nachdenken, damit du Entscheidungen treffen kannst, die tatsächlich deine sind.

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Beitrag Di., 14.01.2020, 15:59

peppermint patty hat geschrieben:
Di., 14.01.2020, 14:08
Für mich liest sich dein Anliegen eher so, als gäbe es mehrere Probleme, die du miteinander verstrickst. Ich würde sie auseinander nehmen.

1. Das eine Problem ist das kritisierende Umfeld, von dem du annimmst, es denen nicht recht machen zu können. Es scheint nicht sonderlich wohlwollend mit dir umzugehen. Da könnte man schauen, ob das die richtigen Menschen für dich sind. Oder dich im Zweifelsfall besser abgrenzen zu können/müssen.

2. Dann deine Freundin, die (bist du sicher?) in dir bzw bei einem Zusammenzug mit Dir nur ein teures Hobby sieht? Da gibt es sicher Klärungsbedarf.
So eine Haltung trägt sicher nicht zum Gefühl von geliebt werden und Akzeptanz bei und ist zudem schädlich für das Selbstwertgefühl.

3. Deine ehrenamtlichen Aktivitäten. Magst du diese? Hast du mit denen das Gefühl deine Zeit sinn- und freudvoll zu verbringen? Denn das sollten sie, du bekommst ja schließlich keine finanzielle Gegenleistung als Ausgleich.

4. Deine finanzielle Situation. Wieso bist du in dem Bereich abhängig? Du bekommst doch EU-Rente, oder? Oder Grundsicherung? Das wäre dann natürlich nicht viel, aber dein eigenes Geld. Und du kannst natürlich hinzuverdienen, um mehr Spielraum zu haben. Dieser Punkt lässt sich sicher mit Punkt drei vereinbaren (sinn- und freudvoll), sollte mMn aber unabhängig von deinem Umfeld nur von dir entschieden werden.

Ich würde einzeln über diese Punkte nachdenken, damit du Entscheidungen treffen kannst, die tatsächlich deine sind.
Danke für die Hinweise. Ja, da kommt auf einem Mal Struktur rein.

Zu 1: das Umfeld tut so, als sei es sehr "leistungsorientiert". Tatsächlich sind das in Wirklichkeit unzufriedene Faulpelze und Opportunisten, die nicht bereit sind, irgendetwas zu ändern und das dann als "konservativ" zusammen mit "Rebellentum" darstellen. Schon ein neues Windows führt zu Wutanfällen allererster Güte, ohne Navi und ohne Smartphone herrscht völlige Orientierungslosigkeit.

Zu 2: Jede Form der Klärung scheitert, weil die Schuld nur bei anderen gesucht wird. Unmissverständliches wird - ob bewusst oder unbewusst - entweder inhaltlich oder vorgeblich akustisch "nicht verstanden". Dazu der Jammermodus, ich bekäme Anerkennung und sie trozt über 30 Berufsjahren nicht. An der Therapie möchte sie nicht teilnehmen und verweigert jedes Gespräch. Angeblich, weil ich es nicht wolle und alles verhindere, was Quatsch ist - oder weil sie Angst vor Mobbing durch Kollegen hat. Sie will mit Therapeuten und Psychiatern nicht in Verbindung gebracht werden und auch nicht gesehen werden, wie sie da in eine Tür rein geht.

Zu 3: Die ehrenamtliche Aktivität macht mir sogar sehr viel Spaß, ich bekomme viele positive Rückmeldungen. Aus meinem Umfeld kommt seit den ersten positiven Rückmeldungen nur noch Dazwischengrätschen. Und zwar von diversen Seiten. Dazu kommen noch Schlechtreden und öffentliche Wutanfälle.

Zu 4: Ich bekomme Grundsicherung.

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candle.
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Beitrag Di., 14.01.2020, 16:15

Naja, die reden dir rein, du redest denen rein. Das bringt nichts. Ich würde eher anfangen das Leben neu zu gestalten.

Es ist ja auch noch nicht das Ende mit der Rente, du wirst geprüft werden und kannst vielleicht beruflich auch nochmal einen Neustart versuchen.

Und mit Hilfe zum Lebensunterhalt lohnt sich ein Hinzuverdienen nicht, das wird fast alles abgezogen! Ich meine, das ist nur mit dem Ehrenamt möglich, welches evtl. geschützt ist. Das ist eben eine Aufwandspauschale. Ob da wirklich was hängen bleibt?

Und wieso hast du mit deiner Partnerin vorher nie zusammen gelebt? Das mag zwar heute "Hip" sein mit getrennten Wohnungen, aber dem Durchschnitt betrifft es wohl eher nicht. Daher kann ich das auch nicht so recht einordnen was mit euer Beziehung los ist bzw. wie es zu der Aussage deiner Partnerin kommt. Klar ist aber, dass sie mit veranlagt wird, was bedeutet, dass sie all ihre Einkünfte nachweisen muß und dir vermutlich Geld abgezogen würde.
Ich sage mal dazu, dass ich in dieser Lage aus dem Grund keine Beziehung eingegangen bin.

VG candle
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Beitrag Di., 14.01.2020, 18:32

candle. hat geschrieben:
Di., 14.01.2020, 16:15
Naja, die reden dir rein, du redest denen rein. Das bringt nichts. Ich würde eher anfangen das Leben neu zu gestalten.

Es ist ja auch noch nicht das Ende mit der Rente, du wirst geprüft werden und kannst vielleicht beruflich auch nochmal einen Neustart versuchen.
Das Ergebnis der letzten Prüfung war EU auf Dauer bis Beginn der Altersrente. Eine Rückkehr ins Erwerbsleben ist auch Sicht meiner Ärzte, meiner Therapeuten und der Rentenversicherung auf Grund der Schwere des Krankheitsverlaufs ausgeschlossen. Und ehrlich: mehr als 3 Stunden schaffe ich auf die Dauer tatsächlich nicht. Und ich muss ja zum Arbeitsort hin- und wieder zurück kommen.
Und mit Hilfe zum Lebensunterhalt lohnt sich ein Hinzuverdienen nicht, das wird fast alles abgezogen! Ich meine, das ist nur mit dem Ehrenamt möglich, welches evtl. geschützt ist. Das ist eben eine Aufwandspauschale. Ob da wirklich was hängen bleibt?
Das ist echt ein Problem. Hinzuverdienst und Aufwandsentschädigungen, selbst Fahrtkostenerstattungen lösen komplizierte Berechnungen aus. Deshalb brauche ich irgendwas, wo ich in drei Stunden genug verdiene. Das heisst: ich bilde mich irgendwie fort.

Und wieso hast du mit deiner Partnerin vorher nie zusammen gelebt? Das mag zwar heute "Hip" sein mit getrennten Wohnungen, aber dem Durchschnitt betrifft es wohl eher nicht. Daher kann ich das auch nicht so recht einordnen was mit euer Beziehung los ist bzw. wie es zu der Aussage deiner Partnerin kommt. Klar ist aber, dass sie mit veranlagt wird, was bedeutet, dass sie all ihre Einkünfte nachweisen muß und dir vermutlich Geld abgezogen würde.
Ich sage mal dazu, dass ich in dieser Lage aus dem Grund keine Beziehung eingegangen bin.

Bei mir ist irgendwie eine gewisse Sehnsucht nach Geborgenheit da.

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candle.
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Beitrag Di., 14.01.2020, 20:35

Rückkehrer hat geschrieben:
Di., 14.01.2020, 18:32
Das Ergebnis der letzten Prüfung war EU auf Dauer bis Beginn der Altersrente.
OK, dann hast du jetzt Grundsicherung nach Kapitel 4? Da sieht es wohl etwas anders aus. Ich hatte das nur mal als Schreiben beigefügt bekommen, da hätte man wohl quasi ungeprüft immer 300 Euro bekommen und das wäre auch nicht mit dem Partner verrechnet worden.
Da kannst du dann wohl besser zuverdienen. Aber ob man das in 3 Stunden hinbekommt genug dazu zu verdienen?
Bei mir ist irgendwie eine gewisse Sehnsucht nach Geborgenheit da.
Vorher nicht? Wolltest du nie heiraten? 12 Jahre ist ja schon eine sehr lange Zeit! Bist du denn beziehungsfähig? Das ist ja so einfach nicht mit psychischer Erkrankung.

LG candle
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