Trauer und ihre üblen Machtspielchen

Hier können Sie sich über Belastungen durch eigene oder fremde schwere Erkrankungen, aber auch den Umgang mit Tod und Trauer austauschen.

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Holly785
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Trauer und ihre üblen Machtspielchen

Beitrag Mi., 07.08.2019, 22:04

Hallo zusammen!

Vor gut einen Jahr habe ich einen verheirateten Mann kennen und lieben gelernt.

Er und seine Frau führten eine offene Beziehung da es zwischen ihnen nicht mehr funktioniert hat.
Sie hatte ebenfalls einen anderen Mann.

Ich selbst befand mich zu dem Zeitpunkt auch noch in einer Beziehung, habe mich dann aber daraus gelöst, da diese Beziehung schon kaputt war und ER um mich gekämpft hat.
Im Grunde habe ich damals alles ausgebremst, denn wäre es nach ihm gegangen hätte er sich sofort aus der Ehe gelöst und wäre mit mir zusammen gegangen.

Wie dem auch sei...

Er wurde dann Ende 2018 schwer krank und lag bis vor wenigen Wochen im Spital auf Intensiv.

In der gesamten Zeit hat mir seine Frau mit kleinen Gemeinheiten immer wieder weh getan.
Habe ich sie darauf angesprochen verneinte sie meine Eindrücke und sie wolle ja, dass ich bei ihm bin weil ich ihm halt gebe, sie wisse, dass er mich liebt usw...

ABER:
Sie liebt es andere zu verletzen.
Sie streitet unendlich gerne.
Bietet ihr jemand die Stirn schaltet sie auch ganz gerne ihren Anwalt ein.
Ihr Anwalt verdient Dank ihr sehr gut, denn sie streitet ständig mit irgendwem :roll:

Mit mir konnte sie sich jetzt über ein halbes Jahr spielen und immer wieder hat sie mir demonstriert, dass sie am längeren Hebel sitzt und hat die Hand über ihn gehalten.
Alles hinter seinem Rücken.
Vor ihm war sie zuckersüß zu mir.

Mich ihm anvertrauen ging natürlich nicht, da er über den gesamten Zeitraum schwerst krank war.

So habe ich mir die unzähligen Gemeinheiten stillschweigend gefallen gelassen aus Angst, dass sie mich nicht mehr zu ihm lässt.

Ich bin geblieben weil er mich sehr geliebt hat und er mich gebraucht hat, weil ich ihn ebenfalls sehr geliebt habe und wir irgendwann ganz (ohne sie) zusammen sein wollten.

Leider kam es nicht dazu denn die Krankheit hat ihm keine Chance gelassen.
Vor wenigen Wochen ist er im Spital verstorben.

Es besteht noch Kontakt zu seiner Frau, aber sie spielt nach wie vor üble Spiele mit mir und verletzt mich wo es nur geht und wo sie kann.

Ganz ehrlich - ich habe genug, aber trotzdem ist sie für mich irgendwie wie die letzte Verbindung zu ihm.

Wenn ich zu ihr den Kontakt abbreche darf ich nicht mal mehr eine Kerze an sein Grab stellen.

Momentan bin ich durch seinen Tod sehr angeschlagen und labil.
Wie bringe ich denn nun die Kraft auf mich zu lösen?
Ihre Machtdemonstrationen und ihre Gemeinheiten zermürben mich noch zusätzlich neben der Trauer um ihn.

Traurige Grüße

Holly

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leuchtturm
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Beitrag Do., 08.08.2019, 09:24

erst mal mein aufrichtiges Beileid!!

Du brauchst jetzt ganz viel Kraft, und nach allem, was du über die andere Frau schreibst, nimmt sie dir die Kraft, statt dir welche zu geben.

Ich würde den Kontakt abbrechen. Keine Treffen mehr (Begründung: ich kann nicht),
keine Telephonate von deiner Seite aus,
keine initiativen Kontakte via whats app u.ä.

du brauchst sie ganz sicher nicht, um deinen verstorbenen Freund in Erinnerung zu behalten!

Du hast doch bestimmt so viele schöne Erinnerungen an ihn, für die diese Frau keine Rolle spielt.
Mach dir klar, dass die Frau dir schadet statt dir guttut.

Ich wünsche dir viel Kraft :hugs:

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Broken Wing
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Beitrag Do., 08.08.2019, 10:27

Du könntest dir in deiner Phantasie woanders ein Grab ausdenken und deine Kerzen und Pflanzen dorthin platzieren. Am besten auch nur in der Fantasie, besser für die Umwelt.
Mal ehrlich, von diesen Aktionen bekommt dein Ex-Liebhaber eh nichts mehr mit und du siehst ihn ja auch nicht, also warum nicht an einem angenehmeren Ort die Zeremonie fantasieren?

Die Ex braucht ein ebenbürtiges Gegenüber, an dem ihre Machtspielchen abprallen. Die einfachste Möglichkeit ist, unsichtbar zu werden.
Von solchen Menschen wie der Ex muss man sich zurückziehen, damit sie keine Macht mehr haben. Wenn mal niemand mehr ans Telefon geht, Briefe und Mails sang- und klanglos im Äther verschwinden, kommen sie angekrochen. Dann aber bloß kein Mitleid, das ist nur ein Versuch, das Opfer zurückzuholen. Anwaltsschreiben kannst du auch ungelesen entsorgen, die nehmen sich zu wichtig und wissen, dass die Leute keine Ahnung haben, wie ein Rechtsstaat funktioniert. Viele zahlen schon, sobald sie einen §en sehen.
Beginne den Tag mit einem Lächeln, dann hast du es hinter dir. [Nico Semsrott]


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Beitrag Do., 08.08.2019, 12:33

Hallo und danke für eure lieben Worte.

Es tut gut sich das von der Seele zu schreiben und zumindest ein Stück weit verstanden zu werden.

Ich weiß, ich bräuchte sein Grab eigentlich nicht, aber dort ist er nur wenige Meter von mir entfernt. :(

Mich hat sie bisher noch nicht verklagt, aber mit anderen Leuten streitet sie gerne rum.

LG


Sehr
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Beitrag Do., 08.08.2019, 12:40

Wenn du keine Kerze oder sonstiges dort lässt, wüsste sie ja nicht das du dort warst. Oder muss das sein mit Kerze anzünden?
[wegzudenken, mehr nicht]


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Holly785
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Beitrag Do., 08.08.2019, 12:52

Sehr hat geschrieben:
Do., 08.08.2019, 12:40
Wenn du keine Kerze oder sonstiges dort lässt, wüsste sie ja nicht das du dort warst. Oder muss das sein mit Kerze anzünden?
Nein, aber mich macht es halt so traurig, dass ich noch nicht mal so trauern darf/kann wie ich es gerne tun würde.

Ich würde ihm liebend gerne Blumen und Kerzen an sein Grab stellen, bei ihm sein usw., selbst über seinen Tod hinaus hat sie noch über ihn die Kontrolle.

Es war für uns schon schlimm genug, dass wir sie im Krankenhaus sehr, sehr häufig da hatten obwohl wir alleine sein wollten.
Das wusste sie und deswegen kam sie erst recht.

LG


Sehr
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Beitrag Do., 08.08.2019, 14:39

Sie war doch noch seine Frau. Ist ja auch ihr Mann der im Sterben lag. Habt ihr mit ihr irgendwelche Besuchszeiten ausgemacht oder wolltet ihr sie einfach nicht dabei haben?

Ich nehme an, sie hat sich auch um ihn gekümmert und nach seinem Tod um bspw. das Begräbnis, die Kosten usw.

Ich sehe nicht, dass sie Kontrolle über ihn hat. Nur über sein Grab.
[wegzudenken, mehr nicht]

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Anna-Luisa
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Beitrag Do., 08.08.2019, 19:22

Holly785 hat geschrieben:
Mi., 07.08.2019, 22:04
Ich bin geblieben weil er mich sehr geliebt hat und er mich gebraucht hat, weil ich ihn ebenfalls sehr geliebt habe und wir irgendwann ganz (ohne sie) zusammen sein wollten.
Ich könnte mir vorstellen, dass du der Frau ein wenig Unrecht tust.

Ihr wolltet (irgendwann) ganz ohne sie sein. Aber faktisch waren sie ein Ehepaar, welches nicht die Scheidung eingereicht hat, sondern beschlossen lediglich weitere Partner hinzunehmen.

Immerhin hätte dein Freund sie (anfangs zumindest) auch AUFFORDERN können zu gehen, da ihr alleine sein wollt.

Und vielleicht gefällt ihr der Gedanke nicht, dass Witwe und Geliebte gemeinsam das Grab schmücken (und neugierig beäugt dem Tratsch ausgesetzt sind.)

Trauer und Erinnerung sollte nicht an eine Grabstätte gebunden sein. Bestimmt findest du eine andere Möglichkeit zu trauern.
Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir Ärger erspart bleiben.
(Konfuzius)

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Tristezza
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Beitrag Fr., 09.08.2019, 15:54

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