Wenn das Glauben durch die Therapie abhanden kommt

Fragen und Gedanken rund um Spiritualität und Religionen, alternative Behandlungsmethoden, den üppigen Garten sonstiger "Therapie"-Formen, Esoterik ... und ihre Berührungspunkte mit Psychotherapie bzw. psychologischen Problemen.

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Re: Wenn das Glauben durch die Therapie abhanden kommt

Beitrag Mi., 04.11.2020, 19:05

Waldschratin
Ich glaube eher an Selbstsugestion.
Man kann sogar ohne sich zu bewegen und berühren mental zum Orgasmus kommen.
Früher sah ich sogar Jesus wenn ich das unbedingt wollte und redete mit ihm. Es geht alles, unser Hirn kann so vieles ...

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Tupsy71
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Beitrag Mi., 04.11.2020, 20:47

Bilderbuch, ja, ich glaube auch an die Existenz von Satan.
Warum fragst du?


Waldschratin
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Beitrag Mi., 04.11.2020, 20:50

Ja, Bilderbuch, bin ich ganz bei dir : Unser Hirn kann so vieles.
Aber was hat das mit Gott zu tun? Wenn der für dich eh nur dein eigenes Hirngespinst ist, dann ist das Problem doch leicht zu lösen für dich?
Jede Liebe, die von einer Sache abhängig ist, hört auf, wenn die Sache aufhört; die aber, die von keiner Sache abhängig ist, hört niemals auf.
Talmud

Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch
Karl Valentin


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Beitrag Mi., 04.11.2020, 22:59

Tupsy71 hat geschrieben:
Mi., 04.11.2020, 20:47
Bilderbuch, ja, ich glaube auch an die Existenz von Satan.
Warum fragst du?
Na ja, ich dachte vielleicht gehts auch ohne... wenn man an den heiligen Geist glaubt.
Ich kenne aber niemanden, der nicht an Satan glaubt wenn er an den Geist glaubt.
Zuletzt geändert von Bilderbuch am Mi., 04.11.2020, 23:03, insgesamt 1-mal geändert.


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Beitrag Mi., 04.11.2020, 23:02

Waldschratin hat geschrieben:
Mi., 04.11.2020, 20:50
Ja, Bilderbuch, bin ich ganz bei dir : Unser Hirn kann so vieles.
Aber was hat das mit Gott zu tun? Wenn der für dich eh nur dein eigenes Hirngespinst ist, dann ist das Problem doch leicht zu lösen für dich?
Ja, ich habe meine Suche tatsächlich abgeschlossen.
Danke.


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Beitrag Mi., 04.11.2020, 23:15

Vogel1 hat geschrieben:
Di., 03.11.2020, 22:15
Ich habe meinen Glauben in meiner Psychoanalyse eher verloren. Ob das nun Glauben war, kann man natürlich hinterfragen. Vielleicht eher Bedürfnisse und Wünsche nach: gut aufgehoben sein, keine Schuldgefühle gegenüber meiner suizidgefährdeten Mutter haben, geborgen sein, Gemeinschaft, Zugehörigkeitsgefühl. Meine Mutter ist in einer fundamentalistisch evangelischen Familie aufgewachsen, ich selbst habe mich erst vor ca. 10 Jahren taufen lassen. Bin weiter Mitglied der evang. Kirche, aber nicht mehr gläubig. Es gibt ein Taizé-Lied, das ich früher gerne gesungen habe: Bei Gott bin ich geborgen, still wie ein Kind, bei ihm ist Trost und Heil. Das waren bei mir kindliche Bedürfnisse, die ich teilweise eher bei meiner Analytikerin erfahren habe. (aber auch nicht so umfassend, dass die Sehnsucht weg wäre).
Hallo Vogel
Ich weiß wie es ist... mit Mutter wie deine.
Aber auch wie es ist, wenn man von der Analytikerin das bekommt, was man vermisst hat.
Die Sehsucht bleibt trotzdem, ja sie ist nicht weg.
Aber sie darf sein und ist erträglich oder ? Das ist der Gewinn der PA.
Alles Gute für Dich.

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diesoderdas
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Beitrag Mi., 04.11.2020, 23:18

etwas off topic

Wenn ich hier bei euch mitlese, bin ich etwas traurig, dass ich sowas wie Glauben nicht kenne und auch nie kannte.
Andererseits engt es viele ja auch ein oder macht miese Gefühle, sowas vermisse ich natürlich nicht.

Ich kannte mal einen ganz tollen Menschen. Der war bisschen Vaterfigur für mich. Er war sehr gläubig und hat mir mal erzählt, dass er eigentlich keine wirklichen Ängste hat, weil er weiß, dass Gott es regeln wird und er tiefes Vertrauen hat.
Damit meinte er, glaube ich, nicht, dass er sich zurücklehnen kann und alles von allein geschieht. Vielleicht meinte er damit eher, dass Gott ihm hilft, dass er selbst richtige Entscheidungen trifft und er sein Leben selbst gut regeln und gestalten kann.

Er war auf jeden Fall ein Mensch, der mich immer sehr beeindruckt hat mit seinem ganzen Wesen. Und ich glaube, dass er ein sehr glücklicher Mensch ist, der sich ziemlich verwirklicht hat. So kann ich mir Glauben als etwas sehr Schönes, Haltgebendes vorstellen.

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Charlie Foxtrott
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Beitrag Mi., 09.06.2021, 10:58

Hallo Ihr,
also bei mir war es umgekehrt: Ich habe meine erste Therapie als pseudobuddhistisch-achtsamkeits-indoktriniert aufgefasst. Wer lässt sich schon bspw. schön achtsam und nicht bewertend vergewaltigen oder ermorden? Der nächste Thera faselte was von Hinduismus. Aber die verursachen mit Witwenverbrennung und Karmalehre erst Recht bei mir Schuldgefühle. Glücklicherweise lernte ich in der Reha einen Pfarrer (mittlerweile verstorben an seinem Burn Out) kennen, der mich zu einem authentischen und lebensfrohen Christen (ohne Verbots- und Sündentheologie) gemacht hat. Bei der Taufe war mir, als ob alle Scham und Schuld abgwaschen wurde, da brauche ich keine Lichtstrahlübung oder so.
Auch fand ich es in der Tat tröstlich, dass der Ort des Übergriffs (mittlerweile) am Jakobsweg liegt, ein Kloster in Sichtweite. Und bei den Gottesdiensten lerne ich häufig Leute kennen, mit denen man gemeinsam für eine bessere Welt arbeiten kann, sei es bei Menschenrechtsarbeit, Spenden für Gewaltopfer, Quartiersmanagement im Problemviertel etc.
Einen Hals kriege ich bei diesem Achtsamkeits-Selbstoptimierungswahn a la an allem selbst Schuld. Dass das nicht der Original-Buddhismus ist, sondern ein Missbrauch dessen, ist mir klar.Trotzdem habe ich bis heute Probleme damit (sorry an alle Buddhisten).


ephraim4
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Beitrag Sa., 12.06.2021, 19:07

Bilderbuch hat geschrieben:
Mo., 02.11.2020, 22:44
Hallo,

vorher sehr gläubig, heute glaube ich an mich und den Zufall. Ich mache Psychoanalyse.
Therapie; Suche nach Wahrheit. Religion; Suche nach Glauben.
Ängste, Schuldgefühle, Scham durch Glauben hervorgerufen, sind bei mir weg. Aber auch die Zuversicht, dass der Gott das schon richten wird. Denn den Gott gibt es nicht. Es gibt ja das Unterbewusstsein, das uns steuert.
Hmmmmm.... habt ihr euren Glauben (egal welche REligion) beibehalten? Wenn ja, wie gelingt euch das?
Ich bin vom Christentum abgekommen, jedoch zum Schluss gelangt, dass es aus mathematischer Sicht wahrscheinlich ist, dass es etwas Höheres gibt (Seelen, Jenseits). An den Atheismus zu glauben ist nicht mehr oder minder unsinnig als an eine spezifische Religion zu glauben.