Depressiver Bruder was tun?

In diesem Forumsbereich können Sie sich über Schwierigkeiten austauschen, die Sie als Angehörige(r) oder Freund(in) von psychisch Erkrankten bzw. leidenden Personen konfrontiert sind.
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Gunnar
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Re: Depressiver Bruder was tun?

Beitrag Di., 11.02.2020, 17:13

Rosalila hat geschrieben:
So., 26.01.2020, 15:12
Ich glaube einmal die Woche werde ich ihn besuchen. Ich will nicht dass er sich alleine fühlt auch wenn er das nicht will.
Hallo Rosalia,

versuche doch mal die Welt aus seinen Augen zu sehen. Nur du kannst einschätzen, wie sehr du ihn mit deiner für mich durchaus verständlichen Fürsorglichkeit einengst, daß er aber auch dich ablehnt. Er hat vielleicht gänzlich andere Wertvorstellungen als du, vielleicht nervt es ihn, daß du ihm deine Angedeihen willst, vielleicht hängt ihm auch unser ganzes gesellschaftliches Getue zu Hals raus. Interessiere dich für ihn und das was er macht, Verständnis dafür zu bekommen, setzt Verständigung und ein ehrliches Interesse voraus, ohne den anderen verändern zu wollen. Wenn das gelingt resultiert daraus vielleicht wieder die Nähe, die du dir wünschst.

LG Gunnar
"Liebe ist die Hermetik, die sich nur durch Analogien beweisen läßt."

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Nico
[nicht mehr wegzudenken]
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Beitrag Di., 11.02.2020, 18:21

Du kannst ohnehin nix machen, ging einem guten Freund von mir mit seinem Bruder genau so.
Der hat wegen seinem depressiven, suizidgefährdeten Bruder alle Hebel in Bewegung zu setzen versucht, ist aber überall abgeblitzt.
Im Endeffekt hat’s sein Bruder dann getan.

Man kann niemanden zwingen seine Medis zu nehmen oder sich behandeln zu lassen......
Wenn ich alt bin, möchte ich nicht jung aussehen, sondern glücklich!

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Valeria_M
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Beitrag Mo., 09.03.2020, 09:24

Nico hat geschrieben:
Di., 11.02.2020, 18:21
Du kannst ohnehin nix machen, ging einem guten Freund von mir mit seinem Bruder genau so.
Der hat wegen seinem depressiven, suizidgefährdeten Bruder alle Hebel in Bewegung zu setzen versucht, ist aber überall abgeblitzt.
Solange ein depressiver Mensch keine Verantwortung trägt für Schutzbefohlene (Kinder, hilfebedürftiger Elternteil) hat das Ganze noch andere Dimensionen.

Wenn man das Thema googelt, dann gelten unter "Angehörige von Depressiven" zuallererst "Partner". Keinesfalls die Schwester. In meinem Fall hat es mir letzten Endes für meine eigene Gesundheit, Berufstätigkeit Schaden gebracht, dass ich meinem Bruder, der mich von jeher nicht leiden konnte, so viel helfen wollte. In den letzten Tagen haben sich dann andere berufen gefühlt, mich selbst massivst anzuklagen, dass ich kein Verständnis für ihn hätte und versöhnlichere SMS schreiben solle:

Für mich ist das Thema GEGESSEN, besonders wenn nicht einmal gut budgetierte Anlaufstellen wie der Psychosoziale Dienst sich einig sind, ob man bei Suiziddrohungen die Rettung verständigen soll oder nicht (2 benachbarte Bezirke - 2 extrem konträre Auskünfte; bei Rückfrage, dann die Watschn der Leiterin der Stelle, dass halt ich eine Gesprächstherapie machen MUSS - Danke für die Vorauswahl der Therapieform und die Zwangsverordnung.)

Also bitte … einfach die Flucht ergreifen. Wenn man von staatlichere Seite die Suizidrate usw. senken möchte, dann hätte man da eindeutig die Möglichkeit Qualitätskontrollen der billigsten Art einzuführen - Tonbandaufzeichnungen bei solchen Hotlines & Mitarbeiterschulungen usw.)
Ist doch einfach nur lächerlich. Alles wird auf empathische Zivilpersonen abgewälzt. Da friert mir das Blut in den Adern ein.

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Valeria_M
Helferlein
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Beitrag Mo., 09.03.2020, 12:01

Valeria_M hat geschrieben:
Mo., 09.03.2020, 09:24
Wenn man von staatlichere Seite die Suizidrate usw. senken möchte, dann hätte man da eindeutig die Möglichkeit Qualitätskontrollen der billigsten Art einzuführen - Tonbandaufzeichnungen bei solchen Hotlines & Mitarbeiterschulungen usw.)
Ist doch einfach nur lächerlich. Alles wird auf empathische Zivilpersonen abgewälzt. Da friert mir das Blut in den Adern ein.
Das klingt jetzt wie eine Schuldzuweisung an das Gesundheitswesen. Ist aber nicht so gemeint. Meine sehr anstrengenden Erfahrungen mit dem PSD waren halt leider so.
Ich krieg einen allergischen Schock, wenn "die Symptome" der Depression meines Bruders dann klein geredet werden, wenn es darum geht, mich in die Überverantwortlichkeit zu treiben. Man müsste ein Masochist sein, wenn man diese permanent aggressiven Anfeindungen des Bruders sich andauernd LIVE und in einer Überdosis geben will.