Auf Hochbegabung getestet, aber niemand glaubt mir

Kindheit, Jugend und Ausbildungszeit halten viele Herausforderungen für Kinder, Jugendliche und Eltern bereit - hier ist der Platz, sich darüber auszutauschen (Beitrags-Haltedauer: 1 Jahr).
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Pinguin Pit
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Re: Auf Hochbegabung getestet, aber keine Ansprechperson glaubt mir

Beitrag Fr., 18.09.2020, 21:46

Ja Malia.
Und auch die Botschaft der Eltern: Sei sehr gut, aber auf keinen Fall besser als ich.
Die Vergangenheit ist nicht tot - sie ist nicht einmal vorbei. (William Faulkner)

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leonidensucher
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Beitrag Sa., 19.09.2020, 11:45

Also wenn ich ehrlich bin, erschrecken mich manche Antworten durchaus, manche irritieren mich, bei manchen lächle ich und denke mir " schöner hätte man den Beweis für das ziemlich deutlich geschilderte Problem nicht antreten können".

Liebe Mojito, ich kann verstehen, dass die Reaktion Deiner (damaligen) Bezugspersonen an Dir nagen. Und ich kann sehr wohl verstehen, dass sie auch nach Jahren noch nagen. Dass das Testergebnis losgelöst von den Verletzungen, die Dir wohl durch die Reaktionen zugefügt wurden, betrachtet werden sollte (sprich: die Frage nach " was machst Du damit" erübrigt sich, Du warst ja recht klar in Deiner Schilderung), ist denke ich auch relativ klar.

Zu Deiner Grundfrage: wie schon geschrieben, ich kann das gut verstehen. Die Frage ist nur, wie Du damit umgehst - Du kannst entweder versuchen zu verstehen, warum Du belittelt wurdest (im Deutschen gibt es kein gutes Wort dafür), dazu müsstest Du in die Köpfe der anderen kriechen, oder Du kannst einfach nur betrachten, was los war, und was es in Dir ausgelöst hat und Deine Konsequenzen ziehen - sprich: dreh Dich um und lass sie reden. Dein Kopf ist ja nicht abhängig davon, wie andere ihn Dir widerspiegeln, Gott sei dank.
Die Frustration über den Umgang mit Dir hingegen würde ich mir GUT merken, wo eine Abwertung stattfindet, ist die nächste meistens nicht weit- auch wenn das jetzt nicht schön zu hören ist.
Meiner Meinung nach muss man im Übrigen auch nicht immer verstehen, warum das Ggü sich wie die Axt im Wald verhält, es reicht meistens zu sehen, DASS es so ist und seine Konsequenzen zu ziehen.

zur Blockierung: nun, die Einschätzung, Du seiest Mittelmaß kam vermutlich nicht spontan nach Testergebnis sondern dürfte etwas sein, was Dir zeitlebens vermittelt wurde. Ich denke bei so etwas immer an die Zahnarzthelferin, deren Freunde und Familie ihr non stop vermittelt haben, sie sei halt leider doof - Chefs inklusive, Schulleitungen inklusive. Bis sie einen IQ Test machte, der bei irgendwas um die 140 anschlug. Sie ist jetzt Juristin und fühlt sich endlich zuhause. Manchmal sind die Fesseln, die einem angelegt wurden, so mächtig, dass selbst die besten Voraussetzungen sie nicht sprengen können - da braucht's dann gute fachliche Hilfe, ich würde ebenfalls zusätzlich zu einem Kontakt bei Mensa raten, die sind sehr hilfreich, weil " gleich".

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hawi
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Beitrag So., 20.09.2020, 09:05

Hallo mojito,

zunächst mal ganz fern ab von der Begabungshöhe. Mit 21 darfst du verletzlich sein, dürfen Zweifel an dir nagen, darfst du rätseln, wie dein Weg in Zukunft sein soll/sein wird, dürfen deine Gefühle Achterbahn fahren. Wobei „dürfen“ eigentlich das falsche Wort ist. (Selbst)-Zweifel gehören auf jeden Fall auch zu deinem Alter.
Völlig unabhängig von „Hochbegabung“. Geht auch viel einfacher, simpler. Irgendwelche körperlichen Attribute passen nicht, werden von anderen nicht ausreichend wertgeschätzt. Zu viele oder wenige berufliche oder schulische Erfolge, zu wenig oder „falsche“ „sexuelle Erfolge“ und und und.

Viele in deinem Alter überspielen das nach außen. Frei von Zweifeln, zu was auch immer, ist kaum jemand.
Von außen gesehen ne ziemliche Übertreibung. Sooo wichtig sind die einzelnen Aspekte, die junge Erwachsene arg zweifeln lassen, oft nicht. Und sooo „richtig“, „passend“ sind oft auch die Erwartungen, die Jüngere an Gleichaltrige oder Ältere haben, nicht. Normal eigentlich, dass Lob und Tadel, Anerkennung und Nicht-Anerkennung, sich mischen. Normal meist auch, dass das, was mann/frau selbst erwartet nicht (ganz) zu dem passt, was von den anderen kommt. Subjektiv gesehen, oft arg ungerecht, wie einen andere einschätzen. Sogar objektiv, wenn menschliche Einschätzungen denn überhaupt objektiv sein können.

Ein Stück des Weges aus diesen Zweifeln erledigen Alter und Erfahrung.
Wie darüber hinaus jeder individuell zu mehr Selbstsicherheit, mehr Anerkennung von außen (aus eigener Sicht) findet, ist ganz allgemein sicher nicht zu definieren. Es gibt kein „Patentrezept“, denke ich.

Ist nur meine Sicht, die zu deiner Threadüberschrift: So gut find ich die nicht. Nicht wenn du anderen so begegnest, wie deine Überschrift es nahe legt. Wenn dir die Leute noch nicht mal glauben, dass du auf „Hochbegabung“ getestet wurdest, machst du was verkehrt. Wenigstens dass so ein Test mal stattfand, sollten die anderen dir abnehmen können. Und mit genug Hintergrund, Fakten, sollte es auch möglich sein, dass du andere davon überzeugst, wie das Ergebnis damals ausfiel.
Was ganz anderes ist es, was andere daraus machen, wie sie dies Geschehen und das Ergebnis selbst bewerten.
Und noch mal was anderes, ob dir dann mehr oder weniger Respekt entgegen gebracht wird.
Beim letzten Punkt bestimmt nicht unwichtig, was andere denn davon haben, dass du „hochbegabt“ bist.
Auch die anderen wollen ja Anerkennung und Erfolg. Nützt ihnen dazu deine Begabung, wird die auch geschätzt werden (nicht immer, aber oft), führt sie dazu, dass andere sich zurück gesetzt fühlen, selbst (von dir) nicht so richtig anerkannt, wird dies Stückchen von dir dir eher im Weg stehen, dich nicht gut aussehen lassen.

Alles Gute
hawi
„Habe keine zu künstliche Idee vom Menschen, sondern urteile natürlich von ihm, halte ihn weder für zu gut noch zu böse.“ Georg Christoph Lichtenberg

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candle.
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Beitrag Do., 22.10.2020, 23:46

Sadako hat geschrieben:
Fr., 18.09.2020, 06:32
Ich bin selbst hochbegabt inzwischen sind für mich andere Persönlichkeitsmerkmale viieel wichtiger sowohl bei anderen als auch bei mir selbst.
Es gibt einige wenige Bereiche, wo ich es wichtig finde, dass mein Gegenüber intelligenzmäßig in der selben Liga spielt. Psychotherapie gehört dazu, weil ich Haken schlage und mich mit verbalen Bruhei verstecke, wenn ich Angst bekomme und ich brauche dann ein Gegenüber, das meine Manöver durchschaut und offen macht.
Im Alltag ist das aber kein Thema für mich.. ich hab mich auch nie bei Mensa angemeldet.
Ist es bei dir wirklich kein Thema im Alltag bei dir? Ich habe schon den Eindruck und kann das auch gut nachvollziehen, dass man doch enorm anders tickt.

LG candle
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_Amelie_
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Beitrag Fr., 23.10.2020, 09:13

Hallo mojito7,

Es tut mir sehr leid zu hören wie deine Eltern auf dich reagiert haben.
Ich werde nun etwas spekulieren, ich möchte dir aber natürlich nichts unterstellen. Falls ich nicht richtig liege tut es mir leid.

Ich hab dich so verstanden, dass du als Kind/Jugendlicher keine “guten“ Leistungen erbracht hast und Probleme hattest. Evtl Hast du auch deine auch Intelligenz angezweifelt- ein schlimmes Gefühl, dass bestimmt Angst macht.
Du wärst deshalb bei der Diagnostik und bekamst ein, für dich, sehr überraschendes Ergebnis: Du hast offiziell keine Probleme mit deiner Intelligenz.
Du bist erleichtert, erfreut, stolz (ich wäre es jedenfalls in dieser Situation) und möchtest das Ergebnis mit deinen nächsten Bezugspersonen teilen. Du erhoffst dir, dass sie sich für dich freuen da deine Probleme ja andere Ursachen haben als deine Intelligenz. Dies ist ein gutes Zeichen, denn nun weiß man, dass man etwas ändern kann und du Potentiale hast, welche du bisher noch nicht ausgeschöpft hast. Man könnte nun nach Möglichkeiten suchen dich zu fördern bzw. Versuchen die Ursache deiner Antriebslosigkeit oder schlechten Leistungen zu finden.
Doch deine Eltern enttäuschten dich sehr Mit ihren Reaktionen. Bei ihren Aussagen scheint es mehr um sie selbst zu gehen als um dich. Anstatt dich zu fördern wird die Information eher runtergespielt oder gegen dich verwendet.
Natürlich hast du es einem Freund erzählt- denn es beschäftigt dich und mit Freunde zu sprechen schafft oft Klarheit. Doch auch dein Freund hat die Information gegen dich verwendet. Keiner ist auf DICH eingegangen, und was die Information mit dir macht. Wie es dir mit der Information geht und wie du damit umgehen kannst.
Jeder denkt nur daran was die Information für einen selbst bedeutet und behandelt dich entsprechend.
Und das tut mir sehr leid für dich!

Mir war bisher nie bewusst, dass IQ eine Differenzkategorie ist, welche Vorurteile, Stereotype und ja, auch Diskriminierung mit sich bringt. Doch so wird es sein, denn schon allein in diesem Chat, einem Ort wo man Hilfe erwartet und ernst genommen werden will, bekamst du dies zu spüren.
Es wird immer Menschen geben, welche ungerechtfertigt negatives in deine Aussagen interpretieren. Wichtig ist, dass du selber weißt wer du bist. Wichtig ist, dass du glücklich bist.

Natürlich gehört zur Hochbegabung nicht nur IQ, sondern auch die Motivation Leistung zu zeigen.
Ich schlage vor, dass du dir überlegst weshalb du so antriebslos bist. Ist es etwas psychisches oder etwas physisches? Lass es evtl ärztlich abklären. Evtl hilft es dir, wenn du über deine Ziele im Leben nachsinnst: Was möchtest du erreichen?
Evtl. Schadet es auch nicht ein Zweites Gutachten über dich zu beantragen. Oft gibt es im Anschluss Beratung wie mit dem Ergebnis am besten umgegangen werden kann.

Liebe Grüße,
Amelie
Das ist nur meine persönliche Meinung, natürlich bin ich für Gegenmeinungen immer dankbar! :)
————————————————
“Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat's gemacht.”
- Unbekannt

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Sadako
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Beitrag Fr., 23.10.2020, 14:50

candle. hat geschrieben:
Do., 22.10.2020, 23:46
Ist es bei dir wirklich kein Thema im Alltag bei dir? Ich habe schon den Eindruck und kann das auch gut nachvollziehen, dass man doch enorm anders tickt.

LG candle
Es ist tatsächlich ganz selten Thema in meinen Gedanken. Früher war das mehr bzw. habe ich das „Anderssein“ stärker empfunden. Wo es am ehesten noch Raum hat ist, wenn ich in Gesprächen schon sehr früh erkennen kann, worauf der andere heraus will und es mir dann nicht schnell genug geht und ich mich zurück nehmen muss. Das Denktempo ist höher.
Mein Leben besteht aber aus so viel mehr und dabei sind viele Sachen wichtig, die nicht mit einem Intelligenztest gemessen werden können. Empathie, Musikalität, Kreativität, Spiritualität, Offenheit für neue Erfahrungen ...

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candle.
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Beitrag Fr., 23.10.2020, 14:55

Sadako hat geschrieben:
Fr., 23.10.2020, 14:50
Wo es am ehesten noch Raum hat ist, wenn ich in Gesprächen schon sehr früh erkennen kann, worauf der andere heraus will und es mir dann nicht schnell genug geht und ich mich zurück nehmen muss. Das Denktempo ist höher.
Sowas finde ich extrem nervig. Ich werde ungeduldig und lustlos. Und das ist mit so ein Punkt wo man sich der Masse anpassen muß, umgekehrt passiert das nicht. Vielleicht geht es auch nicht. Naja, ist OT.
Mein Leben besteht aber aus so viel mehr und dabei sind viele Sachen wichtig, die nicht mit einem Intelligenztest gemessen werden können. Empathie, Musikalität, Kreativität, Spiritualität, Offenheit für neue Erfahrungen ...
Ja, das finde ich klasse, so viele Menschen haben davon gar nichts.

LG candle
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DerWiener
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Beitrag Mo., 26.10.2020, 01:36

mojito7 hat geschrieben:
Do., 17.09.2020, 20:28
Danke @candle 💜
Ich hoffe ich finde eine passende Beschäftigung der ich nachgehen kann 🙌🏻
Lieber mojito7,

Es freut mich, das alles zu lesen. Bin selbst hochbegabt. Meine Tipps an dich:
- Erzähle es niemandem
- Du funktionierst und siehst die Welt anders als alle anderen - lies Bücher darüber!
- du wirst nicht so leicht einen Job finden, weil du klüger bist als alle anderen, und dementsprechend frustriert sein wirst. "Normale" Jobs sind eher schlecht für dich.

Kann dir auch etwas zu mir erzählen. Vielleicht hilft es dir.
Hab auch einen hohen IQ. Ist aber nicht das einzige Kriterium für Hochbegabung. Wirst es lernen.
Jedenfalls waren meine Eltern genervt von mir. Narzisstische Familie, daher war ich der Sündenbock/Truth Teller.
In der Schule Langeweile. Später Depression und Angststörung. Viele abgebrochene Dinge, aber viele große Erfolge auch. Therapien und Medikation.
Meine Begabung erst mit ca. 30 festgestellt. War eine Erleichterung. Konnte aufhören "normal" zu tun.

Das Wichtigste für dich wird es wohl sein, herauszufinden, was genau deine Begabung ist. Und aus ihr jede erdenkliche Schöpfung herauszupressen.
Ich bin der Manager-Typ. Kann gut verhandeln, mich durchsetzen, bin empathisch, und etwas ekszentrisch. Musikalisch ind literarisch begabt.
Bei dir? Finde es heraus. Und mach es. Du wirst es locker schaffen, vielleicht besser als wir alle hier. Und wäre schön, wenn einer von uns "sein Ding" macht.
Viel Glück!

LG
DerWiener
"Ich bin hier, um etwas zu tun. Warum stehen wir herum? Tun wir etwas!"
(aus: Land of the Dead)

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Nico
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Beitrag Mo., 26.10.2020, 05:54

Was ich bei dem ganzen Hochbegabten - Theater nicht verstehe:
Soweit ich weiß besteht diese Hochbegabung in der Regel ja auf einem Gebiet, z.B. Mathematik und es kann dabei durchaus sein dass man auf einem anderen Gebiet, z.B. Fremdsprachen eher unterdurchschnittlich ist.
Hab ich zumindest mal in einem Podcast so gehört.

Darum kann ich es nicht verstehen, dass sich eine Hochbegabung derart massiv auf euer Leben auswirkt.

Im Prinzip müsste es euch Hochbegabten mit uns „ Normalos“ ja so gehen wie uns Normalos mit „Minderbegabten“ von denen es ja auch genügend gibt.
Es ist nicht prickelnd sich mit ihnen auseinanderzusetzen aber man überlebt es.
Oder?
Wenn ich alt bin, möchte ich nicht jung aussehen, sondern glücklich!

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Majestic
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Beitrag Di., 03.11.2020, 06:24

Hi mojito,

erstmal willkommen im Club ;-), ich bin auch ein Hochbegabter. Mit der Hochbegabung sollte man grundsätztlich nicht zu sehr hausieren gehen. Die meisten Menschen denken sie wären intelligent, gute Liebhaber und Autofahrer. Wenn man ihnen dann den Spiegel vorhält, dass dem evtl. nicht ganz so ist, fühlen die sich schnell angegriffen. Genauso wird Bildung immer so hochgehalten, aber die meisten Menschen sind ein Haufen von Banausen und man gilt schnell als Besserwisser oder arrogant, wenn man "auf schlau tut".

Intelligenz ist übrigens kein ausschlaggebender Faktor für Erfolg im Leben. En Kumpel von mir hat einen IQ von 145 und ist sein ganzes Leben auf Hartz IV. Aber natürlich kann ein gutes Studium trotzdem eine gute Grundlage sein. Sei dir einfach bewusst, dass du ein cleveres Kerlchen (bzw. Mädchen) bist und denk dir sonst nicht zuviel über deine Hochbegabung. Lies Literatur zu dem Thema oder geh zu Mensa, ansonsten würde ich das Thema privat halten. Selbstbewusstsein erhälst du über Erfolgserlebnisse, ob hoch- oder normalbegabt. Und was andere Menschen so reden oder denken, da würd ich nicht allzu viel drum geben, die sind auch nicht für dich da, wenn es dir schlecht geht...

LG

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Philosophia
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Beitrag Di., 03.11.2020, 06:41

Es nützt die größte Hochbegabung nichts, wenn nichts daraus gemacht wird - am besten etwas, wo man selbst aufgeht und vielleicht noch andere profitieren. Eine Begabung sollte nicht versauern - das wäre dumm und würde fast sich zumindest in Sachen Hochbegabung wahrhaft widersprechen.
"Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen." - Albert Schweitzer


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Beitrag Di., 03.11.2020, 13:21

Ohhh, Hochbegabung. Wenn man Schwierigkeiten hat und von dem IQ erfährt, kann es nur noch besser werden, wenn man nicht alles mit der HB-Brille sieht.

Welcher Test? Ein guter Test spiegelt alle Einzelbereiche wieder und dann kann man sich besser verstehen. Z.B.: Verarbeitungsgeschwindigkeit 100%: 145 IQ aber Gedächtnis visuell 60%; Unterdurchschnitt.
Ich will sagen; ein hochbegabter Mensch ist immer unterschiedlich. Zusätzlich misst so ein Test nicht die emotionale Intelligenz.
Wichtig ist, dass man Gleichgesinnte kennt, egal wie deren IQ ist. Das Umfeld ist extrem wichtig, in dem man arbeitet. Sich nicht verstellen müssen; Aund O (für alle Menschen übrigens aber für HBs besonders wichtig auf Dauer).
Es stimmt nicht, dass man aus der HB, wenn man nichts daraus macht, diese nihct nutzt. Diese hat immer einen Nutzen, wenn sie denn verfügbar ist. Wir wissen bloß nicht davon, weil alles normal erscheint. Hohe Begabung kann viel kompensieren; z.B. hochbegabte ADHSler schaffen eher einen UNiabschluß als nicht HB usw...

Reden mit Anderen darüber? Warum nicht? Hängt davon ab, was man daraus macht, mit wem etc...Mit Menschen, die nur Vorurteile über HB haben, würde ich auch nicht reden. Das Reden darüber, wenn man es weiß, ist aber sehr sehr wichtig für einen selbst.
Zuletzt geändert von Bilderbuch am Di., 03.11.2020, 13:36, insgesamt 1-mal geändert.


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Beitrag Di., 03.11.2020, 13:35

Nico hat geschrieben:
Mo., 26.10.2020, 05:54

Darum kann ich es nicht verstehen, dass sich eine Hochbegabung derart massiv auf euer Leben auswirkt.
Massive Auswirkungen hat eine HB bei Kindern bis zur 6. Klasse. Danach kommt es auf die emotionale Intelligenz an, wie es einem geht. HBs, die autistische Züge haben, sind da sehr gefährdet. Emotional fähige Menschen haben mit HB mehr Glück.
Na ja, ich kenne viele davon. Ein Kind ist z.B. mit 4 in die 2. Klasse gekommen. Heute ist er 15, fertig mit Abi. Depressiv. Keine Freunde. Wer will mit einem 15 Jährigen in die Party hin? Solche Beispiele kenne ich viele und ja HB kann durchaus Last sein, wenn man in den ersten Jahren falsche Schritte macht; das Kind zur Anpassung zwingt oder unter Druck setzt.


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Beitrag Di., 03.11.2020, 13:39

hawi hat geschrieben:
So., 20.09.2020, 09:05
Wenn dir die Leute noch nicht mal glauben, dass du auf „Hochbegabung“ getestet wurdest, machst du was verkehrt.
Nein, es sind falsche Leute, mit denen man spricht, die einem das nicht glauben. Das ist das verkehrte. Man geht davon aus, dass Eltern einem glauben und dann kommt die Enttäuschung. Solche Eltern sind einfach nur Pech.


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Beitrag Di., 03.11.2020, 13:45

Majestic hat geschrieben:
Di., 03.11.2020, 06:24

Intelligenz ist übrigens kein ausschlaggebender Faktor für Erfolg im Leben.
Erfolg kann für einen sein, dass man barfuss durch die Strasse läuft und glücklich mit sich selbst und der Welt ist. HB kann aber eben das verhindern, weil man u.a. zu viel denkt, auf allen Ebenen gleichzeitig, in allen Dimensionen. HB ist da schon ein wesentlicher Faktor beim Errreichen des persönlichen Erfolges.