Hallo Sternchen, ich versuche mal deine Fragen der Reihe nach zu beantworten.
Ja, es gab Gespräche sowohl Einzel- als auch Gruppe. Etwa 3 x die Woche Gruppe und etwa 2 x Woche Einzeltherapien. Das war natürlich ein Schwerpunkt in der Behandlung.
Mit den Medikamenten meinte ich genau das was du sagtest. Es kam für mich überhaupt nicht in Frage einfach Medis zu nehmen und damit zu leben. Ich meine klar, wenn etwas tatsächlich am Körper aus Funktion ist, dann sind Medis eine Zeitlang ziemlich gut und das ist ja auch sehr wichtig und richtig. Ich will damit sagen, dass ich nicht grundsätzlich dagegen bin, aber mir war klar, dass meine psyche mir etwas "wichtiges" mitteilt und das Medis diese Botschaft überdecken und ich so wohl wieder "funktioniere" wie man mich will und ich ja auch - aber, dass ich diese Botschaft nicht hören kann und so auch nicht in die Richtung meiner eigenen Gesundung gehen kann - sondern, lediglich in Richtung Gesundung, dass ich wieder "funktioniere". Ich hoffe das ist verständlich was ich schreibe?
Sonja_AC hat geschrieben:die Depression aus meiner Lebensgeschichte rührt und das ich die Entscheidung habe mich diesem auszusezten und daran zu arbeiten und zwar ohne wenn und aber.
.... Kannst du mir mehr dazu erzählen. Wie hast du daran gearbeitet?.....
Zunächst, ich habe dann ja auch freundlicherweise eine Diagnose bekommen. BL impuliver Typ wurde mir diagnostiziert und da habe ich mich erstmal ganz intensiv beschäftigt damit. Woher kommt es, was bedeutet es, was ist die gute Absicht meiner Handlungen und Denkweisen usw. Also, das liebevolle anschauen, dass etwas mit mir sein muss, was mich dazu veranlasst Dinge zu denken oder Gefühle zu haben, auf die ich in einer gewissen Art und Weise reagiere. Das war sehr hilfreich. Ich weiss nicht für jeden ist es gut eine Diagnose zu haben - aber ich brauche "Namen" für etwas - erst wenn es beim Namen genannt ist, kann ich damit umgehen. Heute brauche ich diesen Namen nicht mehr - aber damals war es wichtig um überhaupt die "Büchse der Pandorra" meiner Lebens- und Kindheitsgeschichte zu öffnen.
Ich habe am Anfang mich ich würde sagen zu 90 % mit meinen Gefühlen beschäftigt. Alleine in dem ich Gedanken niedergeschrieben habe und mich gefragt habe woher das kommt. Oder in dem ich mich tief mit meinen Gefühlen beschäftigt habe und versucht habe diese zu fühlen und benennen.
Ich habe Therapie gemacht - Einzel, habe Selbsthilfegruppen besucht, Seminare gemacht, die sich mit Gefühlen beschäftigten usw. usw. - ich habe mich sozusagen zu 90 % mit dem beschäftigt was tatsächlich in meinem inneren los ist. Sehr geholfen hat mir die Meditationspraxis - denn alles das hätte ich ohne diese innere Stabilität gar nicht ausgehalten.
Sonja_AC hat geschrieben:Die Einheit von Körper, Geist und Seele spielt die grösste Rolle und das ist, so meine Erfahrung, absolut wichtig, dass man das ebenso fühlt.
.... Ja, das habe ich auch schon nachgelesen dass Körper, Geist und Seele im einklang sein müssen.
Aber eben das ist es was ich nicht verstehe. Muss man denn esoterisch angehaucht sein damit man in so einer Klinik genesen kann?...
Körper, Geist, Seele ist nicht esoterisch. Also ich will damit sagen, dass dieses Konzept eine mittlerweile auch bei Naturwissenschaftlern genaustens erforschte und nicht mehr zu leugnende Tatsache ist, dass der Körper nur Ausdruck für das ist was wir fühlen und denken. Nicht im Sinne von "ich habe Schuld" sondern im Sinne von Erfahrungen die als Informationen gespeichert sind. Selbst die Schulmedizin kennt das Konzept der psychosomatischen Erkrankungen - die ja Ausdruck dieser Zusammenhänge sind. Also die Heilung auf allen Ebenen ist schon sehr vielversprechend.
... Wie sehen denn da die Heilmethoden aus? Wie funktioniert das dass alles wieder in Balance kommt?...
In der Klinik wurden für den Körper zumindest für mich vor allem beruhigende Massnahmen ergriffen. Es ging darum überhaupt meinen Körper fühlen zu können und ihn wahrzunehmen. Bäder, Massagen und Körperachtsamkeitsübungen standen im Mittelpunkt. Dann gab es neben den Therapien die ich oben schon genannt habe musische Therapien wie z.B. Mal- und Musiktherapie und vor allem wurde viel Wert auf Erdung gelegt - das was ich schon zum Thema Körper gesagt habe.
Das alles war sehr gut für mich, denn ich war so "hinter einer Glaswand" verschwunden, dass ich gar nichts mehr fühlen konnte und von daher war die Achtsamkeit auf meinen Körper ein Schlüssel um "klein" anzufangen.
Ich hoffe das hilft und frage ruhig weiter - vielleicht entstehen jetzt ja noch mehr Fragen. Ich schreibe gerne.
Lg Sonja