Berechtigte Traurigkeit über die Verhaltensweisen anderer?
Verfasst: Sa., 30.05.2015, 09:55
Hallo,
ich habe von Mitte April bis gestern einen Weiterbildungskurs zur Betreuungskraft nach §87 b absolviert. Es war schon lange mein Wunsch, in einem Altenheim zu arbeiten und Senioren zu betreuen.
Ich muss sagen, dass der Kurs aus vielen netten Leuten bestand. Untereinander gab es viel Unterstüzung und Hilfe. Das war super.
Allerdings muss ich sagen, dass mir das Lernen nicht leicht gefallen ist. Ich bin halt schon über 40 und in dem Alter ist man es nicht mehr gewohnt, die Schulbank zu drücken. Vor allem, weil es auch jede Menge Unterrichtsstoff für diese kurze Zeit war.
Klar gab es auch den einen oder anderen im Kurs, der mit meiner ruhigen Art und meiner teilweise etwas langsamen Auffassungsgabe nicht zurecht kam. Doch waren auch einige darunter, die mich immer wieder ermutigt haben.
Gestern habe ich aber etwas eigenartiges erlebt und möchte von euch mal wissen, was ihr davon haltet.
Wir haben am Donnerstag eine Prüfung geschrieben. Für mich war es die Abschlussprüfung. Sie war eigentlich nicht schwer, aber ich war leider auf ein bestimmtes Thema nicht gut vorbereitet. Als ich die Fragen las, hätte ich erst einmal heulen können. Doch im nachhinein wusste ich, dass ich auf jeden Fall bestanden habe.
Gestern morgen bekamen wir die Ergebnisse.
Die Teilnehmer, die nur den Weiterbildungsbereich Betreuung gewählt haben (dazu gehöre ich auch) bekamen gestern auch ihr Zertifikat ausgehändigt - außer mir, da ich noch ein Praktikum machen muss. Die anderen, die noch weitere Bereiche wie Pflege und Hauswirtschaft absolvieren, bekamen kein Zertifikat. Doch die Dozentin sagte ihnen, wie sie abgeschnitten haben. Sie freuten sich total, vor allem ein Mann mit Lernschwierigkeiten, als er hörte, dass er eine gute Note hat.
Ich wollte dann von der Dozentin wissen, ob sie mir auch mein Ergebnis sagen könne. Sie antwortete, dass sie sich leider nicht richtig erinnern könne, was mich sehr enttäuschte.
Als ich mich später von ihr verabschiedete, sagte sie mir leise, dass ich als Beste abgeschnitten habe. Das brauche ich den anderen Teilnehmern aber bitte nicht sagen.
Da war ich echt sprachlos.
Zuerst wollte sie mir nichts sagen und dann sollte ich mich nicht mit den anderen zusammen freuen und meine Note für mich behalten?!
Könnt ihr dieses Verhalten verstehen?
Hatte sie Angst, die anderen könnten denken, dass ich das nicht verdient habe?
Meine Vermutung ist vielleicht nicht so abwegig, weil ich so etwas mal in einer Weiterbildung erlebt habe. Es war ein Computerkurs, der mir sehr schwer gefallen ist. Doch die Abschlussprüfung habe ich bestanden, wenn auch nur mit einem "ausreichend", während zwei Teilnehmer durchgefallen sind. Da meinte auch ein Teilnehmer ganz empört, wie es denn sein könne, dass ICH bestanden habe!
Gestern nachmittag schrieb mir der Teilnehmer mit den Lernschwierigkeiten, dass die Dozentin meine Note bekanntgegeben hat, nachdem ich weg war.
Ein paar haben sich wohl darüber gefreut, andere haben darüber gelacht.
In WhatsApp, wo wir als Gruppe täglich kommuniziert haben, hat mir auch nur eine Teilnehmerin gratuliert.
Die anderen schrieben "Boah, du warst besser als ich" oder "Was hast du denn jetzt, eine Eins oder Zwei?"
Eine gab den Kommentar ab:"Lasst euch doch davon nicht runteziehen. Ihr wart alle gut."
Auch das hat mich ein bisschen enttäuscht, weil es ein nettes Miteinander war und wir uns auch mal privat treffen wollten.
Bitte schreibt mir, was ihr davon haltet.
Bin gerade etwas traurig darüber, wie die Dozentin und die anderen Kursteilnehmer auf mein Erfolgserlebnis reagiert haben.
Ist es wirklich so schwer, sich mit jemandem mitzufreuen?
Liebe Grüße,
Dorottya
ich habe von Mitte April bis gestern einen Weiterbildungskurs zur Betreuungskraft nach §87 b absolviert. Es war schon lange mein Wunsch, in einem Altenheim zu arbeiten und Senioren zu betreuen.
Ich muss sagen, dass der Kurs aus vielen netten Leuten bestand. Untereinander gab es viel Unterstüzung und Hilfe. Das war super.
Allerdings muss ich sagen, dass mir das Lernen nicht leicht gefallen ist. Ich bin halt schon über 40 und in dem Alter ist man es nicht mehr gewohnt, die Schulbank zu drücken. Vor allem, weil es auch jede Menge Unterrichtsstoff für diese kurze Zeit war.
Klar gab es auch den einen oder anderen im Kurs, der mit meiner ruhigen Art und meiner teilweise etwas langsamen Auffassungsgabe nicht zurecht kam. Doch waren auch einige darunter, die mich immer wieder ermutigt haben.
Gestern habe ich aber etwas eigenartiges erlebt und möchte von euch mal wissen, was ihr davon haltet.
Wir haben am Donnerstag eine Prüfung geschrieben. Für mich war es die Abschlussprüfung. Sie war eigentlich nicht schwer, aber ich war leider auf ein bestimmtes Thema nicht gut vorbereitet. Als ich die Fragen las, hätte ich erst einmal heulen können. Doch im nachhinein wusste ich, dass ich auf jeden Fall bestanden habe.
Gestern morgen bekamen wir die Ergebnisse.
Die Teilnehmer, die nur den Weiterbildungsbereich Betreuung gewählt haben (dazu gehöre ich auch) bekamen gestern auch ihr Zertifikat ausgehändigt - außer mir, da ich noch ein Praktikum machen muss. Die anderen, die noch weitere Bereiche wie Pflege und Hauswirtschaft absolvieren, bekamen kein Zertifikat. Doch die Dozentin sagte ihnen, wie sie abgeschnitten haben. Sie freuten sich total, vor allem ein Mann mit Lernschwierigkeiten, als er hörte, dass er eine gute Note hat.
Ich wollte dann von der Dozentin wissen, ob sie mir auch mein Ergebnis sagen könne. Sie antwortete, dass sie sich leider nicht richtig erinnern könne, was mich sehr enttäuschte.
Als ich mich später von ihr verabschiedete, sagte sie mir leise, dass ich als Beste abgeschnitten habe. Das brauche ich den anderen Teilnehmern aber bitte nicht sagen.
Da war ich echt sprachlos.
Zuerst wollte sie mir nichts sagen und dann sollte ich mich nicht mit den anderen zusammen freuen und meine Note für mich behalten?!
Könnt ihr dieses Verhalten verstehen?
Hatte sie Angst, die anderen könnten denken, dass ich das nicht verdient habe?
Meine Vermutung ist vielleicht nicht so abwegig, weil ich so etwas mal in einer Weiterbildung erlebt habe. Es war ein Computerkurs, der mir sehr schwer gefallen ist. Doch die Abschlussprüfung habe ich bestanden, wenn auch nur mit einem "ausreichend", während zwei Teilnehmer durchgefallen sind. Da meinte auch ein Teilnehmer ganz empört, wie es denn sein könne, dass ICH bestanden habe!
Gestern nachmittag schrieb mir der Teilnehmer mit den Lernschwierigkeiten, dass die Dozentin meine Note bekanntgegeben hat, nachdem ich weg war.
Ein paar haben sich wohl darüber gefreut, andere haben darüber gelacht.
In WhatsApp, wo wir als Gruppe täglich kommuniziert haben, hat mir auch nur eine Teilnehmerin gratuliert.
Die anderen schrieben "Boah, du warst besser als ich" oder "Was hast du denn jetzt, eine Eins oder Zwei?"
Eine gab den Kommentar ab:"Lasst euch doch davon nicht runteziehen. Ihr wart alle gut."
Auch das hat mich ein bisschen enttäuscht, weil es ein nettes Miteinander war und wir uns auch mal privat treffen wollten.
Bitte schreibt mir, was ihr davon haltet.
Bin gerade etwas traurig darüber, wie die Dozentin und die anderen Kursteilnehmer auf mein Erfolgserlebnis reagiert haben.
Ist es wirklich so schwer, sich mit jemandem mitzufreuen?
Liebe Grüße,
Dorottya