Austausch DIS/DDNOS - Betroffene (Teil 3)

Fragen und Erfahrungsaustausch zu Persönlichkeitsstörungen und Schizophrenie, Bipolaren Störungen ('Manisch-Depressives Krankheitsbild'), Wahrnehmungsstörungen wie zB. Dissoziationen, MPS, Grenzbereichen wie Borderline, etc.
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Maybrit
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Re: Austausch DIS/DDNOS - Betroffene (Teil 3)

Beitrag Mo., 11.02.2019, 23:37

Liebe Schlendrian, ersteinmal vielen lieben Dank für die Antwort.
Mir geht es nicht darum zu hören ich hätte Dis. Das höre ich ja schon stets beim Psychiater und ferner ist ein Forum auch niht dazu gedacht Diagnosen zu stellen. Mir geht es eher darum, zu hören/ lesen, wie andere Menschen ihre Dis spüren oder wie sie sich dabei empfinden, sofern sie es dann mit bekommen. Z.B. habe ich mal gelesen, das Menschen mit Dis sich nur schwer oder sogar extrem schwer von Filmen lösen können oder von Büchern die sie lesen. Das sie dann komplett in die Geschichte involviert sind und den Sprung in die Realität sehr schwer schaffen. Das hat mich sehr überrascht heute als ich das las, denn ich schaue genau aus diesem Grund kein Fernsehen mehr seit 2012. Ich suche Anhaltspunkte für mich.

Glg


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shesmovedon
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Beitrag Di., 12.02.2019, 00:07

Also das mit den Filmen und Büchern stimmt meines Wissens nicht. Ich gehe da jetzt mal von uns aus und wir sind überhaupt nicht so und müssen immer Pausen einlegen bei den Tätigkeiten, weswegen ich eigentlich so gut wie kein Fernsehen schaue und auch kaum Bücher lese.

Ich habe es auch nicht so verstanden, dass du hören willst, dass du DIS hast. Nur, dass es für das, was du schriebst sehr viele Erklärungen gibt.
Aber wie gesagt, dass mit den Filmen und Büchern, was du da wo gelesen hast, ist totaler Unsinn.

Typisch ist das hören von Stimmen im Kopf, Amnesie, ect.


Jenny Doe
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Beitrag Di., 12.02.2019, 05:53

Hallo Maybrit
Ich suche Anhaltspunkte für mich.
Dass Du dir diagnostische Klarheit wünschst kann ich verstehen. Den Weg jedoch, den Du wählst, inden du dich mit anderen vergleichst hinsichtlich unspezifischer "Symptome" wie "Fersehgucken" usw. halte ich nicht für zielführend. Phänomene wie in der Therapie nicht sprechen können, ein Wort auf der Zunge haben, es aber nicht aussprechen können, ... haben viele klienten. Und auch Nicht-DISler verhalten sich mal kindisch, mal bockig, ... Sich kindisch verhalten ist nicht DIS. Das tun viele Menschen. Das alles ist nicht DIS-typisch. Das alles wirst du bei DISler genauso antreffen wie bei Menschen mit anderen Störungen und auch "normalen".
Es gibt klare ICD- bzw. DSM-Kriterien für eine DIS. Überprüf ob diese auf dich zutreffen. Bleib bei dir selber und überprüf mittels Selbstbeobachtung ob das, was dein Therapeut sagt, auf dich tatsächlich zutrifft oder nicht. Such nach eigenen Erklärungen.
Und auch was die Diagnose PTBS angeht, da gibt es klare DSM- bzw. ICD-Kriterien für eine PTBS, zu denen auch "Intrusionen" gehören, also sich aufdrängende Erinnerungen. Wenn du gar keine Erinnerungen hast, dann ist die Diagnose in der Tat fragwürdig.
Wenn du emotionslos erzählst, dann würde ich schauen warum. Emotionslos erzählen bedeutet nicht zwangsläufig, dass man abgespalten hat. Vielleicht belastet einen das, worüber man erzählt, einfach gar nicht. Da musst du bei dir selber bleiben, bei dir selber gucken und herausfinden wie es bei dir ist, ob dein Therapeut richtig interpretiert oder nicht.
Bleib bei Dir und hol dir ggf. eine Zweit-Diagnostik ein. Ich weiß nicht ob es das heute noch gibt. Vor ein paar Jahren wurde eine solche diagnostische Möglichkeit von der Medizinischen Hochschule Hannover angeboten.
Viel Erfolg auf deinem schwierigen Weg.

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Sinarellas
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Beitrag Di., 12.02.2019, 08:39

"abe ich mal gelesen, das Menschen mit Dis sich nur schwer oder sogar extrem schwer von Filmen lösen können oder von Büchern die sie lesen. "
Ich erinnere mich auch das in irgendeinem Online-Blatt mal gelesen zu haben, ist natürlich quark. Das geht schlicht allen Menschen so die sehr emotional, hochsensibel oder sonst wie gern in Tagträumen sind. Den Bogen zu DIS sehe ich da nicht. Ganz im Gegenteil, ich erlebe bei mir und anderen Viele-Menschen, dass sie sich schlecht konzentrieren können bei bestimmten Film-Genre oder auch generell.

Das was du beschreibst sind in meinen Augen Problematiken wie sie grundlegend bei Menschen mit irgendeiner Art von psychischer Problematik vorkommen. Der eingefrorene Zustand vorm Therapeuten, Arzt usw. haben ganz arg viele Menschen, weil es überwindung kostet von sich selbst zu sprechen oder über eigene Problematiken zu reden.

Das was dein Psy. mit inneren Anteilen meint kann durchaus einfach so gemeint sein, dass du verschiedene Ich-Zustände hast, die eben etwas miteinander korrelieren. Gibts auch bei vielen Menschen, ich selbst kenn das nur bei Menschen die auf irgendeine Art traumatische Erfahrungen machen mussten (bedeutet aber nicht Viele-Sein im Sinne einer DIS).
Zum Thema erinnerung schau dir mal das von Unbewusste Kindheit an -> https://www.ardmediathek.de/alpha/playe ... e-kindheit
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Maybrit
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Beitrag Di., 12.02.2019, 09:43

Vielen lieben Dank für alle Antworten, also liege ich mit meiner Vermutung doch richtig, dass ich nicht ein Mensch mit Dissoziationen bin.
Glg und vielen Dsnk nochmal


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shesmovedon
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Beitrag Di., 12.02.2019, 10:04

Vielleicht hast du Dissoziationen, aber nicht unbedingt abgespaltene Anteile, wie es bei DIS der Fall ist. Nur wirklich klären lässt sich das über ein Forum nicht.
Es ist einfach nur so, dass das, was du beschreibst auf vieles passt.

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Montana
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Beitrag Mi., 29.01.2020, 13:38

Hey, noch jemand hier?
Ich hab grad ein etwas merkwürdiges Problem. Ich benötige einen Befundbericht von einer Ärztin und beim Gespräch darüber stellte sich heraus, dass sie von meiner DIS-Diagnose gar nichts wusste. Sie hatte nie einen der Klinik-Berichte gelesen. Die DIS sei noch niemals Thema zwischen uns gewesen. Das finde ich einigermaßen verwirrend, weil ich halt immer dachte, sie wisse davon. Die Diagnose bestand schon, bevor sie die Praxis von ihrem Vorgänger übernommen hat. Es kam also nie zu der Situation, dass ich mit neuen Informationen aus einer Klinik gekommen wäre und ihr das explizit erzählt hätte. Da von ihr aus nie ein Interesse daran zu erkennen war dachte ich, sie gehört zu denen die diese Diagnose generell ablehnen. Für mich war es ok, wenn in Berichten einfach allgemein von einer dissoziativen Störung die Rede war. Aber jetzt gab es eben wegen des Befundberichts Unstimmigkeiten, denn ihrer Meinung nach müsste ich meine PTBS doch langsam im Griff haben. Das hat sie natürlich ganz anders ausgedrückt und ich habe nicht verstanden, wie sich die DIS hätte in Luft auflösen sollen und warum sie solche Erwartungen an mich richtet. Als das Missverständnis offenbar wurde, war die Zeit um. Das ist zwei Wochen her und ich weiß jetzt nicht, wo ich stehe, und ob und wenn ja wann es einen Befundbericht geben wird. Sie dürfte gar nicht genug Informationen dafür haben. Anrufe in der Praxis haben mich nicht weiter gebracht, denn die Damen am Telefon konnten mir keine Auskunft geben.
Ich weiß auch nicht, wie sie jetzt zu mir steht. Ein vertrauensvolles Verhältnis hat es nie gegeben, denn das kann ich einfach nicht. In drei Monaten habe ich erst den nächsten Termin. Der Wunsch, dort nicht mehr hinzugehen, ist sehr groß. Eine neue Arztsuche scheint mir aber auch sehr schwierig, die Wartezeiten sind enorm, und wäre es woanders wirklich besser?
Wie seht ihr das? Kennt ihr ähnliche Situationen? Ich kann das nicht einfach "aussitzen" und hoffen, dass es sich irgendwann irgendwie klärt, denn den Befundbericht muss ich liefern. Sonst krieg ich Probleme.

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Sinarellas
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Beitrag Mo., 15.06.2020, 16:03

wie ist das eigentlich ausgegangen montana ?
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