Orgasmusstörungen (W)

Fragen und Erfahrungsaustausch über sexuelle Problembereiche wie Sexualstörungen, rund um gleichgeschlechtliche Sexualität und sexuelle Identität, den Umgang mit sexuellen Neigungen wie Fetischismus, S/M usw. - ausser Aufklärungs-Fragen.
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nulla
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Re: Orgasmusstörungen

Beitrag Fr., 13.09.2019, 06:50

Blume1973 hat geschrieben:
Fr., 13.09.2019, 06:23
Beim herumspringen sexueller Partner schaut man mehr auf sein eigenes Vergnügen, als auf die „Gefühle“ des anderen, da man sich ja „die Mühe“ spart auf den anderen eingehen zu „müssen“.
Ich glaube, genau da liegt der Haken: zu denken, dass ein erreichter Orgasmus die vorhandenen Gefühle füreinander bestätigt. Dadurch entsteht dann dieser enorme Druck, falls es nicht klappt.

Es ist doch wunderbar, den gemeinsamen Sex einfach zu genießen, mit oder ohne Orgasmus😊
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Blume1973
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Beitrag Fr., 13.09.2019, 07:11

Hallo Nulla,

ja klingt schön und romantisch, was du da schreibst. Offengestanden, mir fehlt schon was, wenn mein Orgasmus ausbleibt, was natürlich auch der Fall sein kann. :anonym:

Es baut sich ja wirklich etwas auf beim Sex, was dann entspannt werden möchte, und wenn diese „Erlösung“ ausbleibt, dann fehlt mir etwas. ;)

Lg Blume
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Beitrag Fr., 13.09.2019, 07:23

es wurde viel wahres geschrieben. Schlussendlich kann man (frau auch) auch ohne Orgasmus Erfüllung finden, bzw. kann man auch tollen Sex ohne diesen erleben.
Dieses "Druck" machen, des müssens und traurig sein, wenn es nicht klappt setzt ja m.E. nochmehr unter Druck.
Ich glaube (bzw. bin mir sehr sicher),dass das bei meiner aktuellen Partnerin wirklich ein psychisches Ding ist. Sie hatte in der Vergangenheit ausschließlich schlechte/negative (und gewaltvolle) Erfahrungen und ich vermute, dass sie ab einem bestimmten Punkt getriggert wird oder Angst bekommt oder eine Blockade einsetzt. Es fängt nämlich immer sehr leidenschaftlich und "normal" (was immer man darunter versteht) an und dann merke ich sehr deutlich, wenn es "zuviel" wird, dann ist Ende... das ist m.E. eine Kopf- und keine Techniksache.

Mir tut es einfach so sehr leid, weil sie so sehr will und damit wirklich "ringt" und es nicht einfach mal so stehen lassen kann. Es ist auch nicht so, dass ich ihr deswegen Druck mache oder daraus eine Challenge mache. Eigentlich würde ich gerne, dass sie sogar denkt, dass sie gar nicht kommen will :-)
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nulla
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Beitrag Fr., 13.09.2019, 07:45

Blume1973 hat geschrieben:
Fr., 13.09.2019, 07:11
ja klingt schön und romantisch, was du da schreibst. Offengestanden, mir fehlt schon was, wenn mein Orgasmus ausbleibt
Eigentlich bin ich, gerade was den Sex betrifft, eher unromantisch :lol:
Aber ja, ich weiß schon, wie du das meinst. Ich empfinde es eben nicht so, mir ist es egal, wenn ab und zu der Orgasmus ausbleibt. Also zumindest dann, wenn es insgesamt passt.

LG nulla
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nulla
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Beitrag Fr., 13.09.2019, 07:50

Tröte hat geschrieben:
Fr., 13.09.2019, 07:23
Sie hatte in der Vergangenheit ausschließlich schlechte/negative (und gewaltvolle) Erfahrungen und ich vermute, dass sie ab einem bestimmten Punkt getriggert wird oder Angst bekommt oder eine Blockade einsetzt.
Das klingt wirklich nach einem sehr tief sitzenden Problem, das sich vielleicht mit all deiner Empathie und Liebe nicht so leicht lösen wird.
Wenn ihr das auch so bewusst ist und sie etwas ändern möchte, könnte sie vielleicht überlegen, sich professionelle Hilfe zu suchen?

LG nulla
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Möbius
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Beitrag Fr., 13.09.2019, 21:28

@ Tröte

„Gewaltvolle“ Erfahrungen können unterschiedliche Qualitäten haben – dazu können regelrechte Vergewaltigung(en) auch im juristischen Sinne gehören, aber auch Gewalterfahrungen unterhalb des strafrechtlich relevanten Bereiches.

Gewisse Frauen neigen v.a. in heterosexuellen Beziehungen dazu, ein rüdes, „gewaltsames“ Verhalten ihrer Partner in sehr weitgehendem Umfang zu tolerieren, wofür es tiefenpsychologische Gründe geben kann. Eben wegen der emotionalen Befrachtung von Beziehungssexualität kann diese Toleranz weit gehen und lange anhalten, wenn etwa der Partner ausserhalb des Sexualvollzuges liebevoll und fürsorglich ist. Rein juristisch und wohl auch moralisch ist diesem nur „im Bett“ rüden Partner kein Vorwurf zu machen, weil er aufgrund des Verhaltens seiner Partnerin annehmen darf, daß sein rüdes Verhalten erlaubt, ja vielleicht sogar erwünscht sei.

Daraus kann u.U. ein „slain trauma“ werden. Traumata sind Erfahrungen, die unerträglich sind und deswegen ein Teil dieser Erinnerungen abgespalten - „dissoziiert“ - wird, regelmässig das Gefühl, der Affekt: Angst und Aggression. Beim „shock trauma“ ist es eine einzige solche Erfahrung, die so übermächtig ist, daß sie von den „Abwehrmechanismen“ ganz oder teilweise ins Unbewußte verschoben wird, aber von dort unter dem „Wiederholungszwang“ immer wieder ins bewußte Leben zurückkehren will. Beim „slain trauma“ sind die einzelnen Erfahrungen unterhalb der Schwelle des Unerträglichen, aber summieren sich zu einer unerträglichen Belastung auf, so daß die „Abwehrmechanismen“ wieder in Aktion treten müssen. Die Begriffe Trauma, shock trauma, slain trauma, Dissoziation und Abwehrmechanismen sind psychoanalytische bzw. traumatologische Fachbegriffe, die ich hier nicht auswalzen will. Die Wikipedia bietet hierzu schon sehr gute Möglichkeiten zum einlesen.

Ein Trauma kann auch stets zu Intrusionen führen, dh durch Situationen, die dem ursprünglichen Trauma in gewisser, oftmals nur sehr oberflächlicher Weise ähneln, werden die Affekte des Traumas wieder hervorgerufen. Mein – inzwischen: ehemaliger – Therapeut, PD Dr Seikowski, Leipzig, beschreibt in einem seiner Bücher einen Fall, in dem eine Patientin ihn selbst in der Hypnose mit einem Mißbrauchstäter „identifizierte“, ihn sogar ohrfeigte, nur weil er an diesem Tage eine schwarze Cordhose trug, ebenso wie der Täter. Absolut banale Kleinigkeiten können ausreichend sein, um solche Intrusionen auszulösen. Auch „Intrusion“ ist ein solcher Fachbegriff, der leicht nachzulesen ist.

Wenn man Vermutungen in dieser Richtung hegt, dann kann eine psychoanalytische Therapie indiziert sein. Eine solche Therapie beeinhaltet nicht notwendig eine Psychoanalyse, die sehr langwierig und belastend ist – meine eigene Analyse hat etwa 5 Jahre meines Lebens in Anspruch genommen gehabt. Ein Analytiker kann jedoch, wenn er sein Fach versteht und ein gutes „Arbeitsbündnis“ mit dem Patienten entsteht, die „Chemie stimmt“, recht frühzeitig erkennen, wo der Hase im Pfeffer liegt und die Therapie in eine geeignete, zielführende Richtung bringen. Selbst für mich als dilletierenden „Hobbyanalytiker“ tragen so manche Leute ihre Traumata sozusagen auf dem Silbertablett vor sich her und ein systematisch ausgebildeter, erfahrener Profi sieht noch viel, viel mehr „auf den ersten Blick“.

Postpubertäre Traumata können relativ leicht wieder zu Bewußtsein gebracht und „integriert“ werden. Je geringer die Zeitspanne zwischen Traumatisierung und Therapie ist, um so leichter kann das funktionieren und um so weniger belastend ist das Verfahren. Es kann aber auch sein, daß ein Analytiker die Indikation für die Psychoanalyse stellt, nämlich insbesondere dann, wenn die Patientin immer wieder destruktive und „gewaltsame“ Beziehungen einging. Dann besteht nämlich der Verdacht, daß es sich um „Re-Inszenierungen“ (auch so ein Fachbegriff) eines infantilen Traumas handelte. Man muß also mitunter sehr weit in die Vergangenheit zurück – in meinem eigenen Falle lagen die biblischen 40 Jahre zwischen den infantilen Traumata und ihrer erneuten Erinnerung in der Analyse, die auch deswegen sehr belastend gewesen war.

Aber letztlich ist das alles Kaffeesatzleserei und obendrein noch „stille Post“, weil nicht die betroffene Person berichtet, sondern ihre Partnerin. Wir können hier nur theoretische Möglichkeiten und Wege aufzeigen, mehr nicht.

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Tröte
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Beitrag Sa., 14.09.2019, 16:01

danke an alle für Eure Beiträge. Sie steht bei ihrer ehemaligen Therapeutin (die sie seinerzeit aufgrund ihrer Krebserkrankung aufgesucht hatte) auf der Warteliste. Insoweit ist ihr schon klar, dass da was "schlummert", was wohl besser in gute therapeutische Hände gehört.

Was mich gerade echt "wahnsinnig" macht ist, dass sie immer nach einem schönen Kontakt (Treffen, übernachten) den Kontakt abbrechen muss, weil es ihr schlecht geht. So war bis Sonntag Funkstille, dann habe ich Kontakt aufgenommen, wir hatten einen wunderschönen Sonntag, Mittwoch kam sie zu mir und übernachtete bei mir, wir haben uns harmonisch und "normal" verabschiedet, gestern komplette Funkstille. Abends rief sie an, dass es ihr total schlecht geht "emotional gelähmt" und sie dieses ständige "verfügbar sein müssen" echt nervt. Ich habe gemeint, dass es für mich absolut okay ist, wenn sie Auszeiten nimmt, ich allerdings vorab eine kurze Info shcön fände (hey, ich brauch Zeit für mich, ich melde mich morgen/Montag,... wieder).... sah sie nicht so und meinte, wäre ja ihre Sache. Ich meinte zu ihr, dass sie sich ja auch sicherlich Gedanken machen würde, wenn ich mich nicht melde und sie sich dann acuh schlecht fühlen würde. Ihre Antwort "das müsste ich dann akzeptieren". Letztlich haben wir uns angeschwiegen, bis ich meinte, dass wir uach auflegen können, wenn wir uns nix mehr zu sagen haben (und ja, ich war schon sauer).
Seitdem ist Funktstille, sie hat bei whatsapp auch wieder den Zeitstempel deaktiviert (macht sie immer, bevor sie mich blockiert). Ich muss sagen, dass ich gerade echt "angepisst" bin. Bei allem Verstädnis für ihre Situation und ihre schlimme Vergangenheit, komme ich mir permanent wie im Schleudergang vor.
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Möbius
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Beitrag Sa., 14.09.2019, 18:48

@ Tröte

Beziehungen, welcher Art auch immer, mit Bekloppten sind immer sehr schwierig. Ich weiß das, weil ich selbst ein Bekloppter bin. Seit März diesen Jahres habe ich so eine bekloppte Beziehung mit einer bekloppten Transe, die aber auch "krankheitseinsichtig" ist - wir hatten uns sogar unsere schriftlichen Diagnosen geschickt gehabt. Auch diese bekloppte Beziehung unter Bekloppten ist von Kontaktabbrüchen, Funkstillen, Wiederaufnahmen und fröhlichem, kuscheligen und "saugeilem" Zusammensein geprägt, und man fühlt sich hin- und hergerissen. Von daher gilt Dir mein wärmstes Verständnis.

Aber alldies reicht weit, weit über "Orgasmusstörungen" hinaus.

;-)

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Beitrag Mo., 16.09.2019, 07:18

Hallo Möbius,
vielen Dank für Deinen Beitrag.
Ich habe die Sache jetzt (hoffentlich bleibe ich konsequent) beendet. Ich kann dieses hin und her auf Dauer nicht mehr. Wir haben ja nicht mal eine Beziehung und dieser permanente Schleudergang (schönes Treffen mit Nähe und dann Kontaktabbruch) tut mir nicht gut.
Schade, aber es ist wohl für alle Beteiligten besser so.
Ich glaube auch, dass da viele (tiefe) Probleme vorhanden sind, die einer professionellen Therapie bedürfen.

VG
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stern
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Beitrag Mo., 16.09.2019, 08:49

Ich kann es verstehen. Das hört sich nach sehr ernsthaften Näheproblemen an. Selbst wenn es keine Beziehung war, ist das ON-OFF heftig. Da weiß man ja nie woran man ist... und du hast ja auch Bedürfnisse und kannst nicht alles an ihren ausrichten.
Liebe Grüsse
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Beitrag Mo., 16.09.2019, 11:58

ja genau das sehe ich ähnlich und hat mich echt fertig gemacht. Was anderes wäre es gewesen, wenn sie gesagt hätte, dass sie eine Auszeit braucht und sich dann und dann meldet. Aber so war das wirklich immer hin und her.
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stern
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Beitrag Mo., 16.09.2019, 12:28

Auch eine Auszeit wäre hier wohl keine Lösung gewesen, denn ein hin und her war es ja schon die ganze Zeit... daher ja auch die losere Beziehung. Zwar kann es schon sein, dass beim Sex auch körperliche Faktoren hinzukommen, aber im Grund ist es hier ja auch ähnlich. Erst scheint sie Nähe zuzulassen und dann gibt es doch Schwierigkeiten... bis sie dann ganz aus den Kontakt geht.
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Möbius
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Beitrag Mo., 16.09.2019, 14:13

@ Tröte

Ob dieses "Schluss-machen" richtig war und entgültig sein wird, kann ich nicht wissen. Verstehen kann ich es - mit meiner bekloppten Beziehung habe ich auch 2x entgültig Schluß gemacht … aber die Verhältnisse liegen bei uns ziemlich anders.

Wie Dein eigener psychischer Status ist, weiß ich auch nicht. Ich war lange nicht mehr hier, aber Dein Nick kommt mir schon einige Jahre bekannt vor. Vor diesem Hintergrund das folgende:

Ich habe vor 6 Jahren erleben müssen, wie eine atypische analytische Beziehung zu meiner damaligen Hautärztin völlig eskalierte und in einer regelrechten folie à deux mündete, in der ich 6 Monate "festhing" und selbst immer psychotischer geworden bin. Wenngleich "folie à deux" nur meine Laiendiagnose ist - das war eine ganz furchtbare Erfahrung gewesen, auch wenn objektiv betrachtet nichts sehr Schlimmes passiert ist.

Die psychischen Störungen zweier Menschen können sich gegenseitig triggern - unscharf formuliert. Dabei können die unbewußten Teile der Psychen miteinander agieren, ohne daß die bewußten Anteile dies registrieren. Es kann also zu einer "destruktiven Kooperation" kommen, gegen die das Bewußtsein beider Beteiligter einen sehr schweren Stand hat.

Enge emotionale und sexuelle Beziehungen unter psychisch Kranken sind äusserst heikel und die hohe Intensität lesbischer Beziehungen potenziert die "Risiken und Nebenwirkungen" solcher Beziehungen nochmals ganz erheblich - meiner Meinung nach.

Einen konkreten Rat habe ich nicht für Dich - ausser demjenigen, äusserst vorsichtig zu sein.

Aber das bist Du wohl ohnedies.

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Beitrag Di., 17.09.2019, 08:00

Möbius hat geschrieben:
Mo., 16.09.2019, 14:13
@ Tröte

Ob dieses "Schluss-machen" richtig war und entgültig sein wird, kann ich nicht wissen. Verstehen kann ich es - mit meiner bekloppten Beziehung habe ich auch 2x entgültig Schluß gemacht … aber die Verhältnisse liegen bei uns ziemlich anders.
in sofern "richtig", dass ich unter diesem hin und her aktuell nicht mehr leide... es ist "Ruhe" eingekehrt, auch wenn ich es natürlich sehr bedauere und sie auch vermisse. Es fühlt sich ein wenig (aber gut aushaltbar) wie Liebeskummer an und zumindest aktuell ist der Impuls der Kontaktaufnahme noch gut kontrollierbar. :)
Möbius hat geschrieben:
Mo., 16.09.2019, 14:13
Wie Dein eigener psychischer Status ist, weiß ich auch nicht. Ich war lange nicht mehr hier, aber Dein Nick kommt mir schon einige Jahre bekannt vor. Vor diesem Hintergrund das folgende:
stimmt, ich bin schon etliche Jahre (mal mehr/mal weniger) hier, bin aber (so glaube ich) mittlerweile auf einem Stand, an dem ich selbstreflektiert und einigermaßen "normal" mit Dingen umzugehen vermag. Natürlich ist es immer schwieriger wenn Gefühle/Emotionalität drin steckt, aber ich halte mich mittlerweile für beziehungsfähig und umgänglich :lol:
Möbius hat geschrieben:
Mo., 16.09.2019, 14:13
Ich habe vor 6 Jahren erleben müssen, ......
auch eine schlimme Erfahrung. Ich glaube, dass ich tendenziell eher zu lange in "destruktiven" Beziehungen (egal ob Freund oder Beziehung) hänge und das Loslassen noch ein Thema ist, bei dem ich "Potential" nach oben habe ;-)
Möbius hat geschrieben:
Mo., 16.09.2019, 14:13
Die psychischen Störungen zweier Menschen können sich gegenseitig triggern - unscharf formuliert. Dabei können die unbewußten Teile der Psychen miteinander agieren, ohne daß die bewußten Anteile dies registrieren. Es kann also zu einer "destruktiven Kooperation" kommen, gegen die das Bewußtsein beider Beteiligter einen sehr schweren Stand hat.
ja, das hat meine Therapeutin zu dieser Konstellation auch gesagt, dass ihr "hin und her" und ihre schlechte Vergangenheit perfekt zu meinem "Weltrettungsgen" passen und ich deswegen Dinge aushalte, die mir nicht sonderlich gut tun.
Möbius hat geschrieben:
Mo., 16.09.2019, 14:13
Enge emotionale und sexuelle Beziehungen unter psychisch Kranken sind äusserst heikel und die hohe Intensität lesbischer Beziehungen potenziert die "Risiken und Nebenwirkungen" solcher Beziehungen nochmals ganz erheblich - meiner Meinung nach.
das stimmt, wenngleich ich mich nicht für psychisch krank halte. Sicherlich habe ich noch einige Entwicklungswünsche (loslassen,..), aber wirklich therapiebedürftig bin ich nicht mehr.
Ich glaube (und das habe ich D. auch immer wieder gesagt), dass ich intensive Beziehungen führe und keine 08/15 Beziehungen (wobei wir ja gar keine Beziehungen geführt haben, es war ja irgendwas vermixtes zwischen Freundschaft plus und ggf. Anfängen einer möglichen Beziehung, die nicht über eine "gegenseitig starke Symphatie und Anziehung" hinaus ging. Meine Vermutung ist (und darüber haben wir auch gesprochen), dass ihr diese offene "nahe" Art einfach schrecklich Angst macht und sie wie ein wildes Pferd über die Weide rennt, anstatt die "Freiheit" und das "schöne" Gefühl (was sie ja durchaus wahrnimmt und spürt und eigentlich auch will) "grasend" zu genießen.
Da ich glaube, dass ich ihr Gemütszustand ganz gut wahrnehmen konnte und auch (aufgrund ihrer Vergangenheit) recht tolerant zu diversen Dingen war, glaube ich (und das klingt vermutlich fürchterlich arrogant, obwohl ich es gar nicht so meine, denn ich habe Fehler und Unzulänglichkeiten satt und genug), dass ich ein gut geeigneter Partner an ihrer Seite gewesen wäre. Aber was nicht ist, ist nicht.... und die Situation ist ja nun auch von meiner Seite aus komplizierter, aber das ist ja hier nicht Thema.

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Pianolullaby
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Beitrag Di., 17.09.2019, 19:49

nur weil Du dich als ein geeigneter Partner an ihrer Seite siehst, muss das von ihrer Seite aus nicht so sein.
Du kannst auch als zu einengend angesehen werden. Und ja es klingt wirklich arrogant, tut mir leid, das so sagen zu müssen. Aber ich glaube Du hast wirklich ein Problem mit deinem Selbstwert, und zwar im umgekehrten Sinn.
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