Armut, Luxus und Luxusprobleme

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Anna-Luisa
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Armut, Luxus und Luxusprobleme

Beitrag So., 15.09.2019, 11:15

Hier könnte alle geschrieben werden, was Einzelnen zu dem Thema einfällt. Es darf auch gerne vom Thema abgewichen werden, wenn es sich so ergibt.

Ich habe es erst als Erwachsene erfahren, dass ich als Kind "arm" war - und wir 20 DM unter dem Sozialhilfesatz gelebt haben. Es hat uns an nichts gefehlt. Luxus war allerdings höchst selten drin - es gab keinen Urlaub auf Mallorca oder Geburtstagsparty im Freizeitpark. Und als wir älter wurden, gab es kein knappes Taschengeld mehr. Das "mussten" wir uns verdienen.
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Blume1973
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Beitrag So., 15.09.2019, 11:27

Ich hab ja schon ein bissl etwas zu dem Thema geäußert, wie ich es sehe.

Als ich ein Kind war, spielte ich auch dieses Mutter, Vater, Kind-Spiel. Vlt kennt ihr das auch?

Jedenfalls war ich in diesen Spielen (mit mir alleine) und spielte die Mutter, die ihre Kinder versorgte bei Wind und Wetter, beschütze ich die 2. *g*. Wir hatten nur ein Zelt, eine Decke und lebten in der Natur. Keine Ahnung warum ich das immer wieder spielte. Aber es ging in diesen Phantasien immer um‘s pure Überleben und eben die reine Existenz.

Irgendwie dürfte das in mir sein. Dieses Zufriedensein mit dem Überleben. Ich freue mich auch über eine herzliche Geste mehr, als über etwas Materielles.

Reich waren wir auch nie. Aber schlecht ging‘s uns auch nicht. Es gab immer etwas zu essen, wenn auch nur Eiernockerln. Hauptsache kein Hunger.

Aber die Bedürfnisse der Menschen sind verschieden. Und ja, heute hab ich alles, was ich mir wünsche - vor allem derzeitige Gesundheit. Und ja, das macht mich zu einem reichen Menschen. :)
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ENA
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Beitrag So., 15.09.2019, 11:33

Blume1973 hat geschrieben:
So., 15.09.2019, 11:27
Wir hatten nur ein Zelt, eine Decke und lebten in der Natur.
Fühlte sich das dann eher angenehm an oder eher bedrohlich? War es in diesem Spiel eher warm oder eher kalt?
Ich frage deshalb, weil es ja auch etwas Schönes haben kann, die Mutter für sich alleine zu haben und mit ihr Tage in der Natur zu verbringen.
Stockbrot backen, Beeren sammeln, Baumhäuser bauen, Tiere beobachten, auf Bäume klettern, im Teich schwimmen,...weil man Lust dazu hat und es genießt, ist ja auch nochmal etwas Anderes, als z.B. nirgendswoanders hin zu können, im Winter im Zelt zu frieren, kein Geld für etwas zum Essen zu haben (und so wird Beeren sammeln irgendwann zur Not), sich einsam zu fühlen, etc. .

Nachtrag: Hab mich verlesen. Du warst in dem Spiel nicht das Kind, sondern die Mutter. Da ist es nochmal etwas Anders gelagert. Das Thema, ob man es genießt und froh ist, mit den Kindern draußen alleine zu sein und mit ihnen Zeit zu verbringen,...oder ob man immer wieder leidet, weil man nicht weiß, wo man genug zum Essen her bekommt,...bleibt allerdings bestehen.
Wobei so ein Spiel ja auch etwas mit Kraft haben zu tun haben kann: die Kraft, es zu schaffen, selber für Kinder sorgen zu können, den Wunsch, dass die eigene Mutter das in der Realwelt schafft, man sich selber durchbringen kann, etc. .
Zuletzt geändert von Pauline am So., 15.09.2019, 15:52, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Fragen zur Forumsoftware im separaten Thread stellen.

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Kellerkind
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Beitrag So., 15.09.2019, 11:52

Hmm. Ist gerade genau mein Thema.

Als Kind habe ich mich nie für arm gehalten, denn man kannte es ja nicht anders. Später lief so einiges schief bei mir. Man kann sagen, dass ich bis ca. vor vier Jahren stets an oder gar unter der Armutsgrenze lebte. Im Moment geht es mir finanziell ganz okay, ich bin zumindest mit meinem Gehalt und meinem Konto zufrieden und kann mir das eine oder andere Extra leisten. FÜR MICH ist das Luxus, auch wenn es objektiv eher nur der normale Standard oder sogar drunter ist. Mir reicht es. Normalerweise.

Leider ist das in meinem Innerne noch nicht angekommen bzw. ich mache mir definitiv auch ernsthafte Gedanken über die mir bevorstehende Altersarmut, weiß also, dass es nicht so bleiben wird. Meinen Job könnte ich ja theoretisch auch jederzeit verlieren, und wenn man nun mal in der Kindheit sehr negativ geprägt wurde was Geld angeht UND dann solange keines hatte.. um es kurz zu machen: ich leide derzeit unter irrationalen Verarmungsängsten. Und das meine ich nicht als Floskel, sondern ich habe tatsächlich einen akuten Leidensdruck! Der aktuell sogar meine Beziehung belastet.

Früher waren die Verarmungsängste nicht so ausgeprägt, zumindest anders. Denn erstens, waren die Geldsorgen ja berechtigt und nicht etwa völlig hanebüchen. Und zweitens, wusste ich ja nicht, was ich verpasste. Aber seit ich nun (s.u.) durch meine Job und meinem Freund in normale und teilweise sogar bessere Kreise gekommen bin, komme ich gar nicht mehr mit meinen alten Armuts-Glaubenssätzen klar.

Die Ironie ist u.a., dass mein Freund recht gut situiert ist, und sehr freizügig... in meinen Augen fast schon großkotzig... mit Geld umgeht. Ist zwar seines, kann er ja machen, wie ihm beliebt, er hat es sich auch hart verdient, aber alleine beim Zusehen rollen sich mir - als ehemalige ALGII-Empfängerin - die Fußnägel hoch.
Gestern eskalierte es, als wir nach einem Outfit für eine Hochzeitseinladung schauten. Er hat mich auf der Suche nach einem Anzug durch so einige Markenläden geschleift, und ich krieg da echt einen zuviel. Einerseits auf der Beziehungsebene, was ein Thema für sich ist. Anderseits alleine schon wenn ich die völlig überzogenen Preise sehe für Hugo-Boss Pullis und ach was weiß ich. Geht gar nicht!!! Davon habe ich jahrelang einen ganzen Monat mich und meine Tochter ernährt!!! Ja, die Schere geht in Deutschland immer weiter auseinander. Auf der einen Seite des Einkaufszentrum Peek&Cloppenburg, auf der anderen Seite Primark.

Das ist zwar nicht der einzige Grund, aber dieses Ungleichgewicht... das reale als auch das irrational gefühlte Differenz... gehen mittlerweile so gar nicht mehr an mich, so dass ich tatsächlich eine Trennung erwäge. Ich komme damit gar nicht mehr zurecht. Und ja, in diesem Sinne ein wortwörtliches Luxusproblem: mein Freund verdient mir zu viel.

Apropos, rein hypothetisch hab ich das schon mehrmals mit ihm durchgekaut: ich würde ihn u.a. deswegen nie heiraten wollen, denn dann würde man die Steuerklasse logischerweise ändern, mein Verdienst würde von der aktuell Besten auf die schlechteste Steuerklasse runterrutschen und somit auf reines Taschengeld schrumpfen, und ich wäre 100%ig finanziell abhängig. Ein No-Go.
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ENA
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Beitrag So., 15.09.2019, 11:57

Das mit der Steuerklasse verstehe ich nicht ganz. Gut, Du hast ein Kind, aber soweit ich weiß, ist eine Steuerklasse für Einzelmenschen ungünstiger, als wenn man z.B. verheiratet ist.

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Kellerkind
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Beitrag So., 15.09.2019, 12:06

Als Alleinerziehende mit Kind habe ich Steuervorteile. Ist man verheiratet, dann macht es Sinn, dass der Besserverdiener eine gute Steuerklasse hat, der andere dafür herabgesetzt wird. Das wäre in unserem Fall so. Ich würde also von 2 auf 5 rutschen, dann bliebe von meinen jetzigen Gehalt nicht mehr viel übrig. Alles eh rein hypothetisch. So oder so: durch das starke finanzielle Ungleichgewicht wäre ich im Falle einer Heirat abhängig von ihm. Auf die eine oder andere Weise. Das wäre für mich der Horror. Abgesehen davon, dass unser sehr unterschiedliche Umgang mit Geld eh schon eine Belastungsprobe per se ist. Nö, das würde nie und nimmer gut gehen. Ein Gedanke, der mich bisweilen nachts nicht schlafen lässt.
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Anna-Luisa
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Beitrag So., 15.09.2019, 12:52

Unheimlich finde ich oft, dass viele darüber klagen, sie wüssten gar nicht, wo sie sich noch einschränken sollten.

Andererseits werden belegte Brötchen für unterwegs gekauft - oder Kaffee to go- womit man jährlich locker auf tausend Euro kommt.

Oft wird darauf bestanden ins Kino zu gehen - statt einfach später den Film im TV zu sehen.

Überhaupt wird an Lebensmitteln oft nicht gespart - ich hatte oft ein schlechtes Gewissen Brot vom Vortag zu kaufen und es somit Bedürftigen wegzuschnappen. Allerdings konnte ich feststellen, dass diese Sorge unbegründet ist.

Gruselig finde ich auch die Begeisterungsstürme, die losbrechen, wenn ein neuer superbilliger Klamottenladen aufmacht....
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Malia
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Beitrag So., 15.09.2019, 15:56

Ich vermute, es gibt Menschen, die nie wirklich gelernt haben, mit ihrem Geld wirtschaftlich umzugehen und für die diese "kleinen" Summen , wie z.B. Coffe-to-go, Fertigjoghurt, Kinderquark, Fleisch und so weiter "wenig" sind und wo vielleicht noch kein Verständnis für Gesamtsummen vorhanden ist.
An der Kasse staune ich oft über das, was die Leute kaufen und muss mir manchen Kommentar verkneifen
Aber sie haben ja das Recht auf ihre Art zu leben.
Wer bin ich, dass ich das bewerte ?
Wer wirklich etwas ändern will, der findet auch einen Weg.
Freiwillig.
Oder durch den Druck großer Schulden
Ich habe auch viele Jahre keinen guten Umgang mit Geld gehabt, aber eher wegen mangelnder Fähigkeit zur Selbstfürsorge.
Daran erinnere ich mich, wenn ich einen stark übergewichtigen Menschen in alten Klamotten Süßigkeiten und Zigaretten und ähnliches kaufen sehe oder einen nach Alkohol riechenden Menschen, dem man die Folgen seiner Sucht ansieht.
Alle haben ein Recht auf ihren Lebensweg, auch auf ihr Leiden.
Alles wird wieder gut.
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Das Leben ist wie Fahrradfahren: um die Balance zu halten, muss man in Bewegung bleiben.

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Anna-Luisa
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Beitrag So., 15.09.2019, 16:35

Malia hat geschrieben:
So., 15.09.2019, 15:56
Ich vermute, es gibt Menschen, die nie wirklich gelernt haben, mit ihrem Geld wirtschaftlich umzugehen und für die diese "kleinen" Summen , wie z.B. Coffe-to-go, Fertigjoghurt, Kinderquark, Fleisch und so weiter "wenig" sind und wo vielleicht noch kein Verständnis für Gesamtsummen vorhanden ist.
An der Kasse staune ich oft über das, was die Leute kaufen und muss mir manchen Kommentar verkneifen
Aber sie haben ja das Recht auf ihre Art zu leben.
Das bestimmt. Aber erschreckend finde ich es eben, dass viele Leute mit dem Hang zu unnötigen Geldausgaben glauben, völlig ohne Eigenbeteiligung in eine finanzielle Krise geschlittert zu sein. Und annehmen, dass im nächsten Monat auf wundersame Weise mehr Geld zur Verfügung stehen wird - einmal um die Schulden zu bezahlen, und dann muss noch gespart werden, um auch für die Zinsen aufkommen zu können....

Es leuchtet mir auch nicht ein, wie man für eine neue Sofagarnitur einen Kredit aufnehmen kann. Oder Ratenzahlungen vereinbart. Warum leben nur so viele Menschen über ihre Verhältnisse?
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Malia
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Beitrag So., 15.09.2019, 17:08

Wieso findest du das erschreckend ?

Menschen, die "über ihre Verhältnisse" leben, können sich dem Konsumterror, der täglichen Manipulation durch Werbung und dem, was heutzutage an Werten vermittelt wird, nicht entziehen.

Es geht wohl auch um Verdrängung und um Mängel in anderen Lebensbereichen.
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Anna-Luisa
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Beitrag So., 15.09.2019, 17:15

Malia hat geschrieben:
So., 15.09.2019, 17:08
Wieso findest du das erschreckend ?

Menschen, die "über ihre Verhältnisse" leben, können sich dem Konsumterror, der täglichen Manipulation durch Werbung und dem, was heutzutage an Werten vermittelt wird, nicht entziehen.
Es ist wohl genau das, was ich erschreckend finde. Ebenso, wie viel Geld Kindern zur Verfügung gestellt wird. Wenn Kinder sich Schokolade und Eis an der nahegelegenen Tankstelle kaufen, sehe ich das schon als Zeichen dafür an, dass ihnen kein altersentsprechendes Taschengeld zur Verfügung steht.

Wie ist es überhaupt dazu gekommen, dass Kinder so viel unnötiges Zeug bekommen? Ob das eine Entschuldigung dafür sein soll, dass sie oft ganztägig in Kita oder Hort gehen müssen - ohne ausreichend Familienzeit?
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Malia
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Beitrag So., 15.09.2019, 17:22

Wie ist es überhaupt dazu gekommen, dass Kinder so viel unnötiges Zeug bekommen?
Na ja, für dich ist es "unnötig" ;-)

Ich denke, die Art, wie konsumiert wird, hängt mit dem zusammen, was ich "oben" schon schrieb:
Wir leben in einer Zeit mit wenig anderen Werten als den materiellen.

Wenn in der Hinsicht keine Wende stattfinden kann, geht eh bald alles den Bach runter...
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Broken Wing
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Beitrag So., 15.09.2019, 17:37

Da ist meine Meinung eindeutig. Bei uns waren die Leute nicht reich, meine Eltern haben sich auch aufgeopfert. Bloß wollte sich bei mir zeitlebens keine Dankbarkeit und Bewunderung für ihre Heldentaten einstellen. Sie können froh sein, wenn ich ihnen irgendwann ihre größte Dummheit, mehrere Kinder trotz unzureichender finanzieller Mittel gehabt zu haben, verzeihe. Ich rede da nicht mal von bitterer Armut, dem Staat sei Dank.
Ich denke, da werden mich wenige verstehen. Wenn mich jemand auf der Straße anbettelt und kranke Kinder erwähnt, gibt es nicht nur, wie immer, 0 Cent, sondern auch zusätzlich böse Worte. Vorausgesetzt, die Story stimmt, sind an der Lage der Kinder einzig und allein die Eltern schuld. Meistens sind es keine Schicksalsschläge wie plötzliche Krankheit, Vergewaltigung usw.. Die Armut war schon vor den Kindern da und diese verschlimmern die Lage zusätzlich.

Denn auch die Armut in der Kindheit hinterlässt Spuren, oft auch bis zu den eigenen Kindern und auch dann, wenn man zumindestens finanziell die Notlage überwunden hat.
Beginne den Tag mit einem Lächeln, dann hast du es hinter dir. [Nico Semsrott]


mio
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Beitrag So., 15.09.2019, 17:42

Na ja, in einer Zeit in der die Höhe des eigenen Dispos etwas über die eigene Zahlungsfähigkeit/Kreditwürdigkeit aussagt ist das eben die Folge...und das ist ja kein Witz sondern die Realität.

Ich kenne Leute die haben einen DISPO in Höhe von 50 000 Euro und mehr bei Bedarf.

Gut, das sind alles Selbstständige, aber es zeigt schon dass irgendwas in unserem System verkehrt läuft. Und mir hat tatsächlich mal wer erzählt dass ein Mensch ohne Dispo erst mal "verdächtig" wirkt im "Finanzsystem" und dass dem schnell Zahlungsunfähigkeit unterstellt wird. Die mit dem Dispo von 50 000 Euro sind übrigens meist die die am Lautesten jammern. Aber von nix kommt nix. Auch kein derart hoher Dispo.

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Marilen
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Beitrag So., 15.09.2019, 17:52

Die Armut in diesem Land liegt woanders.

Marilen