Sprachlos in der Therapie

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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merrypoppins
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Sprachlos in der Therapie

Beitrag Sa., 14.12.2019, 16:51

Erstmal muss ich sagen dass ich echt zufrieden bin mit meinem Therapeuten. Er war mir von Anfang an sympathisch, er fordert mich und lässt sich voll und ganz auf mich ein. Trotzdem ist da irgendetwas was mich an der Art der Therapie verunsichert. Er stellt mir sehr viele Fragen und ich habe oft das Gefühl nur dabei zu sein Fragen zu beantworten anstatt frei von mir heraus zu reden. Aber genau DAS wäre so wichtig, da es mir so schwer fällt etwas frei zu erzählen. Es ist als ob es mir in der Therapie die Sprache verschlägt obwohl ich davor immer so viele Gedanken im Kopf hab die ich in der Therapie loswerden möchte. Sobald ich dann dort bin und mit Fragen gelöchert werde, ist alles weg.
In der letzten Stunde habe ich ihm gesagt dass ich mich mit den vielen Fragen nicht so sehr anfreunden kann bzw. es irgendwie oft kontraproduktiv ist.
Ich hoffe ihr könnt euch ungefähr vorstellen was ich meine und vielleicht hat ja jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht oder hat einen Vorschlag was ich am besten machen könnte. Danke schonmal

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momo fliegenfänger
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Beitrag Sa., 14.12.2019, 17:29

Mir geht es ähnlich damit, dass ich nur sehr schwer frei erzählen kann. Ich bin deshalb aber ziemlich froh, dass mir viele Fragen gestellt werden, ich denke sonst würde echt wenig bei der Therapie bei rumkommen. Ich kann dein Problem aber gut nachvollziehen, habe manchmal auch das Gefühl, dass durch die Fragen wichtiges gar nicht zur Sprache kommt. Wenn man durch die Fragen mal bei einem Thema ist, kommt man da halt schlecht wieder von weg.
Hast du mal überlegt, dass du dir vor einer Sitzung deine Gedanken in Stichpunkten aufschreibst und den Zettel mit nimmst? Dann vergisst du es auf jeden Fall nicht und kannst den vielleicht direkt am Anfang zeigen/vorlesen.
Was hat dein Therapeut den dazu gesagt als du es angesprochen hast?


No Twist
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Beitrag Sa., 14.12.2019, 18:12

Hallo, meinst du, der Therapeut fragt soviel, weil du eben so sprachlos bist? Kann das sein? Ich finds super, dass du das bereits angesprochen hast, dass du seine Fragen als ein Zuviel empfindest. Vielleicht will er dir auf die Art aber einfach helfen... naja und hält deine Sprachlosigkeit womöglich nicht gut aus. Ich kann mich aber gewaltig irren- das kannst du eigentlich nur mit ihm besprechen und erfährst dann, was er sich dabei denkt.

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Malia
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Beitrag Sa., 14.12.2019, 18:23

Dieses viele Fragen kann auch ein Zeichen dafür sein, dass dein Therapeut die Kontrolle über das Geschehen behalten will, weil er unsicher ist.
In der letzten Stunde habe ich ihm gesagt dass ich mich mit den vielen Fragen nicht so sehr anfreunden kann bzw. es irgendwie oft kontraproduktiv ist.
Was hat er dazu gesagt?
Alles wird wieder gut.
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merrypoppins
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Beitrag So., 15.12.2019, 12:53

Er hat gemeint, dass wir uns da gemeinsam etwas überlegen sollten. Als er allerdings dann genau das Gegenteil machte und sich mal komplett zurückhielt lastete auf einmal ein riesen Druck auf mir, dass ich nun erst recht frei erzählen sollte und das schaffte ich dann natürlich. Er hat dann versucht mir diesen Stress zu nehmen, aber es hat nicht wirklich viel geholfen.

Ja, das mit dem Zettel mitnehmen habe ich mir schon mal überlegt und finde es auch eine tolle Sache. So hab ich ein paar Anhaltspunkte. Ich habe auch überlegt ihm einfach aus meinem Geschriebenen vorzulesen, das fällt mir auf jeden fall leichter als frei zu erzählen und er bekommt trotzdem einen guten Einblick in meine Gefühlswelt.

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merrypoppins
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Beitrag So., 15.12.2019, 12:55

Malia hat geschrieben:
Sa., 14.12.2019, 18:23
Dieses viele Fragen kann auch ein Zeichen dafür sein, dass dein Therapeut die Kontrolle über das Geschehen behalten will, weil er unsicher ist.
Könnte sein, er ist nämlich noch in Ausbildung...