Urlaub und jetzt? Unsicherheit.

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Trauerbienchen
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Urlaub und jetzt? Unsicherheit.

Beitrag Mi., 01.07.2020, 13:14

Jetzt stehen wahrscheinlich bei vielen, so wie auch bei mir, die Sommerferien an. Eine Zeit ohne Therapie.
Wer mag und Lust auf Austausch in dieser Zeit hat, ich würde mich sehr über Gesellschaft freuen.

Bei mir stehen jetzt 4 Wochen an.
Irgendwie bin ich total zwiegespalten.
Einerseits bin ich wirklich Therapiemüde. Ich mag nicht mehr, weder über meine Themen quatschen, noch mich noch weiter mit mir selbst beschäftigen. Es ist als würde ich da nie mehr rauskommen. Ich bin müde.
Eigentlich dachte ich, dass das doch eine super Ausgangsposition ist um in den Urlaub zu gehen. Es passt doch, ABER warum ist da plötzlich diese tiefe Traurigkeit? Und diese Angst "wie soll ich das schaffen?"
Ich habe Pläne, Familie und Freunde, aber auch gleichzeitig das Gefühl, dass das nicht ausreichen wird, dieses Loch zu stopfen. Dabei geht es nur um 4 Wochen, 4 Tage, die ich sie nicht sehen werde.
4 Wochen ohne dass ich "arbeiten" muss. Urlaub.

Wie geht's euch damit? Wie viele Wochen stehen bei euch an? Habt ihr Ablenkungsstrategien?
Seid ihr erleichtert oder verunsichert es euch auch?

Herzlichst
Tb

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Trauerbienchen
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Beitrag Do., 02.07.2020, 08:41

Ich überlege ob es helfen könnte, mich an die schönen Momente und Gespräche in den Sitzungen zu erinnern. Kann das tragen?

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Philosophia
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Beitrag Do., 02.07.2020, 13:42

Probier es einfach - mir hat das definitiv geholfen
"Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen." - Albert Schweitzer

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Trauerbienchen
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Beitrag Do., 02.07.2020, 15:06

Philosophia hat geschrieben:
Do., 02.07.2020, 13:42
Probier es einfach - mir hat das definitiv geholfen
Magst du mehr dazu schreiben?

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Vivy
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Beitrag Do., 02.07.2020, 15:36

Hallo liebe Trauerbienchen!

Urlaubszeiten ... oh je.
Für mich ist längerer urlaub des Therapeuten immer noch eine ganz schwierige Sache.
Dieses Jahr bleibt es mir erspart, weil er wegen Corona nicht wegfährt und vor Ort bleibt.
Er sagte, er macht daheim Urlaub und wenn er schon da ist, will er 1-2 Tage in der Woche arbeiten, d.h. Ich habe diesen Sommer durchgehend Stunden, worüber ich sehr erleichtert bin, weil es sowieso so schwer ist gerade.
Gestern hab ich ihm gesagt, wie froh ich darüber bin, und trotzdem wäre es mir lieber, es gäbe kein Corona, es wäre alles normal und er würde wegfahren, auch ganz normal .... auch wenns schwer ist.

Also ... normalerweise sprechen wir immer vor seinem Urlaub darüber, wie ich das gut hinbekommen kann, manchmal nur die letzte Stunde vorher, manchmal auch mehrmals.
Ich finde das sehr gut und es ist für mich sehr hilfreich, dass er mich damit nicht alleine lässt.
Inzwischen habe ich eine ganze Menge an Dingen, die mir helfen, wenn er weg ist, auch reales zum Anfassen.

Die schönen Momente .... das finde ich eine gute Idee.
Ich habe mir eine richtige Schatzkiste gemacht ... nicht „ganz echt“ sondern nur virtuell und für seinen diesjährigen Sommerurlaub wollte ich endlich mal ein richtiges Buch draus machen. Das heb ich mir jetzt einfach auf.

Ich drück dir die Daumen, dass hier noch ein paar dazu kommen. Letzten Sommer gabs auch ein solches posting. Fand ich hilfreich.

Kennst du übrigens den Film „was ist mit Bob?“. Da gehts auch um Therapeuten Urlaub und wenn er weg ist, und mir gehts richtig mies, schau ich mir den so gern an, weil es die ganze schwere Situation ein bisschen auf die Schippe nimmt und meistens kann ich dann ein bisschen darüber lachen.
"Was ist, darf sein. Was sein darf, kann sich verändern."
Werner Bock

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Vivy
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Beitrag Do., 02.07.2020, 15:56

Ich hab jetzt mal gesucht, extra für dich und den alten thread vom letzten Jahr gefunden

viewtopic.php?f=26&t=42646
"Was ist, darf sein. Was sein darf, kann sich verändern."
Werner Bock

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Philosophia
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Beitrag Do., 02.07.2020, 19:24

Ich habe mir alle wertvollen Sätze aufgeschrieben und immer gelesen, wenns mir schlecht ging. -das hilft auch jetzt, wo ich nicht mehr in Therapie bin.
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Waldschratin
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Beitrag Do., 02.07.2020, 19:32

Trauerbienchen hat geschrieben:Ich überlege ob es helfen könnte, mich an die schönen Momente und Gespräche in den Sitzungen zu erinnern. Kann das tragen?
Wie hast du dich denn mit deinem Thera/in der Therapie auf den Urlaub vorbereitet?
Was habt ihr vereinbart, was hast du dir an "Maßnahmen" da erarbeitet, was hat dir dein Thera mitgegeben?

Und ja, klar, natürlich heißt das jetzt, das alles anzuwenden und nicht nur wie das Karnickel die Schlange sich aufs "Keine Therapie haben können" zu fixieren.

Urlaub ist nicht leicht, das kostet einen oftmals ganz schön was, und die Panik lauert da eh ständig an jedem Eckchen, aber es kann auch ne gute "Überprüfungszeit" sein, in der man mal "in natura" sich ausprobieren kann, wie es einem ergeht, so ganz ohne "Therapieboden und - Fangnetz".

Dein Thera hat doch sicher auch jemanden als Vertretung genannt, oder ne Notadresse/Beratungsstelle/Krisendienst oder sowas?
Sich da hinwenden, wenn man alleine nicht klar kommt im Urlaub, ist auch ne Möglichkeit. :ja:
Jede Liebe, die von einer Sache abhängig ist, hört auf, wenn die Sache aufhört; die aber, die von keiner Sache abhängig ist, hört niemals auf.
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Trauerbienchen
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Beitrag Fr., 03.07.2020, 17:44

Vielen Dank für das Raussuchen von dem anderen Thread. Ob es okay ist, wenn ich trotzdem hier weiter schreibe?

Was habt ihr denn genau mit euren Therapeuten besprochen bzgl. Urlaub und wie damit umgehen?
Vivy, dann scheint es sich ja ein bisschen zu fügen oder, dass gerade wo du es schwer hast, die Sommerpause wegfällt. So hat Corona auch eine positive Seite (wenn ich das so sagen darf).

Die Therapeutin und ich haben nicht über die Pause gesprochen, weder wie es mir damit geht, noch was ich im Notfall machen könnte. Eine Vertretung hat sie mir auch nicht genannt.
Klar war, dass jetzt Urlaub ist und wir haben in der letzten Stunde auch kein Thema mehr vertieft.
Unsicher bin ich dennoch ob ich das gut hinbekomme.
Aber da muss ich jetzt irgendwie durch. Darum auch mein Post um zu schauen, wie Andere das hinbekommen.

Glg
TB

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Beitrag Sa., 04.07.2020, 10:35

Und dann ist da diese Härte, die mich für bescheuert hällt, dass ich im Inneren so rum jammere, weil jetzt Pause angesagt ist. Das ich aufhören soll, mich so anzustellen. Wie ich nem Menschen vermissen kann, was dieser Mist soll.
Vielleicht ist das ein guter Weg...

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lisbeth
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Beitrag Sa., 04.07.2020, 10:50

Trauerbienchen hat geschrieben:
Sa., 04.07.2020, 10:35
Vielleicht ist das ein guter Weg...
Jo. Und was soll dir das Forum darauf antworten?
Vielleicht hörst du mal in dich rein und dann kriegst du auch eine Ahnung, wo es langgehen könnte...
In dem Maß wie wir anfangen, Fragen anders zu stellen, werden wir auch neue Antworten finden.

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Beitrag Sa., 04.07.2020, 11:05

lisbeth hat geschrieben:
Sa., 04.07.2020, 10:50
Jo. Und was soll dir das Forum darauf antworten?
Vielleicht hörst du mal in dich rein und dann kriegst du auch eine Ahnung, wo es langgehen könnte...
Findest du es unangebracht, dass ich hier in diesem Forum schreibe?

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lisbeth
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Beitrag Sa., 04.07.2020, 11:12

Nö. Jeder kann/darf hier schreiben.
Aber was du weiter oben zur Härte etc. geschrieben hast, ist für mich verbale Selbstverletzung. Verbunden mit der (indirekten) Frage ob das der Weg sein könnte. Und ich glaube mal, da weißt du die Antwort ganz gut selbst, was da hilfreich ist und was nicht.
Trauerbienchen hat geschrieben:
Sa., 04.07.2020, 10:35
Vielleicht ist das ein guter Weg...
Meiner Erfahrung nach (und ich rede hier vor allem von mir selbst) spricht man sowas nicht aus (bzw. schreibt nicht davon), ohne dass man damit eine bestimmte Erwartung verknüpft, wie der andere reagieren soll. Und wenn du da mal hinspürst, was du dir im Innersten da wünschst, dann zeigt dir das möglicherweise die Richtung, wo es langgehen kann.
In dem Maß wie wir anfangen, Fragen anders zu stellen, werden wir auch neue Antworten finden.

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Waldschratin
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Beitrag Sa., 04.07.2020, 11:29

Trauerbienchen hat geschrieben:Die Therapeutin und ich haben nicht über die Pause gesprochen, weder wie es mir damit geht, noch was ich im Notfall machen könnte. Eine Vertretung hat sie mir auch nicht genannt.
Klar war, dass jetzt Urlaub ist und wir haben in der letzten Stunde auch kein Thema mehr vertieft.
Unsicher bin ich dennoch ob ich das gut hinbekomme.
Aber da muss ich jetzt irgendwie durch. Darum auch mein Post um zu schauen, wie Andere das hinbekommen.
Trauerbienchen, du wirst nicht drumrum kommen, selbst was in dir entwickeln zu müssen, selbst deine eigenen Strategien dir zusammenwerkeln zu müssen.

Du bist in Therapie, hast massig Angst vor dem Urlaub, sprichst das aber nie innerhalb der Therapie an, machst es nicht zum Thema, sondern wartest passiv drauf, dass deine Thera das schon machen wird für dich.
Tut sie es nicht, fühlst du dich wahrscheinlich schwer im Stich gelassen von ihr und als Opfer.

Kommst du denn gar nicht auf die Idee, dass da die Initiative von dir ausgehen sollte?
Ist ja dein Problem mit dem Urlaub und der therapiefreien Zeit. Deine Thera hat da bestimmt keins, die freut sich wahrscheinlich einfach nur auf ihre freie Zeit.

Hier im Forum machst du es nämlich genauso : Du fragst nach den Strategien anderer, um sie dir abgucken zu können.
"Austausch" und sich gegenseitig über die Runden zu helfen über so schwere Zeiten finde ich das ehrlich gesagt nicht.

Wenn ich dich lese, fühle ich mich "angezapft", regelrecht genötigt, mich "benutzen" zu lassen, während du passiv da sitzt und drauf wartest, dass dir jemand "den Mund füllt" mit "Futter".

Ich meine das jetzt gar nicht als Vorwurf oder Anklage, mir fällt nur diese Strategie von dir auf, passives Warten auf...., und wenns nicht kommt, wirst du aggressiv. In erster Linie gegen dich selber, dennoch aber auch da wieder "passiv aggressiv" uns hier gegenüber, denn die Forderung hinter deinen Worten spüre ich auch.
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Beitrag Sa., 04.07.2020, 11:47

Uff, jetzt bin ich doch ziemlich erschrocken, wie das für euch ankommt.
Die Frage stand im Raum, ob ich mit der Therapeutin über den bevorstehenden Urlaub und mögliche Strategien gesprochen habe. Nein, das haben wir nicht. Und jetzt stehe ich da und bin auf der Suche.
Da ich selber noch keine richtige Strategie für mich habe, kann ich leider noch nichts im Tausch anbieten.
Wenn ihr aber so fühlt, dann ziehe ich mich zurück. Das ist nämlich nicht mein Ziel, andere so damit reinzuziehen.
Trotzdem danke für euer Echo.