Ängste, Scham und Anspannung vor und während der Therapie
Verfasst: So., 28.03.2021, 08:31
Hallo,
ich befinde mich seit kurzem in Psychotherapie.
Der Therapeut ist wirklich sehr nett, sehr einfühlsam und ist sehr bemüht, daß ich mich wohl fühlen könnte.
Er bietet mir alles an, ich dürfte mich hinsetzen wo ich wollte, dürfte mir eine Decke nehmen, wo ich mich einmummeln könnte usw., aber ich kann es nicht annehmen. Ich bin diesbezüglich gehemmt und möchte auch kein "Sonderling" sein, sondern "normal". Für mich ist es schon schwer überhaupt Hilfe anzunehmen.
Er ist schon älter und wirkt auch sehr erfahren.
Ich finde ihn sogar sympatisch, irgendwie wie eine Papa-Figur, die mir in meinem Leben gefehlt hat.
Wenn wir über "normale" Themen sprechen würden, wäre es für mich bestimmt auch kein Problem.
Also eigentlich alles prima. So zu sagen beste Voraussetzungen.
Trotzdem schaffe ich es nicht "entspannt" zu sein.
Schon Tage vor dem nächsten Termin steigt die Anspannung und nimmt von Termin zu Termin zu.
Je mehr er über mich und mein Gefühlsleben weiß, desto höher die Anspannungen, die Ängste und die Scham ihm gegenüber.
Bisher hat niemand so viel über mich erfahren und für mich ist es sehr ungewohnt und auch irgendwie beängstigend.
Ich schäme mich vor bestimmten Themen über die ich nicht reden kann.
Für mich fühlt sich das alles an wie ein Seelenstriptease.
Ich fühle mich dadurch irgendwie entwaffnet, verletzbar und auch ein wenig ausgeliefert.
Ich setze mich aber auch irgendwie selber unter Druck, "normal", stark und selbstbewust zu wirken.
Für mich war und ist es wichtig nach außen "normal", selbstbewust und stark zu wirken.
So war ich nicht mehr "Opfer" und nur so war es für mich möglich bisher irgendwie zu funktionieren,
obwohl es in mir anders aussieht.
Ich möchte Haltung bewahren und nicht vor seinen Augen anfangen zu heulen wie ein kleines Kind, obwohl mir schon manchmal danach wäre. Auch wenn er mir versichert hat, daß dies okay wäre. Ich will es nicht zulassen, da sich gefühlsmäßig auch zu viel über Jahrzente schon aufgestaut hat.
Ich habe die Befürchtung, daß es dann zu einer regelrechten Gefühlsexplosion kommen würde.
Ich verkrampfe regelrecht und füge mir körperliche Schmerzen zu um diese Gefühle zu unterdrücken.
Nun ist mir die Idee gekommen, um die Anspannung im Vorfeld etwas abzumildern, daß ich bei den Gesprächen ggf. im Stehen beginnen könnte, bzw. beim Auf- und Abgehen durch den Raum das Gespräch fortführen könnte.
So mache ich das zuhause, wenn ich unangenehme Telefonate führen muss.
Ich kann bei so einer Anspannung nicht sitzenbleiben.
Hat von Euch schon mal jemand sich so in einer Therapiestunde verhalten?
Wurde dies als merkwürdig und unnormal vom Therapeuten aufgenommen?
Nach der letzten Stunde war ich so fertig, daß ich meinem Therapeuten einen langen Brief über mein Gefühlsleben, mein hin- und hergerissenes Empfinden und Verhalten geschrieben habe.
Ich habe 7 Tage, bzw. Nächte an diesem Brief geschrieben. Als ich fertig war tat es mir gut. Dann habe ich trotz Angst diesen Brief bei ihm eingeworfen. Dann habe ich mich über mich selbst erschrocken, daß ich mich damit wieder ein Stück mehr offenbart habe.
Jetzt schäme ich mich dafür, daß ich in dem Brief so offen war.
Meine Angst wächst seit Freitag wieder, daß ich jetzt ziemlich irre auf ihn wirke, also so richtig psychisch krank.
Ich weiß irgendwie auch, daß ich nicht nur "normale" Depressionen habe und das ist schon schwer für mich dies auch irgendwie anzunehmen. Aber jetzt dieses Gefühl, eine oder mehrere Diagnosen und somit das Gefühl ggf. einen "Stempel" aufgedrückt zu bekommen, ist schon ziemlich übel.
Vielleicht hat einer von euch ein paar Vorschläge, wie ich diese Gefühle der Scham, Angst und Anspannung etwas mildern kann. Oder vielleicht auch ein paar eigene Erfahrungen, was Therapeuten alles an merkwürdigem Verhalten tollerieren und trotzdem Verständnis dafür haben.
Morgen habe ich meinen nächsten Termin und ich befürchte, daß ich mich wieder nicht traue etwas einfach auszuprobieren und somit wieder wie ein verkrampftes Angsthäschen im Sessel sitze und kaum ein Wort herausbekomme.
L.G. Tobe
ich befinde mich seit kurzem in Psychotherapie.
Der Therapeut ist wirklich sehr nett, sehr einfühlsam und ist sehr bemüht, daß ich mich wohl fühlen könnte.
Er bietet mir alles an, ich dürfte mich hinsetzen wo ich wollte, dürfte mir eine Decke nehmen, wo ich mich einmummeln könnte usw., aber ich kann es nicht annehmen. Ich bin diesbezüglich gehemmt und möchte auch kein "Sonderling" sein, sondern "normal". Für mich ist es schon schwer überhaupt Hilfe anzunehmen.
Er ist schon älter und wirkt auch sehr erfahren.
Ich finde ihn sogar sympatisch, irgendwie wie eine Papa-Figur, die mir in meinem Leben gefehlt hat.
Wenn wir über "normale" Themen sprechen würden, wäre es für mich bestimmt auch kein Problem.
Also eigentlich alles prima. So zu sagen beste Voraussetzungen.
Trotzdem schaffe ich es nicht "entspannt" zu sein.
Schon Tage vor dem nächsten Termin steigt die Anspannung und nimmt von Termin zu Termin zu.
Je mehr er über mich und mein Gefühlsleben weiß, desto höher die Anspannungen, die Ängste und die Scham ihm gegenüber.
Bisher hat niemand so viel über mich erfahren und für mich ist es sehr ungewohnt und auch irgendwie beängstigend.
Ich schäme mich vor bestimmten Themen über die ich nicht reden kann.
Für mich fühlt sich das alles an wie ein Seelenstriptease.
Ich fühle mich dadurch irgendwie entwaffnet, verletzbar und auch ein wenig ausgeliefert.
Ich setze mich aber auch irgendwie selber unter Druck, "normal", stark und selbstbewust zu wirken.
Für mich war und ist es wichtig nach außen "normal", selbstbewust und stark zu wirken.
So war ich nicht mehr "Opfer" und nur so war es für mich möglich bisher irgendwie zu funktionieren,
obwohl es in mir anders aussieht.
Ich möchte Haltung bewahren und nicht vor seinen Augen anfangen zu heulen wie ein kleines Kind, obwohl mir schon manchmal danach wäre. Auch wenn er mir versichert hat, daß dies okay wäre. Ich will es nicht zulassen, da sich gefühlsmäßig auch zu viel über Jahrzente schon aufgestaut hat.
Ich habe die Befürchtung, daß es dann zu einer regelrechten Gefühlsexplosion kommen würde.
Ich verkrampfe regelrecht und füge mir körperliche Schmerzen zu um diese Gefühle zu unterdrücken.
Nun ist mir die Idee gekommen, um die Anspannung im Vorfeld etwas abzumildern, daß ich bei den Gesprächen ggf. im Stehen beginnen könnte, bzw. beim Auf- und Abgehen durch den Raum das Gespräch fortführen könnte.
So mache ich das zuhause, wenn ich unangenehme Telefonate führen muss.
Ich kann bei so einer Anspannung nicht sitzenbleiben.
Hat von Euch schon mal jemand sich so in einer Therapiestunde verhalten?
Wurde dies als merkwürdig und unnormal vom Therapeuten aufgenommen?
Nach der letzten Stunde war ich so fertig, daß ich meinem Therapeuten einen langen Brief über mein Gefühlsleben, mein hin- und hergerissenes Empfinden und Verhalten geschrieben habe.
Ich habe 7 Tage, bzw. Nächte an diesem Brief geschrieben. Als ich fertig war tat es mir gut. Dann habe ich trotz Angst diesen Brief bei ihm eingeworfen. Dann habe ich mich über mich selbst erschrocken, daß ich mich damit wieder ein Stück mehr offenbart habe.
Jetzt schäme ich mich dafür, daß ich in dem Brief so offen war.
Meine Angst wächst seit Freitag wieder, daß ich jetzt ziemlich irre auf ihn wirke, also so richtig psychisch krank.
Ich weiß irgendwie auch, daß ich nicht nur "normale" Depressionen habe und das ist schon schwer für mich dies auch irgendwie anzunehmen. Aber jetzt dieses Gefühl, eine oder mehrere Diagnosen und somit das Gefühl ggf. einen "Stempel" aufgedrückt zu bekommen, ist schon ziemlich übel.
Vielleicht hat einer von euch ein paar Vorschläge, wie ich diese Gefühle der Scham, Angst und Anspannung etwas mildern kann. Oder vielleicht auch ein paar eigene Erfahrungen, was Therapeuten alles an merkwürdigem Verhalten tollerieren und trotzdem Verständnis dafür haben.
Morgen habe ich meinen nächsten Termin und ich befürchte, daß ich mich wieder nicht traue etwas einfach auszuprobieren und somit wieder wie ein verkrampftes Angsthäschen im Sessel sitze und kaum ein Wort herausbekomme.
L.G. Tobe