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Gefühle für Therapeutin verdrängt? - unsicher...

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Mosaik21
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Gefühle für Therapeutin verdrängt? - unsicher...

Beitrag So., 21.11.2021, 17:20

Hallo,

ich bin weiblich und seit Längerem in Therapie (TP) bei einer Therapeutin.

Davor habe ich bereits eine andere Therapie gemacht. In dieser vorigen Therapie habe ich auch eine gewisse Verliebtheit zu der Therapeutin entwickelt. Ich bin bisexuell.

Bei der jetzigen Therapie wollte ich irgendwie nicht, dass das wieder passiert. Ehrlich gesagt entspricht die jetzige Therapeutin aber meinem Typ. Das dachte ich schon beim ersten Sehen. Sie ist für mich sehr attraktiv. Allerdings weiß ich auch von ihrer Familie, was meine eventuelle Verdrängung von Gefühlen bestimmt auch nochmal verstärkt haben könnte.

Ich frage mich, ob ich auch Gefühle für sie wieder habe (wie in der vorigen Therapie für die damalige Therapeutin) und das nur verdrängt habe. Wie kann ich das herausfinden? Ihr habe ich bisher nichts davon erzählt. Ich habe Angst, unsere gute therapeutische Beziehung könnte sich dann verändern. Vielleicht schätze ich auch nur ihre Zuwendung, wie sie eine Mutter geben würde. Ich bin mir nicht sicher...

Würde jemand etwas dazu schreiben? Ich würde mich sehr freuen.

LG

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Pianolullaby
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Beitrag So., 21.11.2021, 17:30

ganz ehrlich würde ich persönlich das so schnell wie möglich ansprechen.
Denn gerade wenn es schon 1x so war, und es nicht richtig verarbeitet ist, sehe ich das als grosses Problem, dass so was wieder entstehen könnte. Ich frage mich wass es Dir bringt dies verdrängen zu wollen?
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Beitrag So., 21.11.2021, 17:39

Pianolullaby hat geschrieben: So., 21.11.2021, 17:30 ganz ehrlich würde ich persönlich das so schnell wie möglich ansprechen.
Denn gerade wenn es schon 1x so war, und es nicht richtig verarbeitet ist, sehe ich das als grosses Problem, dass so was wieder entstehen könnte. Ich frage mich wass es Dir bringt dies verdrängen zu wollen?
Das klingt eigentlich einleuchtend, stimmt. Ich habe auch das Gefühl, dass sich da grad was wiederholt.

Warum ich was verdrängen könnte? Angst davor, unsere therapeutische Beziehung würde sich negativ verändern, dass ich dann nicht mehr allgemein mit ihr über das Thema Beziehungen und Sexualität reden dürfte, dass meine Familie sagen würde, dass sie sich schon dachten, sowas würde wieder passieren (Wobei ich denen ja nichts davon sagen müsste, klar.) oder ganz schlimm: sie dadurch zu verlieren...

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Beitrag So., 21.11.2021, 17:40

Wie könnte man sowas wohl bei ihr ansprechen?

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chrysokoll
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Beitrag So., 21.11.2021, 19:26

Mosaik21 hat geschrieben: So., 21.11.2021, 17:20
Ich frage mich, ob ich auch Gefühle für sie wieder habe (wie in der vorigen Therapie für die damalige Therapeutin) und das nur verdrängt habe. Wie kann ich das herausfinden?
mir ist nicht ganz klar WARUM du dich das fragst?
Ich meine klar, es kann immer irgendwas verdrängt sein.

Aber sooo völlig schwierig und merkwürdig und problembehaftet ist das doch nicht.
Merkst du denn irgendwas das auf eine Verliebtheit zur Therapeutin hinweist? Hast du irgendwelche erotischen oder romantischen Gedanken an sie, willst du ihr gefallen, hast du Fantasien von irgendwelchen gemeinsamen Dingen?

Ich würde mir an deiner Stelle keine soo großen Gedanken machen.
Ok, du findest sie attraktiv. Ja nun, das bedeutet ja noch nichts. Und nur weil das in der letzten Therapie passiert ist muss es ja nicht jetzt wieder passieren. Ich finde man muss nichts rauskitzeln und problematisieren das vielleicht verdrängt sein könnte, wenn man so gar nichts davon merkt und das in deinem Fall nicht die Therapie stört oder beeinträchtigt.
Kann das eher ein Thema sein mit dem du dich von den eigentlichen Therapiefragen und Problemen ein wenig ablenkst?

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Beitrag So., 21.11.2021, 20:27

chrysokoll hat geschrieben: So., 21.11.2021, 19:26
Mosaik21 hat geschrieben: So., 21.11.2021, 17:20
Ich frage mich, ob ich auch Gefühle für sie wieder habe (wie in der vorigen Therapie für die damalige Therapeutin) und das nur verdrängt habe. Wie kann ich das herausfinden?
mir ist nicht ganz klar WARUM du dich das fragst?
Ich meine klar, es kann immer irgendwas verdrängt sein.

Aber sooo völlig schwierig und merkwürdig und problembehaftet ist das doch nicht.
Merkst du denn irgendwas das auf eine Verliebtheit zur Therapeutin hinweist? Hast du irgendwelche erotischen oder romantischen Gedanken an sie, willst du ihr gefallen, hast du Fantasien von irgendwelchen gemeinsamen Dingen?

Ich würde mir an deiner Stelle keine soo großen Gedanken machen.
Ok, du findest sie attraktiv. Ja nun, das bedeutet ja noch nichts. Und nur weil das in der letzten Therapie passiert ist muss es ja nicht jetzt wieder passieren. Ich finde man muss nichts rauskitzeln und problematisieren das vielleicht verdrängt sein könnte, wenn man so gar nichts davon merkt und das in deinem Fall nicht die Therapie stört oder beeinträchtigt.
Kann das eher ein Thema sein mit dem du dich von den eigentlichen Therapiefragen und Problemen ein wenig ablenkst?
Ich frage mich das, weil ich das für mich wissen möchte. Ich möchte mir selbst gegenüber nichts verdrängen. Und, damit ich es evtl. bearbeiten kann. Außerdem habe ich irgendwie Angst davor, wenn es so wäre.

Ich finde sie attraktiv, bin sehr gern bei ihr und vermisse sie oft. Ich hatte 2-3 Mal eine sexuelle Phantasie mit ihr. Habe mich mit den Phantasien aber nicht so wohl gefühlt, weil ich dachte, dass das vielleicht doch nicht "die passende Ebene" ist.

Könnte auch eine Ablenkung von anderen Problemen sein, ist möglich.

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Pianolullaby
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Beitrag So., 21.11.2021, 21:06

wie spricht man das an? Gerade aus, alles andere bringt nix
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lisbeth
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Beitrag So., 21.11.2021, 22:43

Mosaik21 hat geschrieben: So., 21.11.2021, 20:27 Ich frage mich das, weil ich das für mich wissen möchte. Ich möchte mir selbst gegenüber nichts verdrängen. Und, damit ich es evtl. bearbeiten kann. Außerdem habe ich irgendwie Angst davor, wenn es so wäre.

Ich finde sie attraktiv, bin sehr gern bei ihr und vermisse sie oft. Ich hatte 2-3 Mal eine sexuelle Phantasie mit ihr. Habe mich mit den Phantasien aber nicht so wohl gefühlt, weil ich dachte, dass das vielleicht doch nicht "die passende Ebene" ist.

Könnte auch eine Ablenkung von anderen Problemen sein, ist möglich.
Genauso gut könntest du dich aber auch fragen, ob du ihr gegenüber Aggressionen spürst, die du verdrängt hast, oder ob du sie gerne als Mutterersatz hättest, oder ob du auf sie neidisch sein könntest, weil sie es scheinbar viel besser hat.... oder oder oder?

Ich finde, so wie du es beschreibst, ist es ein sehr konstruiertes Problem. Fast eine Kopfgeburt. Dass man die Therapeutin vermisst, dass man gerne dort ist, dass man sie sympathisch oder sogar attraktiv findet, --- all das finde ich jetzt im Rahmen einer laufenden Therapie nicht ungewöhnlich. Und auch Phantasien mit erotischen Komponenten - ich würde mich jetzt mal weit aus dem Fenster lehnen und behaupten dass das vielen so geht und dass das nix Dramatisches ist.

Du möchtest nichts verdrängen, gut. Aber siehe oben: Warum ist das bei Liebesgefühlen so "schlimm" für dich und warum fragst du dich nicht, ob du deine Aggressionen, Mordgelüste, Neidgefühle verdrängst?

Vielleicht solltest du dich eher fragen, warum dich jetzt gerade in solche Befürchtungen hineinsteigerst? Ist das ein Nebenkriegsschauplatz, Ablenkung? Und wenn ja, wovon?
When hope is not pinned wriggling onto a shiny image or expectation, it sometimes floats forth and opens.
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Beitrag Mo., 22.11.2021, 14:31

Ich denke, dass sie eine Frau zum Verlieben ist, aber ich mich besser nicht in sie verlieben sollte. Das ist irgendwie in meinem Kopf.

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Shukria
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Beitrag Di., 23.11.2021, 08:44

Mosaik21 hat geschrieben: Mo., 22.11.2021, 14:31 Ich denke, dass sie eine Frau zum Verlieben ist, aber ich mich besser nicht in sie verlieben sollte. Das ist irgendwie in meinem Kopf.
Dir ist schon klar das Therapie keine von der Krankenkasse bezahlte Datingbörse ist?

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peppermint patty
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Beitrag Di., 23.11.2021, 19:22

Ich halte das Problem auch für sehr konstruiert. Ich gehe sogar soweit zu sagen, da wird ein Problem kreiert wo keines ist.

Wie will man denn wissen, ob man etwas verdrängt hat, wenn es wirklich gut verdrängt ist? man braucht schon konkrete Anhaltspunkte um etwas als Verdrängtes definieren zu können. Ansonsten kann man doch alles oder nichts für angeblich Verdrängtes einsetzen und interpretieren. Thema A, B, C, D,...verdrängt? Ja, nein, evtl. Ich finde es gut, ehrlich mit sich selbst sein zu wollen und sich dementsprechend seine Verdrängungen anzuschauen, so wie du schreibst. Aber so richtig "ehrlich" klingt es für mich nicht.
Wenn es konkrete Anzeichen für Verliebtheit gibt, würde ich sagen sprich es an, wenn es dich belastet. Wenn es Angst vor Verliebtheit gibt, dann ebenso.
Aber evtl. etwas verdrängt zu haben und das dann zu thematisieren, da könnte man tatsächlich über alles sprechen, weil möglich ist Alles. Geht es dir wirklich darum?
Oder stecken da nicht andere Wünsche dahinter? Mir scheint, du suchst nach einem Anlass um das Thema zu eröffnen. Vielleicht willst du ja auch wissen wie deine Thera dazu (oder zu dir?) steht oder wie sie mit dem Thema umgeht. Das finde ich legitim. Aber dann aus dem Grund, der dich wirklich motiviert dies zu tun.

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Beitrag Sa., 27.11.2021, 11:08

Das mit dem "verdrängt" war eher so gemeint, dass ich mir das mit dem Verlieben vorher bewusst selbst verboten habe und es daher verdrängt sein könnte. Somit geht es wirklich um das Verlieben und nicht um irgendetwas Willkürliches.

Ganz allgemein gefragt: Wie merkt man für sich den Unterschied zwischen Mutterübertragung und Übertragungsliebe?

Mich wühlt diese Ungewissheit sehr auf.

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chrysokoll
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Beitrag Sa., 27.11.2021, 11:23

für mich klingt das trotzdem sehr verkopft und theoretisch.
Was passiert denn wenn du dir das nicht mehr verbietest?
Dann merkst du doch bald ob du dich verliebt hast.

Und mir ist das auch zu sehr in den psychoanalytischen Theorie-Begriffen - weder muss es eine "Mutterübertragung" geben noch man sich zwangsläufig in der Therapie verlieben.

Ich kann dir nur den Rat geben diese rigiden Verbote zu hinterfragen, zu lockern. Und ja, da du das so stark machst gehört das und genau das in die Therapie

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Mosaik21
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Beitrag Sa., 27.11.2021, 11:31

Das mit dem Lockern kann ich mal versuchen.

Es ist auch eine TP, daher die Begriffe. Müssen nicht, das stimmt. Aber bei mir sind beide Begriffe aktuell relevant für mein Anliegen.

Ich würde es (meine Unsicherheit) ihr gerne sagen. Ich habe aber große Angst, sie dann zu verlieren. Oder, dass sich dann etwas negativ ändert...

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lisbeth
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Beitrag Sa., 27.11.2021, 11:50

Mosaik21 hat geschrieben: Sa., 27.11.2021, 11:31 Ich würde es (meine Unsicherheit) ihr gerne sagen. Ich habe aber große Angst, sie dann zu verlieren. Oder, dass sich dann etwas negativ ändert...
Genau das ist der Grund warum du in der Therapie darüber reden solltest. Das lässt sich nicht mit sich alleine ausmachen.

Meine Therapeutin hat einen Lieblingssatz: Veränderung passiert im Kontakt. Der Satz hat mich zwischendurch echt auf die Palme gebracht, aber mittlerweile muss ich ihr beipflichten...
When hope is not pinned wriggling onto a shiny image or expectation, it sometimes floats forth and opens.
― Anne Lamott