Einseitiger Kinderwunsch

Liebeskummer und Liebessorgen aller Art, sowie Eifersucht und Trennungen sind die zentralen Themen in diesem Forumsbereich (Beitrags-Haltedauer: 1 Jahr).

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Lindenblatt
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Einseitiger Kinderwunsch

Beitrag Do., 10.02.2022, 23:24

Liebe Alle,

ich bin auf der Suche nach ein paar Gedankenanregungen. Ich bin 34 Jahre alt, wusste irgendwie schon immer, dass ich wohl gerne mal Kinder haben möchte, aber wirklich stark fühlbar ist der Wunsch erst vor zwei Jahren geworden. Seit bald fünf Jahren bin ich in einer sehr, sehr schönen Beziehung, man könnte fast meinen, dass das doch die perfekte Entwicklung gewesen ist. Leider (muss man wohl im Nachhinein so sagen) haben wir bis vor einem Jahr nie konkret darüber geredet, ob wir denn überhaupt beide Kinder haben möchten. Meiner Intuition nach ist der dem Thema gegenüber aufgeschlossen gewesen und auch generell sehr kinderlieb (was natürlich erstmal nichts zu heißen hat.) Manchmal hat er auch Äußerungen gemacht, die ich als positives Zeichen gewertet habe, wie zum Beispiel bei einem Ausflug in die Natur, dass es bestimmt schön sei, diese Gegend mit Kindern zu besuchen. Da mein Kinderwunsch in den ersten Jahren der Beziehung nicht so präsent gewesen ist und ich gedanklich ziemlich stark von einem neuen Job vereinnahmt gewesen bin, haben mir diese Anzeichen gereicht und ich war, was das Thema angeht, recht entspannt und zuversichtlich.

Tragischerweise ist dann 2020 die komplette Welt stillgelegt worden und die Einschränkungen haben uns – vor allem ihn, der vielen Maßnahmen sehr kritisch gegenübergestanden hat ohne die Gefährlichkeit des Virus in Frage zu stellen – etwas mitgenommen. Heißt also: Ich habe mich irgendwie nicht getraut, das Thema anzusprechen. Hatte das Gefühl, es ist der falsche Zeitpunkt. Letztes Jahr dann (endlich, endlich) habe ich es geschafft, es ließ sich nicht länger zurückhalten, auch dadurch, dass er einen kleinen Neffen bekommen hat. Leider habe ich jedoch nicht gerade offenen Türen bei ihm eingerannt. Er war sehr verständnisvoll, sagte, dass er Babys und Kinder sehr gerne mag, ein Kinderwunsch, doch nichts sei, was man verstecken müsse, aber allerdings auch eine große Menge an Gegenargumenten angebracht (Er mag nicht, dass sich alles nur noch um das Thema Kind dreht, wenn eins da ist, findet es besser, dass in anderen Gesellschaften ein Kind viel mehr enge Bezugspersonen als bei uns hat, seine Kindheit ist nicht so schön gewesen, und so weiter). In der Zeit danach ging es mir nicht gut, ich habe oft heimlich geweint, nichts mehr dazu gesagt, wobei sich nach vier Wochen wiederum etwas zu ändern schien. Er schaute mir zum Beispiel grinsend in die Augen, wenn es um andere Familien ging, hat Namen genannt, die er schön findet, auch in Kombination mit meinem Nachnamen und mir ein Video mit zwei kleinen Kindern gezeigt. Es ging mir wieder besser. Ein ungutes Bauchgefühl stelle sich jedoch am Jahresende wieder ein, wir verhüteten weiterhin, es ging ihm auch psychisch nicht so gut in dieser Zeit. Nachdem ich in einem Streit weinend (hochemotional, was vielleicht ein Fehler war) deutlich machte, wie schlecht es mir mit der Situation ging, hat er quasi dicht gemacht und gesagt, dass er keinen Kinderwunsch habe, die Verantwortung sei zu groß. Wir könnten ja ein Kind adoptieren (Ein komischer Widerspruch und es kommt für mich persönlich nicht in Frage). Ich habe das Thema – mal wieder – ruhen gelassen, muss nun aber unbedingt diesen Monat ein weiteres Mal mit ihm sprechen.

In mir steckt so viel Angst und auch Wut, mein Gedankenkarussell macht mich fertig. Bin in anderen Lebensbereichen ruhig und gelassen, doch diese Situation zerreißt mich innerlich. Er ist ein unglaublich liebevoller Mensch, hochintelligent, sehr empathisch, wir haben die gleichen Interessen und können stundenlang reden, ich liebe ihn sehr. Gleichzeitig spüre ich, dass ich den Kinderwunsch auf gar keinen Fall begraben darf, ich muss mich darum kümmern, es fühlt sich an, als würde mich jemand (ein Kind?) aus einer anderen Welt beauftragen, alles in Bewegung zu setzen, damit ich ein Kind haben darf.

Was sind Eure Gedanken? Wart Ihr schonmal in einer ähnlichen Situation?

Ich danke Euch fürs Lesen.

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münchnerkindl
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Beitrag Fr., 11.02.2022, 09:48

Wenn er nicht will, dann will er nicht. Er wäre in der Rolle und mit dem Lebensstil nicht glücklich.

Ich denke das solltest du respektieren. Es verbietet dir ja niemand ein Kind zu haben. Aber dann halt nicht mit ihm.

Und übrigens, der Begriff "ich will ein Kind haben", das hat schon was von "ich will ein Kind besitzen". Sehr obsessiv.
Und, ein Kind aus einer anderen Welt beauftragt dich, mal objektiv. Das hört sich nicht mehr so ganz gesund an.

Ich wollte übrigens nie Kinder obwohl ich sie durchaus mag, aus exakt den selben Gründen wie dein Partner. Ich hätte es nicht lustig gefunden wenn ich einen Partner gehabt hätte der aus mir auf Biegen und Brechen die Mutterkuh hätte machen wollen weil er findet dass er für sein Lebensglück ein Kind braucht.

Wie gesagt, dann trenn dich und verfolge das alleine oder mit einem gleichgesinnten Mann.

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Sinarellas
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Beitrag Fr., 11.02.2022, 11:00

Ein Kind zu bekommen ist -immer- (sofern freiwillig) ein egoistsicher Wunsch, daher würde ich da nicht so weit gehen und sagen, dass sei "obsessiv", sondern durch Hormone bedingt (TE du bist eben in DEM Alter, klar also, dass dein Körper sagt: Jetzatla ist der Punkt gekommen, wo das Themea wird!) und du hast somit den natürlichen Wunsch dich zu reproduzieren.
Dein Partner möchte kein Kind, ja klar, das hätte man vorher mal abgrasen können, aber wenn das für dich davor auch nicht auf dem Schirm gelegen hat, warum hättest du es ansprechen sollen.

Es ist wie es ist, sein Wunsch ist es kein eigenes Kind in die Welt zu setzen (ich kann die Gründe sehr gut verstehen, auch die Doku "Bewusst kinderlos: Darum wollen wir keine Kinder kriegen | WDR Doku" -> siehe Youtube, hat mir viele weietre Argumente bewusst gemacht). Ein fremdes Kind zu adoptieren kann ich durchaus verstehen und das ist kein Widerspruch.

Das Ding ist, das ist etwas, was du niemals lösen kannst, da gibt es auch keine Kompromisse. Du willst ein Kind und er nicht. Das bedeutet auch, dass sich da nichts ändern wird, auch in 5 Jahren nicht (sei da nicht blauäugig).
Bei dir tickt allerdings die Uhr, das heißt, wenn du deinen Wunsch weiter verfolgen willst (was ich sehr gut verstehen kann! Und absolut in Ordnung ist!!) , dann wirst du das mit ihm besprechen müssen.
Klar kommunizieren, dass du dich in der Zukunft als Mutter mit eigenem Kind(ern) siehst und ob er sich so sieht, dass er ein Mann ohne eigenes Kind sich sieht. Wenn dem so ist, bleibt dir nur die Konsequenz der Trennung, egal wie wundervoll die anderen Bereiche sind und auch egal wie groß die Liebe ist.

Klar ist das Thema hochemotional und sicherlich kein Fehler Emotionen gezeigt zu haben, egal wie intensiv du sie ihm gegenüber zum Ausdruck gebracht hast. Du hast zwei Welten die du nicht vereinen kannst, diesen heftigen Konflikt auszuhalten, das ist mehr als verständlich. Mach dir da keinen Kopf.

Ihr seit nun an einem Scheideweg, entweder er beschäftigt sich nochmal intensiv mit seinem "Reproduktions"-Gefühl und ist vielleicht noch gar nicht so weit sich generell festzulegen (bei Männern ist das halt einfacher, die haben keinen "Druck") oder für ihn ist die Sache klar. Dann MUSST du Konsequenzen ziehen, ihm auch im Gespräch mitteilen. Beiß in den sauren Apfel. Es hilft alles nix.
..:..

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chrysokoll
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Beitrag Fr., 11.02.2022, 20:34

das wirklich gemeine, schwierige an einseitigem Kinderwunsch ist ja: Es gibt keinen Kompromiss, keine gute einvernehmliche Lösung. Es gibt kein "halbes" Kind.

Und die Gegebenheiten sind ungleich verteilt, eine Frau kann nunmal nicht beliebig lange warten.
Dafür kann der Mann nicht selber ein Kind kriegen.

@ Lindenblatt: Könntet ihr euch gemeinsam ein paar Stunden externe Beratung / Paartherapie suchen?
oder du dir allein, du kannst da auch alleine hingehen und für dich noch weiter klären

letztlich, wenn er nicht will, wird dir nur die Trennung bleiben.

Wärst du bereit und in der Lage notfalls auch allein ein Kind zu bekommen? Bist du bereit die Beziehung auch zu beenden?
Ich würde ihm sehr ehrlich, klar und deutlich mitteilen dass ich ein Kind will und ab sofort nicht mehr verhüte.
Aber: Das kann nach hinten losgehen und das Ende bedeuten!

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münchnerkindl
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Beitrag Sa., 12.02.2022, 11:59

Was mir auch noch einfällt, ich würde davor warnen, sich von dem Bild von Kinder kriegen/haben das in der Pampers und Alete Werbung so schön rosarot und wattig propagiert wird einlullen zu lassen.

Was machst du wenn du nach der Geburt eine Wochenbettdepression bekommst und dann wegen der Depression über Monate kämpfen musst überhaupt irgendwas für das Kind zu fühlen? Was machst du wenn es ein Schreibaby wird und dich 2 Jahre lang völlig überanstrengt und auslaugt und sich von dir scheinbar null beruhigen lässt. Was machst du wenn dein Kind schweres ADHS oder Asperger hat und dich jeden Tag den allerletzten Nerv kostet. Was machst du wie einer Bekannten passiert die nach einer sehr schweren Geburt (Arzt hat fahrlässigerweise den Punkt verstreichen lassen den Kaiserschnitt zu machen) sie selbst lebenslang Unterleibsprobleme mit Stuhlgang etc hat und der Sohn ist lernbehindert. Erst eine Fütterstörung wo nix in ihn reinzukreigen war und dann hat sich rausgestellt, entwicklungsverzögert. Total netter Kerl, kann auch Lesen und Schreiben, aber wird nie ohne Hilfe und selbstständig leben können. Die wollte eigentlich mindestens 2, das hat sie dann eingestampft.

Passt sowas in deine rosarote Babyidylle?

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münchnerkindl
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Beitrag Sa., 12.02.2022, 12:03

Sinarellas hat geschrieben: Fr., 11.02.2022, 11:00 Ein Kind zu bekommen ist -immer- (sofern freiwillig) ein egoistsicher Wunsch, daher würde ich da nicht so weit gehen und sagen, dass sei "obsessiv", sondern durch Hormone bedingt


Naja, da kommen auch soziale Erwartungen, Fantasievorstellungen, peer pressure etc dazu.

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Nico
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Beitrag Sa., 12.02.2022, 14:20

münchnerkindl hat geschrieben: Sa., 12.02.2022, 11:59
Passt sowas in deine rosarote Babyidylle?
Warum brauchst du eine derart rabenschwarze Babybrille um zu deiner Kinderlosigkeit zu stehen ?
Wenn ich alt bin, möchte ich nicht jung aussehen, sondern glücklich!

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münchnerkindl
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Beitrag Sa., 12.02.2022, 14:42

Nico hat geschrieben: Sa., 12.02.2022, 14:20
Warum brauchst du eine derart rabenschwarze Babybrille um zu deiner Kinderlosigkeit zu stehen ?

Naja, das sind halt Sachen die passieren können. Zu jedem der Szenarios gibt es eine statistische Wahrscheinlichkeit und wenn man sich dem Projekt Kinder kriegen widmet, dann sollte man schon auch einen Plan dafür haben wenn etwas davon eintreten sollte. Also das Kind kann behindert sein. Das Kind kann krank sein. Man selbst kann krank werden.

Wir leben hier in einer Kultur die den Leuten suggeriert, es gäbe einen technisch erlangbaren Anspruch auf das "perfekte Leben" und dass solche oben genannten Dinge maximal wenn überhaupt irgendwelchen anderen Leuten woanders passieren aber nie einem selbst.

Aber ne, das kann auch dir, mir, jedem passieren. Und man sollte auch dafür schon falls etwas in der Art eintritt einen Plan haben. Es gibt ja auch Eltern, die ihr behindertes Kind oder das Kind das nur 5 Jahre alt werden durfte als totale Bereicherung erleben. Aber es gibt auch welche, die fühlen sich dann vom Leben betrogen und kommen damit garnicht klar.

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Nico
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Beitrag Sa., 12.02.2022, 15:02

Dies gilt aber für sämtliche Situationen des Lebens und wenn man sich für alle diese Situationen immer alle theoretisch möglichen Szenarien ausmalt, kommt man garantiert nicht mehr dazu zu leben. :lol:
Wenn ich alt bin, möchte ich nicht jung aussehen, sondern glücklich!

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chrysokoll
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Beitrag Sa., 12.02.2022, 15:33

münchnerkindl hat geschrieben: Sa., 12.02.2022, 14:42
Aber ne, das kann auch dir, mir, jedem passieren. Und man sollte auch dafür schon falls etwas in der Art eintritt einen Plan haben. Es gibt ja auch Eltern, die ihr behindertes Kind oder das Kind das nur 5 Jahre alt werden durfte als totale Bereicherung erleben. Aber es gibt auch welche, die fühlen sich dann vom Leben betrogen und kommen damit garnicht klar.
ja mk, es sind Sachen die passieren können.
Die TE wirkt auf mich aber nicht so als hätte sie da Fantasievorstellungen mit rosarorter Brille.
Warum musst du alles so extrem sehen und abwerten?

Der umgekehrte Fall ist nämlich viel wahrscheinlicher: Dass eine Frau sich vom Leben betrogen sieht und damit nicht klar kommt wenn sie trotz Kinderwunsch auf ein Kind verzichtet. Vielleicht dem Partner zuliebe. Oder einfach zu lange wartet, sich hinhalten lässt.
Denn eins ist absolut klar: Es gibt für eine Frau ein zwar langes, aber trotzdem zeitlich begrenztes Fenster in dem das geht

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Zephyr
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Beitrag Sa., 12.02.2022, 21:23

Liebes Lindenblatt,
ich kann sinarellas, chrysokoll und Nico da nur zustimmen.
Deine Situation klingt wirklich schwierig. Und ich finde es auch absolut verständlich, dass du da erst mal lange Zeit versucht hast alle Zeichen positiv zu deuten.
Aber gerade wegen der begrenzten Zeit, die Frauen haben, würde ich das Thema jetzt auch auf keinen Fall weiter ruhen lassen.
Natürlich ist das auch hart für deinen Freund, aber er muss sich da in der nächsten Zeit klar werden, was genau er will und du musst für dich überlegen, ob du bereit wärst den Kinderwunsch für ihn aufzugeben.
Ich hätte das definitiv nicht gekonnt.

@münchnerkindl,
das klingt wirklich sehr einseitig, was du schreibst. Vielleicht ist das schwer nachvollziehbar, aber wenn man einen großen Kinderwunsch hat, dann ist das eine ganz stark treibende Kraft. Das ist dann wie ein Grundbedürfnis.

Ich hatte auch eine sehr schwere erste Geburt und da ist Vieles ganz blöd verlaufen. Unser erstes Jahr war unglaublich hart (und seitdem ist es nicht so viel einfacher geworden ;) ), vor allem für mich, körperlich.
Aber meine Kinder zu bekommen ist nach wie vor die beste Entscheidung, die ich in meinem Leben getroffen habe. Das hat sich auch schon in diesem sehr schweren ersten Jahr so angefühlt. Und ich bin mir ganz sicher, dass ich genau das auch am Ende meines Lebens noch so fühlen werde.

Menschen bekommen nicht nur Kinder, weil ihnen von der Gesellschaft gemeiner weise wichtige Details verschwiegen wurden oder weil sie dahin manipuliert wurden.
Für manche ist das einfach das Leben, das sie führen wollen.

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Toko22
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Beitrag Di., 15.03.2022, 20:53

Liebe Lindenblatt,
Wenn Du einen Kinderwunsch hast und dein Partner zögert eine Entscheidung hinaus könnte es passieren, dass eine/r von euch die Beziehung Passiv aggressive zerstört. Bei meinem Ex und mir war es umgekehrt: ich wollte kein Kind von ihm und wir haben die Beziehung ein paar Jahre fortgeführt, obwohl er besessen vom Kinderwunsch war... es fiel mir damals zwar nicht so extrem auf, aber er hat versucht, mich systematisch psychisch fertig zu machen (permanente Kritik, Einreden von psychischen Leiden). Habe mich auf meinen Job gestützt und viel Sport gemacht, daher ist daran nur die Beziehung kaputt gegangen (und nicht ich). Wenn dein Partner psychisch nicht so fit ist (wenn ich es richtig verstanden habe), dann könnte er unter deinem Kinderwunsch sehr leiden. Und wenn psychisch labile Männer in Beziehungen leiden, geht das meist nicht gut aus. Solche Männer verlassen auch mal ihre schwangeren Freundinnen, obwohl sie sich zum Kinderzeugen überreden haben lassen.

Ich hoffe, du verkraftet die Antworten in diesem Forum. Die User sind hier sehr empathisch. Ich hoffe, du bist vorsichtig in Foren wie urbia etc. Dort wird sehr hart geurteilt, wenn man kein Vollweib ist, das seinen Mann gut führen kann.

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leuchtturm
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Beitrag Mi., 16.03.2022, 17:00

Lindenblatt, ich kann dich verstehen!
Das zur Info vorweg, um klarzumachen. dass es auch andere Frauen mit ausgeprägtem Kinderwunsch gibt ;)

Ein Mann, der keine Kinder wollte, wäre für mich im Leben nicht in Frage gekommen.

Allerdings war ich in der komfortablen Lage, einen Partner zu haben, der den Kinderwunsch teilte. Das ist bei dir anders. Und wie meine Vorschreiber schon sagten, wird es da keinen Kompromiss geben.

Hast du deinen Partner mal gefragt, warum er dir quasi Hoffnung gemacht hatte mit seinen Andeutungen? Oder hast du die so interpretiert, dass sie dir in deinen Wunsch passten?

Wichtig wäre wirklich, dass ihr euch mal, so ruhig und vorwurfsrei es geht, zusammensetzt unh dem jeweils anderen die eigenen Überlegungen mitteilt. Bestimmt sind da auch Ängste dabei, so wie "Ich befürchte, dass sich dann unsere Beziehung nur noch ums Kind dreht".
Und ganz sicherlich kann man nur bis zu einem bestimmten Punkt über dieses Thema sachlich argumentieren, weil es eben ein emotionales und kein rationales Thema ist.

Aber vll kannst du dann abschätzen, wie er wirklich zum Thema Kinderwunsch steht.

Falls er jedoch sich ganz und gar nicht in der Rolle des Vaters sehen kann, ist er für deinen nächsten Lebensabschnitt nicht dein Mann.
Das klingt traurig, ist aber immer noch besser zu erkennen als ihn gegen seinen Willen mit einem Baby zu konfrontieren

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caduta
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Beitrag Fr., 18.03.2022, 12:59

Liebe Lindenblatt,

Ich hatte eigentlich keinen großartigen Kinderwunsch bzw. habe nie darüber nachgedacht, bis tatsächlich mit 35 die Torschlusspanik vor der Tür stand. Mein Mann wollte zwar auch, aber es hat nicht geklappt, obwohl wir es mehrere Jahre versucht haben (auch mit externer Hilfe).

Als dann wirklich klar war (so mit 41), dass es keine Kinder geben wird, hat sich das Gefühl auch bei mir wieder beruhigt und wir leben heute ein sehr zufriedenes gemeinsames Leben ohne Kinder. Und es ist gut so wie es ist. Ich vermisse auch nichts. Es ist ein anderes Leben, aber es ist genauso gut, richtig und schön (und ich glaube sehr viel entspannter, als in vielen Familien :).

Du schreibst, dass dich das Thema bisher nicht so beschäftigt hat. Vielleicht ist es ja wirklich nur eine Phase wegen deinem Alter?

Könntest du dir vorzustellen, wie ein Leben ohne Kind für dich prinzipiell aussehen könnte. Würdest du reisen, Karriere machen, dich Selbständig machen wollen etc? Wäre dir wichtig, dass dein Partner dann noch eine große Rolle für dich spielt?
Wenn du erkennst, dass du nur mit Kind ein erfülltes Leben haben kannst, dann wirst du dich vermutlich trennen müssen, so schwierig es ist.

Alternativ (das aber nicht fürs Protokoll), kannst du 'zuuufällig' schwanger werden und sehen was passiert. Es kann aber gut sein, dass er sich dann trennt.

LG, caduta

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Theory
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Beitrag Mi., 18.05.2022, 20:40

Wünsche sind dazu da, in Erfüllung zu gehen.

Du hast einen Wunsch. Erfüll ihn dir. Er ist nicht der richtige, denn er sagt dir bereits jetzt offen, dass er deinen Wunsch nicht erfüllen kann.

Nun gilt es, das "Loslassen zu lernen"


(nicht, dass ich die Sache drauf hätte ;))

Alles Gute!