Trennen oder bleiben

Liebeskummer und Liebessorgen aller Art, sowie Eifersucht und Trennungen sind die zentralen Themen in diesem Forumsbereich (Beitrags-Haltedauer: 1 Jahr).
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Trennen oder bleiben

Beitrag Di., 19.04.2022, 06:37

Liebe alle,

Ich befinde mich gerade in einer „inneren Veränderung“. Diese Veränderung geht nun schon seit einiger Zeit - vielleicht 2-3 Jahre. Ich habe in der Zeit gelernt, dass ich früher/bisher, mein Leben nicht ganz nach meinen eigenen Wünschen und Wertvorstellungen lebte, sondern mich sehr stark ans außen anpasste. Am meisten hat sich dies bisher in meinem Berufsleben gezeigt. Ich habe mein Leben bisher/früher stark nach meinen Eltern/meinem Vater orientiert und habe mich allmählich die letzten Jahre langsam abgenabelt. Kürzlich ist es mir zum ersten Mal gelungen, ein bewusstes „Nein“ im Beruf zu sagen. Ich konnte kündigen und mich selbständig aus einer für mich sehr nachteiligen Situation selbst befreien. Das ist ein echter Fortschritt für mich, denn bisher war ich „aus Angst davor, Nein zu sagen“ oftmals viel zu lange in nachteiligen Berufsverhältnissen, bis hin zum Burnout, bis hin zu Krankheit und oder Kündigung.

Aktuell merke ich nun seit einiger Zeit, dass in mir auch in der Beziehung der Wunsch nach Veränderung lauter wird. Ich bin mit meinem Freund vor 7 Jahren zusammen gekommen, in einer Zeit, in der ich alles andere als „reif“ und reflektiert war. Ich habe eine Therapie hinter mehr und verstehe mich und meinen Körper heute immer besser. Dieser Wandel ist meinem Freund auch durchaus bewusst und ich habe mit ihm über meine Veränderung gesprochen. Ich habe ihm dabei auch gesagt, dass ich mir wünsche, dass auch er sich weiter entwickelt. Er macht keine Therapie und arbeitet leider nicht an seinen Schattenthemen. Entsprechend hat er vieles unaufgearbeitetes in sich, dass zu regelmäßigen Wutausbrüchen wie bei einem 3jährigen bei ihm führt, die ich dann versuche zu managen, was mir ganz gut gelingt. Danach habe ich nur oft diese Gefühl „es passt nicht mehr“ und ein Gefühl, dass er sich nicht rasch genug mit mir entwickelt hat.

Dazu kommt, dass er nun bereits den Mai und Juni die Wochenenden mit Freunden und Familie verplant hat, ohne mich einzubeziehen und mich zu fragen, ob ich an diesen Wochenende Zeit/Lust habe. Ich fühle mich übergangen und in meinen Bedürfnissen nicht wahrgenommen und gefragt.

Man sieht also, es verändert sich was bei uns beiden und ich spüre in mir mehr und mehr den Wunsch, alleine zu leben. Gleichzeitig fand ich unsere Beziehung aber genau deshalb so toll, weil wir uns nicht mit gegenseitigen Erwartungen belasten und jeder grundsätzlich machen darf, worauf er/sie Lust hat. Diese Freiheit und Flexibilität liebte ich immer an uns, während es mich dieses Jahr irritierte, als er mich vor vollendete Tatsachen über seine Wochenendplanung stellte (ich kann ja mitkommen). Die Situationen, in welchen er hochkocht wie ein 3jähriger, werden seltener, weil er durch mich auch mehr und mehr lernt, wie er seine Emotionen managen kann.

Was würden die Beziehungserfahrenen unter euch nun tun? Wie kann ich herausfinden, was für mich die richtige Entscheidung ist? Ich habe das Gefühl, dass ich, auch wenn es eine ganz tolle Beziehung ist in vielen Punkten, ich nur dann zu mir selbst finde und wirklich „ich sein kann“, wenn ich alleine bin. Ich würde auch grundsätzlich nicht mehr mit einem anderen Mann ein Leben führen wollen, sondern für immer alleine leben wollen.

Was meint ihr?

Edit: es gibt keine Kinder und es sind auch keine geplant.

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Kellerkind
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Beitrag Di., 19.04.2022, 07:23

Kurz und knapp: ich glaube, dass ist nur eine Phase. Niemand will wirklich FÜR IMMER Single sein, aber den Wunsch mal eine längere Zeit "für sich zu sein" oder sich auf eine einsame Insel zu wünschen, dass hat jeder Mal.

Wie wäre es stattdessen mit einer Auszeit? Das gibt euch beiden den Freiraum sich zu entwickeln und rauszufinden, was man wirklich will, und DANACH sieht man weiter.

Menschen verändern sich und Beziehungen mit ihnen. Die Kunst ist es, sich gemeinsam zu entwickeln oder zumindest zwischenzeitlich sich nicht ZU WEIT zu entfernen. Vielleicht ist er nur langsamer als du? Es scheint ja durchaus Entwicklungspotenzial zu geben. Und was die verplanten Wochenenden angeht, vielleicht spürt auch er (unbewusst) den Drang nach etwas mehr Abstand. IM MOMENT.

Meiner ganz persönlichen Meinung nach gibt es in jeder Beziehung eine Alleinstellungsmerkmal, den geheimen Kern einer Beziehungen, sonst wäre ja jeder austauschbar. Das ist für jeden was anderes. Das gelte es mMn zu prüfen, was genau dir an diesem Mann und der Beziehung gefiel bzw. "worum" es bei euch ging, und ob DAS noch passt. Wenn ja, lässt sich der Rest entsprechend anpassen. Wenn sich aber die grundlegende Vorraussetzungen änderten... (z.B. wenn es um eine Abhängigkeit ging, man jetzt aber diese Abhängigkeit nicht mehr braucht oder um fehlenden Selbstwert)... dann besteht wohl keine realistische Chance.
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Beitrag Di., 19.04.2022, 09:21

Danke dir, Kellerkind.

Ich habe nun angesprochen, dass für mich die Planung im Mai zu unflexibel ist. Wieder sind wir in einer Situation gelandet, wo er abwehrend, wütend, wie ein Kind wird. Ich habe mein bestes gegeben, um mit ihm wirklich auf Augenhöhe über meine Bedürfnisse zu sprechen (ich brauche eine Transparenz und Informationen, wenn der Besuch da ist, wie zB wann ist was geplant, muss ich dabei sein, etc). Leider ist er immer und immer wieder in Situtionen, wo ich meine Wünsche und Bedürfnisse anspreche, der Meinung, ich würde „mich beschweren“, klagt Dinge an mir an, die völlig aus der Luft gegriffen sind und meint, „dauernd beschwerst du dich wenn Besuch da ist“. Auf die Frage, ob die bessere Alternative aus seiner Sicht sei, wenn ich „nichts sage und dann explodiere oder still in mich rein leide“, zuckt er mit den Achseln (wirklich wie ein 3jähriger).

Sein Umgang mit mir und mit dieser Situation, mit meinen Wünschen, ist wirklich sehr kindlich und ich muss sagen, das ist wirklich ein Faktor, der mich dazu bringt, diese Beziehung in Frage zu stellen.

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Kellerkind
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Beitrag Di., 19.04.2022, 13:43

Ich finde das sehr interessant, dass du sein Verhalten als "kindlich" bzw. wie ein 3-jähriger bezeichnest. Kann es sein, dass du nicht sehr viele 3-Jährige kennst? (*zwinker*)

Spaß beiseite, ohne sexisitisch sein zu wollen: VIELE Männer sind so Es gibt nicht umsonst tausende Meme, Witzbilder, Songs etcpp, in denen Männer als "große Kinder" bezeichnet werden.

Dass er nicht genug Rücksicht auf deine Bedürfnisse nimmt, ist natürlich (!) unschön, aber für mich klingt das eher noch als "normales Beziehungsproblem"... (Partnerwahl ist Problemwahl, Probleme gibt es immer)... und ich sehe das nicht so drastisch wie du, dass dies Kleinkind-Verhalten sei.

Bitte bedenke auch folgendes:
Wir, die wir viel und oft in Therapie waren,Selbsthilfebücher verschlingen und Foren wie diesem hier rumtreiben, wir leben oftmals ohne es zu merken in einer Art (selbst-)therapeutischer Käseglocke. Diese Art und Weise wie man in Therapie lernt, Bedürfnisse zu kommunzieren und die Realität da draußen bei Nicht-Therapie-Menschen sind oftmals zwei Paar Schuhe. Es ist eine ganz andere Umgangsform, Denk- und Kommunikationsweise, und so ein "Normalo" hat sicherlich auch noch nie was von gewaltfreier Kommunikation oder ähnliches gehört.
Ich gebe zu, ich tue mich damit zwar auch manchmal schwer, aber man sollte von einem, der sonst noch nie mit so was zu tun hatte, da vielleicht nicht ZU viel warten, was für Therapie-Menschen als selbstverständlich gilt. Besonders wenn es sich... (pardon!)... um Männer handelt, die ja sowieso ziemlich oft einen anderen Bezug zu Gefühlen&Kommunikation haben. Die verstehen dann eben eher Taten. Oder hören erst zu, wenn man explodiert oder schon in der Tür steht. Oder man muss ihnen mal kräftig gegen das Schienbein treten im metaphorischen Sinn. Aber reden? Da ist meine Alexa kooperativer und meine Wand der bessere Zuhörerer.

Ich sag ja nicht, dass ich es gutheiße. Ist halt doof. Und "wir Frauen" haben unsere Macken. Zum Beispiel immer alles ausdiskutieren zu wollen und zu nörgeln... (*g*)... oder mit Männer über unsere Gefühle sprechen zu wollen ("Iiihh")... aber wenn es sonst relativ gut läuft und noch Gefühle da sind, würde ich es wegen "so was" beinahe schon lapidaren, klischeehaften Mann-Frau-Themen nicht beenden wollen. Auch wenn's nervt wie Sau.

Erwarte nicht zu viel von ihm was das Ausdiskutieren von Bedürfnissen angeht. Ich geh mal stark davon aus, dass er TATEN besser verstehen wird als WORTE. Und sei ein bisschen nachsichtiger, dass Nicht-Therapie-Erfahrene Menschen allgemein und Männer insbesonere nicht so gut in dieser Art der Kommunikation sind...

Übrigens, auch wenn ich den Vergleich mit einem Kleinkind ein wenig für überspitzt halte deinen Erzählungen nach: es ist in der Tat NICHT deine Aufgabe, ihn aus seiner Wutanfällen (?) rauszuführen. Aber falls doch, wie geht man mit einem Kleinkind in der Trotzphase um? Nee, eben nicht "da rausführen" und mit "Engelszungen beruhigend einreden"... sondern am besten ganz in Ruhe lassen, ignorierne, ins Zimmer schicken bis er/es sich beruhigt hat. Ehrlich, da würde ich gar nicht drauf eingehen, wenn er sich wirklich kleinkindhaft trotzt. Aufstehen, rausgehen, einen Spaziergang machen, Gespräch an der Stelle abbrechen und sagen:"Wir sprechen weiter, wenn du dich beruhigt hast. Tschö mit ö".

Viel Erfolg.
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Beitrag Di., 19.04.2022, 14:46

„Wir sprechen wieder, wenn du dich beruhigt hast“

Der Satz gefällt mir, den merke ich mir.

Mal sehen.

Ich schreib mir mal eine Liste über die Vor- und Nachteile einer Beziehung.

Ich bin ja schon beim Kinderkriegen soweit, dass ich einfach sage: hat keinen einzigen Vorteil, daher lass ich es.

Möglicherweise komme ich für mich persönlich auch was Beziehungen inkl gemeinsamer Wohnstätte betrifft zu diesem Ergebnis. Bisher war es ok. Aber ich habe nun schon länger im Kopf, dass ich einfach gern allein wohnen würde und „meine Ruhe haben und unabhängig sein“ will.

Ja - mir hat es völlig gereicht, in einer lauten, großen Familie aufzuwachsen, in der kein Platz für die eigene Individualität war, deine Grenzen, Bedürfnisse und Wünsche regelmäßig ignoriert wurden und du mit einem narzisstischen Vater um dein Recht kämpfen musstest.

Heute bin ich heilfroh, dass ich unabhängig und frei bin.

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Kellerkind
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Beitrag Di., 19.04.2022, 19:04

Kingt so weit doch ganz gut...

In meiner (On/Off)-Beziehung geht es auch viel um Freiheit, Unabhängkeit und Angst vor zu viel Nähe und/oder übergriffigen Verhalten. Beiderseits haben wir wohl ein Thema damit, jeder auf seine Weise. Aber da ist dann auch irgendwo die Basis sowohl der Beziehung als auch der (On/Off)-Problematik verborgen. Wenn es ZUVIEL Freiheit ist, wird manchmal eben auch das Gefühl daraus, man sei dem anderen gleichgültig. Oder wenn man als Partner so gaaar nicht gebraucht wird, etcpp.

Zurück zu dir. In der von dir geschilderten Situation geht es ja offenbar auch um Unabhängigkeit, also ein Wert, der dir ebenfalls wie ihm SEHR wichtig ist.
Nun empfindet du sein Verhalten jedoch als latent übergriffig, weil er (eure) Wochenende alle auf lange Zeit im Vorraus verplant hat, nach dem Motto Friss-oder-Stirb. Da streiten sich also zwei Glaubenssätze (Freiheit gönnen/wollen vs. mit einbezogen werden wollen) beziehungsweise hört die Unabhängigkeit des Einen manchmal eben da auf, wo die Freiheit des anderen anfängt. Bisweilen ein Balance-Act in einer Beziehung. Er hat "unabhängig" verhalten und ohne dich geplant, solltest du das dann nicht eigentlich gutheißen? Theoretisch ja, aber es fühlt sich übergriffig an, oder? Weil er "für dich mit" etwas entschieden hat. Scheinbar. Denn du hast ja immer noch die Wahl...

Ich würd dir empfehlen, deine "Unabhängigkeit" von seinen Plänen in den Vordergrund zu stellen. Es sind seine Pläne. Gar nicht lange diskutieren, sondern entscheide dich nun für dich, was du willst. Das WE verreisen, dich dazu gesellen, Frauenabend... (was du eh tun würdest, wärst du Single, nur eben ohne wirklich Single zu sein).
Was würdest du an Wochenende x oder y tun wollen, wenn er es nicht schon andersweitig verplant hätte? Und dann zieh das durch. Wenn Unabhängigkeit dein Wunsch und u.a. eine Basis eurer Beziehung ist...
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Beitrag Mi., 20.04.2022, 06:42

Wow!

Vielen Dank, du triffst mit deinem Post den Nagel vollständig auf den Kopf und auf einen Satz ins Brett.


Danke dir.

Genau das werde ich jetzt tun. Ich überlege mir selbst, wie ich die Wochenenden verbringen möchte und muss eben damit klarkommen, dass er andere Pläne hat.

Und du hast recht - die Unabhängigkeit des einen tut dem anderen dort weh, wo dieser auf eine verringerte Auswahl trifft (mit ihm kann ich an den Wochenenden nicht rechnen). Aber vielleicht sind unsere Trips danach dafür umso schöner, wenn man länger nichts zusammen gemacht hat.

Liebe Grüße 🥰🍀

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Beitrag Sa., 23.04.2022, 10:32

Okay, also - ich hab das eine Thema nun für mich "geschafft" und bin "bei mir geblieben" und habe mir einfach mal einen Nachmittag überlegt, was ich so brauche, damit ich mich wohlfühle (generell) in der Beziehung.

Unter anderem ist da noch das Thema, dass er generell ein Langschläfer ist und demzufolge erst um 21 Uhr ins Fitness Studio geht - infolge dessen auch erst um halb 12 oder kurz vor Mitternacht nach Hause kommt und mich, als typischen Frühaufsteher, dann aufweckt.

Nun habe ich mein Bedürfnis geäußert - in dem ich eine Bitte formuliert habe, ob es möglich wäre, seine Fitness Studio Zeiten etwas früher einzuräumen.

Er drehte direkt komplett auf, meinte "jetzt willst du mir Vorschreibungen machen, wann ich nach Hause kommen soll". Direkt habe ich eingelenkt und gesagt, dass es so nicht gemeint war. Selbst einen Tag später beharrt er auf dem Vorwurf, es sei von mir unverschämt gewesen, diese Frage so zu stellen, und ich hätte ihn lieber bitten sollen, leiser zu sein (obwohl ich ihm sicher 10 mal versichert habe, dass er mich falsch verstanden und es viel negativer ausgelegt hat, als es gemeint war und es mir auf das Endergebnis , nämlich mehr Schlaf, ankommt).

Er beharrt so stur darauf, dass er mich richtig verstanden hätte und dass es eine Frechheit sei, ihn zu Fragen, ob er seine Studiozeiten vorverlegen könne, dass daraus jetzt ein richtiger Streit geworden ist. Auch weil es ja nicht das erste Mal ist, dass er der Kommunikation keine Chance gibt - selbst wenn ein Mißverständnis offensichtlich ist, will er es nicht gelten lassen.

Ich bin wirklich mit meinem Latein am Ende,... und ich mag so einfach nicht mehr weiter machen.

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Beitrag Sa., 23.04.2022, 11:24

Ich finde einfach, ein „Nein, den Stundenplan kann ich nicht anpassen, aber ich kann versuchen, leiser zu sein, wenn ich heimkomme“ hätte doch ausgereicht.

Er will es einfach nicht sehen. Er beharrt weiter darauf, stur, und sagt „wie soll man das denn sonst verstehen, als dass du mich bevormunden willst“ :kopfschuettel:

Ich bin so müde…. Hier permament zu versuchen, diese Konflikte mit meinem dürftigen Kommunikationsgeschick „zu retten“ …

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Beitrag Sa., 23.04.2022, 12:16

Ja, klingt wirklich ganz nach einem Kommunikationsproblem.

Aber tröste dich. Das haben die allermeisten Beziehungen auf die eine oder andere Weise.
Klingt für mich wie ein "normaler Streit". Streit gibt es immer und ist nie angenehm. Aber glaubt mir: in Foren wie diesem hier sind ganz andere Kaliber gewöhnt.
Das soll nicht abwertend gemeint sein oder verharmlosend, möchte es nur ein wenig ins richtige Verhältnis rücken. Für mich klingt es zumindest nicht nach einem "psychotherapeutisch-relevanten Problem" seinerseits... Sturheit? Vielleicht. Ja. Kommunikationsproblem? Ja. Kleinkindhafte Tobsuchtsanfälle, so wie es am Anfang des Threads noch klang? Nein.

Wenn dein Bedürfnis lautete, abends, wenn du schon schläfst, nicht gestört zu werden, hast du es in der Tat ein wenig unglücklich formuliert. Hast du dich dafür formell entschuldigt? Oder wirfst du ihm jetzt nur vor, dich missverstanden zu haben und stur zu sein?
Musst nicht antworten, aber mal Hand auf Herz. Sagt du:"Sorry, du hast recht, da hab ich mich wirklich falsch ausgedrückt, ich meinte eigentlich dies und jenes..." oder eher a la "DU hast mich falsch verstanden. So meinte ich das doch gar nicht. Nun sei doch nicht so stur, herrgottnocheins!".

Was dein eigentlichen Wunsch angeht, nicht geweckt zu werden, würde ich auch gar nicht durch die Blume drumherum reden und bitten, sondern einfach klipp und klare Ansage, bitte höchstens aus Höflichkeit: "Bitte sei gefälligst leise, wenn du heimkommst/ins Bett kommst!" Ende der Diskussion.

FALLS das wirklich deine einzige, wahre Absicht hinter dem Gedanken war. Bist du sicher, dass es nicht doch um was Anderes geht? Etwas tieferes wie z.B. gegenseitige Rücksicht und Respekt allgemein? Oder beziehungsinterne Machtspielchen?
Steckt vielleicht doch ein Fünkchen Wahrheit bzw. mehr dahinter als du dir im Moment eingestehst? Falls nicht, wäre es doch wirklich ein leichts zu sagen... (s.o.)..."Entschuldigung, ich hab mich falsch ausgedrückt!" statt "das ist ein Missverständis/du hast mich falsch verstanden."

Ich halte ja das Konzept "gemeinsames Schlafzimmer auf Lebenszeit" eh für überholt. Das hält doch kein Mensch bzw. Beziehung auf ewig aus. Spästens im Alter, wenn dann geschnarcht wird oder Beamtungsgeräte wegen Schlafapnoe dazu kommen und/oder all die anderen unschönen Seiten des Alters...
Nicht nur, aber insbesondere wenn es sich um zwei sehr freiheitsliebende Menschen handelt, sollte man vielleicht mal ernsthaft über getrennte Schlafzimmer nachdenken statt gleich das Kind mit dem Bade auszuschütten, sprich: sich zu trennen.

Wie immer: nur meine ganz persönliche Meinung.
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Beitrag Sa., 23.04.2022, 12:24

Naja, wenn einer Nachtmensch und der andere Frühaufsteher ist und der zweite sich abends vom ersten gestört fühlt wären getrennte Schlafzimmer doch eine ganz unkomplizierte Lösung damit beide zu genug Ruhe und Schlaf kommen.

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Beitrag Sa., 23.04.2022, 12:33

@waldschratin: ja, da hast du schon recht, ich hätte mich anders ausdrücken können.

Und ja, es geht glaube ich wirklich um Respekt…

Wir haben übrigens schon immer getrennte Schlafzimmer. Alles andere kommt für mich heute nicht mehr in Frage. Es ist furchtbar, ein Bett teilen zu müssen. Er weckt mich aber dennoch, weil er recht laut ist und an meiner Tür vorbei muss.

Wir haben uns jetzt beide beieinander entschuldigt, und er will in Zukunft mehr drauf achten.