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Anterrabae
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BeitragVerfasst am: So, 11.Nov.07, 16:08    Titel: Therapie - Zeitplanung und Stress Antworten mit ZitatNach oben

Hallo.

Seit einigen Monaten geh ich dreimal die Woche zur Analyse.
Hab mich ursprünglich um eine Therapie bemüht, weil ich diverse Ängste habe, in bestimmten Verhaltensmustern feststecke, depressive Züge hab und das Gefühl hatte, im Leben nicht mehr voranzukommen.

Ich halte die Analyse eigentlich für ganz gut und nach der Stunde denke ich, dass ich auf keinen Fall abbrechen sollte, aber der Drang dazu ist ständig da, weil mir drei Stunden die Woche irgendwie zu viel sind.
Ich arbeite in nem Job, in dem ich nicht pünktlich gehen kann, es wird je nach Arbeitspensum dageblieben, und daher hab ich DREI Tage die Woche den ganzen Tag Stress, dass ich es abends eventuell nicht schaffe und dann gleich 60 Euro bezahlen muss für die versäumte Stunde (das Geld hab ich als Azubi nicht mal einfach).

Mein Chef hat nicht grade erfreut reagiert, als ich ihm sagte, dass ich an drei Tagen die Woche einfach keine Überstunden machen kann, und ich weiß auch nicht, ob er drauf achtet. Noch hab ich keine Stunde versäumt.

Wenn ich nicht kann, muss ich 24 Stunden vorher absagen, einmal hab ich das wegen der Arbeit gemacht, ich hab den Eindruck, das fand die Therapeutin auch nicht so toll.

Naja, und generell: Ich bin mir unsicher, wieso ich jetzt dreimal die Woche Parkgarage zahlen soll, Benzin, und so einen Stress haben. Ich verstehe nicht, wieso ich so ein Problemfall sein sollte, dass ich unbedingt mit diesem Zeitaufwand therapiert werden müsste. Und ich befürchte, dass es der Therapeutin da einfach ums Geld geht, also wenn schon Patient, dann so viel rausholen wie es geht. Andererseits hat sie ja bei der Wartezeit genug Patienten, also wird das kaum der Fall sein.

Es ist einfach völliges Unverständnis meinerseits angesichts dieses Aufwandes, der betrieben wird, nur, weil ich ein paar Schwierigkeiten habe. Da würden imho auch 2 Stunden die Woche reichen.

Neulich ist mal eine Woche lang ausgefallen, da war mein Leben schon zu 50% besser, weil ich auf einmal keinen Arbeitsstress mehr hatte, Geld gespart hab und vor allem Zeit!

Was für Leute müssen denn unbedingt mit drei Wochenstunden therapiert werden? Und kann man eine Therapie einfach abbrechen?

Was ist, wenn ich auf dem Weg zur Therapie einen Unfall habe, muss ich dann auch Versäumnisgebühr bezahlen?

Naja, wie gesagt, die Therapie ist schon okay und ich werd auch mit der Therapeutin über dieses Thema reden, aber ich würd gern ein paar Erfahrungen und/oder Meinungen hören.

Danke!
Anterrabae
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Jelka
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Beiträge: 885
Wohnort: Köln
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BeitragVerfasst am: So, 11.Nov.07, 16:26    Titel: Re: Therapie - Zeitplanung und Stress Antworten mit ZitatNach oben

Anterrabae schrieb:
Ich verstehe nicht, wieso ich so ein Problemfall sein sollte, dass ich unbedingt mit diesem Zeitaufwand therapiert werden müsste.


Wenn deine Therapeutin relativ nah an der Psychoanalyse arbeitet, dann liegt das mit den 3 Stunden überhaupt nicht an dir, sondern einfach daran, dass diese Therapieform so engmaschig ist.

Aber ich denke, es ist schon ganz gut, wenn du mal mit ihr darüber redest, dass dir 3 Stunden die Woche zu viel sind. Entweder ist sie bereit, die Stundenzahl zu reduzieren oder vielleicht wäre sonst eine andere Therapieform für dich passender? Es gibt zwar auch Analytiker, die mit weniger Stunden pro Woche arbeiten, aber das ist dann eigentlich auch schon nicht mehr klassisch analytisch.

Zitat:

Und ich befürchte, dass es der Therapeutin da einfach ums Geld geht, also wenn schon Patient, dann so viel rausholen wie es geht. Andererseits hat sie ja bei der Wartezeit genug Patienten, also wird das kaum der Fall sein.


Dann hätte sie dir 4 Stunden die Woche aufgeschwatzt, von denen du eine selbst zahlen musst. Haben bei mir einige versucht. Ist wohl eigentlich auch nicht legal, mit solchen Bedingungen zu kommen, wie ich mittlerweile weiß, aber das wusste ich damals leider noch nicht.

Zitat:

Es ist einfach völliges Unverständnis meinerseits angesichts dieses Aufwandes, der betrieben wird, nur, weil ich ein paar Schwierigkeiten habe. Da würden imho auch 2 Stunden die Woche reichen.


Vielleicht kannst du mehr Verständnis entwickeln, wenn du dir die verschiedenen Therapieformen mal genauer anguckst?

Zitat:

Was für Leute müssen denn unbedingt mit drei Wochenstunden therapiert werden? Und kann man eine Therapie einfach abbrechen?


1. Die, die eine klassische Analyse machen. Very Happy
2. Ja, natürlich. Besonders, wenn du dabei dann noch die Therapieform wechselst. Es ist allerdings immer sinnvoll, nicht einfach so aufzuhören, sondern ein Abschlussgespräch zu führen. zwinkernd..

_________________
Irgendwie wird das alles schon funktionieren...
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Dunkleseide
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BeitragVerfasst am: So, 11.Nov.07, 16:35    Titel: Re: Therapie - Zeitplanung und Stress Antworten mit ZitatNach oben

Hallo Anterrabae,

Dein Thema kann ich sehr gut verstehen, denn ich gehe sogar 4mal die Woche zur Analyse.

Nun ja, die erste Regel ist immer: besprich es innerhalb der Stunde, denn alle Deine Gedanken und Dein Hin und Her damit sind wichtig.

Aber der leichte Ärger darüber, den habe ich jetzt, nach 11 Monaten Hochfrequenz-Analyse immer noch manchmal. Ich bin alleinerziehend mit sechsjährigem Schulkind, arbeite Teilzeit und "schleiche" mit also an vier von fünf Arbeitstagen aus dem Haus. Zum Glück ist die Praxis nur 15 min entfernt und zum Glück liegt die "Stunde" an zwei Tagen wenigstens vor oder nach der Arbeitszeit.

Aber: Es ist auch schon vorgekommen, dass am selben Morgen ein Meeting angesetzt wurde und dann stand ich da. Und genau wie Du, das Ausfallhonorar schmerzt mich gewaltig (bei mir sinds 70 Euro!!)

Und worin ich meinen Analytiker auch wiedererkannt habe: Wenn man dann was absagt, (aus meist sehr nachvollziehbaren Gründen wie Dienstreisen, Kindergeburtstagen usw.) wirkt er leicht gekränkt, beleidigt oder irgendwie so.

Aber weißt du, was mich immer wieder auf die Nicht-Groll-Seite holt: Dass ich nun in dieser Analyse schon so intensive Zeiten erlebt habe, ich denen ich sooooooooooooooo froh war, ihn beinahe jeden Tag zu sehen und das Gespräch fortsetzen zu können, dass ich einfach weiß, was es bedeutet, eine so intensive Analyse zu machen.

Und in diese Zeiten wirst Du auch kommen. Und dann hast du auch die Kraft, das Geld und die Zeit zu verschmerzen und dann freust Du dich auf jede einzelne Stunde. Und bist am Ende froh, die Arbeit pünktlich verlassen zu können, weil Deine Gedanken sowieso schon bei der Stunde sind. Das heißt übrigens nicht, dass ich mich gar nicht mehr auf meine Arbeit konzentrieren könnte, aber es gibt auch weniger intensive Zeiten.

Was auch wichtig ist: bei einer hochfrequenten Analyse bereiten sich ja auch die Analytiker umfassend auf jede Stunde vor. Und wenn die Beziehung intensiv wird, ist es auch für die nicht gut, wenn eine ausfällt.
Deren Arbeit, in die sie ja auch viel investieren, kann nur umso besser werden, je intensiver der Kontakt zum Patient ist. Und das scheint für DIch auch das Richtige zu sein, sonst hättest Du damit ja auch nicht begonnen, oder?

Also, habe Geduld. Deine Therapie ist eine große Chance. Und dafür müssen eine Weile andere Dinge des Lebens zurücktreten. Die Gewichtung musst Du selbst mittragen, wenn Du Dir selbst wichtig bist.

Liebe Grüße von D.
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münchnerkindl
[nicht mehr wegzudenken]
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Beiträge: 1046
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BeitragVerfasst am: So, 11.Nov.07, 16:38    Titel: Re: Therapie - Zeitplanung und Stress Antworten mit ZitatNach oben

ach und noch was, ich glaube nicht daß es so ganz legal ist daß Azubis endlos Überstunden schieben müssen Confused Billige Arbeitskraft, was?

Würde mich da mal mit der zuständigen Innung, oder wie sonst die Ausbildungsleitung in Deinem Beruf heisst kurzschliessen... inwieweit Du Dir das überhaupt gefallen lassen musst.. Die Gewerkschaft könnte da evtl auch Auskunft geben.

Ansonste, mich würde 3 Stunden die Woche auch abnerven. Da kann ich ja gleich bei dem Therapeuten einziehen...
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Helferlein
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