Dec 18

Dies ist ein “Sammeleintrag” ähnlich meinen Blog-Einträgen zu den Themen “Partnersuche“, “Suizid” oder “Autismus“, in denen ich Forschungsergebnisse zum persönlichen, gesellschaftlichen oder sozialversicherungsmäßigen Gewinn durch Psychotherapie sammle. Falls Ihnen einschlägige Studien bekannt sind, die hier noch nicht gelistet sind, füge ich sie nach einer kurzen E-Mail gerne hinzu.

  • 1 Euro für Therapie = 4 Euro “Gewinn”: jeder Euro, der in die Behandlung von Depression und Angststörungen fließt, stehen 4 Euro “Gewinn” durch die Aufrechterhaltung der Erwerbsfähigkeit und Vermeidung von Folgekosten (von Arbeitsplatzverlust über physiologische Erkrankungen, Gewalt, Drogenmißbrauch etc.) gegenüber. In der Lancet-Studie (04/2016) wurden unter “Therapie” alle Maßnahmen von ausschließlich medikamentöser Behandlung über psychosoziale Maßnahmen bis Psychotherapie zusammengefaßt.
  • Frühe Psychotherapie wirkt im “Journal of Clinical Child & Adolescent Psychology” publizierten Studien zufolge besser als Medikamente für Kinder, die an ADHS leiden (Details, Studie 1, Studie 2).

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Dec 17

Hyperhidrose kann eine schwere Belastung für die Betroffenen darstellen (Bild: schweissdruesen.in)

Nach einer Studie in der Dezember-Ausgabe des Journal of the American Academy of Dermatology ist Hyperhidrosis bzw. Hyperhidrose (HH), also das verstärkte Schwitzen, mit einer erhöhten Prävalenz von Angst und Depression verbunden.

Wirklich wahr! Nun, diese Erkenntnis bestätigt etwas, das in der Psychotherapie der diesbezüglichen Störung schon seit jeher die gängige Arbeitshypothese darstellt: das Schwitzen der Hyperhydrose-Betroffenen ist in aller Regel ein Zeichen chronischer (nicht immer bewußter) Stress-Spannung. Angst und psychische Spannung aber erzeugen über das sympathische (im Gegensatz zum parasympathischen) System eine erhöhte Produktion der Schweißdrüsen. Die Hyperhidrose-Betroffenen leiden im Alltag oder spezifischen (z.B. sozialen) Situationen also unter erhöhten Angst- und Stressgefühlen, häufig leiden die Betroffenen darüber hinaus auch an einer depressiven Symptomatik.

In der Studie untersuchten Dr. R. Bahar von der Universität von British Columbia in Vancouver, Canada, und Kollegen die Prävalenz von Angst und Depression bei Patienten mit oder ohne Hyperhidrose. Insgesamt wurden 2.017 Dermatologie-Patienten mit standardisierten psychologischen Testfragebögen auf Depression und Angst hin getestet.

Das Vorkommen von Angst wurde bei 21.3% und Depressionen bei 27.2% der Hyperhidrose-Patienten vorgefunden, verglichen mit 7.5% und 9.7% bei Patienten ohne Hyperhidrose (beide p<0,001). Positive Korrelationen wurden für Hyperhydrose-Intensität und Angst- und Depressions-Vorkommen gefunden. In der multivarianten Analyse war die Hyperhidrose-assoziierte Zunahme des Vorkommens von Angstsymptomen und Depression unabhängig von demographischen Faktoren und bereits vorhandenen Hauterkrankungen.

“Sowohl einzelvariante als auch multivariable Analysen zeigten eine signifikante Assoziation zwischen Hyperhidrose und dem Vorliegen von Angst- und Depressionssymptomen je nach Intensität der Hyperhidrose-Symptomatik”, schreiben die Autoren.

Quelle: Prevalence of anxiety and depression in patients with or without hyperhidrosis (HH) in: Journal of the American Academy of Dermatology , Volume 75 , Issue 6 , 1126 – 1130

 

 

 

 

 

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Dec 16
Reizmagen- und Reizdarm-Syndrom können das Leben zur Qual machen (Bildquelle: findhomeremedies.com)

Reizmagen- und Reizdarm-Syndrom können das Leben zur Qual machen (Bildquelle: findhomeremedies.com)

Weltweit leiden etwa 1 von 10 Erwachsenen unter der häufig schmerzhaften und schwächenden Erkrankung namens Reizdarmsyndrom (engl.: irritable bowel syndrome / IBS), eine Erkrankung, welche nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Gesundheitskassen enorm belastet: in den USA schätzungsweise mit 1 Mrd. US-Dollar pro Jahr.

Eine Meta-Analyse, welche im Dezember 2015 in der Zeitschrift Clinical Gastroenterology and Hepatology veröffentlicht wurde, hat nun festgestellt, dass die positiven Auswirkungen von Psychotherapie langanhaltend sind (in der Analyse der Ergebnisse von insgesamt 41 klinischen Studien aus einer Reihe von verschiedenen Ländern mit mehr als 2.200 Patienten konnte hierbei ein Zeitraum von bis zu 12 Monaten geprüft werden). Schon frühere Studien stellten fest, dass Psychotherapie mindestens genauso wirksam wie Medikamente bei der Verringerung der Symptomatik dieser gastrointestinalen Störung ist.

“Unsere Studie ist die erste, die langfristige Auswirkungen betrachtet hat”, sagte einer der Autoren, Lynn S. Walker, Professor für Pädiatrie am Vanderbilt University Medical Center. “Wir haben festgestellt, dass der moderate Nutzen, den Psychotherapie kurzfristig vermittelt, langfristig anhält.” Dies ist von Bedeutung, da das Reizdarmsyndrom eine chronische, intermittierende Erkrankung ist, für die es keine gute medizinische Behandlung gibt.
Sie ist durch chronische Bauchschmerzen, Unwohlsein, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung gekennzeichnet und als Störung der “Gehirn-Darm-Achse” klassifiziert. Für sie ist heute keine medizinische Heilung verfügbar, es gibt jedoch Behandlungen zur Linderung der Symptome wie diätetische Anpassungen, Medikamente und psychotherapeutische Interventionen.

“Westliche Medizin betrachtet den Geist als getrennt vom Körper, das Reizdarmsyndrom ist jedoch ein perfektes Beispiel dafür, wie die beiden miteinander verbunden sind”, sagte einer der Mitautoren K. Laird. “Denn Magen-Darm-Symptome können über Stress und Angst die Intensität der Symptome erhöhen: dies ist ein Teufelskreis, den psychotherapeutische Behandlung zu durchbrechen unterstützen kann.

In einer separaten Studie untersuchten die Psychologen der Vanderbilt University verschiedene psychotherapeutische Methoden hinsichtlich ihrer Verbesserung der Fähigkeit der Reizdarmsyndrom-Patienten, an täglichen Aktivitäten teilzunehmen. Sie fanden zum einen, dass Psychotherapie bessere Erfolge zeitigte als andere Verfahren. Als besonders effektiv erwiesen sich hierbei konfrontative Verfahren (wie sie z.B. in der Verhaltenstherapie und der Systemischen Psychotherapie bzw. Kurzzeittherapie eingesetzt werden), bei denen die Betroffenen mit unangenehmen Situationen konfrontiert bzw. diesen ausgesetzt werden. Schließlich sollen bei fortschreitendem therapeutischem Behandlungserfolg auch wieder lange Autofahrten, das Essen in Restaurants und Besuche von Orten, an denen nicht jederzeit Toiletten verfügbar sind, möglich sein.

“Die Bewertung der täglichen Funktion ist wichtig, weil sie zwischen jemandem unterscheidet, der körperliche Symptome erlebt, sich aber voll und ganz für Arbeit, Schule und soziale Aktivitäten engagieren kann – und jemand, der das nicht kann”, sagte K. Laird, die Hauptautorin der Studie “Comparative efficacy of psychological therapies for improving mental health and daily functioning in irritable bowel syndrome”, welche im November 2016 veröffentlicht wurde.

Quellen: [1, 2]

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Dec 07
Photo: US Customs/Getty

Photo: US Customs/Getty

Die Nahrungs- und Arzneimittel-Behörde FDA in den USA könnte bis zum Jahr 2021 die chemische Substanz MDMA als Arzneimittel zur Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen legalisieren, wenn der Nachweis positiver Wirkungen unter kontrollierter Dosierung in Kombination mit Psychotherapie gelingt.

Die FDA hat damit grünes Licht für die sog. “Phase 3” der Versuche mit MDMA gegeben, die abschließende Phase der Validierung, die erforderlich ist, um der Partydroge den Status einer im staatlichen Gesundheitssystem anerkannten Arzneimittels zu verleihen.

Die Behandlung beinhaltet die insgesamt 3-malige Verabreichung der Droge (1x pro Monat) ergänzt durch wöchentliche Psychotherapie-Sitzungen. Frühere Studien rund um die Substanz, welche derzeit von der DEA (Drug Enforcement Administration) gemeinsam mit Heroin und LSD in der Drogenkategorie 1 enthalten ist, zeigten ermutigende Ergebnisse für Patienten mit hartnäckigen Formen posttraumatischer Belastungsstörungen (PTBS). “Wir haben signifikante Hinweise darauf, dass sich MDMA in der unterstützenden Behandlung von PTSD als wirksam erweist,” sagte Brad Burge von der Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies (MAPS), einer gemeinnützigen Organisation in Santa Cruz, Kalifornien, die sich bemüht, MDMA medikamenten-Status zu verleihen: “Dass die FDA nun die Einleitung der Phase 3 bewilligte, ist ein starker Hinweis darauf, dass die Behörde dies genauso sieht”.

Etwa 50% der in “Phase 3” eingereichten Medikamente versagen. Passiert dies mit MDMA bei der Verwendung in der Therapie von PTBS-Patienten jedoch nicht, könnte die Substanz bereits im Jahre 2021 zur Verwendung eingereicht werden. Das Medikament wäre dann nicht auf Verschreibung für die Patienten zu Hause (ähnlich wie Marihuana in vielen US-Bundesstaaten) verfügbar, sondern gemäß dem Design der Studien würde es von ausgebildeten Psychotherapeuten in lizenzierten Zentren verwaltet und verabreicht werden. “Die Menschen kommen in eine Klinik, erhalten eine MDMA-Pille vom Arzt und nehmen sie sofort für ihre Therapiesitzung. Sie nehmen die Pille nicht nach Hause”, so Burge.

MDMA ist per se nicht mit der Partydroge Ecstasy oder “Molly” vergleichbar. “Weniger als die Hälfte der auf der Straße erhältlichen Ecstasy- oder Molly-Pillen enthält überhaupt MDMA, sondern in der Regel schädliche Ersatzstoffe”, erklärt Burge. Das bedeute aber im Umkehrschluß nicht, dass MDMA ungefährlich sei. Die Droge kann unter bestimmten Bedingungen zu Überhitzungssymptomen und Organversagen führen. Die MDMA-Pillen, die Patienten während der Versuche verabreicht werden, haben pharmazeutische Qualität mit einer festgelegten Dosis des Wirkstoffs und werden für die Versuchsreihe in Nordengland hergestellt.

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Apr 15

Störungen aus dem Autismus-Spektrum werden in ihrer Komplexität bis heute nur unzureichend verstanden.

Dies ist ein “Sammeleintrag” ähnlich meinen Blog-Einträgen zu den Themen “Partnersuche” oder “Suizid“, in dem ich Forschungsergebnisse zum Autismus-Spektrum (davon insbesondere auch dem Asperger-Syndrom) zusammentrage. Falls Ihnen einschlägige Studien bekannt sind, die hier noch nicht gelistet sind, füge ich sie nach einer kurzen E-Mail gerne hinzu.

ASD (Autism Spectrum Disorder) ist der Name für eine bestimmte Gruppe von Verhaltens- und Entwicklungsstörungen, die das Sozialverhalten und die Kommunikation der Betroffenen beeinflussen. Sie werden durch seltene genetische Varianten verursacht, die beeinflussen, wie das Gehirn wächst und sich entwickelt. Gerade im psychotherapeutischen Bereich stigmatisiert man Menschen heute nur mehr ungern verallgemeinernd als “Autisten”, sondern verortet sie eher in ihrer individuellen Ausprägung auf dem gesamten, breit gelagerten Spektrum dieser Störungssymptomatik.

Zur Einleitung möchte ich einige häufige Grundannahmen sowie den tatsächlichen therapeutischen Wissensstand zum Thema Autismus anführen. Sie basieren auf einem Interview mit Dr. Peter Szatmari, einem der führenden Autismus-Forscher in Kanada.

MYTHOS: “Es gibt immer mehr Autisten.”

FAKT: Die Prävalenz von Menschen, die mit Störungen aus dem Autismus-Spektrum diagnostiziert wurden, nahm seit Mitte der 1980er-Jahre etwa um das Zehnfache zu – vermutlich jedoch vor allem deshalb, weil sich seither die diagnostischen Kriterien veränderten, und auch ein stärkeres Wissen im medizinischen und therapeutischen Bereich über die Erscheinungsformen von Autismus-Störungen in unterschiedlichen Altersstufen existiert. Es gibt keine Hinweise auf Umweltfaktoren, die für den Anstieg der Häufigkeit verantwortlich sein könnten (siehe auch: http://www.heise.de/tp/news/USA-Starker-Anstieg-von-Autismus-bei-Kindern-2006864.html )

MYTHOS: “Impfungen verursachen Autismus.”

FAKT: Es gilt heute als absolut gesichert, dass Autismus nicht durch Impfstoffe verursacht wird. Die erste und bislang einzige “wissenschaftliche” Studie, die zu diesem Thema veröffentlicht wurde, wurde widerlegt. Die darin getroffene Behauptung wurde als betrügerisch erkannt und wird z.T. juristisch verfolgt. In einigen Regionen wurden dennoch jene Wirkstoffe, die angeblich Autismus hätten verursachen sollen, aus den Impfstoffen entfernt, was aber die Zahlen der Autismus-Diagnosen nicht beeinflußte.
Einen PT-Blog-Eintrag zu diesem Thema finden Sie auch hier: https://www.psychotherapiepraxis.at/pt-blog/autismus-impfschaeden/ .

MYTHOS: “Erziehungsfehler sind der Grund für Störungen aus dem Autismus-Spektrum.”

FAKT: Dieser Mythos stammt aus qualitativ sehr schlechten Forschungsansätzen der 1950er-Jahre (z.B. Bruno Bettelheim), wurde aber bereits in den 1960er-Jahren weitgehend widerlegt. Es gibt absolut keinen Beweis dafür, dass schlechte Erziehung oder schlechte Eltern-Kind-Beziehungen Autismus verursachen. ASD wird durch genetische Faktoren verursacht, möglicherweise mit Umweltfaktoren in utero kombiniert.

MYTHOS: “Nur Jungen können Autismus haben.”

FAKT: Das Geschlechterverhältnis bei dieser Art von Störung ist in etwa 4 Jungen zu 1 Mädchen. Mädchen können ebenso wie Jungen an ASD erkranken, sind aber häufig stärker betroffen als diese. Das könnte an der teils unterschiedlichen Symptomatik liegen, welche die korrekte Diagnose häufig verzögert. Wegen dieser Schwankungen sollten die diagnostischen Kriterien für Mädchen angepasst werden.

MYTHOS: “ASD kann mit einer Diät oder andere alternativen Behandlungen geheilt werden.”

FAKT: Ob Autismus “geheilt” werden kann oder nicht, ist umstritten – es gilt jedoch als gesichert, dass Kinder mit ASD bessere Fortschritte erzielen können, wenn sie z.B. früher und intensiver Förderungsmaßnahmen erfahren.

MYTHOS: “Menschen mit ASD haben verkümmerte Gefühle und knüpfen nicht gerne Kontakte.”

FAKT: Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen fühlen sehr wohl Emotionen und möchten auch Kontakte knüpfen, aber ihre Kommunikation und der Ausdruck ihrer Gefühle ist untypisch und wird in seiner Art von anderen häufig als schwierig empfunden. Auch ist der Kontaktwunsch häufig nicht so intensiv wie bei regulär entwickelten Kindern und Erwachsenen.

MYTHOS: “Autismus verleiht den Betroffenen spezielle Fähigkeiten oder macht sie genial.”

FAKT: Diese Vorstellung stammt aus älteren Forschungen, die suggerierten, daß viele Autismus-Betroffene trotz stark reduzierten Sprachausdrucks oder kognitiver Behinderungen ein fantastisches Gedächtnis oder z.B. ein überdurchschnittliches Zeichen- oder Rechentalent hätten. Für eine kleine Minderheit von Autismus-Spektrum-Störung-Betroffenen stimmt das, aber wäre treffender, diese Fähigkeiten als starke Teilleistungsstärken zu sehen, statt sie als “Genialität” zu bezeichnen. Die Definition eines Genies erfordert einen IQ von über 120, der bei Autismus-Betroffenen leider weitaus weniger wahrscheinlich ist als in der Durchschnittsbevölkerung.

MYTHOS: “Autistische Kinder sollten in speziellen Programmen gezielt gefördert werden.”

FAKT: Kinder mit ASD profitieren von Interaktionen mit alterstypisch entwickelten Kindern, weil dies ihre sozialen und kommunikativen Fähigkeiten verbessert und ihre eigenen wiederholenden Spielmuster reduziert. Die Behandlungsempfehlung ist heute, Kinder nach Möglichkeit im Bildungs-Mainstream zu halten und sie nur unter außergewöhnlichen Umständen und für kurze Zeiträume aus diesen herauszuziehen. Kinder mit Autismus-Störungen benötigen allerdings besondere Bildungspläne, die ihre Behinderung berücksichtigen.

MYTHOS: “Man sollte versuchen, wiederholende Verhaltensmuster autistischer Kinder zu stoppen.”

FAKT: Wichtig ist es, die Funktion dieser Verhaltensmuster zu verstehen. Diese kann z.B. im Überwinden von Langeweile bestehen, aber auch Stress oder ein Spielbedürfnis ausdrücken. Ziel der Behandlung ist in diesem Bereich, das sich wiederholende Verhalten in Richtung eines mehr entwicklungsförderlichen und typischen Spiels zu ändern. Es geht also um die Veränderung der Ursachen der Verhaltensmuster statt darum, lediglich das gezeigte Verhalten zu verändern.

MYTHOS: “Kinder mit Autismus können nicht selbständige Erwachsene werden.”

FAKT: Die Bandbreite der Entwicklungsmöglichkeiten für Kinder mit Asperger-Syndrom ist enorm. Viele Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen können als Erwachsene unabhängig leben, arbeiten, enge Freundschaften entwickeln, auch romantische Beziehungen. Es ist zwar wahrscheinlich, dass die meisten Erwachsenen mit derartigen Störungen immer irgendeine Art von Unterstützung benötigen, doch kann dies oft in größeren Abständen erfolgen (z.B. regelmäßige Psychotherapie in ambulantem Rahmen). Viele Autisten dagegen benötigen spezielle Vollzeitbetreuung, aber auch hier gibt es die gesamte Bandbreite vom klinischen Kontext bis zu Services, wie sie in jeder größeren Stadt zur Verfügung stehen (z.B. betreutes Wohnen, Integrations-Arbeitsplätze etc.).

Noch einige weitere Fakten zum Thema Autismus:

Quellen: Debunking Autism Myths, 11/2015
Image sources: sciencebasedmedicine.org (brain)

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Jan 16
Hellinger bei Aufstellung

Hellinger bei Aufstellung*

Zufällig bin ich kürzlich auf Videos gestoßen, die Sequenzen aus einem sog. “Aufstellungs-Seminar” von Bert Hellinger und seiner Frau zeigen, das diese in Russland durchführten (soweit mir bekannt, im Jahre 2009). Im folgenden Abschnitt arbeitet Frau Hellinger mit einer Mutter und ihrer Tochter:

Was man hier sieht, entspricht allerdings in keiner Weise dem heute üblichen (psycho-)therapeutischen Handeln. Selbst in direktiven und provokativen Therapieansätzen respektieren Psychotherapeuten die Grenzen ihrer KlientInnen und versuchen einfühlend herauszuhören, was diese benötigen! Sie passen ihr eigenes Handeln wie auch die Methodik ihres Vorgehens den Bedürfnissen jener Menschen an, die in aller Regel seelisch verletzt sind und eine sichere Atmosphäre benötigen. Was hier passiert, ist aber, wie unschwer zu erkennen ist, wiederholt und z.T. massiv grenzüberschreitend – und man fragt sich unweigerlich, wofür das, das Hellinger insistierend von den Frauen fordert, denn eigentlich genau gut sein soll. Es ist schmerzvoll, mitanzusehen, wie sich beide innerlich winden, und was danach kommt und dann von Herrn und Frau Hellinger zu hören ist, macht mich regelrecht fassungslos.
Die rigoros eingeforderte Unterwerfung einer (von Hellinger axiomatisch vorgegebenen) Hierarchie gegenüber wird dann noch weiter auf die Spitze getrieben, als er nicht einmal während der Nachbesprechung duldet, dass in der angespannten Atmosphäre eine Frau mit ihrer Sitznachbarin zu tuscheln beginnt – statt vielleicht zu fragen, ob sie eine Frage oder etwas beizutragen hat, verweist er sie sogleich des Raumes und subsumiert danach lächelnd: “Jetzt sieht sie, wer hier der Große ist.”
In der systemischen Therapie sagen wir ja sogar: “Der Klient ist der ‘Chef’!” Wir unterstellen also, daß unsere KlientInnen in aller Regel sehr gut spüren, wo ihre Grenzen liegen, es braucht also kein “Pushen” des Therapeuten, um Verbesserungen zu erzielen. Somit ist es doppelt schwer auszuhalten, dass Hellinger’s “Familienstellen” dennoch häufig mit “Systemischen Strukturaufstellungen” verwechselt wird. Dieser Blog-Beitrag soll mit bei der Aufklärung darüber helfen, dass trotz der ähnlich klingenden Begriffe beide Ansätze keineswegs dasselbe “beinhalten”.

Der zweite Ausschnitt schlägt in eine Kerbe, die leider ebenfalls zu Hellinger und seinem Weltbild gehört: jene, die Mitgefühl mit den Opfern von Auschwitz und Wut den Tätern gegenüber empfinden, selbst als Täter, und Auschwitz als “göttlichen Ort, heiligen Platz” zu bezeichnen, dürfte sich für die meisten jener, die während des 2. Weltkriegs Familienmitglieder verloren haben, wohl wie ein Schlag ins Gesicht anfühlen. Terror, Genozid und andere grausame Verbrechen, die Menschen einander antun, sind also von einer sog. “höheren Ebene” aus betrachtet gerechtfertigt, da sie Frieden und Entwicklung zur Folge haben? Friede und Entwicklung folgen vielleicht einige Jahrzehnte oder Jahrhunderte nach Kriegen, vielleicht kann eine gewisse Form von “Reifung” Gewalttaten folgen – aber stehen sie deshalb auch in kausalem Zusammenhang? Warum sollte man sich überhaupt mit Verhandlungen oder sonstigen Anstrengungen, Lösungen und Verbesserungen auf konstruktive Art zu erreichen aufhalten, wenn man damit die eigentliche Lösung, nämlich “Frieden durch Krieg” (und zahllose Tote und Verletzte) ja nur aufhielte? Selbst wenn man einen rein entwicklungshistorischen Standpunkt einnimmt, sind diese Äußerungen Hellingers (die immerhin die Grundlage seines Tuns mitdefinieren) in all ihren Konsequenzen an Kälte wohl nur schwer zu untertreffen – haben aber nichts mit einer am Menschen, seiner Gesundheit und einer auch an einem gesunden sozialen Miteinander orientierten Psychotherapie zu tun. Diese nämlich ist häufig genug mit den Folgen von Kriegen und Gewalt (und sei es “nur” psychischer Gewalt) konfrontiert und dann in aller Regel bemüht, die betroffenen Menschen dort in ihrem Schmerz und ihren erlittenen Verletzungen abzuholen, wo sie sind und eine neue Perspektive zu entwickeln – statt ihnen zu suggerieren, es hätte wohl so sein müssen, und die “Rangordnungen” wären nun einmal ebenso wie die damit verbundenen Folgen “anzunehmen”.

Ich hatte von Bert Hellinger schon seit längerer Zeit nichts mehr gehört, und war doch ein wenig erstaunt, daß er nun auch in anderen Ländern aktiv ist – zu alldem auch in einem davon, in dem Obrigkeitshörigkeit in weiten Teilen der Bevölkerung auch heute noch tief verwurzelt ist. Ich bezweifle, dass seine in diesem Seminar getätigten Aussagen im heutigen Deutschland protestlos hingenommen worden wären. Selbst mußte ich den Abspielvorgang öfters unterbrechen, weil mir beim Zusehen das Herz weh tat und ich erst mal wieder meine Gedanken sortieren mußte. Lange habe ich überlegt, ob ich diesen Videos hier überhaupt eine “Plattform” geben oder sie nicht nur im KollegInnenkreis teilen sollte, aber immerhin dienen weite Teile meiner Website der Aufklärung und dem Bemühen, die konstruktiven und hilfreichen Aspekte humanistisch orientierter und professionell ausgeübter Psychotherapie zu vermitteln. Ein Beispiel für etwas zu bringen, das therapeutischen Anspruch zwar erhebt, dabei aber Menschen verletzt (ja z.T. retraumatisieren kann) und von oben herab belehrt statt “mit den Menschen” zu gehen und ihnen zuzuhören, kann im Sinne eines Kontrasts hoffentlich ebenfalls Orientierungshilfe bieten.

Zuletzt möchte ich gerade angesichts des von Hellinger für seine Methode verwendeten Begriffs der “Aufstellungen” darauf hinweisen, daß Systemaufstellungen – professionell durchgeführt und begleitet – auch völlig ohne direktive Eingriffe und “Belehrungen” a’la Hellinger – starke und positive Wirkungen haben können. Sie sind methodisch eine Weiterentwicklung der sog. Skulpturarbeit, und wurden auch ihrerseits bis heute stetig weiterentwickelt. Nicht nur in Bezug auf Einzelpersonen, Familien und Gruppen werden sie bewährt eingesetzt, sondern auch in Firmen, sozialen Einrichtungen, im Rahmen von Supervision, Coaching und Beratung sowie im Zuge der Einzeltherapie (z.B. mittels des sog. “Familienbretts”) sind sie anwendbar. Einen Überblick können Sie sich in meinem einschlägigen Info-Artikel (siehe untenstehender Link) verschaffen. Um nicht nur zu vermitteln, wie es nicht ablaufen sollte, finden Sie hier eine Vorstellung an verfügbaren, fachlich anerkannten und in ihrer Wirksamkeit nahezu durchwegs gut beforschten Therapiemethoden.

Weiterführende Informationen:

Bild: martinbuchholz.com

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Jan 05

Was ist der Unterschied zwischen dem Störungsbild der Depression und “schlechter Stimmung” bzw. “Traurigkeit”? Diese häufig gestellte Frage ist mitunter schwierig zu beantworten, und tatsächlich kann es alles andere als einfach sein, zu unterscheiden, ob es sich bei verschiedenen Zeichen von Niedergeschlagenheit oder etwa auch körperlichen Symptomen nicht tatsächlich im Grunde um eine Depression handeln könnte.

Um diesbezüglich etwas Licht ins Dunkel zu bringen (vielleicht sogar in metaphorischem Sinne), möchte ich Sie einladen, den auf meiner Website verfügbaren Online-Test auf Depression durchzuführen, oder sehen Sie sich das untenstehende kurze Video mit ersten Informationen zu dieser Thematik an. Gerne können Sie weiter unten auch Ihre Erfahrungen und Beobachtungen anbringen – vielleicht können diese anderen weiterhelfen, die sich selbst ähnliche Fragen stellen.

Hier bei dieser Gelegenheit noch ein schöner Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Depression und verfügbaren Therapie-Ansätzen:

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Oct 24

Arno Gruen (Foto: SRF, 2015)

Ein großer Versteher der menschlichen Psyche ist von uns gegangen – der Psychoanalytiker und Psychologe Arno Gruen (*1923 in Berlin) ist am 20.10.2015 in Zürich verstorben. Im Alter von 13 Jahren emigrierte Gruen’s jüdische Familie in die USA, wo er später Psychologie studierte und ab 1954 die psychologische Abteilung der ersten therapeutischen Kinderklinik in Harlem leitete. 1958 eröffnete er eine psychoanalytische Praxis in New York und promovierte beim Freud-Schüler Theodor Reik. Später folgten Professuren in Neurologie und Psychologie. Seit 1979 lebte und praktizierte Arno Gruen wieder in der Schweiz, unterhielt aber nach wie vor viele Verbindungen in die USA.

Unter dem Eindruck der Geschehnisse in den Konzentrationslagern und der Dynamiken des Faschismus entwickelte Gruen ein tiefes Verständnis für die Funktionsmechanismen von Autorität, Gewalt, Fremdenhass, menschlicher Destruktivität und Angst, widmete sich aber auch aktuellen gesellschaftspolitischen Themen wie etwa dem islamistischen Terrorismus. Er verfaßte in ihrer Tiefe außergewöhnliche Werke, die einen neuen Blick besonders auf die geknechtete menschliche Psyche, die sich häufig unter einer gefühlskalten oder aalglatten Erscheinung verbirgt, eröffnet hat. Mit Gruen geht ein ganz feiner, unaufdringlicher Beobachter der menschlichen Psyche verloren, der mich als praktizierender Therapeut in meinem Tun und meinem eigenen Verständnis der Triebkräfte des Menschseins, der Empathie, den Abgründen der Gewalt und des Extremismus stark beeinflußt hat. Ich hatte vor einigen Jahren brieflichen Kontakt mit Gruen, in dem mich seine Bescheidenheit und sein Bemühen, “da zu sein” und auch da wieder seine Beobachtungsgabe und Einsichtsfähigkeit beeindruckte. Er war kein “Belehrer”, der sich im Glanz der Öffentlichkeit und der Medien sonnte, sondern ein leiser Nachdenker und einfühlsamer Zuhörer, dessen Intensität und Tiefe sich oft erst in dem, was seine Sprache transportierte, erschloß.

Das vorerst letzte Buch “Wider die kalte Vernunft”, einer Kritik der abstrakten Rationalisierung, wird voraussichtlich in wenigen Monaten erscheinen.

Interviews und empfehlenswerte Literatur:

Interview mit Arno Gruen in “Sternstunde Kultur”, 06/2015

 

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Oct 20

Ein gefundenes Fressen für die Medien war die kürzliche Freigabe von Flibanserin (vertrieben als “Addyi”) in den USA, ein neu entwickeltes Medikament, das die Lust von Frauen auf Sex steigern soll. Im Unterschied zu Viagra wirkt Flibanserin allerdings weniger auf körperlicher, sondern vielmehr auf neurologischer Ebene: eigentlich handelt es sich bei dem Medikament um ein Antidepressivum, das den Serotonin-Spiegel (welcher lusthemmend wirkt) absenkt, und die Konzentration der Glückshormone Dopamin und Noradrenalin anhebt (was sich libidosteigernd auswirken kann). Insofern ist auch der ‘modus operandi’ der Einnahme wie bei AD’s: die Pille muß täglich eingenommen werden, egal, ob Sex geplant ist oder nicht. Und frau muß mit Nebenwirkungen rechnen, wie sie auch bei der Einnahme von Antidepressiva auftreten können, etwa Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Schläfrigkeit, Angstsymptomen. Gefährlich soll die Einnahme gar in Verbindung mit Alkoholkonsum sein – was gerade bei einem solchen Arzneimittel einigermaßen ironisch anmutet.

Zugelassen wurde das Mittel für Frauen vor der Menopause, welche an einem Mangel an sexuellem Verlangen leiden. Hiefür wurden, wohl aus Marketing-Gründen, sogar zwei neue Krankheitsbegriffe geschaffen: “Hypoactive Sexual Desire Disorder” (HSDD) und “Female Sexual Dysfunction” (FSD) und prompt Studien präsentiert, denen zufolge bis zu 25% der Frauen an dieser “Störung” leiden sollen. All dies, obwohl ja Libidomangel bereits sowohl im Diagnoseverzeichnis ICD-10 als auch dem DSM definiert ist. Laut der zulassenden FDA soll das Medikament nur verschrieben werden, wenn der Lustmangel nicht durch die aktuellen Lebensumstände bedingt ist, also z.B. durch Schwangerschaft, Stillphase, Krankheiten, Medikamenteneinnahme oder Probleme in der Partnerschaft. Man braucht jedoch kein großer Skeptiker zu sein, um zu bezweifeln, dass besonders in der USA die wenigsten Ärzte zögern werden, ihren Patientinnen Antidepressiva dieser speziellen Art zu verschreiben.

Die konkrete Wirkung des Medikaments ist fragwürdig: im Vergleich mit Placebos hatten Frauen, die Flibanserin/Addyi einnahmen, gerade einmal 1/2-1x häufiger Sex.

Insofern wirft die Freigabe des Arzneimittels unweigerlich Fragen auf: muß denn in einer funktionierenden Partnerschaft tatsächlich ein Partner Medikamente einnehmen, nur weil beide unterschiedlich oft Lust verspüren? Und wenn es denn schon sein muß, warum gerade mit einem Medikament behandeln, das offenbar nicht nur kaum wirkt, sondern auch die bescheidene Wirksamkeit mit dem Risiko signifikanter Nebenwirkungen erkauft?

Tatsächlich wies nun eine neue an der MedUni Wien durchgeführte Studie nach, dass Placebos sich als zumindest ebenso wirksam für die sexuelle Libido der Frau erweisen wie beide aktuell verfügbaren “Behandlungsmethoden” mittels Flibanserin oder Oxytocin. Die Studienleiterin, M. Bayerle-Edereine, erklärt sich dies mit der intensiveren und offeneren Kommunikation der Paare als Begleiterscheinung der Studie, und sagt zudem: “Sexuelle Probleme sind häufiger durch laufenden Stress verursacht als durch Mängel im weiblichen Hormonhaushalt.” Auch wenn das eine das andere nicht ausschließt, und auch hormonelle Störungen durchaus streßbedingt sein können, kann ich aus der Arbeit mit Paaren dennoch bestätigen, dass das Grundelement erfolgreicher Sexualtherapie zunächst in der Beseitigung der Hürden zu einer erfüllenden Sexualität besteht. Insofern sind zunächst einmal mögliche Ursachen zu erkunden und zu behandeln, statt gleich zu den erstbesten Medikamenten zu greifen, die versprechen, die Probleme auf “technische” Weise zu beseitigen.

Weiterführende Artikel zum Thema:
Moynihan, Ray: “The making of a disease: female sexual dysfunction“, BMJ 2003; 326:45 doi: http://dx.doi.org/10.1136/bmj.326.7379.45, 2003
Moynihan, Ray: “Merging of marketing and medical science: female sexual dysfunction“, BMJ 2010; 341:c5050 doi: http://dx.doi.org/10.1136/bmj.c5050, 2010
Dana A. Muin et al.: “Effect of long-term intranasal oxytocin on sexual dysfunction in premenopausal and postmenopausal women: a randomized trial”, in: Fertility and Sterility (2015). DOI: 10.1016/j.fertnstert.2015.06.010
Image source: http://www.yypharm.com/

Sep 27

(Image: dw.com)

Der Flugzeugabsturz am 24. März 2015 hat die Weltöffentlichkeit schockiert – denn er wurde durch den Piloten, der sich (wie sich nachher herausstellte) aufgrund von schweren Depressionen in ärztlicher Behandlung befand, gezielt herbeigeführt. 150 Menschen kamen dabei ums Leben.

Wie sich nun herausstellt, könnte der Grund für den psychischen Ausnahmezustand, in dem sich der Pilot befand, in seiner Nutzung von Antidepressiva gelegen haben. Bestimmte Arzneimittelgruppen, insbesondere jene der sogenannten SSRI’s (Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer), Antidepressiva wie Prozac und Paxil, Antipsychotika, Benzodiazepine wie Valium, Anti-Raucher- und Anti-Asthma-Medikamente, Antihistaminika oder auch solche mit stimulierender Wirkung wie Ritalin können nachweislich Suizide oder Tötungsdelikte auslösen. Sie sind auf der Website des Psychiaters aufgelistet (siehe untenstehender Link).

Das Risiko dafür, dass es zu derart massiven Handlungen kommt, ist grundsätzlich gering – sollte aber auch nicht völlig negiert werden. Und es unterstreicht, wie wichtig die ergänzende psychotherapeutische Begleitung von Menschen, die etwa unter Depressionen oder Angststörungen leiden, ist: nicht nur werden durch sie wichtige Bewältigungsstrategien erlernt, nebenbei entsteht durch das Vertrauensverhältnis Klient/in – Therapeut/in auch eine Verbindung, die schwierigste Phasen überwinden helfen kann, sowie eine Eingriffsmöglichkeit der Therapeuten, wenn diese merken, dass ihre Klienten etwa in ein präsuizidales Syndrom abgleiten.

Zum Weiterlesen:

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18.12.16