Verdacht auf DIS

Fragen und Erfahrungsaustausch zu Persönlichkeitsstörungen und Schizophrenie, Bipolaren Störungen ('Manisch-Depressives Krankheitsbild'), Wahrnehmungsstörungen wie zB. Dissoziationen, MPS, Grenzbereichen wie Borderline, etc.
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sherilyn
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Beitrag Di., 03.03.2009, 13:36

Hallo Zerrisene, Hallo limmy,
ooops...was du schreibst, könnte von mir sein.
Einerseits grosse Klappe, andrerseits das ganze Gegenteil.
Von mir auch... ich kenne 100% meine Diagnose nicht (der Therapeut sagt mir das nicht). Ich habe mich selbst als Borderlinerin eingestuft, aber... jetzt lese ich das alles, was ihr beide so schreibt...
Mann, erkenne ich mich...
Ich habe im Sommer das Buch "Multiple Persönlichkeiten" von Michaela Huber gelesen. Habe zwar das Buch schnell verschluckt, glauben aber tue ich bis jetzt nicht ganz. Vor allem glaube ich nicht, dass ich sowas haben könnte.

Ich hatte eine durchschnittliche Kindheit (von mir aus gesehen), wurde nie körperlich mißbraucht. Und dann entdeckt mein Therapeut ergenwelche "Teile"... Ich habe so-o gelacht, ich dachte wirklich, er will mich ver***schen. Tja, so direkt habe ich ihm auch mitgeteilt, dass es für mich nach Blödsinn klingt.

Jetzt schon nicht mehr so ganz.
Und natürlich sind wir verrückt, weil so unterschiedlich drauf. Zeig mir den Menschen, der auf der einen Seite Anteile hat, die ein ganz normales Sexleben führen, auf der anderen Seite aus betroffenen Anteilen besteht, die sich nicht berühren lassen können, die keinen Mann in ihre Nähe lassen, weil sie sich so ekeln und sogar kotzen würden...
Ich habe schon mehrmals beim Sex geheult... oder gleich danach... oder ich habe einen wunderbaren Sex gehabt, am nächsten Morgen aber konnte ich kotzen... und konnte einfach nicht glauben, dass ich solche "Sachen" im Bett überhaupt machen kann. Hast du, Zerrisene, auch sowas schon erlebt?

Einmal sagte mein Therapeut:"Glauben Sie nicht an die Teile? Schauen Sie: drei davon "reden" mit mir jetzt gleichzeitig. Merken Sie, dass Sie gerade weinen, lachen und mich schimpfen??"

Da hat er mich erwischt. Mir war es nicht bewußt.

Ich habe so viele Fragen an euch, muss aber gleich weg um meinen Sohn aus dem Kindergarten zu holen.
Die Fragen stelle ich aber unbedingt später.
Ganz liebe Grüsse

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Zerrissene
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Beitrag Di., 03.03.2009, 19:02

Guten Abend sherilyn,

schön, dass wir uns gefunden haben. Ist es nicht so langweilig hier im Forum ggg.

Und ich habe auch ein Kind im Kindergartenalter...
sherilyn hat geschrieben:
Ich habe schon mehrmals beim Sex geheult... oder gleich danach... oder ich habe einen wunderbaren Sex gehabt, am nächsten Morgen aber konnte ich kotzen... und konnte einfach nicht glauben, dass ich solche "Sachen" im Bett überhaupt machen kann. Hast du, Zerrisene, auch sowas schon erlebt?
Ja, natürlich. Auch wenn ich denke, dass dieses "Weinen beim Sex oder kurz danach" auch Menschen haben, die nicht dissoziativ sein.

Hier war es zu einer Zeit besonders ausgeprägt, als wir noch nichts von unserer schrecklichen Kindheit wußten und wir noch keinen Kontakt zu den anderen Seiten von uns hatten.
sherilyn hat geschrieben:
Einmal sagte mein Therapeut:"Glauben Sie nicht an die Teile? Schauen Sie: drei davon "reden" mit mir jetzt gleichzeitig. Merken Sie, dass Sie gerade weinen, lachen und mich schimpfen??"

Da hat er mich erwischt. Mir war es nicht bewußt.
Ich mußte so schmunzeln, als ich deine Zeilen las, weil mir alles so bekannt vorkommt.

Stell mir ruhig weiterhin Fragen. Ich antworte dir gern, so bald ich Zeit finde.

Liebe Grüße

Zerrissene

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sherilyn
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Beitrag Di., 03.03.2009, 21:37

Hallo,Zerrissene,

jetzt endlich sind die Kinder im Bett und ich kann schreiben (fast habe ich zum zweiten Mal deinen Namen falsch geschrieben vor lauter Aufregung... Entschuldigung)
Danke für die Antwort.

Du kennst doch bestimmt das Buch "Aufschrei" von Truddi Chase. Passieren dir die ähnlichen Sachen? Gehen bei dir zu Hause auch ständig die Glühbirnen kaputt? Was ist mit deiner Handschrift? Auch mehrere? Vielleicht bin ich zu neugierig...

Was meinst du: ist es möglich eine dissotiative Störung zu haben, wenn meine Kindheit völlig ok war.(Obwohl... mein Mann sagt: "Woher kannst du wissen, wenn du dich nicht erinnern kannst?") Aber was bedeutet schon erinnern? Wir können nicht an Alles aus unserer Vergangenheit erinnern. Es ist doch normal oder? Ich erinnere mich an meine Kindheit, das schon, aber ich kann mich an nichts Schlechtes erinnern! Für mich muss eine Multiple immer irgenwas Grausames erlebt haben. Ganz Grausames...

Ja ok, meine Eltern sind geschieden, aber so ist es bei fast schon jeder dritten Familie(noch dazu passierte es, als ich schon 19 war). Ok, mein Vater hat eine andere Frau 15 Jahre gehabt und meine Mutter wusste das. Der hat auch eine unehliche Tochter gehabt, zu der er immer wieder gegangen ist...(das wurde mir netterweise erst mit 19 mitgeteilt). Aber das wäre alles...

Ich habe überhaupt nichts, was irgenwie meine Störung, wie immer sie heißen mag, hindeutet. Mich hat niemand geschlagen(verbal, mag ja sein) oder vergewaltigt. Und trotzdem... ständig Teile in der Therapie. Zuerst gab es nur die kleine und die große Anna, dann die Beobachterin, dann die Hure (mein Therapeut hat mich als "Sau" bezeichnet ), dann wurde aus Annas (so mein Therapeut) mehrere Kinder: im Säuglingsalter, 6-jährig, ein pubertierendes Etwas... und... und... und. Allerdings hat er auch erwähnt, dass es eine begrenzte Zahl ist.

Sag, Zerrissene, das ist doch so ein Schwachsinn... Vor allem ich fühle mich nicht so... Welche Sau, welcher Säugling? Spinne ich oder doch die Welt, bzw der Therapeut.
Warum ist so eine Störung nicht früher ausgebrochen, sondern nach der Geburt von meinem Sohn? Ich knallte einfach durch.
Kann das sein, dass mein Therapeut sich alles nur einbildet? Dass es gar keine Teile gibt?
Weißt du, im Januar gab es keine Teile. Kein einziges Wort wurde drüber verloren. Im Februar hat es wieder angefangen, dass ich mich total spalte, nach seiner Meinung, klar.

LG und gute Nacht
Sherilyn

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limmy
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Beitrag Mi., 04.03.2009, 09:14

Hallo Sherilyn,

misch mich eben auch mal ein.
Dissoziative Störungen sind oft von traumatischen Erlebnisen in der Kindheit geprägt.
Aber auch sog. Frühstörungen können zu Dissoziationen führen.
Zum Beispiel, wenn die Eltern psychisch krank sind, kann es zu eine "desorganisierten" Bindung kommen.
Ein ganz kleines Kind kann nicht anders reagieren, als mit wegbeamen und anders werden....

Das mit den Glühbirnen halte ich für ausgemachten Schwachsinn. Das ist eine gnadenlose Mystifizierung.
Deshalb mag ich das Buch von Huber über MPS nicht (die anderen sind ok).

Und Amnesien sind schon sehr wirkungsvoll. Dein Mann hat recht. Du weisst nicht, was du nicht weisst.
Das ist ja unter Umständen ganz gut und manchmal sind die Verhältnisse auch so verwirrend, dass es keine Worte dafür gegeben hat.
Dann bleibt es im impliziten Gedächtnis.

Viele Grüße
limmy

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Zerrissene
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Beitrag Mi., 04.03.2009, 09:17

Liebe sherilyn,

ich antworte dir später. Muss wieder zur Arbeit.

Nur soviel, ich bin nicht multipel, sondern hochdissoziativ. Ich habe zwar die Diagnose: Komplexe dissoziative Störung, aber im Sinne der DDNOS.
Lt. meinem Gutachten bestehe ich aus dissoziierten Innenanteilen verschied. Alters etc.
Wir sind ein sehr großes System. Mein Thera meinte mal, ich sei die zerrissenste Patientin, die er bisher in seiner Praxis hatte.

Hier ein Auszug aus dem Gutachten: "Durch erlernte Dissoziation wurden traumatisierte Erlebensmuster mit kindlicher Anmutung, trotzige und auch zum Kokettieren fähige Anteile mit jugendlicher Anmutung und erwachsene Verhaltensmuster, die weitestgehend von Emotionen abgespalten hochgradig effizient erscheinen, getrennt nebeneinander geschaffen und erhalten. Zwischen diesen wechselt sie sehr abrupt je nach Anforderungssituation von außen. So empfindet sie manchmal einen starken Leidensdruck aufgrund erlebter Traumatisierungen und ein anderes Mal hat sie zu diesen Emotionen keinerlei Zugang und stellt jede traumatische Erfahrung in Frage.

... Es handelt sich um eine schwere dissoziative Störung im Sinne der DDNOS der DSM IV. Es finden sich separate Funktionszustände mit individuell unterschiedlichem Erinnern, differenten kognitiven Muster, emotionalem Erleben und unterschiedlicher Psychomotorik, zwischen denen aber keine Erinnerungsbarriere steht.

..."teilweise verleugnete sexuelle Übergriffe von Seiten des Vaters haben eine Reihe von Symptomen als Pedant: Ekelgefühle, Panik bei schon nicht-sexueller Körperlicher Nähe, Misstrauen, Angst, Sicherungsbedürfnis gegenüber Männern.

... Der psychische Befund kann sich sehr kurzfristig erheblich verändern, infolge dissoziativer Wechsel zwischen verschiedenen inneren Erlebenszuständen. Diese Veränderungen kann sie wahrnehmen.

Was heißt das? Ich bin nicht multipel, weil es hier keine geschaffenen "Personen" gibt, die voneinander nichts oder kaum wissen, die sich nicht übers Tagebuch verständigen müssen, die keine verschiedenen Leben leben, die keine verschied. Handschriften haben etc.

Liebe Grüße

Zerrissene


Zerrissene
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Beitrag Mi., 04.03.2009, 09:25

Liebe limmy,
limmy hat geschrieben:
Das mit den Glühbirnen halte ich für ausgemachten Schwachsinn. Das ist eine gnadenlose Mystifizierung.
du, ich habe mal in einer Klinik eine echte Multiple kennengelernt. Ich durfte wirklich nicht ihre Nähe kommen, wenn sie switchte, da war soviel Energie, dass ich plötzlich Kopfschmerzen bekam und ich sie bat, sofort damit aufzuhören. Klar, mehrere "Personen" von ihr wollten sich mir vorstellen, mir war es aber zuviel. Ich habe später meinen Thera gefragt, wie er es denn überhaupt in der Therapie mit einer Multiplen aushält. Da meinte er nicht soviele Switchs zuzulassen, es gibt feste Verträge. Es gibt aber nur sehr wenige Multiple, wo die dissoziativen Barrieren so krass sind. Sie kann auch nicht arbeiten und braucht eine feste Betreuerin, weil es bei ihr wirklich so ist, dass sie sich plötzlich an fremden Orten wiederfindet oder auf einmal gekleidet ist wie ein dreizehnjähriger Junge usw.

Liebe Grüße

Zerrissene

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sherilyn
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Beitrag Mi., 04.03.2009, 12:47

Hallo limmy, Zerrissene,

Vielleicht hast du recht,limmy. Ich kann ja nicht wissen, wie meine Kindheit aussah, als ich z.B. 3 oder 4 Jahre alt war. Mein Vater ist nie zu den Ärzten gegangen (zum Psychotherapeuten sowieso), obwohl er ganz ein klassischer Fall von der Borderline Persönlichkeitsstörung ist. (Ich weiß nicht, ob du dir vorstellen kannst, was das ist). Meine Mutter hat das immer als "schlechter Charakter" bezeichnet, den ich ja selbstverständlich geerbt habe. Ich war ja unerträglich und böse . Nicht immer, aber immerhin.

Man, bin ich froh, dass ich mir die Hilfe aufgesucht habe.

Limmi, wie ist es bei dir jetzt: kannst du sagen:"Ich bin gleichzeitig extravertiv und habe Angst von den Menschen?"

Bei mir ist es so: manchmal benehme ich mich komisch (sogar für mich selbst, obwohl ich mich schon mehr oder weniger kenne): vor kurzem habe ich einen Termin beim Frauenarzt gehabt. Ich kokketierte, habe blöde subtile Witze gerissen, sogar auf dem Stuhl habe ich ihm (e-e-e wie sagt man auf Deutsch) Äuglein gemacht . In derselben Stimmung habe ich bis nach Hause geschafft. Erst dann habe ich kapiert, was passierte . Wie konnte ich nur... da was es aber zu spät zu überlegen.
Ich denke man kann nicht sagen, dass ich menschenscheu bin...

Von der anderer Seite habe ich meine Krabbelgruppe abgesagt, weil ich da immer mit meiner Tochter in der Ecke hocke und kein einziges Wort rausbringen kann, weil ich Angst habe. (Welchen denn??)
Noch eine Macke von mir: ich gehe aus demselben Grund fast NIE ans Telefon!

Und noch eine kleine Frage an euch.
Wie fühlt es sich bei euch an, wenn man anfängt sich zu spalten (dissoziieren ist gleich spalten für mich...?) Habt ihr sowas erlebt wie ich: dieser Fall ist wie eingebrannt in meinem Kopf." Ich streite mit meinem Mann... sehr heftig. Beschimpfe. Gebe eine Ohrfeige. Mache ihm einfach fertig.... Dabei bin ich ja gar nicht die, die das tut, die so hektisch im Zimmer auf und ab geht, start gestikuliert, schreit, Spaß dran hat. Ich saß in dem Moment auf dem Sofa, habe meinen Mann ganz liebevoll angeschaut und habe gedacht: ich liebe dich über Alles, aber ich kann nichts dagegen tun. Verzeih mir das."
Die Situation hat sich verändert, als er an gafangen hat heftig zu schluchzen...


Sorry, dass ich wieder so einen Aufsatz geschrieben habe .
Ganz liebe Grüsse
Sherilyn

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sherilyn
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Beitrag Mi., 04.03.2009, 17:50

Hallo, hier bin ich nochmal.

Ich habe gerade meine Stunde gehabt. Jetzt bin ich total durcheinander.
Ich habe direkt meinen Therapeuten gefragt:"Sich zu spalten und sich zu dissoziieren - ist es das Gleiche???" Er sagte:"Auf keinen Fall. Sie spalten sich. Dissoziieren tun Sie nicht".
Soll ich jetzt froh sein? Bedeutet das, dass ich im grunde fast gesund bin? Weil... Wer spaltet sich schon nicht im Leben? Sogar wenn wir nur den inneren Konflikt eines gesunden Menschen anschauen: zwischen dem Triebwunsch und der wirklichkeitsangepasster Rolle???

Ich verstehe gar nichts mehr.
LG

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limmy
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Beitrag Mi., 04.03.2009, 22:48

hmmm. ich dachte auch spalten und dissoziieren sei mindestens miteinander verwandt???

Frag deinen Thera doch noch mal!

Was ich mal gelesen habe, ist, dass BorderlinerInnen eher spalten und Menschen mit DIS eben dissoziieren.
Vielleicht kann ja wer Licht ins Dunkel bringen??

limmy

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sherilyn
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Beitrag Do., 05.03.2009, 17:54

Hallo limmy,

ich werde meinen Therapeuten unbedingt nochmal fragen. Ich will es einfach verstehen.

Ich habe heute nochmal nachgeschaut: es gibt wirklich 4 ganz verschiedene und gleichzeitig ähnliche Begriffe: Spaltung, Dissiziation, Derealisation und Depersonalisation!

Dissoziation ist eine Art Einschränkung des Bewußtseins, bei der der Betroffene wie weggetreten und nicht ansprechbar ist. Das tritt allerdings sowohl bei Borderleinern(seltener), als auch bei den Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung.

Spaltung ist eine Unfähigkeit eines Menschen zur Ambivalenz, d.h. wenn man alles im Leben nur in sich ausschließenden Extremen erlebt.Es gibt nur entweder SCHWARZ oder WEIß, sehr gut oder sehr böse, ein "Dazwischen" gibt es nicht.
Also man kann in dem Fall auch von den "Teilen" reden, die sich abwechseln.

Depersonalisation ist ein Gefüh l"neben sich zu stehen", wenn der eigene Körper nicht mehr gespürt wird. Die eigene Person scheint sich aufzulösen.

Derealisation ist wenn alles wie in einem Film erscheint und die Umgebung verliert ihre Bedeutung.


Jetzt habe wenigstens ein bißchen Klarheit, aber nicht ganz. Natürlich habe ich das in einem Buch gelesen und einfach zussamengefasst. Ich würde sagen, dass Depersonalisation und Derealisation die Untertypen von der Dissoziation sind. So scheint es mir...
Was ich doch noch nicht verstanden habe, ist ...ich würde sagen, ein Borderliner hat dann nicht mehr als 2 "Teile"... Mein Therapeut sagt aber, dass ich mehrere habe...

Aber vielleicht soll ich diese Frage woanders stellen.

Liebe Grüsse

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crumple zone
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Beitrag Fr., 06.03.2009, 10:39

Hallo ihr!

Ich bin ein bisschen verwirrt, dass ihr hier spalten und dissoziieren trennt. Nach meinem Verständnis heißt nämlich Dissoziation Abspaltung und ist der Überbegriff für ganz viele Dinge. Das bedeutet dann zum Beispiel, dass - wenn man als Kind etwas Schreckliches erlebt, dieses Erlebnis nicht ins normale Bewusstsein integriert, sondern abspaltet und damit getrennt "speichert". Dann kann man sich unter Umständen über Jahre hinweg nicht mehr an das Geschehene erinnern - nennt sich dann dissoziative Amnesie. Oder das Kind klinkt sich aus der Situation aus und es entstehen eigene Persönlichkeiten, die das Geschehene speichern - nennt sich dann Dissoziative Identitätsstörung. Natürlich muss das nicht so ablaufen. Es gibt Kinder, die mehr dazu neigen als andere. Ursprünglich ist das ganze eine Schutzfunktion.

Dann gibt es noch dissoziative Störungen - darunter fällt zum Beispiel Depersonalisations- und Derealisationserleben. Aber auch etwas, was ich für mich als "dissoziativ werden" bezeichne, d.h. wenn ich nur noch Nebel um mich herum habe. Auch dann spaltet man etwas vom gegenwärtigen Bewusstsein ab - die Wirklichkeit, das was real ist, man selbst oder das um einen herum.

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limmy
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Beitrag Fr., 06.03.2009, 11:48

So, wie sherilyn es schreibt, ist es - glaube ich - auch nicht 100%ig richtig
trauma-beratung-leipzig.de - dort gibt es viele Informationen dazu.
Dort steht:
"Dissoziation (im hier gemeinten Sinne) ist eine natürliche, biologisch (neurophysiologisch) angelegte Fähigkeit der Psyche, durch die bestimmte eigene Gefühle, Empfindungen, Erinnerungen, Handlungen oder Gedanken dem Bewußtsein unzugänglich bleiben: sie werden abgespalten."

limmy

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sherilyn
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Beitrag Fr., 06.03.2009, 12:31

Hallo zusammen,

ich will EUCH wirklich auf keinen Fall durcheinander bringen.
limmy hat geschrieben:"Dissoziation (im hier gemeinten Sinne) ist eine natürliche, biologisch (neurophysiologisch) angelegte Fähigkeit der Psyche, durch die bestimmte eigene Gefühle, Empfindungen, Erinnerungen, Handlungen oder Gedanken dem Bewußtsein unzugänglich bleiben: sie werden abgespalten."
Mir gafällt die Definition viel mehr. Ich glaube, dass,das, was ich geschrieben habe, ist bloß eine Art und Weise, wie es zustande kommt (Der Betroffene ist wie weggetreten und nicht ansprechbar ).

Was Spaltung (oder Abspaltung, vielleicht ist es einfach mein Deutsch, das mich durcheinander bringt?) angeht... ich habe alles in einem Buch über Borderliner geschaut, deswegen ist der Begriff so einseitig definiert.

Irgenwie ist mein Kopf im moment zum Platzen voll. Heute Nacht habe ich geträumt, dass in meinem Kopf ein Madennest entstanden ist. Glaube, das ist eben ein Hinweis, das ich aufhören soll, ständig mir diesen Kopf zu zerbrechen. Bringt nicht viel, wenn man selbst keine entsprechende Ausbildung hat (so, wie ich).

Ich versuch nochmal von meinem Thera das erklärt zu bekommen. Wer weiß...
Trotzdem danke euch.
Liebe Grüsse

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engelstraenen
neu an Bo(a)rd!
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Beitrag Sa., 07.03.2009, 17:56

hallo alle!

Puh habe mir jetz alles durchgelesen. zerrissene hat es sehr gut beschrieben gehabt.
habe eine borderlinestörung und posttraumatische belastungsstörung.

Und Dissoziativestörung auch: Vollkommene gefühlsabspaltung. Nicht körperlich, sondern seelisch.
wegswitchen sobald mein INNERSTES sagt GEFAHR!
Und vieles aus meiner vergangenheit so sehr verdrängt das es über jahre einfach weg war. Amnesie, teilamnesie.
Vorallem, wenn meine Thera ein Thema anspricht, was irgendetwas auslösen könnte oder, dass ist das einzigste gefühl was ich habe gemervt bin. ich höre dann noch alles, gebe antworten - aber eben alles noch gefühlskälter. So das ich, sobald ich das ausgesprochen habe, manchmal selbst erschrecke.


Aber mal eine Frage: habt ihr schon mal etwas von dem "INNEREN KIND" gehört????????????

in meiner Therapie beschäftigen wir uns damit.
Zerrissenen, du müsstest es kennen!(vielleicht)

ich dachte auch um gottes willen. Klingt ja alles sehr nach multipel-isses aber nicht.
Und in manchen foren, gibt es extra seiten da lässt man das kleine Kind oder den teenie mit absicht ich sage jetzt mal raus, weil es der heilung von deinen inneren Kind dient.

das heißt nichts anderes: Wir übernehmen jetzt die aufgaben die eigentlich unsere eltern hätten übernehmen müssen.
hat es Angst, nehmen wir ihn die Angst, weint es trocknen wir die tränen.
geben mut trost einfach alles.

am anfang zweifelte ich auch.....Fühlte mich ganz schön bescheurt.
manchmal auch noch.
aber ich hoffe es für mich, dass ich das hinbekomme.
erkläre es auch näher, wenn gewünscht.

salut sagt engelstraenen
Wenn ich schreien könnte. Wärt ihr taub!

Am Grab der meißten Menschen trauert, tief verschleiert, ihr ungelebtes Leben!

Umsonst fürchten wir die Träume; der schrecklichste Traum ist nichts, verglichen mit dem Leben!!!


Zerrissene
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Beitrag Sa., 07.03.2009, 18:31

Liebe Engelstränen,

erst einmal, ein herzliches Willkommen von mir.
Ich freue mich, dass du hier bist.

Bin heute nicht in Stimmung, um dir ausführlicher zu schreiben.

So weit weg, nicht wirklich da...

Viele Grüße

Zerrissene

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